Induktions- und Glaskeramikkochfeld reinigen

Inhalt11 Abschnitte
- Induktion und Ceran: was beim Putzen anders ist
- Was Sie brauchen
- Tägliche Reinigung in fünf Schritten
- Eingebranntes mit dem Schaber lösen
- Zucker und Kunststoff: sofort, nicht später
- Kalkflecken und metallisch schimmernde Flecken
- Was dem Kochfeld schadet
- Kochfeld mit Dunstabzug (Bora, Kochfeldabzug)
- Wann Sie aufhören sollten
- Damit es gar nicht erst einbrennt
- Häufige Fragen
Ein Induktions- oder Glaskeramikkochfeld reinigen Sie am besten sofort nach dem Kochen, sobald die Fläche nur noch handwarm ist: feucht mit Spülmittel abwischen, trocken nachpolieren, fertig. Angebranntes löst ein Glaskeramikschaber, Kalk und metallisch schimmernde Flecken ein spezieller Glaskeramikreiniger. Was fast immer schadet, sind Scheuermittel und Stahlwolle – und Zucker, der auf der heißen Fläche liegen bleibt.
Induktion und Ceran: was beim Putzen anders ist
Beide Kochfelder haben dieselbe Oberfläche, eine Platte aus Glaskeramik. „Ceran“ ist eigentlich ein Markenname von Schott, hat sich aber als Gattungsbegriff eingebürgert. Der Unterschied liegt darunter: Beim Glaskeramikkochfeld mit Strahlungsheizkörpern wird die Platte selbst sehr heiß, und was überkocht, brennt sofort ein. Beim Induktionskochfeld entsteht die Wärme erst im Topfboden. Die Glasfläche wird nur indirekt über den Topf warm, übergekochte Soße am Rand verbrennt deshalb seltener.
Für die Reinigung heißt das: Induktion verzeiht mehr, braucht aber Aufmerksamkeit an der Bedienleiste. Die Sensortasten reagieren auf ein nasses Tuch, im ungünstigen Fall schaltet sich eine Kochzone ein oder das Feld piept und sperrt. Viele Geräte haben deshalb eine Wischschutz- oder Reinigungsfunktion, die die Tasten für einige Sekunden sperrt. Wie sie aktiviert wird, steht in der Anleitung von AEG, Bosch, Siemens, Miele & Co. Sicherer ist es ohnehin, das Kochfeld vor dem Putzen ganz auszuschalten.
Was Sie brauchen
- weiches Tuch oder Schwamm ohne kratzende Seite
- Spülmittel und warmes Wasser
- Mikrofasertuch zum Trockenreiben
- Glaskeramikschaber mit scharfer Klinge
- Glaskeramikreiniger aus Flasche oder Tube, siehe Ceranfeldreiniger
- bei Kalk: etwas Essig oder Zitronensaft
Tägliche Reinigung in fünf Schritten
- Abkühlen lassen. Warten, bis die Restwärmeanzeige („H“) erlischt oder die Fläche nur noch lauwarm ist. Ausnahme: Zuckerhaltiges, dazu gleich mehr.
- Grobes abnehmen. Krümel und lose Reste mit einem trockenen Tuch zusammenschieben. Sandkörner und Salzkristalle nicht über das Glas reiben, sie verkratzen es.
- Feucht wischen. Tuch in warmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel tauchen, gut auswringen und die Fläche abwischen. Ein tropfnasses Tuch hinterlässt nur Schlieren und stört die Sensoren.
- Nachwischen. Mit klarem Wasser einmal nachwischen, damit keine Spülmittelreste antrocknen und beim nächsten Kochen einbrennen.
- Trocken polieren. Mit einem sauberen Mikrofasertuch trockenreiben. Das verhindert Kalkränder, gerade bei hartem Wasser.
Wer das nach jedem Kochen erledigt, braucht Schaber und Spezialreiniger nur selten.
Eingebranntes mit dem Schaber lösen
Für festgebackene Reste ist ein Glaskeramikschaber das richtige Werkzeug, nicht der Topfschwamm. Weichen Sie die Stelle zuerst mit etwas Spülwasser einige Minuten ein. Setzen Sie den Schaber dann flach an, im Winkel von etwa 30 Grad, und schieben Sie ihn mit leichtem Druck über den Belag. Die Klinge darf nicht senkrecht aufgesetzt oder verkantet werden, sonst hinterlässt sie Kratzer. Stumpfe oder schartige Klingen wechseln Sie aus.
Richtig geführt, also flach und ohne Verkanten, verkratzt ein scharfer Schaber die Glaskeramik nicht; dafür ist er gemacht. Auf dem Rahmen aus Edelstahl oder Kunststoff hat er dagegen nichts zu suchen. Nach dem Schaben wischen Sie feucht nach und tragen bei Bedarf Glaskeramikreiniger auf.
Zucker und Kunststoff: sofort, nicht später
Zucker ist der größte Feind der Glaskeramik. Übergelaufene Marmelade, Karamell, Fruchtsaft oder Milchreis mit viel Zucker gehen beim Abkühlen eine Verbindung mit der Oberfläche ein. Später beim Abschaben können kleine, muschelförmige Stücke aus dem Glas brechen. Dasselbe gilt für geschmolzene Kunststoffreste, etwa von einem Kochlöffel oder einer Verpackung.
Schalten Sie in diesem Fall die Zone aus, ziehen Sie den Topf weg und schieben Sie den noch weichen Belag mit dem Schaber sofort aus der heißen Zone. Schutzhandschuh oder Topflappen nicht vergessen, die Fläche ist bei Glaskeramik mehrere hundert Grad heiß, bei Induktion durch den Topf ebenfalls sehr warm. Den Rest reinigen Sie, wenn die Fläche abgekühlt ist.
Kalkflecken und metallisch schimmernde Flecken
Weiße Ränder entstehen, wenn Kochwasser überläuft und eintrocknet. Sie lassen sich mit etwas Essig oder Zitronensaft auf einem Tuch lösen, anschließend mit klarem Wasser nachwischen. Achten Sie darauf, dass die Säure nicht lange auf Aluminium- oder Kunststoffrahmen und nicht auf eine Arbeitsplatte aus Naturstein läuft. Mehr zu den Mitteln finden Sie unter Entkalken.
Metallisch oder regenbogenfarben schimmernde Flecken stammen meist von Topfböden, die über das Glas geschoben wurden, oder von überhitzten Speiseresten. Das ist Abrieb auf der Oberfläche, kein Schaden im Glas. Ein Glaskeramikreiniger mit feinen Putzkörpern, laut Hersteller für Glaskeramik geeignet, entfernt ihn meist. Solche Reiniger hinterlassen oft einen hauchdünnen Pflegefilm, der das nächste Einbrennen erschwert. Einen passenden Glaskeramik-Reiniger bekommen Sie in jeder Drogerie und online.
Echte Kratzer lassen sich nicht wegpolieren. Sie beeinträchtigen die Funktion aber nicht, solange das Glas nicht gesprungen ist.
Was dem Kochfeld schadet
- Scheuermilch, Scheuerpulver und die grüne Seite des Topfschwamms: Sie machen die Fläche mit der Zeit matt und kratzig; in den Riefen setzt sich neuer Schmutz fest.
- Stahlwolle und Metallschwämme: hinterlassen Kratzer und Metallabrieb.
- Backofenspray: für Glaskeramikkochfelder ungeeignet, es kann Dekor und Rahmen angreifen. Die Hinweise auf der Dose nennen das in der Regel ausdrücklich. Mehr zum Spray unter Backofenspray.
- Dampfreiniger: Viele Hersteller raten davon ab, weil Dampf in die Bedienelektronik und unter den Rahmen dringen kann.
- Geschirrspülmittel für die Maschine: zu aggressiv für die Oberfläche.
- Salz, Sand, Keramiktöpfe mit rauem Boden: Sie verkratzen beim Schieben. Töpfe anheben statt schieben.
Kochfeld mit Dunstabzug (Bora, Kochfeldabzug)
Kochfelder mit integriertem Dunstabzug in der Mitte, wie sie Bora, AEG oder Siemens anbieten, reinigen Sie an der Glasfläche genauso. Der Unterschied ist der Abzug: Unter der Abdeckung sitzen meist eine Einströmdüse oder ein Gitter, darunter ein Fettfilter und ein Behälter, der übergekochte Flüssigkeit auffängt. Diese Teile lassen sich in der Regel ohne Werkzeug herausnehmen. Metallische Fettfilter dürfen bei den meisten Herstellern in die Spülmaschine, Aktivkohle- oder Geruchsfilter nicht. Den Auffangbehälter leeren und auswaschen Sie, sobald etwas hineingelaufen ist, und kontrollieren ihn sonst etwa einmal im Monat. Welche Teile spülmaschinenfest sind und wie oft ein Filter gewechselt wird, steht in der Anleitung; sie hat hier eindeutig Vorrang. Allgemeines zu Fett- und Kohlefiltern finden Sie unter Dunstabzugshaube reinigen.
Wann Sie aufhören sollten
Ein Riss oder Sprung in der Glaskeramik ist gefährlich, weil darunter stromführende Teile liegen und Flüssigkeit eindringen kann. Schalten Sie das Kochfeld sofort aus, schalten Sie die zugehörige Sicherung ab und benutzen Sie es nicht mehr, auch nicht „nur noch schnell“. Die Reparatur ist Sache des Kundendienstes oder einer Elektrofachkraft. Dasselbe gilt, wenn nach dem Putzen Fehlermeldungen bleiben, obwohl die Fläche trocken ist.
Damit es gar nicht erst einbrennt
Topfböden sauber und trocken aufsetzen, Deckel benutzen, bei Milch und zuckerhaltigen Speisen dabeibleiben und Töpfe nicht über den Rand hinaus füllen. Bei Induktion lohnt es sich, die Leistungsstufe beim Aufkochen im Blick zu behalten, die Wärme kommt schneller als beim alten Herd. Und Spritzer nach dem Kochen gleich wegwischen: Das dauert eine halbe Minute und erspart den Schaber. Weitere Tipps für die Küche finden Sie unter Herd reinigen.
Häufige Fragen
Wie reinigt man ein Induktionskochfeld am besten?
Im abgekühlten Zustand mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel abwischen, mit klarem Wasser nachwischen und trocken polieren. Für Eingebranntes einen Glaskeramikschaber flach ansetzen, für Kalk und Schlieren einen Glaskeramikreiniger nehmen. Vorher die Wischsperre aktivieren oder das Feld ganz ausschalten.
Darf ich Essig auf das Induktionskochfeld geben?
Ja, auf die Glaskeramik selbst schadet verdünnter Essig nicht, er löst Kalkränder gut. Wischen Sie danach mit Wasser nach und achten Sie darauf, dass er nicht auf empfindliche Rahmen oder eine Naturstein-Arbeitsplatte läuft.
Kann ich Backpulver oder Natron verwenden?
Als feuchte Paste lösen sie leichte Verschmutzungen, wirken aber leicht schmirgelnd. Tragen Sie sie ohne Druck auf und wischen Sie gründlich nach. Für Eingebranntes ist der Schaber besser, für die Pflege ein Glaskeramikreiniger.
Wie bekomme ich Kratzer aus dem Ceranfeld?
Gar nicht. Kratzer im Glas lassen sich nicht auspolieren, auch nicht mit Zahnpasta oder Polierpaste. Was wie ein Kratzer aussieht, ist aber oft nur ein Metallabrieb vom Topfboden, und der geht mit Glaskeramikreiniger weg.
Gibt es Unterschiede bei AEG, Bosch oder Miele?
An der Glasfläche kaum, die Reinigung ist bei allen Herstellern ähnlich. Unterschiede gibt es bei der Wischsperre, beim Rahmen und bei Kochfeldern mit Abzug. Diese Punkte klärt die Bedienungsanleitung des Modells.
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