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Isofix nachrüsten

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Isofix nachrüsten
Unterschiedliche Hersteller bieten einen Isofix Nachrüstsatz an, damit das sichere Befestigungssystem auch in älteren Autos genutzt werden kann.
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was Isofix ist
  2. Hat mein Auto schon Isofix?
  3. Wann Nachrüsten möglich ist
  4. Warum Universal-Nachrüstsätze keine Lösung sind
  5. Die Alternative: Befestigung mit dem Gurt
  6. Welche Sitze Isofix nutzen
  7. Unsere Empfehlung
  8. Häufige Fragen
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Isofix nachzurüsten ist bei vielen älteren Autos möglich – aber nur auf eine Weise: mit einem Original-Nachrüstsatz des Autoherstellers, der an vorbereiteten Punkten der Karosserie verschraubt wird. Ob Ihr Fahrzeug das kann, sagt Ihnen die Vertragswerkstatt anhand der Fahrgestellnummer. Die günstigen Universal-Sätze aus dem Internet, die einfach zwischen Sitz und Lehne geklemmt werden, sind dagegen kein Ersatz für echtes Isofix. Oft ist Nachrüsten übrigens gar nicht nötig, weil das Auto Isofix längst hat.

Was Isofix ist

Isofix ist eine genormte Befestigung für Kindersitze. Im Auto sitzen dafür zwei Metallbügel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne, die fest mit der Karosserie verbunden sind. Der Kindersitz hat zwei passende Rastarme, die hörbar einrasten. Eine dritte Verankerung verhindert, dass der Sitz bei einem Aufprall nach vorn kippt: entweder ein Stützfuß, der auf dem Fahrzeugboden steht, oder ein oberer Haltegurt (Top Tether), der an einem Punkt hinter der Rücksitzlehne eingehakt wird.

Der Vorteil liegt weniger in der Festigkeit als in der Bedienung. Einen Kindersitz mit dem Gurt richtig einzubauen, ist fehleranfällig: Der Gurt ist zu locker, falsch eingefädelt oder verdreht. Mit Isofix ist der Sitz nach dem Einrasten fest, und viele Sitze zeigen mit grünen Markierungen an, dass alles stimmt. Fehler sind damit viel seltener, wenn auch nicht ausgeschlossen – etwa ein Stützfuß, der nicht ganz auf dem Boden steht.

Isofix nachrüsten ist elichter als gedacht
Ein Kind wird im Kindersitz angeschnallt

Hat mein Auto schon Isofix?

Bevor Sie über das Nachrüsten nachdenken, schauen Sie genau hin. Seit November 2014 müssen in der EU alle neu zugelassenen Pkw Isofix-Befestigungen haben, neue Fahrzeugtypen schon seit Ende 2012. Viele Hersteller haben Isofix aber bereits Anfang der 2000er-Jahre eingebaut, zumindest auf den äußeren Rücksitzen.

So finden Sie es heraus:

  1. Nach Kappen oder Laschen suchen. Oft sind die Bügel hinter kleinen Kunststoffkappen, Stofflaschen oder Reißverschlüssen im Sitzbezug versteckt. Ein kleines Isofix-Symbol am Sitz weist darauf hin.
  2. In die Sitzfuge greifen. Mit der Hand zwischen Sitzfläche und Rückenlehne tasten. Isofix-Bügel sind etwa 28 cm voneinander entfernt und fühlen sich wie kleine Metallösen an.
  3. In der Betriebsanleitung nachsehen. Das Kapitel zu Kindersitzen nennt, welche Plätze Isofix haben und ob es Top-Tether-Punkte gibt.
  4. In der Werkstatt fragen. Mit der Fahrgestellnummer lässt sich die Ausstattung eindeutig klären.

Viele Autofahrer haben schon einen Nachrüstsatz gekauft und dann beim Einbau festgestellt, dass Isofix längst da war.

Wann Nachrüsten möglich ist

Viele Fahrzeuge aus der Zeit vor der Pflicht sind für Isofix vorbereitet: Die Karosserie hat die nötigen Gewindebohrungen oder Befestigungspunkte, nur die Bügel fehlen. Für diese Modelle bieten die Autohersteller Original-Nachrüstsätze an. Die Bügel werden dann an den vorgesehenen Punkten mit der Karosserie oder dem Sitzgestell verschraubt – genau wie ab Werk.

  • Wer baut ein? Die Vertragswerkstatt oder eine Fachwerkstatt, die das Fahrzeug kennt. Die Schrauben müssen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden, und oft muss dafür der Sitz ausgebaut werden.
  • Was kostet es? Das hängt stark vom Modell ab, vor allem davon, ob die Sitze dafür ausgebaut werden müssen. Fragen Sie vorher nach einem Kostenvoranschlag.
  • Braucht es Papiere? In der Regel nicht, wenn Originalteile an vorgesehenen Punkten eingebaut werden. Lassen Sie sich den Einbau von der Werkstatt bestätigen und klären Sie im Zweifel, ob eine Eintragung nötig ist.

Ist das Fahrzeug nicht vorbereitet, lässt sich Isofix nicht sinnvoll nachrüsten. Eigene Bohrungen in die Karosserie sind keine Lösung, weil niemand weiß, ob die Stelle den Kräften eines Unfalls standhält.

Warum Universal-Nachrüstsätze keine Lösung sind

Im Internet werden für wenig Geld „universelle Isofix-Halterungen“ angeboten. Es sind Metallbügel oder Gurtbänder, die zwischen Sitzfläche und Rückenlehne hindurchgeschoben und hinten um die Lehne oder den Sitzrahmen gelegt werden. Sie sehen aus wie Isofix, sind aber keine genormte Verankerung.

Solche Halterungen sollten Sie nicht verwenden. Sie sind nicht zusammen mit dem Fahrzeug geprüft, niemand weiß, ob sie bei einem Aufprall halten, und der Kindersitz ist ausdrücklich für echte Isofix-Punkte zugelassen, nicht für geklemmte Bügel. Im schlimmsten Fall reißt die Halterung aus, und der Sitz ist schlechter befestigt, als er es mit dem Gurt gewesen wäre. Auch die Hinweise in vielen Angeboten – „nur für Rückbänke mit offenem Spalt“, „nicht bei durchgehendem Sitzbezug“ – zeigen, dass die Teile nicht für ein bestimmtes Fahrzeug konstruiert sind. Verkehrssicherheitsexperten raten von solchen Produkten ab.

Die Alternative: Befestigung mit dem Gurt

Wenn Ihr Auto kein Isofix hat und sich nicht nachrüsten lässt, ist das kein Grund zur Sorge. Die meisten Kindersitze gibt es in Varianten, die mit dem Dreipunktgurt des Autos befestigt werden, und viele Isofix-Sitze lassen sich wahlweise auch mit dem Gurt einbauen. Richtig eingebaut sind sie sicher. Worauf es ankommt:

  • Gurt straff ziehen. Nach dem Einbau am Sitz rütteln: Er darf sich nur wenig bewegen.
  • Gurtverlauf prüfen. Die farbigen Markierungen am Sitz zeigen, wo der Gurt entlang laufen muss – bei Babyschalen und rückwärts gerichteten Sitzen blau, bei vorwärts gerichteten rot.
  • Gurtschloss beachten. Das Gurtschloss darf nicht auf einer Kante des Kindersitzes aufliegen.
  • Typenliste lesen. Der Hersteller des Kindersitzes nennt, in welchen Fahrzeugen der Sitz mit Gurt passt.

Bei Sitzerhöhungen für ältere Kinder ist Isofix ohnehin nur eine Zusatzbefestigung; gehalten wird das Kind vom Gurt. Mehr dazu in unseren Beiträgen zur Sitzerhöhung und zu Sitzerhöhungen mit Isofix.

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Die kleinen Einführhilfen aus Kunststoff werden auf die Isofix-Bügel gesteckt, erleichtern das Einrasten und schonen den Sitzbezug. Sie sind kein Nachrüstsatz, sondern Zubehör für Autos, die Isofix bereits haben.

Welche Sitze Isofix nutzen

Isofix gibt es bei allen Kindersitzarten:

  • Babyschalen werden meist auf eine Isofix-Basisstation geklickt, die im Auto bleibt. Die Schale selbst lässt sich auch mit Gurt einbauen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Babyschale.
  • Reboarder und Kleinkindsitze werden häufig mit Isofix und Stützfuß oder Top Tether befestigt. Siehe Reboarder-Kindersitz.
  • Mitwachsende Sitze nutzen Isofix oft in allen Stufen, siehe mitwachsender Kindersitz.

Ob ein Sitz zu Ihrem Auto passt, entscheidet nicht nur Isofix, sondern auch die Typenliste. Sitze nach der Norm R129 („i-Size“) passen auf Plätze, die im Fahrzeughandbuch als i-Size-Sitzplatz gekennzeichnet sind, ohne weiteren Abgleich.

Unsere Empfehlung

Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Auto Isofix schon hat. Wenn nicht, fragen Sie die Vertragswerkstatt mit der Fahrgestellnummer nach einem Original-Nachrüstsatz. Gibt es keinen, kaufen Sie einen Kindersitz, der mit dem Dreipunktgurt befestigt wird, und bauen ihn sorgfältig nach Anleitung ein. Von Universal-Halterungen zum Klemmen lassen Sie die Finger.

Häufige Fragen

Kann man Isofix bei jedem Auto nachrüsten?

Nein. Möglich ist es nur bei Fahrzeugen, die ab Werk dafür vorbereitete Befestigungspunkte haben und für die der Hersteller einen Nachrüstsatz anbietet. Die Werkstatt kann das anhand der Fahrgestellnummer prüfen.

Seit wann haben Autos Isofix?

Viele Modelle haben Isofix seit Anfang der 2000er-Jahre. Pflicht ist es in der EU für neue Fahrzeugtypen seit Ende 2012 und für alle neu zugelassenen Pkw seit November 2014.

Sind Universal-Isofix-Halterungen erlaubt und sicher?

Sie sind keine genormte Isofix-Verankerung und nicht zusammen mit dem Fahrzeug geprüft. Ob sie bei einem Unfall halten, ist offen. Wir raten davon ab; ein Kindersitz mit Gurtbefestigung ist die sicherere Alternative.

Ist ein Kindersitz ohne Isofix unsicher?

Nein, wenn er richtig eingebaut ist. Isofix macht den Einbau einfacher und fehlerärmer, aber ein sorgfältig mit dem Gurt befestigter, zugelassener Sitz schützt ebenfalls gut.

Kann ich Isofix selbst nachrüsten?

Bei Original-Nachrüstsätzen ist das technisch manchmal möglich, wir raten aber zur Werkstatt: Oft muss der Sitz ausgebaut werden, und die Schrauben müssen mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Bei sicherheitsrelevanten Teilen lohnt sich das.

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