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Gas-Kühlbox

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Kühlbox mit Stromanschluss
Einige Kühlboxen haben Stromanschluss und Gas Absorbtionssystem
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie eine Absorber-Kühlbox mit Gas kühlt
  2. Wie kalt es in der Box wird
  3. Gas, 12 Volt oder 230 Volt?
  4. Wie viel Gas verbraucht eine Gas-Kühlbox?
  5. Kartusche oder Gasflasche anschließen
  6. Sicherheit: nur im Freien
  7. Absorber, Kompressor oder Kühltasche?
  8. Worauf es beim Kauf ankommt
  9. Richtig packen und aufstellen
  10. Häufige Fragen

Eine Gas-Kühlbox kühlt mit der Wärme einer kleinen Gasflamme – das klingt paradox, funktioniert aber seit Jahrzehnten zuverlässig. Fast alle diese Geräte sind Absorber-Kühlboxen, die neben Gas auch an 12 Volt im Auto und an 230 Volt an der Steckdose laufen. Sie arbeiten völlig lautlos und machen beim Camping unabhängig vom Stromanschluss. Dafür kühlen sie weniger stark als Kompressorboxen, und der Gasbetrieb verlangt Sorgfalt.

Wie eine Absorber-Kühlbox mit Gas kühlt

Im Inneren einer Absorber-Kühlbox zirkuliert ein Gemisch aus Ammoniak, Wasser und Wasserstoff in einem geschlossenen Rohrsystem. Eine Wärmequelle – die Gasflamme oder ein elektrischer Heizstab – treibt das Ammoniak aus dem Wasser aus. Es kondensiert, verdampft anschließend im Kühlteil der Box und entzieht dabei dem Innenraum Wärme. Danach wird es wieder vom Wasser aufgenommen, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Das System hat keine beweglichen Teile. Deshalb ist die Box lautlos und verschleißarm. Zwei Eigenheiten sollten Sie kennen: Ein Absorber braucht eine annähernd waagerechte Aufstellung, sonst kommt der Kreislauf ins Stocken – viele Boxen haben dafür eine kleine Wasserwaage. Und er braucht nach dem Einschalten einige Stunden, bis er seine volle Kühlleistung erreicht.

Gas-Kühlbox
Gas-Kühlbox

Wie kalt es in der Box wird

Absorber-Kühlboxen kühlen nicht auf eine feste Temperatur, sondern um einen bestimmten Betrag unter die Umgebungstemperatur. Hersteller nennen dafür meist Werte um 25 bis 30 Grad. Bei 25 °C draußen ist es in der Box also angenehm kühl, bei 35 °C im Schatten reicht es gerade noch für kühle Getränke, aber nicht mehr für zuverlässig gekühltes Fleisch. Die besten Werte erreicht die Box im Gasbetrieb, im 12-Volt-Betrieb kühlt sie oft etwas schwächer.

Daraus folgt: Die Box gehört in den Schatten und braucht an der Rückseite freie Luft, damit die Wärme abziehen kann. Speisen und Getränke vorher im Kühlschrank vorkühlen, denn herunterkühlen kann ein Absorber nur langsam.

Gas, 12 Volt oder 230 Volt?

BetriebsartGeeignet fürZu beachten
GasStellplätze ohne Strom, Picknick, Festival – nur im FreienNie in geschlossenen Räumen oder Fahrzeugen; Anschluss sorgfältig prüfen
12 VoltWährend der FahrtHoher Stromverbrauch; nur bei laufendem Motor, sonst ist die Starterbatterie schnell leer
230 VoltZu Hause, Campingplatz mit StromanschlussIm Vergleich zum Kompressor wenig effizient

Viele Besitzer lassen die Box während der Fahrt an 12 Volt laufen, auf dem Campingplatz an 230 Volt und nutzen Gas nur dort, wo es keinen Strom gibt.

Wie viel Gas verbraucht eine Gas-Kühlbox?

Hersteller nennen für kleine Absorberboxen meist Verbräuche zwischen etwa 10 und 25 Gramm Flüssiggas pro Stunde, je nach Gerät, Einstellung und Außentemperatur. Das ergibt eine grobe Rechnung:

  • Eine Stechkartusche mit 190 g reicht damit für etwa einen halben bis einen knappen Tag.
  • Eine Schraubkartusche mit etwa 450 g hält ungefähr ein bis zwei Tage.
  • Eine 5-kg-Gasflasche reicht grob für ein bis drei Wochen Dauerbetrieb, eine 11-kg-Flasche entsprechend länger.

Heiße Tage, direkte Sonne und häufiges Öffnen erhöhen den Verbrauch. Für einen Tagesausflug sind Kartuschen bequem, für den Campingurlaub ist die Flasche deutlich günstiger und erzeugt weniger Müll.

Kartusche oder Gasflasche anschließen

Die meisten Gas-Kühlboxen sind für den Anschluss an eine Propan- oder Butanflasche gebaut. Zwischen Flasche und Box gehören ein Druckregler, der zum Gerät passt, und ein zugelassener Gasschlauch. Welchen Anschlussdruck die Box braucht, steht auf dem Typenschild: Ältere Geräte sind häufig für 50 mbar ausgelegt, neuere für 30 mbar. Ein Regler mit falschem Druck kann die Flamme zu klein oder gefährlich groß machen.

Für Kartuschen gibt es Adapter:

  • Stechkartuschen sind billig und überall erhältlich, lassen sich aber nicht abnehmen, bevor sie leer sind – beim Abziehen strömt das Restgas aus. Mehr dazu im Beitrag zum Stechkartuschen-Adapter.
  • Ventilkartuschen (Schraub- oder Bajonettkartuschen) haben ein Ventil, das beim Abschrauben schließt. Sie lassen sich abnehmen und später weiterverwenden.

Beim Anschließen gilt: keine offenen Flammen und keine Zigarette in der Nähe, Verbindungen handfest bzw. mit passendem Werkzeug anziehen und danach mit Lecksuchspray prüfen. Bildet sich Schaum, ist die Verbindung undicht – Gas zudrehen und neu anschließen. Schläuche regelmäßig auf Risse prüfen und spätestens nach der vom Hersteller genannten Frist tauschen; ein poröser Schlauch wird nie mit Klebeband geflickt.

Sicherheit: nur im Freien

Eine Gasflamme verbraucht Sauerstoff und erzeugt Abgase, bei schlechter Verbrennung auch Kohlenmonoxid. Das Gas ist geruchlos, wird nicht bemerkt und kann tödlich sein. Tragbare Gas-Kühlboxen haben – anders als fest eingebaute Wohnwagen-Kühlschränke – keine Abgasführung nach draußen. Deshalb gilt:

  • Gasbetrieb nur im Freien, nie im Auto, im Zelt, im geschlossenen Vorzelt, im Wohnwagen oder Wohnmobil, im Keller oder in der Garage.
  • Während der Fahrt nie mit Gas, sondern mit 12 Volt betreiben; die Gasflasche wird dann abgeklemmt und gesichert transportiert.
  • Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei einem Leck am Boden, in Senken und Kellern. Gasflaschen deshalb nie unter Erdgleiche lagern.
  • Flasche aufrecht und standsicher abseits von Wegen aufstellen, damit niemand darüber stolpert.

Riecht es nach Gas: Ventil sofort schließen, nichts Elektrisches schalten, kein Feuer, gut lüften, das Gerät erst nach Prüfung wieder benutzen. Sind Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit aufgetreten, sofort an die frische Luft und ärztliche Hilfe holen.

Absorber, Kompressor oder Kühltasche?

Für eine Gas-Kühlbox spricht
  • Unabhängig von Steckdose und Batterie
  • Völlig lautlos, auch nachts neben dem Zelt
  • Drei Energiequellen in einem Gerät
  • Kaum Verschleiß
Dagegen spricht
  • Kühlt nur begrenzt unter die Außentemperatur
  • Hoher Stromverbrauch an 12 Volt
  • Gasbetrieb nur im Freien
  • Braucht waagerechten Stand und Zeit zum Abkühlen

Eine elektrische Kühlbox mit Kompressor kühlt unabhängig von der Hitze bis in den Gefrierbereich und braucht wenig Strom, ist aber teurer und nicht ganz geräuschlos. Eine einfache thermoelektrische Box ist günstig, kühlt aber noch schwächer als ein Absorber. Die passive Kühlbox oder Kühltasche mit Kühlakkus reicht für Einkauf und Tagesausflug, nach einigen Stunden ist die Kälte aufgebraucht. Die Frage „Kühlbox oder Kühltasche“ entscheidet sich also an der Dauer: für einen Nachmittag die Tasche, für mehrere Tage ein aktives Gerät.

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Volumen: Für zwei Personen am Wochenende reichen etwa 30 Liter, für Familien und längere Touren eher 40 Liter. Achten Sie darauf, ob stehende 1,5- oder 2-Liter-Flaschen hineinpassen.
  • Anschlüsse: 12 Volt, 230 Volt und Gas; Gasdruck laut Typenschild; Piezozündung und Flammenüberwachung.
  • Kühlleistung: Herstellerangabe zur Temperaturdifferenz, dazu stufenlose Regelung.
  • Gewicht und Griffe: Absorberboxen wiegen leer oft 15 kg und mehr.

Absorber-Kühlboxen kosten meist mehrere Hundert Euro. Zwei Beispiele für Geräte mit allen drei Energiequellen:

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Für die Sicherheit beim Anschließen gehört ein Lecksuchspray für Gas in jede Campingkiste.

Richtig packen und aufstellen

Die Box vor der Abfahrt einige Stunden an 230 Volt vorkühlen und nur vorgekühlte Lebensmittel einräumen. Voll gepackt hält sie die Kälte besser als halb leer, Lücken lassen sich mit gefrorenen Wasserflaschen füllen. Unten ist es am kältesten, dorthin gehören Fleisch und Fisch. Aufgestellt wird die Box im Schatten, waagerecht und mit etwas Abstand zu Wänden, damit die Lüftungsschlitze frei bleiben. Den Deckel nur kurz öffnen.

Weitere Ausrüstung für unterwegs finden Sie in der Rubrik Freizeit, etwa den faltbaren Campingschrank.

Häufige Fragen

Darf ich eine Gas-Kühlbox im Zelt oder Wohnwagen betreiben?

Mit Gas nicht. Tragbare Gas-Kühlboxen haben keine Abgasführung nach außen; in geschlossenen Räumen drohen Kohlenmonoxid und Gasansammlungen. Im Zelt oder Wohnwagen läuft die Box nur mit Strom, mit Gas ausschließlich im Freien.

Wie lange hält eine Gaskartusche in der Kühlbox?

Bei Verbräuchen von etwa 10 bis 25 Gramm pro Stunde reicht eine 190-g-Stechkartusche grob einen halben bis einen knappen Tag, eine Schraubkartusche mit rund 450 g ein bis zwei Tage. Für längere Touren ist eine Gasflasche sinnvoller.

Warum kühlt meine Absorber-Kühlbox schlecht?

Häufige Ursachen sind Hitze und Sonne, verdeckte Lüftungsschlitze, eine schiefe Aufstellung oder warm eingeräumte Lebensmittel. Im 12-Volt-Betrieb kühlen Absorber außerdem oft schwächer als mit Gas oder 230 Volt.

Kann eine Gas-Kühlbox die Autobatterie leeren?

Im Gasbetrieb nicht. Im 12-Volt-Betrieb zieht ein Absorber aber viel Strom und kann die Starterbatterie bei stehendem Motor schnell entladen. Deshalb nach dem Abstellen des Autos auf Gas im Freien oder auf 230 Volt umstellen.

Kühlbox oder Kühltasche – was ist besser?

Für einen Tagesausflug genügt eine gut isolierte Kühltasche mit Kühlakkus. Für mehrere Tage oder heiße Wochenenden braucht es eine aktive Kühlbox – mit Gas dort, wo es keinen Strom gibt, mit Kompressor, wenn es richtig kalt werden soll.