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Durchwurfbriefkasten

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Durchwurfbriefkasten aufgebaut ist
  2. Die Bauarten im Überblick
  3. Größe und Einwurf: was reinpassen muss
  4. Material und Verarbeitung
  5. Einbau in die Mauer: was vorher zu klären ist
  6. Klingel, Sprechanlage und Kamera
  7. Briefschlitz in der Haustür: praktisch, aber mit Nachteilen
  8. Pflege
  9. Häufige Fragen

Ein Durchwurfbriefkasten hat zwei Seiten: Außen wirft der Zusteller die Post durch eine Klappe ein, innen nehmen Sie sie aus einem abschließbaren Kasten heraus. Er sitzt in der Hausmauer, in einer Gartenmauer, in einem Pfeiler oder direkt in der Haustür. Das ist bequem und schützt die Post besser als ein offener Kasten am Zaun. Der Haken: Für den Einbau muss die Wand durchbrochen werden, und das will gut überlegt sein.

Briefe stecken im Briefschlitz
Durchwurfbriefkästen gibt es mit und ohne Auffangbox und lassen sich in Haustüren oder Mauern anbringen.

Wie ein Durchwurfbriefkasten aufgebaut ist

Die meisten Modelle bestehen aus drei Teilen. Außen sitzt die Frontplatte mit der Einwurfklappe, oft mit Namensschild, manchmal mit Klingel oder Sprechanlage. Durch die Wand führt ein Kanal aus Blech, bei vielen Modellen teleskopartig verstellbar, damit er zu unterschiedlich dicken Mauern passt. Innen schließt der Entnahmekasten mit Tür und Schloss ab.

Gute Einwurfklappen haben eine Dichtung oder Bürstenleiste. Sie dämpft das Klappern, hält Regen draußen und bremst die Zugluft. Ein Entnahmeschutz – ein Blech oder eine Klappe hinter dem Schlitz – verhindert, dass jemand mit langen Fingern oder einem Werkzeug Briefe wieder herausfischt.

Die Bauarten im Überblick

BauartEinbauortStärkenSchwächen
MauerdurchwurfHauswand oder GartenmauerPost landet geschützt im Innenkasten, Tiefe meist verstellbarMauerdurchbruch nötig, Dämmung beachten
Türeinwurf mit AuffangkastenHaustür oder SeitenteilKein Eingriff ins MauerwerkSchwächt Dämmung und Stabilität der Tür, nur bei geeigneten Türen
Briefschlitz ohne KastenHaustürGünstig, unbegrenzte MengePost fällt auf den Boden, Zugluft, kein Schutz vor eingeworfenem Unrat
Pfosten- oder ZaunanlageGrundstücksgrenzeKein Eingriff am Haus, oft mit Klingel und PaketfachGeleert wird außen, nicht aus dem Haus

Bei neuen Häusern lässt sich ein Mauerdurchwurf von Anfang an einplanen. Bei bestehenden Häusern ist er aufwendiger, aber machbar – siehe unten.

Größe und Einwurf: was reinpassen muss

Die europäische Briefkastennorm DIN EN 13724 legt unter anderem fest, dass die Einwurföffnung mindestens 23 × 3 cm groß sein soll. Damit passen Umschläge im Format C4, also ungefaltete A4-Blätter. Kataloge, Warensendungen und dicke Umschläge brauchen mehr: Ein Einwurf von 3,5–4 cm Höhe ist im Alltag deutlich angenehmer.

Beim Innenkasten gilt: Größer ist entspannter. Er sollte mindestens eine Woche Post plus Werbung fassen, damit er im Urlaub nicht überquillt – ein voller Briefkasten ist für Einbrecher ein deutliches Zeichen. Für längere Abwesenheit hilft trotzdem nur jemand, der leert, oder ein Lagerauftrag bei der Post.

Material und Verarbeitung

Die Front ist Wind und Wetter ausgesetzt. Bewährt hat sich rostfreier Edelstahl, üblich ist V2A. In Küstennähe oder an Straßen mit viel Streusalz ist V4A widerstandsfähiger. Der Kanal und der Innenkasten bestehen oft aus verzinktem, pulverbeschichtetem Stahlblech; das reicht, weil sie im Trockenen liegen. Achten Sie außerdem auf:

  • eine Klappe mit Dichtung und leichtem Gefälle nach außen, damit Regenwasser nicht in den Kanal läuft
  • einen stabilen Entnahmeschutz
  • ein Schloss, zu dem Sie Ersatzschlüssel bekommen; üblich sind drei Schlüssel im Lieferumfang
  • eine Tiefenverstellung, die zu Ihrer Wandstärke inklusive Putz und Dämmung passt – viele Modelle decken nur einen bestimmten Bereich ab

Einfache Durchwurfbriefkästen gibt es ab einigen Dutzend Euro, Edelstahlmodelle mit verstellbarem Kanal kosten meist zwischen 100 und 300 Euro, Anlagen mit Klingel, Sprechanlage oder Kamera deutlich mehr.

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Einbau in die Mauer: was vorher zu klären ist

Ein Durchbruch durch die Außenwand ist kein Dübelloch. Bevor Sie bohren oder stemmen, sollten Sie diese Punkte klären:

  • Statik. In tragenden Wänden, unter Stürzen und nahe an Ecken darf nicht beliebig geöffnet werden. Im Zweifel fragen Sie einen Statiker oder erfahrenen Maurer.
  • Leitungen. In der Wand können Strom-, Wasser- oder Gasleitungen liegen. Vorher mit einem Leitungssucher prüfen und Pläne ansehen.
  • Dämmung und Luftdichtheit. Bei gedämmten Häusern, besonders mit Wärmedämmverbundsystem, entsteht am Kanal eine Wärmebrücke. Der Durchbruch muss sauber gedämmt und luftdicht angeschlossen werden, sonst kondensiert Feuchtigkeit im Mauerwerk.
  • Abdichtung. Die Frontplatte wird außen umlaufend abgedichtet, damit kein Schlagregen hinter die Platte läuft.
  • Zustimmung. In Mietwohnungen braucht es die Erlaubnis des Vermieters, in Eigentümergemeinschaften einen Beschluss, weil die Außenwand zum Gemeinschaftseigentum gehört.

Der Durchbruch selbst entsteht meist mit einer Kernbohrung oder durch Stemmen. Beides ist laut, staubig und bei Kalksandstein oder Beton harte Arbeit. Viele lassen den Durchbruch deshalb vom Fachbetrieb machen und setzen den Briefkasten selbst ein.

Klingel, Sprechanlage und Kamera

Viele Durchwurfbriefkästen gibt es als Kombination mit Klingel, Sprechanlage oder Video. Die Klingeltaster arbeiten mit Kleinspannung. Der Anschluss an das 230-Volt-Hausnetz, etwa für Klingeltrafo oder Netzteil, gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Bei einer Kamera ist außerdem der Datenschutz zu beachten: Sie darf grundsätzlich nur Ihr eigenes Grundstück erfassen, nicht dauerhaft den öffentlichen Gehweg oder das Nachbargrundstück.

Wer häufig Pakete bekommt, schaut sich eher einen Paketbriefkasten an. Ein Vordach an der Haustür schützt Einwurf und Besucher zusätzlich vor Regen.

Briefschlitz in der Haustür: praktisch, aber mit Nachteilen

Eine Frau schaut durch den Briefschlitz eines Durchwurfbriefkastens im Mehrfamilienhaus.
Durchwurfbriefkästen sind sowohl für Ein- als auch Mehrfamilienhäuser praktisch.

Der klassische Briefschlitz in der Tür ist in Großbritannien und den Niederlanden Standard, hierzulande eher in Altbauten zu finden. Er hat Nachteile: Er schwächt die Dämmung der Tür, lässt Zugluft herein und wirft die Post auf den Boden. Über einen offenen Schlitz lässt sich außerdem etwas ins Haus werfen. Ein Auffangkasten aus Metall auf der Innenseite behebt die meisten dieser Punkte.

Beim Einbruchschutz gilt: Schließen Sie die Tür immer ab. Bei einer nur ins Schloss gezogenen Tür kann man manchmal mit Werkzeug durch einen Schlitz an die Innenklinke gelangen. Moderne gedämmte Haustüren sollten Sie nicht selbst aufsägen, sondern beim Hersteller nach einem passenden Einwurfelement fragen.

Pflege

Wischen Sie Front und Klappe gelegentlich mit Wasser und etwas Spülmittel ab, Edelstahl anschließend trocken reiben. Schleifende Schwämme und chlorhaltige Reiniger hinterlassen Kratzer und Flecken. Das Schloss freut sich einmal im Jahr über einen Hauch Graphit oder Schlossspray – kein Öl, das zieht Staub an. Hakt die Klappe, reichen meist ein paar Tropfen Silikonspray an den Scharnieren.

Häufige Fragen

Kann ich einen Durchwurfbriefkasten nachrüsten?

Ja, wenn die Wand es zulässt. Prüfen Sie Wandstärke, Statik und Leitungen, und wählen Sie ein Modell, dessen verstellbarer Kanal zur Wandstärke passt. In Miet- und Eigentumswohnungen brauchen Sie vorher die Zustimmung.

Wie dick darf die Mauer sein?

Das bestimmt der Kanal des Briefkastens. Viele Modelle decken einen Bereich von einigen Zentimetern ab, etwa für 20 bis 30 cm oder für 25 bis 40 cm. Messen Sie die Wand inklusive Putz und Dämmung und wählen Sie danach.

Was ist besser: Briefschlitz in der Tür oder Mauerdurchwurf?

Der Mauerdurchwurf ist sicherer und lässt die Tür unangetastet. Der Türeinwurf erspart den Mauerdurchbruch, schwächt aber die Dämmung der Tür. Für neue gedämmte Haustüren gibt es passende Einwurfelemente vom Türhersteller.

Brauche ich für den Durchwurfbriefkasten Strom?

Nur wenn Klingel, Sprechanlage oder Kamera eingebaut sind. Der reine Briefkasten kommt ohne Strom aus. Den Anschluss ans Hausnetz übernimmt eine Elektrofachkraft.