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Bürostuhlunterlage

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Eine Bürostuhlunterlage schont den Boden
Eine Bürostuhlunterlage schont den Boden
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was ohne Unterlage mit dem Boden passiert
  2. Materialien im Vergleich
  3. Unterlage für Hartböden
  4. Unterlage für Teppichboden
  5. Die richtige Größe
  6. Alternative: weiche Rollen
  7. Auslegen, reinigen und pflegen
  8. Häufige Fragen

Eine Bürostuhlunterlage – auch Bodenschutzmatte oder Schreibtischstuhl-Unterlage genannt – ist eine Kunststoff-, Glas- oder Filzplatte, die unter dem Rollstuhl am Schreibtisch liegt. Sie verhindert, dass die Rollen Parkett zerkratzen, Laminat eindrücken oder Teppich plattwalzen. Wer täglich im Homeoffice sitzt, spart sich damit teure Reparaturen am Boden.

Was ohne Unterlage mit dem Boden passiert

Ein Bürostuhl trägt das Körpergewicht auf fünf kleinen Rollen, und die bewegen sich jeden Tag hundertfach auf denselben Quadratmetern. Das hinterlässt Spuren:

  • Parkett und Holzdielen: Die Versiegelung wird matt und verkratzt, weiches Holz bekommt Dellen.
  • Laminat und Vinyl: Feine Kratzer, an den Kanten können Fugen aufgehen.
  • Teppichboden: Die Fasern werden plattgedrückt und verfilzen, es entstehen Laufstraßen, die sich nicht mehr aufrichten.
  • Fliesen: Robust, aber harte Rollen machen Lärm, Sand unter den Rollen wirkt wie Schleifpapier.

Dazu kommt, dass Sand und Krümel, die unter die Rollen geraten, die Schäden verstärken. Eine Unterlage fängt das ab und lässt sich leichter sauber halten als der Boden.

Schreibtisch mit schwarzem Bürostuhl und Tischventilator auf hellem Holzboden
Am Schreibtisch rollt der Stuhl täglich über dieselbe Stelle
Schreibtischstuhl auf Rollen an einem Eckschreibtisch auf hellem Holzboden
Auf Holzboden hinterlassen Stuhlrollen schnell Spuren

Materialien im Vergleich

Welche Matte die richtige ist, hängt vor allem vom Material ab. Es bestimmt Haltbarkeit, Aussehen und Verträglichkeit mit dem Boden.

MaterialEigenschaftenGeeignet für
Polycarbonat (PC)Glasklar, sehr bruch- und kratzfest, formstabil, eher teuerHartböden und Teppich (mit Noppen), Dauernutzung
PETKlar bis leicht milchig, robust, gut recycelbarHartböden und Teppich, Dauernutzung
Polypropylen (PP)Milchig, günstig, etwas weicherHartböden bei mäßiger Nutzung
PVC / VinylGünstig, flexibel, enthält oft Weichmacher, kann sich wellenNur Böden, die der Hersteller dafür freigibt
Glas (ESG)Sehr hart, kratzfest, schwer, rollt am leichtestenHartböden und kurzfloriger Teppich
Filz, Wolle, KorkWohnlich, leise, weniger glatt zum RollenHartböden, wenn Optik zählt

Eine Falle steckt im Weichmacher: PVC-Matten und Gummi können Weichmacher an Vinyl- und Designböden sowie an manche Lacke abgeben. Das zeigt sich als gelbliche oder klebrige Flecken, die nicht mehr weggehen. Viele Hersteller von Vinyl- und Designböden verbieten darum Matten aus PVC oder Gummi. Wer einen solchen Boden hat, nimmt Polycarbonat, PET oder Glas und liest die Pflegehinweise des Bodenherstellers.

Unterlage für Hartböden

Für Parkett, Laminat, Vinyl und Fliesen gibt es Matten mit glatter oder leicht strukturierter Unterseite, die durch ihr Gewicht und eine rutschhemmende Beschichtung liegen bleiben. Sie sollten ausdrücklich für Hartböden ausgewiesen sein – eine Teppichmatte mit Noppen würde Parkett verkratzen.

Zwei Beispiele für Hartbodenmatten aus Polycarbonat:

Beiger Bürostuhl an einem Schreibtisch auf Laminatboden in Holzoptik
Laminat und Parkett zeigen Rollspuren schnell

Unterlage für Teppichboden

Bürostühle an Schreibtischen in einem Büro mit hellem Teppichboden
Den Teppich sollte man mit einer Bürostuhlunterlage schonen

Auf Teppich braucht die Matte kleine Noppen oder Krallen auf der Unterseite, die sich in den Flor drücken und das Wandern verhindern. Außerdem muss sie steifer sein als eine Hartbodenmatte, sonst biegt sie sich unter den Rollen durch und bricht. Je höher der Flor, desto dicker sollte die Matte sein. Achten Sie in der Beschreibung auf die Angabe, für welche Florhöhe die Matte geeignet ist, und suchen Sie gezielt nach einer Bodenschutzmatte für Teppich.

Die richtige Größe

Die Matte muss den ganzen Bereich abdecken, in dem der Stuhl rollt – sonst fahren die Rollen über die Kante, und genau dort entstehen dann Schäden. Ein guter Anhaltspunkt: Setzen Sie sich an den Schreibtisch, rollen Sie so weit zurück wie beim Aufstehen und messen Sie die Fläche. Für die meisten Arbeitsplätze sind 120 × 120 cm bis 120 × 150 cm passend. An Eckschreibtischen oder mit viel seitlicher Bewegung lohnt eine größere oder L-förmige Matte. Matten mit einer „Zunge“ reichen bis unter den Tisch, wo die Füße stehen.

Einfache Matten gibt es ab etwa 20 Euro, große Matten aus Polycarbonat oder Glas kosten meist zwischen 60 und 200 Euro.

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Alternative: weiche Rollen

Wer keine Matte möchte, kann auf harten Böden weiche Rollen verwenden. Die Norm EN 12529 unterscheidet zwei Arten: harte Rollen (Typ H, meist einfarbig) für Teppich und weiche Rollen (Typ W, meist mit andersfarbiger Lauffläche) für Hartböden. Viele Stühle werden mit harten Rollen ausgeliefert, die auf Parkett Kratzer und Lärm verursachen. Weiche Rollen lassen sich in wenigen Minuten tauschen, wenn der Stift den üblichen Durchmesser hat. Sie schützen vor Kratzern, nicht aber vor Sand, den die Rollen mitschleppen – bei empfindlichen Böden bleibt die Matte der bessere Schutz.

Auslegen, reinigen und pflegen

  1. Boden reinigen. Vor dem Auslegen gründlich saugen und wischen. Sand unter der Matte scheuert sonst bei jeder Bewegung.
  2. Matte entspannen lassen. Gerollt gelieferte Matten mit der Wölbung nach unten auslegen und bei Zimmertemperatur einige Stunden bis Tage flach liegen lassen. Nicht mit Heißluft nachhelfen.
  3. Regelmäßig abwischen. Mit einem feuchten Tuch und mildem Reiniger. Keine scheuernden Mittel oder Lösungsmittel, sie machen Kunststoff trüb.
  4. Gelegentlich anheben. Auf Holzböden und bei Fußbodenheizung die Matte ab und zu abnehmen, den Boden darunter reinigen und lüften. Unter einer Matte kann sich Feuchtigkeit sammeln, und der Boden dunkelt anders nach als der Rest des Raums.

Bei Fußbodenheizung sollte die Matte ausdrücklich dafür freigegeben sein.

Mehr für den Arbeitsplatz zuhause: eine gute Tageslichtlampe für den Schreibtisch, und für die Tischplatte gibt es Tischschutzfolien. Den Boden vor Schmutz von draußen schützt ein Schmutzfangteppich. Weitere Ideen finden Sie in der Rubrik Wohnen.

Häufige Fragen

Brauche ich auf Laminat eine Bürostuhlunterlage?

Ja, wenn der Stuhl harte Rollen hat oder täglich genutzt wird. Laminat ist kratzfester als Parkett, bekommt aber Rollspuren, und an den Fugen kann Feuchtigkeit oder Druck Schäden verursachen. Weiche Rollen sind eine Alternative, schützen aber weniger gut.

Welche Bürostuhlunterlage ist für Vinylboden geeignet?

Eine aus Polycarbonat, PET oder Glas. Matten aus PVC oder mit Gummirücken können Weichmacher abgeben, die Vinyl dauerhaft verfärben. Die meisten Hersteller von Vinylböden nennen das in ihren Pflegehinweisen ausdrücklich.

Warum rutscht meine Bodenschutzmatte?

Meist passt die Unterseite nicht zum Boden: Eine Hartbodenmatte rutscht auf Teppich, eine Teppichmatte kratzt und rutscht auf Parkett. Auch Staub unter der Matte vermindert den Halt. Boden und Unterseite reinigen und gegebenenfalls die passende Mattenart nehmen.

Wie bekomme ich eine gerollte Matte flach?

Mit der Wölbung nach unten auslegen und bei Zimmertemperatur liegen lassen. Das kann einige Tage dauern. Beschweren hilft, Heißluft oder Föhn können das Material dagegen verformen.

Gibt es bei Ikea Bürostuhlunterlagen?

Ja, Möbelhäuser wie Ikea führen einfache Bodenschutzmatten, meist in einer oder wenigen Standardgrößen. Prüfen Sie Material, Größe und die Freigabe für Ihren Boden – bei Vinyl, Kork oder Fußbodenheizung gibt es oft Einschränkungen.