Kräuterschere

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Eine Kräuterschere ist eine Schere mit mehreren parallelen Klingen, meist fünf Paaren im Abstand von wenigen Millimetern. Jeder Schnitt zerteilt die Kräuter fünffach – nach einigen Schnitten ist ein Bund Schnittlauch fein geschnitten, direkt über der Schüssel und ohne Brett. Für weiche Kräuter ist das bequem und schnell, für harte und große Mengen bleibt das Messer oder ein Wiegemesser die bessere Wahl.
Wie eine Kräuterschere arbeitet
Die Klingen sitzen wie bei einer normalen Schere an zwei Hälften, nur eben mehrfach hintereinander. Beim Zusammendrücken gleiten die Klingenpaare aneinander vorbei und schneiden das Kraut in schmale Streifen. Je enger die Klingen stehen, desto feiner das Ergebnis. Weil die Kräuter geschnitten und nicht gequetscht werden, bleiben sie aromatisch und laufen nicht grün aus.
Der Vorteil liegt vor allem im Ablauf: Man schneidet dort, wo die Kräuter hingehören – über der Salatschüssel, dem Quark, der Suppe oder dem Rührei. Brett, Messer und Aufräumen entfallen. Kräuterscheren mit drei Klingenpaaren schneiden etwas gröber, die mit fünf Paaren feiner.
Daneben gibt es Scheren, die ebenfalls als Kräuterschere verkauft werden, aber nur ein Klingenpaar haben. Das sind robuste Küchenscheren, die auch Küchengarn, Verpackungen oder Geflügelhaut schaffen und sich zum Ernten von Kräutern im Garten eignen. Zum Zerkleinern sind sie nicht schneller als eine normale Schere.
Welche Kräuter sich eignen
Die Kräuterschere spielt ihre Stärken bei weichen, blättrigen oder röhrigen Kräutern aus:
- Schnittlauch ist der Klassiker: bündeln, festhalten, schneiden. Schöner werden die Röllchen nicht.
- Petersilie, Dill, Kerbel und Koriander vorher grob von den dicken Stielen zupfen, dann in einer Tasse oder einem hohen Glas schneiden.
- Basilikum und Minze nur kurz vor dem Servieren schneiden, sie verfärben sich an den Schnittkanten schnell.
- Bärlauch und Frühlingszwiebeln in Streifen – ideal für Quark und Butter.
Weniger geeignet sind holzige Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei mit dicken Stielen oder Lorbeer. Die harten Stängel verklemmen sich zwischen den Klingen und machen sie stumpf. Hier zupfen Sie die Nadeln oder Blättchen vom Stiel und hacken sie mit dem Messer. Auch Knoblauch und Nüsse gehören nicht in die Kräuterschere.

Richtig schneiden: so geht es am schnellsten
- Kräuter waschen und trocknen. Nasse Kräuter kleben an den Klingen und verschmieren. In einer Salatschleuder oder zwischen Küchenpapier trocknen.
- Grobe Stiele entfernen. Dicke Stängel von Petersilie oder Dill abzupfen, sie verklemmen sich sonst.
- Im Gefäß schneiden. Die Kräuter in eine Tasse, ein Glas oder eine Schüssel geben und mit der Schere darin schneiden. So fliegt nichts herum.
- Nicht zu viel auf einmal. Ein kleines Bündel schneidet sauberer als eine dicke Faust voll Kraut.
- Zwischendurch abstreifen. Hängen Kräuter zwischen den Klingen, den Reinigungskamm durchziehen und weiterschneiden.
Kaufkriterien: woran Sie eine gute Kräuterschere erkennen
| Klingen | Rostfreier Edelstahl, scharf geschliffen. Die Klingenpaare müssen exakt parallel stehen und ohne Spiel aneinander vorbeigleiten. |
| Anzahl | Fünf Klingenpaare schneiden feiner und schneller, drei Paare lassen sich leichter reinigen. |
| Klingenlänge | Meist 7 bis 12 cm. Längere Klingen schaffen mehr auf einmal, brauchen aber mehr Kraft. |
| Griff | Kunststoff- oder gummierte Griffe liegen besser in der nassen Hand. Symmetrische Griffe eignen sich für Links- und Rechtshänder. |
| Reinigungskamm | Ein Kamm mit Zinken im Klingenabstand ist fast unverzichtbar. Manche Scheren haben zusätzlich Abstreiflöcher im Griff. |
| Schutzkappe | Schützt Finger und Klingen in der Schublade. |
Kräuterscheren sind günstig. Brauchbare Modelle gibt es meist schon für 10 bis 20 Euro, deutlich teurere Scheren schneiden nicht spürbar besser.
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Ein Beispiel für die klassische Bauart mit fünf Klingenpaaren, Reinigungskamm und Abstreiflöchern ist diese Schere von Westmark:
Reinigen und pflegen
Die Zwischenräume der Klingen sind die Schwachstelle jeder Kräuterschere. Reinigen Sie sie deshalb direkt nach dem Schneiden:
- Den Kamm von der Griffseite zur Spitze durch die Klingen ziehen und die Reste abstreifen.
- Unter fließendem Wasser abspülen, dabei die Schere öffnen und schließen.
- Eine kleine Spülbürste hilft bei angetrockneten Resten.
- Gut trocknen und mit Schutzkappe aufbewahren.
Viele Edelstahlscheren gelten als spülmaschinengeeignet. Die Handwäsche ist trotzdem schonender, weil Geschirr in der Maschine gegen die Klingen schlägt und sich Reste zwischen den Klingen oft nicht lösen. Ölen muss man eine Kräuterschere nicht. Stumpfe Mehrklingenscheren lassen sich im Haushalt kaum nachschleifen – das ist ein Grund, sie nur für weiche Kräuter zu benutzen.
Sicherheit: scharf ist scharf
Die Klingen einer Kräuterschere sind nicht harmloser als ein Messer, nur liegen sie geschützter. Greifen Sie nie mit den Fingern zwischen die Klingen, um Kräuter herauszuholen – dafür ist der Kamm da. Kinder können mit der Kräuterschere gut beim Kochen helfen, etwa Schnittlauch für das Butterbrot schneiden, aber nur unter Aufsicht. Die Schutzkappe gehört nach der Benutzung wieder auf die Klingen, bevor die Schere in die Schublade wandert.
Alternativen zur Kräuterschere
- Kochmesser und Brett: für große Mengen und harte Kräuter schneller, wenn man den Umgang gewohnt ist. Ein scharfes Messer quetscht weniger als ein stumpfes. Wie hochwertige Klingen gepflegt werden, zeigt der Beitrag zum japanischen Damastmesser.
- Wiegemesser: Die gebogene Klinge wird hin- und hergewiegt und zerkleinert auch holzige Kräuter fein. Besonders praktisch mit Mulde im Brett, siehe Wiegemesser mit Brett.
- Kräutermühle: Ein Kunststoffgehäuse mit Klingenwalze und Kurbel, in das man die Kräuter von oben steckt. Gut für Petersilie, weniger für Schnittlauch.
- Normale Küchenschere: für ein paar Halme Schnittlauch völlig ausreichend.
Unsere Empfehlung: Wer oft frische Kräuter über Salat, Quark und Suppen streut, hat an einer Kräuterschere mit fünf Klingenpaaren und Kamm lange Freude. Wer vor allem Rosmarin und Thymian verwendet, investiert besser in ein gutes Messer oder ein Wiegemesser.
Kräuter ernten und haltbar machen
Kräuter aus dem Garten oder vom Balkon schneiden Sie am besten vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist, mit einer normalen Schere oder einem scharfen Messer. Bei Basilikum die Triebspitzen über einem Blattpaar kappen, dann verzweigt sich die Pflanze. Überschüsse lassen sich gut haltbar machen: Weiche Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Dill fein schneiden und portionsweise in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Öl einfrieren. Robuste Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano oder Salbei lassen sich gebündelt an einem luftigen, schattigen Ort trocknen.

Getrocknete Kräuter werden in dunklen, dicht schließenden Gläsern aufbewahrt. Mehr Helfer für die Vorbereitung finden Sie in der Rubrik Küche, etwa die Zitronenreibe für Zitrusabrieb im Kräuterquark.
Häufige Fragen
Wie viele Klingen sollte eine Kräuterschere haben?
Fünf Klingenpaare sind der Standard und schneiden am feinsten. Scheren mit drei Paaren sind etwas gröber, lassen sich aber leichter reinigen. Eine Schere mit nur einem Klingenpaar ist eine normale Küchenschere.
Kann man mit der Kräuterschere Rosmarin schneiden?
Die Nadeln ja, die holzigen Stiele nicht. Zupfen Sie die Nadeln ab und schneiden Sie nur diese, oder nehmen Sie ein Messer oder Wiegemesser. Harte Stiele machen die Klingen stumpf und verklemmen sich.
Wie reinige ich eine Kräuterschere?
Direkt nach dem Benutzen mit dem Reinigungskamm die Reste zwischen den Klingen herausziehen, unter fließendem Wasser abspülen und gut trocknen lassen. Nie mit den Fingern zwischen die Klingen greifen.
Ist eine Kräuterschere sicherer als ein Messer?
Beim Schneiden etwas, weil die Finger nicht in Schnittrichtung liegen. Die Klingen selbst sind aber genauso scharf. Beim Reinigen und für Kinder gilt deshalb dieselbe Vorsicht wie beim Messer.



