Altpapier: was in die Papiertonne darf

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In die Papiertonne gehört sauberes, trockenes Papier und Pappe: Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Briefe, Hefte, Kartons, Papiertüten und Eierkartons. Benutztes Hygienepapier wie Küchenrolle und Taschentücher, Kassenbons aus Thermopapier, Fotos, Backpapier und beschichtetes Papier gehören in den Restmüll, Getränkekartons in den Gelben Sack. Altpapier loszuwerden kostet in der Regel nichts.
Wohin gehört was? Papiertonne oder nicht
| Gehört ins Altpapier | Gehört nicht hinein |
| Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Kataloge | Benutzte Küchenrolle, Taschentücher, Servietten (Restmüll) |
| Briefe, Umschläge, auch mit Sichtfenster, Schreib- und Druckerpapier | Kassenbons und andere Thermopapiere (Restmüll) |
| Kartons, Versandkartons, Wellpappe, flach gefaltet | Fotos, Backpapier, Tapetenreste, beschichtetes oder gewachstes Papier |
| Papiertüten, Mehl- und Zuckertüten, Eierkartons | Getränke- und Milchkartons, To-go-Becher (Gelber Sack) |
| Bücher und Hefte, harte Kunststoff- oder Ledereinbände abgetrennt | Stark verschmutzte oder fettige Pappe, etwa verklebte Pizzakartonteile |
| Geschenkpapier aus reinem Papier | Metallisch beschichtetes oder glitzerndes Geschenkpapier |
| Saubere Pizzakartons, Kartonverpackungen von Lebensmitteln | Aktenordner mit Metallmechanik und Kunststoffhülle (Wertstoffhof oder Restmüll) |
Das ist der Regelfall in Deutschland. Die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises kann einzelne Punkte anders regeln; im Zweifel gilt der Abfallkalender oder die Abfall-App vor Ort.
Warum manches Papier nicht ins Altpapier darf
Altpapier wird in der Papierfabrik mit Wasser zu einem Faserbrei aufgelöst, gereinigt und zu neuem Papier verarbeitet, vor allem zu Karton, Zeitungs- und Hygienepapier. Das klappt nur, wenn sich die Fasern lösen lassen und keine Stoffe mitkommen, die den Brei verunreinigen. Daran scheitern drei Gruppen:
- Nassfestes Papier wie Küchenrolle, Taschentücher und Servietten ist so behandelt, dass es sich in Wasser gerade nicht auflöst. Benutzt ist es außerdem verschmutzt.
- Beschichtetes Papier wie Fotopapier, Backpapier, Thermopapier von Kassenbons oder wachs- und kunststoffbeschichtete Verpackungen lässt sich nicht sauber von seiner Schicht trennen.
- Verschmutztes Papier mit viel Fett, Essensresten, Farbe oder Öl bringt Stoffe in den Kreislauf, die das neue Papier fleckig oder unbrauchbar machen.
Leichte Verschmutzungen, Büroklammern, Heftklammern, Sichtfenster in Umschlägen und Klebestreifen auf Paketen sind dagegen kein Problem. Die Papierfabriken sortieren solche Kleinteile beim Auflösen zuverlässig aus, Sie müssen sich darum nicht kümmern.
Was aus Altpapier wird
Papier gehört zu den Abfällen, die in Deutschland am erfolgreichsten verwertet werden. Die Papierindustrie setzt zu einem großen Teil Altpapier ein, bei Wellpappe und Kartons ist es oft der Hauptrohstoff. Aus dem Inhalt Ihrer Papiertonne werden also vor allem neue Kartons, Verpackungen, Zeitungspapier und Hygienepapier. Die Fasern lassen sich allerdings nicht beliebig oft wiederverwenden, weil sie bei jedem Durchgang kürzer werden; deshalb kommt immer auch frischer Zellstoff dazu. Umso wichtiger ist es, dass das Altpapier sauber ankommt: Je weniger Fremdstoffe, desto weniger Fasern gehen beim Aussortieren verloren.
Deshalb sollten Sie Papier auch trocken halten. Nasse Kartons, die tagelang im Regen neben der Tonne standen, verlieren an Qualität und kleben zusammen. Schließen Sie den Deckel und stellen Sie Kartons bei Regen nicht ungeschützt hinaus.
Die häufigsten Zweifelsfälle
Pizzakarton: Ist er sauber oder hat er nur ein paar Krümel und leichte Fettflecken, gehört er ins Altpapier. Sind Teile mit Käse oder viel Fett verklebt, reißen Sie diese ab und geben sie in den Restmüll, den Rest ins Altpapier. Ausführlich unter Pizzakarton entsorgen.
Kassenbons: Die meisten sind aus Thermopapier, das mit einer wärmeempfindlichen Schicht versehen ist. Sie gehören in den Restmüll. Mehr unter Kassenbons entsorgen.
Küchenrolle und Taschentücher: Restmüll, weil sie nassfest sind. Nur mit Lebensmitteln verschmutzte Küchenrolle darf in vielen Kommunen auch in die Biotonne.
Fotos: Restmüll. Fotopapier ist beschichtet. Wer alte Abzüge wegwirft, auf denen Menschen zu erkennen sind, zerschneidet sie vorher.
Kontoauszüge und Briefe mit persönlichen Daten: Normales Papier gehört ins Altpapier, aber nicht im Ganzen. Schreddern Sie Unterlagen mit Kontonummern, Adressen oder Gesundheitsdaten, bevor sie in die Tonne kommen. Die Schnipsel geben Sie in einer Papiertüte in die Tonne, damit sie nicht herausfliegen. Auszüge aus älteren Kontoauszugsdruckern sind oft Thermopapier und gehören in den Restmüll. Mehr zum sicheren Vernichten unter Akten entsorgen.
Aktenordner: Der Pappordner selbst ist Papier, die Metallmechanik nicht. Wer mag, trennt die Mechanik ab und gibt sie zum Metall am Wertstoffhof, den Rest ins Altpapier. Ordner mit Kunststoffüberzug gehören in den Restmüll. Einzelheiten stehen unter Aktenordner entsorgen.
Eierkartons und Papiertüten: Beides ist Altpapier. Eierkartons eignen sich aber auch, um feuchte Abfälle in der Biotonne aufzusaugen, und dürfen dort ebenfalls hinein.
Geschenkpapier: Reines Papier gehört ins Altpapier. Glänzt es metallisch, glitzert es oder dehnt es sich beim Reißen wie Folie, statt sauber zu reißen, ist es beschichtet und gehört in den Restmüll. Schleifen und Klebeband ziehen Sie ab.
Bücher: Altpapier, Karton oder weitergeben?
Bücher dürfen ins Altpapier. Taschenbücher können Sie komplett hineingeben. Bei gebundenen Büchern reißen Sie harte Einbände aus Kunststoff, Kunstleder oder Leder ab und entsorgen sie im Restmüll; Pappeinbände dürfen mit. Große Mengen, etwa aus einer Haushaltsauflösung, bringen Sie besser zum Wertstoffhof, weil sie die Papiertonne schnell überfüllen und sehr schwer sind.
Bevor Bücher im Altpapier landen, lohnt ein zweiter Blick. Öffentliche Bücherschränke, Bibliotheken, Sozialkaufhäuser und Antiquariate nehmen gut erhaltene Bücher gern. Über Onlineplattformen lassen sich auch einzelne Bände verkaufen, wobei sich das meist nur für gesuchte Titel lohnt. Veraltete Lexika, Telefonbücher und stark vergilbte Bücher will dagegen kaum jemand haben; sie sind im Altpapier richtig. Mehr Ideen unter Bücher entsorgen.
Kartons richtig vorbereiten
Kartons sind der Hauptgrund, warum Papiertonnen überquellen. Ein großer Versandkarton, einfach hineingestellt, füllt die halbe Tonne.
- Leeren. Füllmaterial aus Kunststoff wie Luftpolsterfolie oder Styroporchips gehört in den Gelben Sack, Papierpolster bleibt beim Altpapier.
- Flach falten. Klebestreifen aufschneiden, den Karton flach drücken, große Kartons zusätzlich zerreißen oder zerschneiden.
- Stellen statt legen. Flache Kartons stellen Sie hochkant in die Tonne; so passen deutlich mehr hinein.
- Klebeband muss nicht ab. Die Fabrik sortiert es aus. Wer ohnehin dabei ist, zieht große Streifen ab, Pflicht ist es nicht.
Passt nicht alles in die Tonne, bringen Sie den Überschuss zum Papiercontainer oder zum Wertstoffhof. Kartons neben die Tonne zu stellen, nimmt die Müllabfuhr vielerorts nicht mit, und bei Regen werden sie ohnehin zu Brei.
Altpapier kostenlos entsorgen
Altpapier ist ein Wertstoff mit Marktwert, deshalb kostet seine Entsorgung Sie meist nichts extra. Es gibt mehrere Wege:
- Papiertonne: In den meisten Kommunen ist sie in der Abfallgebühr enthalten oder wird ohne Aufpreis gestellt. Wer keine hat, kann sie beim Abfallbetrieb bestellen; in Mehrfamilienhäusern kümmert sich darum die Hausverwaltung.
- Papiercontainer: Viele Orte haben öffentliche Container, oft neben den Altglascontainern.
- Wertstoffhof: Nimmt Papier und Kartons in aller Regel kostenlos an, auch größere Mengen. Siehe Wertstoffhof.
- Vereinssammlungen: Schulen, Sportvereine oder Pfadfinder sammeln in manchen Orten Altpapier und finanzieren damit ihre Arbeit.
Wer bei einem Umzug viele Kartons übrig hat, kann sie auch verschenken; gebrauchte Umzugskartons sind auf Kleinanzeigenportalen gefragt. Wie man Kartons beim nächsten Umzug gut nutzt, steht unter Umzugskartons packen.
Häufige Fragen
Gehören Kartons in die Papiertonne oder zum Karton-Container?
Beides ist Altpapier. Kartons, Pappe und Papier kommen in dieselbe Tonne. Nur wenn Ihre Kommune ausdrücklich getrennte Container für Kartonagen aufstellt, sortieren Sie danach; das ist die Ausnahme.
Dürfen Taschentücher ins Altpapier?
Nein. Taschentücher und Küchenrolle sind nassfest behandelt und benutzt verschmutzt. Sie gehören in den Restmüll.
Wohin mit Kassenbons?
In den Restmüll. Die meisten Kassenbons bestehen aus beschichtetem Thermopapier, das im Papierrecycling unerwünscht ist.
Wohin mit Altpapier, wenn die Papiertonne voll ist?
Zum nächsten Papiercontainer oder zum Wertstoffhof; beides ist in aller Regel kostenlos. Ist die Tonne regelmäßig zu klein, können Sie bei Ihrem Abfallbetrieb meist eine größere oder eine zweite Papiertonne bestellen, oft ohne Aufpreis.
Dürfen Briefumschläge mit Sichtfenster ins Altpapier?
Ja. Das kleine Kunststofffenster wird in der Papierfabrik aussortiert. Sie müssen es nicht herausreißen.
Dürfen Zeitschriften mit Hochglanzseiten ins Altpapier?
Ja. Zeitschriften, Kataloge und Prospekte mit glänzendem Papier sind normales Altpapier; der Glanz stammt von einem Strich aus Mineralien, der sich beim Recycling abtrennen lässt. Nur eingeklebte Warenproben, Plastikfolien und CDs nehmen Sie vorher heraus.
Gehören Fotos ins Altpapier?
Nein, Fotos gehören in den Restmüll, weil das Fotopapier beschichtet ist. Mehr Zweifelsfälle erklärt die Übersicht Müll richtig trennen.



