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Igelwalze

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Igelwalze Tipps
Mithilfe von Igelwalzen kann das Entfernen alter Tapeten erleichtert werden
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wie eine Igelwalze funktioniert
  2. Für welche Tapeten sie sich lohnt – und für welche nicht
  3. Vorsicht bei Gipskarton und Steckdosen
  4. So lösen Sie Tapeten mit der Igelwalze
  5. Worauf es beim Kauf ankommt
  6. Alternativen zur Igelwalze
  7. Pflege und Aufbewahrung
  8. Häufige Fragen

Eine Igelwalze – auch Stachelwalze, Nagelwalze oder Tapetenigel genannt – ist eine kleine Rolle mit vielen spitzen Metallstiften. Man rollt sie über die alte Tapete und durchlöchert sie dabei. Durch die Löcher gelangt Wasser hinter die Tapete bis zum Kleister, weicht ihn auf, und die Bahnen lassen sich danach mit viel weniger Kratzen abziehen. Die Walze kostet wenig und spart bei einer ganzen Wohnung Stunden. Bei manchen Tapeten ist sie allerdings überflüssig, und auf Gipskartonwänden kann sie Schaden anrichten.

Wie eine Igelwalze funktioniert

Tapeten halten, weil Kleister sie mit dem Untergrund verbindet. Um sie zu lösen, muss dieser Kleister wieder weich werden, und dafür braucht er Feuchtigkeit. Bei einfachen Papiertapeten zieht Wasser von allein durch. Viele Tapeten haben aber eine Oberfläche, die Wasser abweist: Vinyl- und Strukturtapeten, mehrfach überstrichene Raufaser oder abwaschbare Küchentapeten. Das Wasser läuft an ihnen ab, ohne den Kleister zu erreichen.

Hier kommt die Igelwalze ins Spiel. Ihre Stifte perforieren die Oberfläche, ohne den Putz darunter nennenswert zu verletzen. Das Wasser dringt durch die Löcher ein, verteilt sich hinter der Tapete und weicht den Kleister von der Wandseite her auf.

Igelwalze Verwendung
Mit einer Igelwalze lässt sich die Tapete leichter entfernen

Für welche Tapeten sie sich lohnt – und für welche nicht

TapeteIgelwalze sinnvoll?Hinweis
Einfache Papiertapetehilfreich, aber nicht zwingendnimmt Wasser meist auch ohne Löcher auf
Raufaser, mehrfach gestrichenjadie Farbschichten sperren das Wasser aus
Vinyl- und Strukturtapetejaoft lässt sich die Oberschicht trocken abziehen, das Trägerpapier wird dann perforiert und eingeweicht
Vliestapetemeist nicht nötiglässt sich in der Regel trocken in ganzen Bahnen abziehen
Tapete auf Gipskartonnur sehr vorsichtigStacheln und viel Nässe können den Karton beschädigen

Probieren Sie immer zuerst, ob sich eine Ecke trocken abziehen lässt. Vliestapeten sind dafür gemacht, beim nächsten Renovieren in ganzen Bahnen herunterzukommen. Das geht schneller als jede Walze.

Vorsicht bei Gipskarton und Steckdosen

Trockenbauwände aus Gipskarton haben eine Oberfläche aus Karton. Wer dort kräftig mit der Igelwalze arbeitet und die Wand anschließend durchnässt, riskiert, dass sich die oberste Kartonschicht mit der Tapete ablöst oder aufquillt. Die Wand muss danach aufwendig gespachtelt werden. Sie erkennen Gipskarton am hohlen Klang beim Klopfen. Hier nur mit wenig Druck perforieren, sparsam befeuchten und die Tapete lieber in kleinen Abschnitten lösen.

Wasser und Strom vertragen sich nicht. Schalten Sie vor dem Einweichen die Sicherung für den Raum ab, wenn Sie in der Nähe von Steckdosen und Schaltern arbeiten, und lassen Sie kein Wasser in die Dosen laufen. Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern abzuschrauben, ist nur bei ausgeschalteter Sicherung erlaubt; Arbeiten an der Elektroinstallation selbst gehören in die Hand eines Elektrikers.

So lösen Sie Tapeten mit der Igelwalze

Material: Igelwalze, Eimer mit warmem Wasser und einem Schuss Spülmittel oder Tapetenablöser, breite Bürste oder Quast, Spachtel, Abdeckfolie, Malerkrepp, Leiter.

  1. Raum vorbereiten. Möbel abrücken, den Boden mit Folie auslegen und am Rand abkleben. Nasse Tapetenreste kleben sonst im Teppich oder quellen ins Parkett.
  2. Trockenversuch. An einer Ecke testen, ob sich die Tapete oder ihre Oberschicht trocken abziehen lässt. Wenn ja, erst alles Trockene entfernen.
  3. Perforieren. Mit der Igelwalze in Bahnen über die Wand rollen, kreuz und quer, mit gleichmäßigem, mäßigem Druck. Die Stifte sollen die Tapete durchstechen, nicht den Putz aufreißen.
  4. Einweichen. Das warme Wasser mit Bürste oder Quast großzügig auftragen, von unten nach oben. Nicht mehr Fläche einweichen, als Sie in den nächsten zwanzig Minuten schaffen.
  5. Einwirken lassen und nachnässen. Je nach Tapete und Anzahl der Schichten 10–20 Minuten warten und bei Bedarf ein zweites Mal befeuchten.
  6. Abziehen. Die Bahnen von unten anheben und nach oben abziehen. Hartnäckige Reste mit einem breiten Spachtel flach abschieben, ohne in den Putz zu stechen.
  7. Nacharbeiten. Kleisterreste mit Wasser und Schwamm abwaschen, die Wand vollständig trocknen lassen und Löcher verspachteln, bevor neu tapeziert wird.

Bei vielen Schichten oder sehr großen Flächen lohnt ein elektrischer Dampf-Tapetenablöser. Auch dann macht die Igelwalze vorher den Weg frei, weil der Dampf sonst nicht durch die Oberfläche kommt.

Worauf es beim Kauf ankommt

Igelwalzen sind einfache Werkzeuge, unterscheiden sich aber in einigen Punkten:

  • Stacheln: Stahlstifte sind härter und bleiben länger spitz als Kunststoff- oder Aluminiumstifte. Normaler Stahl kann rosten, deshalb nach der Arbeit trocknen.
  • Breite: Handwalzen sind meist um die 15 cm breit. Das reicht für eine normale Wohnung; breitere Walzen sind schneller, aber schwerer zu führen.
  • Griff und Stiel: Ein Gewinde oder eine Steckaufnahme für einen Teleskopstiel spart die Leiter bei hohen Wänden.
  • Schutzhülle: Die Stifte sind spitz. Eine Hülle schützt Finger und Werkzeugkiste.
  • Einsatzzweck: Achten Sie auf die Bezeichnung. Walzen für Epoxidharz, Beton oder Bodenbeläge (Entlüftungs- oder Stachelwalzen mit langen Stiften) sind für Tapeten nicht gedacht, ebenso wenig Teigstipper für die Küche oder Rasenlüfter.

Einfache Tapetenigel kosten meist zwischen 5 und 20 Euro. Ein Beispiel ist diese Walze mit Schutzhülle:

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Igelwalze Kosten
Einfache Tapetenigel gibt es schon für wenig Geld

Alternativen zur Igelwalze

  • Tapetenablöser: Ein flüssiger Zusatz zum Einweichwasser, der den Kleister schneller löst. Er ersetzt die Walze nicht bei wasserdichten Tapeten, verstärkt aber die Wirkung. Dosierung nach Packungsangabe.
  • Dampf-Tapetenablöser: Ein Gerät, das Wasser erhitzt und den Dampf über eine Platte an die Wand bringt. Sinnvoll bei vielen Schichten und großen Flächen. Vorsicht vor Verbrühungen, besonders über Kopf.
  • Nur Spachtel: Funktioniert, ist aber anstrengend und beschädigt leicht den Putz. Dann wird aus dem Abziehen schnell ein Spachteln.
  • Überstreichen oder -tapezieren: Bei gut haftender, glatter Tapete manchmal möglich, aber ein Risiko: Neue Nässe vom Kleister kann die alte Schicht ablösen.

Pflege und Aufbewahrung

Spülen Sie die Walze nach der Arbeit unter fließendem Wasser ab, bevor Kleisterreste antrocknen, und lassen Sie sie gut trocknen. Stahlstifte rosten sonst. Hängen Sie die Walze auf oder stecken Sie die Schutzhülle auf und bewahren Sie sie außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Nach dem Ablösen geht es an die Wand: Wie Sie Unebenheiten beseitigen, lesen Sie in unseren Beiträgen zum Putz schleifen und zum Putz entfernen. Wer anschließend neu tapeziert, spart sich mit einer Tapeziermaschine das Kleistern jeder Bahn von Hand. Für großflächige Wandarbeiten gibt es außerdem Systeme wie das Bosch Wandbearbeitungssystem.

Unsere Empfehlung: Für die alte Raufaser im Mietwohnungsflur oder die Vinyltapete in der Küche ist die Igelwalze das günstigste Werkzeug mit der größten Wirkung. Vliestapete ziehen Sie zuerst trocken ab, und auf Gipskarton arbeiten Sie behutsam.

Häufige Fragen

Beschädigt die Igelwalze den Putz?

Bei normalem Kalk- oder Gipsputz kaum. Die Stifte sind kurz und durchstechen vor allem die Tapete. Mit sehr viel Druck können sie aber Rillen hinterlassen, die später verspachtelt werden müssen. Gipskartonwände sind empfindlicher.

Wie viel Wasser braucht man zum Einweichen?

So viel, dass die Tapete deutlich nass ist, aber nicht so viel, dass es in Strömen herunterläuft. Lieber zweimal befeuchten als einmal überschwemmen. Ein Schuss Spülmittel hilft, dass das Wasser nicht abperlt.

Kann ich mit der Igelwalze auch Rasen belüften?

Nein, dafür ist sie zu klein und zu schwach. Für den Rasen gibt es eigene Rasenlüfter oder Aerifizierer mit langen Stiften. Auch Stachelwalzen für Epoxidharz- oder Estrichflächen sind etwas anderes als der Tapetenigel.

Brauche ich die Walze bei Vliestapete?

Meistens nicht. Vliestapeten sind so gebaut, dass sie sich trocken von der Wand abziehen lassen. Nur wenn die Tapete mehrfach überstrichen wurde oder das Abziehen nicht klappt, perforieren und einweichen Sie wie bei anderen Tapeten.