Äpfel entsaften

Wiese mit Apfelbäumen
Wer so viele Apfelbäume besitzt, wird vermutlich auch die Äpfel entsaften | Foto: Xalanx / depositphotos.com

Wer einen oder gar mehrere Apfelbäume sein Eigen nennen darf, kann sich glücklich schätzen. Aus dem schmackhaften Obst lassen sich viele Speisen zaubern. Ein klassischer Apfelkuchen darf bei den meisten Feierlichkeiten keinesfalls fehlen und eingekocht sind Äpfel ebenfalls sehr köstlich.

Doch häufig tragen die Bäume so viele Äpfel, dass es kaum möglich ist, diese alle roh zu essen oder in Kuchen oder Kompott zu verarbeiten.

Wie wäre es also, die Äpfel zu entsaften und gesunden, leckeren Apfelsaft selbst herzustellen?

Mit dem richtigen Equipment ist es gar kein Hexenwerk, leckere Äpfel zu entsaften und Apfelsaft für den Eigengebrauch zu produzieren.

Welche Methoden gibt es, um Äpfel zu entsaften?

Frischer Orangensaft ist schnell auch zum Frühstück zubereitet. Einfach die Zitruspresse ausgepackt, die Orange ausgepresst und wenige Minuten später steht ein frisch gepresster O-Saft auf dem Tisch.

Ganz so einfach und schnell ist es allerdings nicht möglich, Äpfel zu entsaften.

Sich morgens spontan einen frischen Apfelsaft zu pressen, ist im hektischen Berufsalltag eher weniger empfehlenswert.

Aber dennoch gibt es mehrere Möglichkeiten, die Äpfel ohne allzu großen Arbeitsaufwand zu entsaften. Voraussetzung ist eine der folgenden Methoden und zumindest etwas Zeit.

Äpfel kann man

  • im Kochtopf
  • mit einem Zentrifugalentsafter
  • in einem Dampfentsafter
  • in einer Obstpresse (Slow Juicer)

zu Saft verarbeiten.

Wie findet man für sich selbst die richtige Variante?

Bevor man einen Entsafter kauft, sollte man stets überlegen, ob man diesen lediglich für ein einmaliges Projekt oder für den regelmäßigen Gebrauch verwenden möchte.

Hat man selbst den Zugriff auf Obstbäume, beispielsweise im eigenen Garten, wird man einen Entsafter wahrscheinlich häufiger verwenden als jemand, der sich das Obst hierfür kauft.

Wer zudem selbst Obstbäume besitzt, wird wohl besser mit einem Gerät bedient, welches größere Mengen auf einmal verarbeiten kann.

Jemand, der sich hin und wieder ein, zwei Kilogramm Äpfel zum Entsaften kauft und nicht mehr, benötigt normalerweise keinen Entsafter mit großem Volumen. Genauso sollte in die Überlegung mit einbezogen werden, ob man mit dem Gerät vielleicht mehr machen möchte, als lediglich eigenen Saft herzustellen.

Auch der Platz spielt eine Rolle. Jede zusätzliche Küchenmaschine erfordert selbstverständlich einen Platz zur Aufbewahrung.

Der Anschaffungspreis hingegen ist bei den meisten Entsaftern recht überschaubar.

Möchte man zum ersten Mal Äpfel entsaften und sich ein Bild von dieser Arbeit machen, lohnt sich der Griff zum Kochtopf, der ohnehin schon vorhanden ist. Alternativ, falls man diese Variante nicht anwenden möchte, tut es für den Anfang auch ein günstigeres, gebrauchtes oder geliehenes Gerät.

Zuletzt sollte man sich überlegen, ob man Wert auf eine lange Haltbarkeit des Saftes oder ob man den Fokus auf viele Vitamine legt.

Wichtig - AusrufezeichenDie Haltbarkeit erreicht man in der Regel durch Erhitzen. Das ist wiederum schädlich für die gesunden Inhaltsstoffe, wodurch ein Großteil verloren geht.

Möchte man so viele Vitamine und Enzyme wie möglich erhalten, muss der Saft kalt gepresst werden und ist in Folge dessen nicht lange haltbar.

Ist es gesünder, selbst Äpfel zu entsaften?

Das kommt natürlich zunächst auf die verwendeten Äpfel selbst an.

Obstkorb hängend
ungespritztes Obst ist meist gesünder | Foto: theadaptive / depositphotos.com

Obst, das im heimischen Garten, bei den Nachbarn, beim Bio-Bauern des Vertrauens oder Freunden wächst und nicht gespritzt wird, ist in der Regel sehr gesund.

Eine Ausnahme gilt hier, wenn die Bodenqualität nicht stimmt. Doch dann sollte man das angebaute Obst weder essen, noch entsaften. Beispiele sind hier etwa mit Schwermetall oder Nitraten belastete Böden oder die unmittelbare Lage an Industriegebieten, Autobahnen oder Flughäfen.

Sofern aber der Boden und die Luft zumindest weitestgehend unbelastet sind, nicht gespritzt oder gedüngt wird (natürliche Dünger ausgenommen), ist das eigene Obst sehr gesund und hat echte Bio-Qualität.

Abfüllbetriebe, die Saft in großen Mengen produzieren, arbeiten häufig mit Konservierungsstoffen. Manche davon müssen nicht einmal auf dem Etikett stehen. Zudem besteht ein Großteil der Obstsäfte aus Konzentraten, die mit Wasser gemischt werden.

Das alles ist nicht unbedingt ungesund, aber als Endverbraucher kann man sich eben nie sicher sein, was alles in der Flasche steckt. Lediglich indem man selbst den Apfelsaft herstellt, kann man die genaue Zusammensetzung wissen.

Äpfel entsaften in einem normalen Kochtopf

Das Entsaften von Äpfeln im eigenen Topf ist nicht schwer.

Man benötigt hierfür:

  • einen Topf
  • etwas Wasser
  • ein sauberes Geschirrtuch bzw. Baumwolltuch

Dies sind die Arbeitsschritte, um Äpfel mit dem Kochtopf zu entsaften

  1. Die Äpfel werden gründlich gewaschen, die Stiele und schlechte Stellen entfernt.
  2. Entkernen ist nicht nötig.
  3. Die Äpfel werden mit der Schale in möglichst kleine Stücke geschnitten und in etwas Wasser ungefähr 20 Minuten eingekocht.
  4. Um die Nährstoffe zu erhalten, welche die Hitze aushalten, sollte der Topf mit einem Deckel geschlossen werden. So verflüchtigen sich nicht alle Vitamine.
  5. Alle paar Minuten sollte man die köchelnde Mischung umrühren, damit nichts am Topfboden anbrennt.
  6. Nach etwa 20 Minuten hat sich ein Brei gebildet. Der Topf wird nun von der Herdplatte genommen, damit der Brei einige Minuten abkühlen kann.
  7. Ist er so weit abgekühlt, dass man sich daran nicht mehr verbrennt, presst man den Brei durch ein sauberes Baumwolltuch. Diesen Vorgang wiederholt man gegebenenfalls ein zweites Mal.

Vor- und Nachteile der Kochtopf-Methode

Besonders positiv ist, dass beim Äpfel Entsaften mit einem herkömmlichen Kochtopf keinerlei spezielle Geräte nötig sind.

Damit eignet sich diese Methode sehr gut, wenn man einmalig für ein Rezept, im Rahmen eines besonderen Anlasses oder einfach nur so unkompliziert selbst Apfelsaft herstellen möchte.

Der einzige nennenswerte Nachteil ist wohl, dass durch den Kochprozess viele Vitamine zerstört werden. Zudem ist das Durchsieben durch ein Tuch nicht gerade eine schöne Aufgabe.

Zentrifugalentsafter – Was ist das und wie kann man damit Äpfel entsaften?

Dieses Gerät mit dem außergewöhnlichen Namen entsaftet Obst so, wie zum Beispiel eine Waschmaschine „im Schleudergang“ das Wasser aus der Wäsche presst. Mit Hilfe der Zentrifugalkraft wird nämlich der Saft aus dem Obst heraus gepresst. Das geschieht innerhalb der Trommel, die viele kleine Löcher aufweist.

Durch die schnelle Drehbewegung wird das Fruchtfleisch an den Rand der Trommel gegen die Öffnungen gedrückt und der Saft löst sich heraus. Dieser wird in einem Auffangbehälter gesammelt.

Um in einen zentrifugalen Entsafter Äpfel zu entsaften, ist kaum Vorarbeit nötig.

Die Äpfel müssen lediglich gut gewaschen und von schlechten Stellen befreit sein. Sie werden dann in einem Stück in den Entsafter gegeben. Den Rest erledigt die Maschine selbstständig.

Vor- und Nachteile eines Zentrifugalentsafters

Zentrifugale Entsafter sind eine häufig verwendete Variante. Damit sind sie auch in nahezu allen Elektrofachmärkten sowie zahlreich im Internet zu finden.

Da nur wenig Vorarbeit nötig ist und dieser Entsafter im wahrsten Sinne des Wortes die Äpfel sehr schnell entsaftet, ist der Zeitaufwand gering.

Allerdings werden durch die Hitzeeinwirkung ebenfalls wichtige Vitamine zerstört. Außerdem ist die gewonnene Menge an Apfelsaft im Vergleich zu anderen Methoden geringer. Denn trotz der enormen Kraft, die auf den Apfelstücken lastet, kann bei Weitem nicht alles an Saft heraus gedrückt werden.

Nicht zu unterschätzen ist die Lautstärke eines Zentrifugalentsafters, die zugleich den einzigen größeren Nachteil liefert. Ein Gerät, dessen Trommel mit Inhalt sich über 10.000 Mal in der Minute dreht sowie Obst häckselt, ist nicht gerade leise. Vergleichen kann man die Geräuschkulisse mit einem Mixer.

Entsafter zum Entsaften von Obst
Mit einem Zentrifugalentsafter lassen sich nicht nur Äpfel entsaften | Foto: monticello / depositphotos.com

Der Dampfentsafter: Klassiker beim Äpfel entsaften

Die Erfindung des Dampfentsafters ist nicht neu. Vor 50 Jahren, als es noch durchaus üblich war, dass jeder Haushalt mit Obstgarten seinen eigenen Saft herstellte, gab es diese Gerätschaften bereits. Mit der Zeit sind sie nur komplexer und moderner geworden, basieren aber immer noch auf dem ursprünglichen Prinzip.

Ein Dampfentsafter ist ein dreistöckiger Turm aus Kesseln, der einen Ablaufschlauch oder Zapfhahn besitzt.

  1. Ganz oben befindet sich der Dampfkorb, der im Prinzip so aussieht wie bei einem Dampfgarer. Es ist also ein Behälter mit einem gelochten Boden.
  2. Dort werden die grob geschnittenen Apfelstücke hinein gegeben. Damit sich die Löcher nicht zusetzen oder Kerne in den Saft geraten, sollte man das Kerngehäuse entfernen.
  3. In der Mitte befindet sich der Auffangbehälter für den Saft, an dem sich auch der Ablaufschlauch oder Zapfhahn befindet. So lässt sich der Saft leicht in Behältnisse abfüllen.
  4. Ganz unten ist ein Topf mit kochendem Wasser. Der heiße Wasserdampf steigt auf und spaltet die Zellen der Äpfel auf. Folglich fließt der gewonnene Apfelsaft in den mittleren Behälter und kann dann über den Ablauf abgelassen und aufgefangen werden.

Vor- und Nachteile eines Dampfentsafters

Um hartes Obst wie Birnen oder Äpfel zu entsaften, muss man hier mindestens eine Stunde für den Entsaftungsprozess einplanen. Anderes, weicheres Obst kann man deutlich schneller entsaften.

Ein großer Vorteil dieses Gerätes ist, dass direkt eine größere Menge Obst damit verarbeitet werden kann. Ein Dampfentsafter lohnt sich also vor allem für diejenigen, die beispielsweise zur Erntezeit plötzlich vor einer großen Menge Obst stehen und nicht wissen, wie sie diese recht schnell verarbeiten können.

Durch das Erhitzen ist der Saft zudem nahezu keimfrei. Das ermöglicht, sofern er in sterile Flaschen gefüllt wird, eine lange Haltbarkeit. Wird er kühl und dunkel, zum Beispiel im Keller, gelagert, hält er sich so mehrere Monate.

Allerdings werden durch den Erhitzungsprozess natürlich auch viele Enzyme und Vitamine zerstört. Gesünder als konventionell hergestellter Saft ist er aber allemal.

Hervorzuheben ist die leichte Reinigungsmöglichkeit eines Dampfentsafters, da dieser vollständig zerlegt werden kann. Aber genauso muss beachtet werden, dass ein solcher Turm an Kesseln viel Platz wegnimmt und er, außerhalb der Erntezeit, irgendwo aufbewahrt werden muss.

Äpfel entsaften mit einem Slow Juicer

Ein Slow Juicer bzw. eine Obstpresse ist ein Gerät mit häufig mehr als einer Anwendungsmöglichkeit. Je nach Ausführung kann man damit auch Nudeln oder sogar Eis zubereiten. Auch Gemüse kann damit in der Regel problemlos verarbeitet werden.

Wie der Name bereits verrät, wird der Saft langsam aus den Äpfeln gepresst. Mit Hilfe von Presswalzen oder Pressschnecken wird der Saft gewonnen. Die Umdrehungen pro Minute sind dabei um ein Vielfaches geringer als bei einem zentrifugalen Entsafter, womit auch weniger bzw. kaum Wärme entsteht.

Je nachdem, wie breit der Einfüllschacht ist, müssen die Äpfel zum Entsaften entsprechend klein geschnitten werden. Kerngehäuse und Apfelschalen sollten zudem entfernt werden, damit der Auswurf nicht verstopft oder die Kerne mit gepresst werden.

Vor- und Nachteile eines Slow Juicer

In einem solchen Gerät erhält man, verglichen zu allen anderen Varianten, den Saft mit den meisten Inhaltsstoffen. Durch die schonende, kalte Verarbeitung bleiben alle wertvollen Vitamine und Enzyme weitestgehend erhalten.

Darüber hinaus ist ein Slow Juicer, im Vergleich mit einem Zentrifugalentsafter, sehr leise.

Die Ausbeute an Saft ist durch den hohen Pressdruck sehr gut.

Zudem lassen sich mit einem solchen Entsafter auch Kräuter oder Blattgemüse verarbeiten, an denen ein zentrifugaler Entsafter beispielsweise scheitert. Das bedeutet wiederum, dass man einen Slow Juicer nicht nur zum Äpfel entsaften anschafft, sondern ihn auch für viele weitere Obst- und Gemüsesorten, zum Eis- oder Nudelherstellen, verwenden kann.

Große Nachteile hat ein Slow Juicer nicht. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist erniedrigt, was den Entsaftungsprozess aber natürlich verlängert. Da der Saft außerdem kalt gepresst wird, ist er nicht lange haltbar, denn Keime werden nicht abgetötet. Im Kühlschrank hält er sich also nur 1 bis 2 Tage.

Amazon – Entsafter im Überblick

Weitere hilfreiche Links und Quellen

Wie ein zentrifugaler Entsafter funktioniert und welche Geräte besonders empfehlenswert sind, erfährt man zum Beispiel hier: https://www.vitality4life.de/blog/gesunder-lebensstil/was-ist-ein-zentrifugaler-entsafter/

Einen Erfahrungsbericht, wie ein Dampfentsafter funktioniert, gibt es hier: https://birthesgartenzeiten.wordpress.com/2014/09/25/apfel-apfelsaft-aus-dem-dampfentsafter-anleitung/

Weitere Vor- und Nachteile über Slow Juicer sowie Tests gibt es hier: https://www.slowjuicer-test.de/wissen/slow-juicer-was-ist-das/

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