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Die kopffreie Dunstabzugshaube

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Kopffreie Dunstabzugshaube
Die kopffreie Dunstabzugshaube sieht in jeder Küche gut aus
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was die kopffreie Haube von der klassischen unterscheidet
  2. Abluft oder Umluft?
  3. Achtung bei Kamin, Gastherme und Co.
  4. Welche Breite und Leistung nötig sind
  5. Montagehöhe und Einbau
  6. Filter reinigen und wechseln
  7. Andere Bauformen im Überblick
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen
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Eine kopffreie Dunstabzugshaube ist eine Wandhaube mit schräger, meist gläserner Front. Weil sie nach vorn hin ansteigt statt waagerecht vorzustehen, stößt man sich beim Blick in den Topf nicht den Kopf. Technisch arbeitet sie wie jede andere Haube – mit Abluft oder Umluft, Fett- und Geruchsfilter. Entscheidend für den Kauf sind die Betriebsart, die passende Breite und Leistung und eine Lautstärke, die man auf Dauer erträgt.

Was die kopffreie Haube von der klassischen unterscheidet

Klassische Wandhauben haben einen waagerechten Schirm, der über dem Kochfeld weit in den Raum ragt. Wer groß ist oder sich beim Umrühren vorbeugt, kennt das Problem. Bei der kopffreien Haube liegt die Ansaugfläche schräg: Unten an der Wand ist sie tief, vorn steigt sie an. Dadurch bleibt über der Vorderkante des Kochfelds mehr Freiraum, die Töpfe sind besser zu sehen und zu erreichen.

Die meisten kopffreien Hauben arbeiten mit Randabsaugung: Der Dunst steigt auf, gleitet an der glatten Frontplatte entlang und wird durch schmale Schlitze am Rand angesaugt. Das verstärkt den Luftstrom an den Rändern und sieht aufgeräumt aus, weil die Filter hinter der Platte verborgen sind. Klassische Hauben saugen dagegen oft über die ganze Fläche an.

Kopffreie Hauben eignen sich besonders für:

  • große Menschen, die sich an waagerechten Hauben stoßen,
  • kleine oder enge Küchen, in denen man dicht am Herd steht,
  • moderne Küchen, in denen die Glasfront zum Design passt.
Moderne Küche mit kopffreier Dunstabzugshaube
In modernen Küchen fügt sich die kopffreie Dunstabzugshaube gut ins Erscheinungsbild

Abluft oder Umluft?

Die wichtigste Entscheidung ist die Betriebsart. Die meisten kopffreien Hauben lassen sich für beides einrichten, die Umrüstung erfolgt bei der Montage.

Abluft
  • leitet Dunst, Gerüche und Feuchtigkeit ins Freie
  • keine Aktivkohlefilter nötig
  • wirksamste Lösung
  • braucht einen Mauerdurchbruch oder Schacht
  • zieht im Winter warme Raumluft ab
  • bei raumluftabhängiger Feuerstätte nur mit Sicherheitseinrichtung
Umluft
  • kein Mauerdurchbruch, einfache Montage
  • Wärme bleibt im Raum
  • Aktivkohlefilter müssen regelmäßig gewechselt werden
  • Feuchtigkeit bleibt in der Küche, zusätzlich lüften
  • filtert Gerüche weniger gründlich
  • oft etwas lauter durch den Filterwiderstand

Abluft ist technisch die bessere Lösung, wenn ein Weg nach draußen existiert. Der Abluftkanal sollte kurz und möglichst gerade sein, mit wenigen Bögen und dem Querschnitt, den der Hersteller vorgibt. Ein Mauerkasten mit Rückstauklappe verhindert, dass kalte Luft zurückströmt, wenn die Haube aus ist. In Mietwohnungen braucht ein Wanddurchbruch die Zustimmung des Vermieters.

Umluft ist in vielen Mietwohnungen und bei Kochinseln die einzige Möglichkeit. Die Haube saugt die Luft durch den Fettfilter und einen Aktivkohlefilter, der Gerüche bindet, und bläst sie zurück in den Raum. Die Feuchtigkeit vom Kochen bleibt dabei in der Küche, deshalb gehört nach dem Kochen das Fenster auf.

Achtung bei Kamin, Gastherme und Co.

Eine Ablufthaube erzeugt in der Wohnung Unterdruck. Steht im selben Luftverbund eine raumluftabhängige Feuerstätte – etwa ein Kaminofen, ein Gasheizgerät ohne eigene Luftzufuhr oder eine ältere Gastherme –, können Abgase in die Wohnung zurückgesaugt werden. Das ist lebensgefährlich, denn Kohlenmonoxid riecht man nicht. In diesem Fall ist Abluft nur mit einer Sicherheitseinrichtung zulässig, zum Beispiel einem Fensterkontaktschalter oder einem Unterdruckwächter. Sprechen Sie vor dem Einbau unbedingt mit Ihrem Schornsteinfeger. Umlufthauben sind davon nicht betroffen.

Welche Breite und Leistung nötig sind

Die Haube sollte mindestens so breit sein wie das Kochfeld, besser etwas breiter. Übliche Breiten sind 60, 80 und 90 cm. Für ein 60-cm-Kochfeld passt eine 60er-Haube, bei 80 cm eine 80er- oder 90er-Haube.

Für die Leistung gibt es eine Faustregel: Die Haube sollte die Luft der Küche etwa sechs- bis zwölfmal pro Stunde umwälzen können. Bei einer Küche mit 15 m² und 2,50 m Raumhöhe sind das rund 37 m³ Raumvolumen, also eine Leistung von etwa 225 bis 450 m³/h. In offenen Wohnküchen zählt der ganze Raum mit. Die Herstellerangaben für die höchste Stufe sind oft unter Idealbedingungen gemessen, bei Umluft liegt die tatsächliche Leistung durch die Filter niedriger.

Die Lautstärke wird in Dezibel angegeben. Achten Sie auf den Wert in der normalen Betriebsstufe, nicht nur auf der Intensivstufe. Werte um 50 dB und darunter gelten als angenehm leise, auf der Höchststufe werden die meisten Hauben deutlich lauter.

Auch Hauben tragen ein EU-Energielabel. Es gibt Auskunft über den Stromverbrauch, die Absaugleistung und die Wirksamkeit des Fettfilters.

Montagehöhe und Einbau

Wie tief die Haube über dem Kochfeld hängen darf, legt der Hersteller in der Montageanleitung fest. Über Gaskochfeldern ist der Mindestabstand in der Regel größer als über Elektro- oder Induktionskochfeldern. Diesen Wert sollten Sie unbedingt einhalten, denn zu tief montierte Hauben können überhitzen und stellen ein Brandrisiko dar. Zu hoch gehängte Hauben saugen dagegen schlechter.

Die Haube wird an die Wand geschraubt, die Wand muss das Gewicht tragen. Angeschlossen wird sie meist über eine Steckdose oberhalb der Haube. Fehlt diese, muss eine Elektrofachkraft sie setzen, denn Arbeiten an der festen Elektroinstallation sind nichts für Laien. Den Abluftanschluss und Mauerdurchbruch überlassen Sie am besten ebenfalls einem Fachbetrieb.

Filter reinigen und wechseln

Fettfilter aus Metall sind Dauerfilter. Sie werden nach Herstellerangabe etwa alle paar Wochen gereinigt, bei viel Braten öfter. Die meisten dürfen in die Spülmaschine, am besten stehend und einzeln. Verharzte Fettfilter lassen weniger Luft durch – und angesammeltes Fett ist ein Brandrisiko. Wenn in der Pfanne einmal Fett brennt, niemals mit Wasser löschen, sondern Deckel drauf und Herd aus. Einweg-Vliesfilter, wie es sie bei manchen Hauben gibt, werden ausgetauscht.

Aktivkohlefilter für Umluft werden je nach Nutzung und Herstellerangabe etwa alle paar Monate gewechselt. Manche Hauben haben regenerierbare Filter, die im Backofen wieder aufbereitet werden können. Eine Sättigungsanzeige erinnert bei vielen Modellen an den Wechsel.

Die Glasfront wischen Sie mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel ab. Scharfe Scheuermittel zerkratzen Glas und Edelstahl.

Andere Bauformen im Überblick

  • Kaminhaube: Wandhaube mit sichtbarem Schacht, klassisch oder als Pyramide.
  • Inselhaube: hängt von der Decke über einer Kochinsel und braucht dort eine stabile Befestigung.
  • Unterbauhaube: wird unter einen Hängeschrank geschraubt, günstig und platzsparend.
  • Flachschirm- oder Zwischenbauhaube: verschwindet im Hängeschrank, oft mit ausziehbarem Wrasenschirm.
  • Deckenlüfter: in die Decke eingelassen, fast unsichtbar.
  • Kochfeldabzug: saugt den Dunst direkt am Kochfeld nach unten ab und kommt ganz ohne Haube aus.

Kopffreie Hauben kosten meist etwas mehr als einfache Unterbau- oder Kaminhauben. Die Preisspanne reicht von einfachen Modellen um 150 Euro bis zu Markengeräten im höheren dreistelligen Bereich.

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Unsere Empfehlung

Wenn ein Weg nach draußen existiert und keine raumluftabhängige Feuerstätte im Spiel ist, wählen Sie Abluft. In Mietwohnungen oder über einer Insel ist Umluft mit gutem Aktivkohlefilter die praktikable Lösung. Die kopffreie Bauform lohnt sich für alle, die sich an waagerechten Hauben stoßen oder in einer engen Küche kochen. Achten Sie auf die passende Breite, eine vernünftige Lautstärke in der normalen Stufe und leicht erreichbare Filter. Wie sich die Haube in die übrige Küchenplanung einfügt, lesen Sie im Beitrag Küche planen und gestalten. Hartnäckige Kochgerüche nach einem Missgeschick behandeln wir im Beitrag Brandgeruch entfernen, weitere Themen finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Ist eine kopffreie Dunstabzugshaube schlechter als eine klassische?

Nicht grundsätzlich. Die Randabsaugung arbeitet bei guten Geräten wirksam. Entscheidend sind Betriebsart, Leistung, Breite und die richtige Montagehöhe, nicht die Form.

Darf eine kopffreie Haube über einem Gasherd hängen?

Ja, wenn der Hersteller das Gerät dafür freigibt und der für Gas angegebene Mindestabstand eingehalten wird. Dieser ist meist größer als bei Elektrokochfeldern. Die Montageanleitung entscheidet.

Wie oft muss der Aktivkohlefilter gewechselt werden?

Nach Herstellerangabe, meist alle paar Monate bei normalem Gebrauch. Regenerierbare Filter halten länger. Riecht es trotz laufender Haube stark nach Essen, ist der Filter meist gesättigt.

Brauche ich für Abluft die Erlaubnis des Vermieters?

Für einen Wanddurchbruch ja. Auch der Schornsteinfeger sollte gefragt werden, wenn in der Wohnung eine Feuerstätte wie ein Kaminofen oder eine Gastherme ohne eigene Luftzufuhr betrieben wird.

Wie laut darf eine Dunstabzugshaube sein?

Das ist Empfindungssache. Werte um 50 dB in der normalen Stufe gelten als angenehm. Umluftbetrieb ist durch den Filterwiderstand oft etwas lauter als Abluft.

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