Brillenreinigungsgerät

Inhalt8 Abschnitte
Ein Brillenreinigungsgerät ist ein kleiner Ultraschallreiniger für zu Hause. In einer Wanne mit Wasser erzeugt ein Schwinger Schallwellen, die winzige Bläschen entstehen und zerplatzen lassen. Dabei lösen sich Hautfett, Staub und Kosmetikreste auch aus Scharnieren, Schrauben und Nasenpads, wo das Putztuch nicht hinkommt. Für die meisten Brillen reicht lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel. Einige Materialien und Beschichtungen vertragen Ultraschall allerdings nicht, deshalb lohnt vor dem ersten Einsatz ein Blick auf die Liste weiter unten.
So funktioniert die Ultraschallreinigung
Im Boden der Wanne sitzt ein Schallwandler, der das Wasser mit einer Frequenz von meist rund 40 kHz in Schwingung versetzt. Dabei entstehen im Wasser ständig kleinste Unterdruckblasen, die sofort wieder in sich zusammenfallen. Dieser Vorgang heißt Kavitation. Die dabei entstehenden Druckstöße lösen Schmutz von der Oberfläche, auch in Ritzen und Gewinden. Der gelöste Schmutz sinkt ab oder schwimmt im Wasser.
Die Frequenz bestimmt, wie grob oder fein diese Bläschen sind: Niedrige Frequenzen erzeugen größere Blasen mit kräftigeren Stößen, höhere Frequenzen kleinere und sanftere. Geräte für Brillen und Schmuck arbeiten deshalb im oberen Bereich; Profigeräte für Motorteile eher niedriger.
Viele größere Geräte haben eine Heizung, weil warmes Wasser Fett besser löst. Für Brillen ist das zweischneidig, dazu gleich mehr.
Was hinein darf – und was nicht
Geeignet
| Nicht geeignet
|
Brillengläser mit Beschichtung sind der heikle Punkt. Fast alle modernen Gläser haben eine Entspiegelung, eine Hartschicht und oft eine schmutzabweisende Oberschicht. Intakte Beschichtungen vertragen ein kurzes Ultraschallbad in lauwarmem Wasser in der Regel. Ist die Beschichtung aber schon feinrissig, zerkratzt oder älter, kann sie sich durch Ultraschall und vor allem durch heißes Wasser weiter lösen. Einige Glashersteller raten deshalb grundsätzlich zu Zurückhaltung. Fragen Sie im Zweifel Ihren Optiker, bevor Sie eine teure Gleitsichtbrille ins Bad legen.
Wasserdichte Uhren sind trotz Wasserdichtigkeit keine gute Idee: Die Schwingungen können Dichtungen und das Werk belasten. Metallarmbänder lassen sich abnehmen und einzeln reinigen.
So reinigen Sie Ihre Brille im Ultraschallbad
- Wanne füllen. Lauwarmes Wasser bis zur Markierung, dazu ein bis zwei Tropfen Spülmittel ohne Zusatzstoffe wie Handcreme.
- Heizung aus. Bei Geräten mit Heizung für Brillen nicht über etwa 30–40 °C gehen. Heißes Wasser kann Beschichtungen und Kunststofffassungen schaden.
- Brille einlegen. Mit den Gläsern nach oben in den Korb oder die Brillenhalterung, so dass sie nicht am Boden oder an der Wand anliegt.
- Kurz laufen lassen. Ein bis drei Minuten reichen meist. Lange Zyklen bringen bei Brillen keinen Mehrwert.
- Klar abspülen. Die Brille unter lauwarmem, fließendem Wasser abspülen, damit keine Spülmittelreste Schlieren bilden.
- Trocknen. Abschütteln und mit einem sauberen Mikrofasertuch trocken tupfen. Nie mit Küchenpapier oder dem T-Shirt reiben.
Nach der Reinigung das Wasser ausleeren, die Wanne auswischen und offen trocknen lassen.

Worauf Sie beim Kauf achten
Wannengröße: Für Brillen braucht es eine Wanne von mindestens etwa 15 cm Länge; übliche Geräte mit 500 bis 600 ml Inhalt passen. Sehr kleine Geräte mit 200 bis 350 ml sind eher für Ringe und Ohrringe gemacht.
Wanne aus Edelstahl: Sie ist robuster und überträgt den Ultraschall besser als Kunststoff.
Timer und Automatik: Mehrere Laufzeiten und eine Abschaltautomatik sind praktisch. Für Brillen genügen kurze Zyklen.
Heizung: Für Brillen nicht nötig, eher ein Risiko. Sinnvoll ist sie nur, wenn Sie auch Werkzeug oder Metallteile reinigen wollen.
Korb und Halterung: Ein Korb verhindert, dass die Brille am Wannenboden scheuert. Manche Geräte haben eine eigene Brillen- oder Uhrenhalterung.
Leistung und Frequenz: Die Herstellerangaben zur Ultraschallleistung liegen bei kleinen Geräten meist um 35 bis 50 Watt, die Frequenz um 40 bis 45 kHz. Mehr Leistung ist für Brillen nicht besser.
Lautstärke: Ultraschallreiniger summen oder pfeifen während des Betriebs hörbar.
Einfache Geräte für den Hausgebrauch kosten meist zwischen 25 und 60 Euro, größere Modelle mit Heizung deutlich mehr. Wir haben selbst keine Geräte getestet.
Ultraschallreiniger bei Amazon ansehen
Ein Beispiel für ein kompaktes Gerät mit Edelstahlwanne:
Pflege des Geräts
- Wasser nach jedem Einsatz wechseln. Gelöster Schmutz und Fett gehören in den Ausguss, nicht in die nächste Reinigung.
- Wanne auswischen und trocknen, Deckel ebenfalls, weil sich dort Kondenswasser sammelt.
- Kalk entfernen: Bei hartem Wasser setzt sich Kalk in der Wanne ab. Gelegentlich mit Wasser und etwas Zitronensäure kurz laufen lassen, dann klar ausspülen.
- Nie ohne Wasser einschalten. Der Schallwandler kann im Trockenlauf Schaden nehmen.
- Nicht in Wasser tauchen, das Gehäuse nur mit einem feuchten Tuch abwischen und vor dem Reinigen den Stecker ziehen.
Alternativen zum Ultraschallgerät
Für die tägliche Pflege braucht es kein Gerät. Die gründlichste Methode ohne Ultraschall ist die Handwäsche: Brille unter lauwarmem Wasser abspülen, einen Tropfen Spülmittel mit den Fingerspitzen auf Gläsern und Fassung verteilen, klar abspülen und mit einem Mikrofasertuch trocknen. Das entfernt auch Staubkörner, die beim trockenen Wischen Kratzer ziehen. Wie Sie das Tuch selbst sauber halten, lesen Sie im Beitrag Brillenputztuch waschen.
Zwischendurch helfen feuchte Brillenputztücher oder ein Reinigungsspray. Scharniere und Nasenpads bekommt man mit einer weichen Zahnbürste sauber. Und viele Optiker reinigen Brillen kostenlos im eigenen Ultraschallbad, wenn Sie vorbeikommen; dabei werden oft auch gleich Schrauben nachgezogen und Pads getauscht. Wer beim Schminken eine Sehhilfe braucht, findet Anregungen im Beitrag zur Schminkbrille. Weitere Tipps zur Reinigung im Haushalt stehen in der Rubrik Reinigen & Putzen.
Für wen sich ein Brillenreinigungsgerät lohnt
Ein Ultraschallreiniger lohnt sich für alle, die ihre Brille jeden Tag tragen und Fassung und Scharniere regelmäßig gründlich reinigen möchten, für Menschen, die Schmuck aus Edelmetall besitzen, und für Träger von Zahnprothesen oder Aufbissschienen. Wer nur eine Brille besitzt und in der Nähe eines Optikers wohnt, kommt mit Handwäsche und gelegentlichem Besuch dort genauso gut aus.
Häufige Fragen
Schadet Ultraschall meiner Brille?
Intakte, moderne Gläser und Fassungen aus Metall oder Kunststoff vertragen ein kurzes Bad in lauwarmem Wasser in der Regel. Gefährdet sind beschädigte oder ältere Beschichtungen, Holz- und Hornfassungen sowie Brillen mit geklebten Teilen. Heißes Wasser ist das größere Risiko. Im Zweifel den Optiker fragen.
Welche Flüssigkeit kommt in das Brillenreinigungsgerät?
Lauwarmes Leitungswasser mit ein bis zwei Tropfen Spülmittel genügt für Brillen. Spezielle Reinigungskonzentrate gibt es für Schmuck oder Zahnprothesen; sie sollten ausdrücklich für Ultraschallgeräte und das jeweilige Material geeignet sein. Keine Lösungsmittel oder entflammbaren Flüssigkeiten einfüllen.
Wie lange dauert die Reinigung?
Für Brillen reichen meist ein bis drei Minuten. Schmuck mit viel Schmutz in den Fassungen braucht etwas länger, bei Bedarf in zwei Durchgängen.
Kann ich Schmuck im Brillenreinigungsgerät reinigen?
Ja, massiven Schmuck aus Gold, Silber, Edelstahl oder Platin und harte Edelsteine in festen Fassungen. Perlen, Opale, Bernstein, Korallen, Türkis, Smaragde sowie geklebter und beschichteter Modeschmuck gehören nicht hinein.



