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Fensterdichtungsband

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Dank Fensterdichtungsbank gibt es keine Zugluft
Ein Fensterdichtungsband verhindert zuverlässig Zugluft
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wann ein Dichtungsband die richtige Lösung ist
  2. Undichte Stellen finden
  3. Erst den Beschlag prüfen
  4. Welche Profile es gibt
  5. Worauf es beim Kauf ankommt
  6. So kleben Sie das Band richtig auf
  7. Typische Fehler und Sonderfälle
  8. Weitere Maßnahmen gegen Kälte am Fenster
  9. Häufige Fragen

Ein Fensterdichtungsband ist ein selbstklebendes Profil aus Gummi, Silikon oder Schaumstoff, das Sie in den Falz des Fensterrahmens kleben. Schließt der Flügel, drückt er das Band zusammen und verschließt den Spalt, durch den sonst kalte Luft hereinzieht. Das kostet pro Fenster nur ein paar Euro und ist in einer Viertelstunde erledigt. Es hilft aber nur, wenn das Problem wirklich ein Spalt ist – und nicht ein verzogener Flügel, ein falsch eingestellter Beschlag oder eine undichte Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk.

Wann ein Dichtungsband die richtige Lösung ist

Zugluft am Fenster hat im Wesentlichen drei Ursachen. Erstens: Die Dichtung zwischen Flügel und Rahmen ist alt, hart und rissig oder fehlt ganz. Zweitens: Der Flügel wird nicht mehr fest genug an den Rahmen gedrückt. Drittens: Die Anschlussfuge zwischen Fensterrahmen und Wand ist undicht. Nur beim ersten Fall ist ein Klebeband die passende Antwort.

Bei Kunststoff- und modernen Holzfenstern sitzt die Originaldichtung meist in einer Nut und lässt sich herausziehen. Solche Einziehdichtungen gibt es als Meterware im passenden Profil – sie halten länger und sehen besser aus als ein aufgeklebtes Band. Nehmen Sie ein Stück der alten Dichtung mit in den Fachhandel oder vergleichen Sie das Querschnittsprofil sorgfältig. Aufklebebänder sind dagegen die richtige Wahl bei älteren Holzfenstern ohne Nut, bei Fenstern mit unbekanntem Profil und überall, wo es schnell und ohne Werkzeug gehen soll.

Undichte Anschlussfugen am Mauerwerk sind eine andere Baustelle. Die werden mit Dichtstoff oder Fugenband geschlossen; bei größeren Schäden sollte ein Fensterbauer draufschauen.

Undichte Stellen finden

Bevor Sie etwas kaufen, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Drei einfache Prüfungen reichen für die meisten Fenster:

  1. Sichtkontrolle. Ist die vorhandene Dichtung porös, rissig, plattgedrückt oder stellenweise abgerissen? Drücken Sie mit dem Finger darauf: Eine intakte Gummidichtung federt zurück.
  2. Papiertest. Legen Sie ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Lässt sich das Blatt ohne Widerstand herausziehen, ist der Anpressdruck an dieser Stelle zu gering. Wiederholen Sie den Test rundum an mehreren Stellen, besonders an den Ecken und auf der Griffseite.
  3. Handrücken oder Kerze. An einem windigen, kalten Tag spüren Sie Zugluft mit dem feuchten Handrücken. Eine Kerzenflamme, die vor der geschlossenen Fuge flackert, zeigt dasselbe. Die Kerze dabei nie unbeaufsichtigt lassen und Abstand zu Gardinen halten.

Stellen Sie fest, dass das Papier überall locker sitzt, obwohl die Dichtung noch weich ist, liegt es wahrscheinlich am Beschlag.

Erst den Beschlag prüfen

Viele Dreh-Kipp-Fenster haben am Flügelrand kleine verstellbare Zapfen, sogenannte Exzenter oder Schließzapfen. Durch Drehen mit einem Inbusschlüssel oder einer Zange ändert sich, wie fest der Flügel an den Rahmen gezogen wird. Manche Hersteller sprechen von Sommer- und Winterstellung. Wer im Herbst den Anpressdruck erhöht, beseitigt damit oft die Zugluft, ohne irgendetwas aufzukleben.

Dreht man zu fest, schließt das Fenster schwer und die Dichtung wird schneller plattgedrückt. Die Einstellung ist ein kleiner Eingriff; wenn Sie unsicher sind oder der Flügel schleift und hängt, holen Sie einen Fensterbauer. In Mietwohnungen sind Fenster Sache des Vermieters: Undichte Fenster melden Sie ihm, bevor Sie selbst Hand anlegen.

Zieht es durch das Fenster so hilft ein Fensterdichtungsband
Man kann sich bei Zugluft dick anziehen - oder ein Fensterdichtungsband montieren

Welche Profile es gibt

Dichtungsbänder werden nach ihrem Querschnitt benannt. Der Buchstabe beschreibt, wie das Profil von der Seite aussieht. Welches Sie brauchen, hängt vor allem davon ab, wie breit der Spalt bei geschlossenem Fenster ist. Messen können Sie das grob mit einem Stück Knetmasse, das Sie in einen Frischhaltebeutel wickeln, in den Falz legen und das Fenster schließen: Die Dicke des plattgedrückten Wulstes entspricht etwa der Spaltbreite.

ArtTypischer EinsatzStärkenSchwächen
Schaumstoffbandkleine Spalten, schnelle Lösungbillig, leicht zuzuschneidenverliert rasch die Spannkraft, saugt Feuchtigkeit, hält oft nur eine Saison
E-Profil (Gummi)schmale Spalten, laut gängigen Herstellerangaben etwa 1–3,5 mmflexibel, unauffälligfür breite Spalten zu flach
P-Profil (Gummi)mittlere Spalten, meist etwa 2–5 mmHohlkammer federt gut zurück, langlebigbraucht Platz im Falz
D-Profil (Gummi)breitere Spalten, oft bis etwa 7 mmgroße Hohlkammer, gleicht Unebenheiten auskann bei engem Falz das Schließen erschweren
Silikonbandje nach Profil, auch bei Temperaturschwankungenalterungsbeständig, oft transparentteurer als Gummi

Die Spaltangaben auf der Packung sind der beste Anhaltspunkt – sie unterscheiden sich je nach Hersteller. Nehmen Sie im Zweifel das dünnere Profil: Ein zu dickes Band macht das Fenster schwergängig, belastet die Beschläge und wird schneller zerquetscht. Gummibänder aus EPDM gelten als witterungs- und alterungsbeständig, Hersteller nennen häufig eine Haltbarkeit von mehreren Jahren. Werbeversprechen wie „bis zu 40 Prozent Heizkosten sparen“ beziehen sich auf sehr undichte Fenster; bei einem nur leicht zugigen Fenster ist die Ersparnis deutlich kleiner.

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Spaltbreite und Profil passen zusammen, siehe oben.
  • Material: EPDM-Gummi oder Silikon statt einfachem Schaumstoff, wenn es mehr als einen Winter halten soll.
  • Klebeschicht: ein durchgehender Kleber, der auch auf lackiertem Holz und Kunststoff haftet. Billigbänder lösen sich an den Ecken oft schon nach Wochen.
  • Farbe: Weiß, Braun oder transparent – passend zum Rahmen, denn das Band bleibt sichtbar.
  • Menge: Ein Fenster von 1,20 × 1,30 m hat rund 5 m Umfang. Eine Rolle mit 6 oder 10 m reicht also für ein bis zwei Fenster, bei zwei Streifen je Seite entsprechend weniger.

Einfache Bänder kosten meist nur wenige Euro pro Rolle, Silikon- und Markenprofile etwas mehr. Ein Beispiel für ein weißes Gummiband zum Aufkleben ist das folgende:

Andere Profile und Farben finden Sie über die Suche:

Fensterdichtungsbänder bei Amazon ansehen

Für moderne Fenster mit Nut lohnt stattdessen die Suche nach einer passenden Einziehdichtung für Fenster.

So kleben Sie das Band richtig auf

Material: Dichtungsband, Schere oder Cutter, Spiritus oder Spülwasser, sauberes Tuch, eventuell ein Zollstock.

  1. Die richtige Stelle wählen. Das Band gehört in den Falz des Blendrahmens, also dorthin, wo der Flügel beim Schließen anliegt. Ist dort schon eine intakte Dichtung, kleben Sie nicht darüber.
  2. Untergrund reinigen. Alte Kleberreste und Schaumstoffkrümel entfernen, dann die Fläche mit Spiritus oder Spülwasser entfetten und gut trocknen lassen. Auf Staub hält kein Kleber.
  3. Nicht bei Kälte kleben. Klebebänder haften bei niedrigen Temperaturen schlecht. Wählen Sie einen milden Tag oder heizen Sie den Raum vorher; die Packung nennt die Mindesttemperatur.
  4. Stückweise aufkleben. Die Schutzfolie nur auf den ersten 20–30 cm abziehen, das Band ohne Zug andrücken und dann weiterarbeiten. Gedehntes Band zieht sich später zusammen und reißt an den Ecken ab.
  5. Ecken sauber lösen. An den Ecken das Band entweder auf Gehrung schneiden oder eng um die Ecke führen – keine Lücke lassen, denn gerade dort zieht es gern.
  6. Andrücken und warten. Das Band fest andrücken und das Fenster möglichst einige Stunden geschlossen lassen, damit der Kleber abbindet.
  7. Nachprüfen. Mit dem Papiertest kontrollieren, ob das Blatt jetzt überall klemmt, und ob sich das Fenster noch leicht schließen lässt.

Typische Fehler und Sonderfälle

Der häufigste Fehler ist ein zu dickes Profil. Das Fenster lässt sich dann nur mit Kraft schließen, der Griff hakt, und die Beschläge verschleißen. Zweiter Klassiker: das Band auf die Außenseite des Flügels kleben, wo es beim Schließen nicht zusammengedrückt wird und wirkungslos bleibt.

Bei Kastendoppelfenstern (zwei Fenster hintereinander in einem Rahmen) dichten Sie nur die inneren Flügel ab. Das äußere Fenster muss etwas undichter bleiben, damit Feuchtigkeit aus dem Zwischenraum nach außen entweichen kann; sonst bildet sich dort Kondenswasser, das auf Dauer das Holz schädigt. Bei Dachfenstern gilt: Dichtungen dort sind Teil des Herstellersystems; nutzen Sie möglichst die originalen Ersatzdichtungen.

Denken Sie auch an die Luftfeuchtigkeit. Ein zugiges Fenster lüftet ständig ein wenig mit. Ist es dicht, muss diese Arbeit das Lüften übernehmen: mehrmals täglich einige Minuten Stoßlüften, im Bad und in der Küche nach dem Duschen und Kochen sofort. Wer das versäumt, bekommt Kondenswasser an den Scheiben und im schlimmsten Fall Schimmel in den Ecken. In Wohnungen mit Gasthermen oder Öfen, die ihre Verbrennungsluft aus dem Raum holen, dürfen Fenster nicht ohne Rücksprache mit dem Schornsteinfeger oder Installateur abgedichtet werden – die Luftzufuhr ist dort sicherheitsrelevant.

Weitere Maßnahmen gegen Kälte am Fenster

Ein Dichtungsband stoppt Zugluft, aber nicht die Kälte, die durch eine alte Einfachscheibe strahlt. Dafür gibt es andere Helfer: Eine Thermofolie für das Fenster bildet ein zusätzliches Luftpolster vor der Scheibe, und ein Zugluftstopper fürs Fenster hilft, wenn es unten an der Fensterbank zieht. Bei Türen erfüllt ein Zugluftstopper für die Tür denselben Zweck. Weitere Ideen, wie sich im Winter Heizenergie sparen lässt, finden Sie in unserem Beitrag zum Energiesparen im Haushalt.

Unsere Empfehlung: Erst prüfen, dann nachstellen, dann abdichten. Wer bei einem modernen Fenster zuerst den Beschlag einstellt und die Originaldichtung erneuert, hat meist die dauerhaftere Lösung. Das Klebeband ist ideal für ältere Fenster, für Mietwohnungen mit Rücksprache und als schnelle Hilfe vor dem Winter.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein Fensterdichtungsband?

Das hängt stark vom Material ab. Einfache Schaumstoffbänder sind oft nach einer Heizperiode verbraucht, Gummi- und Silikonprofile halten nach Herstellerangaben mehrere Jahre. Sonne, Feuchtigkeit und häufiges Öffnen verkürzen die Lebensdauer. Wird das Band hart oder löst es sich, ersetzen Sie es.

Lässt sich das Band wieder entfernen?

Meist ja. Langsam abziehen und Kleberreste mit einem Kleberlöser oder etwas Spiritus entfernen – vorher an einer unauffälligen Stelle testen, ob der Rahmenlack das verträgt. Auf alten, lackierten Holzfenstern kann beim Abziehen Farbe mitkommen.

Kann ich die Dichtung pflegen, damit sie länger hält?

Ja. Wischen Sie Gummidichtungen ein- bis zweimal im Jahr mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel ab und behandeln Sie sie danach mit einem Pflegemittel für Gummidichtungen oder etwas Silikon- oder Hirschtalg. Scharfe Reiniger und Lösungsmittel greifen das Material an.

Darf ich in der Mietwohnung selbst abdichten?

Ein ablösbares Dichtungsband ist in der Regel unproblematisch, sollte aber beim Auszug rückstandsfrei entfernt werden. Sind die Fenster wirklich undicht, ist das ein Mangel, den Sie dem Vermieter melden sollten. Er ist für die Instandhaltung zuständig.