Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Gasherd und Elektroherd reinigen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Gasbrenner mit Topfträgern auf einem Edelstahlkochfeld, dahinter ein Kessel
Brennerdeckel und Brennerköpfe nur vollständig trocken wieder aufsetzen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Vor dem Putzen: Sicherheit zuerst
  2. Was Sie brauchen
  3. Gasherd reinigen Schritt für Schritt
  4. Elektroherd: Glaskeramik, Induktion und Gusseisenplatten
  5. Edelstahlfront, Knöpfe und Bedienblende
  6. Backofen und Backofentür
  7. Dunstabzug über dem Herd
  8. Hausmittel und Tricks aus dem Netz
  9. Wie oft und in welcher Reihenfolge
  10. Häufige Fragen

Einen Herd reinigen Sie am besten in Etappen: Kochfläche nach jedem Kochen kurz abwischen, einmal pro Woche gründlicher, und Backofen und Dunstabzug nach Bedarf. Beim Gasherd kommen Topfträger, Brennerdeckel und Brennerköpfe herunter und werden gespült – danach müssen sie trocken und richtig sitzend zurück, sonst zündet der Herd nicht oder brennt ungleichmäßig. Beim Elektroherd hängt alles an der Oberfläche: Glaskeramik, Gusseisenplatte oder Edelstahl brauchen jeweils etwas anderes.

Vor dem Putzen: Sicherheit zuerst

Schalten Sie alle Kochstellen und den Backofen aus und lassen Sie den Herd abkühlen. Gusseiserne Kochplatten und Glaskeramik bleiben lange heiß. Beim Elektroherd reicht das Ausschalten für das Abwischen der Oberfläche; wenn Sie Knöpfe abziehen, an der Backofentür schrauben oder viel Wasser benutzen, schalten Sie zusätzlich die Sicherung aus. Die meisten Elektroherde sind fest angeschlossen und haben keinen Stecker.

Beim Gasherd drehen Sie alle Knöpfe auf Null. Hat der Herd einen eigenen Gasabsperrhahn, können Sie ihn für die Reinigung schließen. Arbeiten an Gasleitung, Schlauch oder Anschluss sind grundsätzlich Sache eines Fachbetriebs.

Bei Gasgeruch: keine Lichtschalter, keine Klingel, kein Handy im Raum, keine Flamme. Fenster und Türen öffnen, den Haupthahn schließen, wenn er gefahrlos erreichbar ist, andere warnen, das Gebäude verlassen und von draußen den Notdienst des Gasversorgers oder die Feuerwehr anrufen.

Was Sie brauchen

  • Spülmittel und warmes Wasser in der Spüle oder einem Eimer
  • weiche Schwämme und Tücher, eine Spülbürste oder alte Zahnbürste
  • Holzzahnstocher für die Flammöffnungen
  • Glaskeramikschaber für Ceran- und Induktionsflächen
  • Mikrofasertuch zum Trockenreiben
  • bei Bedarf Natron, Edelstahlpflege, Kochplattenpflege

Gasherd reinigen Schritt für Schritt

  1. Topfträger abnehmen. Die Roste aus emailliertem Gusseisen oder Stahl in heißem Spülwasser einweichen, bei starker Verschmutzung über Nacht. Ob sie in die Spülmaschine dürfen, steht in der Anleitung; unbeschichtetes Gusseisen rostet dort.
  2. Brennerdeckel und Brennerköpfe abnehmen. Die Deckel liegen meist lose auf, die Köpfe darunter lassen sich abheben. Nichts abschrauben, was nicht zum Abnehmen gedacht ist.
  3. Brennerteile spülen. In warmem Spülwasser einweichen, Krusten mit einer Bürste lösen. Die Flammöffnungen mit einem Holzzahnstocher oder einer weichen Bürste frei machen, ohne sie aufzuweiten. Keine Drahtbürste, kein Scheuerpulver an beschichteten Deckeln.
  4. Mulden auswischen. Die Herdmulde mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel reinigen, eingetrocknete Überläufe vorher einweichen. Wasser darf nicht in die Brenneröffnungen und in die Gasdüse laufen.
  5. Zündung und Thermoelement schonen. Der kleine Keramikstift neben dem Brenner ist die Zündkerze, der Metallfühler das Thermoelement der Zündsicherung. Beide nur vorsichtig mit einem gut ausgewrungenen Tuch abwischen, nicht verbiegen und nicht nass machen.
  6. Alles vollständig trocknen lassen. Brennerköpfe und Deckel gründlich abtrocknen und am besten noch eine Stunde an der Luft liegen lassen. Feuchtigkeit in den Öffnungen führt zu Zündproblemen und unruhiger Flamme.
  7. Richtig wieder aufsetzen. Brennerkopf und Deckel so auflegen, dass sie plan und genau zentriert sitzen, oft gibt es eine Nase oder Kerbe als Führung. Ein schief sitzender Deckel führt zu ungleichmäßiger, gelber oder abreißender Flamme.
  8. Probelauf. Jeden Brenner einzeln zünden. Die Flamme sollte gleichmäßig rundum und bläulich brennen.

Klickt die Zündung nach dem Putzen weiter, obwohl der Brenner brennt, ist meist noch Feuchtigkeit am Zündstift oder im Schalter. Herd ausschalten, einige Stunden trocknen lassen und erneut versuchen. Bleibt das Klicken oder zündet ein Brenner gar nicht, rufen Sie den Kundendienst. Dasselbe gilt für Herde im Wohnmobil: gleiche Handgriffe, gleiche Vorsicht, und die Gasanlage wird dort ohnehin regelmäßig geprüft.

Elektroherd: Glaskeramik, Induktion und Gusseisenplatten

Glaskeramik und Induktion reinigen Sie feucht mit Spülmittel, Eingebranntes mit dem Glaskeramikschaber, Kalk und Metallabrieb mit einem Glaskeramikreiniger. Zucker sofort aus der heißen Zone schieben. Alles Weitere steht in der eigenen Anleitung Induktions- und Glaskeramikkochfeld reinigen.

Gusseiserne Kochplatten (Massekochplatten) sind dunkel und rau. Wischen Sie sie im abgekühlten Zustand feucht mit etwas Spülmittel ab. Eingebranntes lässt sich mit einem leicht angefeuchteten Scheuerschwamm abreiben. Danach gründlich trocknen, am besten die Platte kurz aufheizen, damit sie nicht rostet. Ein spezielles Kochplatten-Pflegemittel, dünn aufgetragen und nach Packungsangabe eingebrannt, schützt vor Rost und lässt die Platten wieder gleichmäßig schwarz aussehen. Den Edelstahlring um die Platte reinigen Sie wie andere Edelstahlflächen.

Ältere Herde mit Emaille-Mulde vertragen Spülmittel, Natronpaste und einen weichen Schwamm; Scheuermittel und Stahlwolle zerkratzen die Emaille.

Edelstahlfront, Knöpfe und Bedienblende

Edelstahl wischen Sie mit einem feuchten Mikrofasertuch und einem Tropfen Spülmittel immer in Richtung des Schliffs ab und reiben dann trocken. Eingebranntes lösen Sie mit einer Natronpaste oder einem Edelstahlreiniger, nicht mit Stahlwolle oder Chlorreiniger. Mehr unter Edelstahl reinigen. Bei Oberflächen mit Fingerprint-Schutz nur das verwenden, was der Hersteller nennt.

Die Drehknöpfe lassen sich bei vielen Herden nach vorn abziehen. Waschen Sie sie in warmem Spülwasser und lassen Sie sie vollständig trocknen, bevor sie zurückkommen. Die Blende dahinter nur mit einem gut ausgewrungenen Tuch abwischen, Wasser darf nicht in die Schalter laufen. Versenkknöpfe und Touch-Blenden wischen Sie nur feucht ab; Hinweise zum Abnehmen gibt die Anleitung.

Backofen und Backofentür

Den Innenraum des Backofens behandelt eine eigene Anleitung: Backofen reinigen. Für hartnäckige Krusten auf Emaille ist Backofenspray das stärkste Mittel, nicht aber auf katalytischen Flächen.

Viele Backofentüren von Bosch, Siemens, AEG, Bauknecht oder Amica haben zwei oder drei Glasscheiben. Zwischen die Scheiben gelangen mit der Zeit Fettdampf und Krümel. Bei den meisten Modellen lässt sich die Tür aushängen und die innere Scheibe ohne Werkzeug herausnehmen; wie genau, beschreibt die Anleitung Schritt für Schritt. Die Scheiben reinigen Sie mit Spülmittel oder einem Glasreiniger, Eingebranntes mit dem Glasschaber. Achten Sie beim Wiedereinsetzen auf die richtige Reihenfolge und Seite, sonst sitzt die Tür nicht dicht. Scheiben aus Sicherheitsglas vertragen keine Stöße an den Kanten. Die Türdichtung nur feucht abwischen und nicht abziehen.

Dunstabzug über dem Herd

Die Dunstabzugshaube sammelt das Fett, das sonst am Herd kleben würde. Metall-Fettfilter dürfen bei den meisten Herstellern in die Spülmaschine, bei starkem Fett besser einzeln und aufrecht. Aktivkohlefilter im Umluftbetrieb gehören nicht in die Spülmaschine; sie werden nach Herstellerangabe gewechselt. Ausnahme sind ausdrücklich regenerierbare Kohlefilter, die laut Anleitung gewaschen und im Backofen getrocknet werden dürfen. Anleitung und Wechselintervalle stehen unter Dunstabzugshaube reinigen. Kochfeldabzüge etwa von Bora haben ihre Filter und einen Auffangbehälter unter der Einströmöffnung im Kochfeld.

Hausmittel und Tricks aus dem Netz

  • Natron: als Paste gut gegen Eingebranntes auf Emaille, Edelstahl und Topfträgern, wirkt leicht schmirgelnd und löst Fett.
  • Essig: gegen Kalkränder auf Glaskeramik und Edelstahl. Nicht auf Naturstein-Arbeitsplatten und nie zusammen mit Chlorreinigern.
  • Zahnpasta: ein Schleifmittel. Auf matten Flächen verursacht sie oft glänzende Stellen, auf Hochglanz Kratzer. Kein Vorteil gegenüber Natron.
  • Rasierschaum und Klarspüler: werden gern empfohlen, bringen aber gegenüber Spülmittel nichts und hinterlassen Rückstände.
  • Dampfreiniger: Viele Hersteller raten bei Kochfeldern und Bedienblenden davon ab, weil Dampf in die Elektronik und unter Rahmen dringt. Nur, wo die Anleitung es erlaubt.
  • Waschpads mit Stahlwolle: auf Emaille, Glaskeramik und Edelstahl ein sicherer Weg zu Kratzern.

Wie oft und in welcher Reihenfolge

Kochfläche nach jedem Kochen kurz feucht abwischen, Topfträger und Brenner beim Gasherd etwa einmal im Monat oder nach Überkochen gründlich reinigen, Fettfilter alle vier bis acht Wochen. Beim großen Putz arbeiten Sie von oben nach unten: erst Dunstabzug und Filter, dann Kochfläche, dann Front und Backofen. So tropft kein Schmutz auf bereits Geputztes. Einen Überblick über die ganze Küche gibt der Putzplan.

Häufige Fragen

Wie reinigt man die Brenner eines Gasherds?

Brennerdeckel und -köpfe abnehmen, in warmem Spülwasser einweichen, mit einer Bürste reinigen, die Flammöffnungen mit einem Holzzahnstocher frei machen, vollständig trocknen lassen und exakt wieder aufsetzen. Zündstift und Thermoelement dabei nicht nass machen.

Dürfen die Topfträger in die Spülmaschine?

Das hängt vom Material ab und steht in der Anleitung. Emaillierte Roste vertragen die Maschine oft, verlieren aber mit der Zeit ihren Glanz. Unbeschichtetes Gusseisen rostet; es wird von Hand gespült und getrocknet.

Warum brennt die Flamme nach dem Putzen gelb oder ungleichmäßig?

Meist sitzt ein Brennerdeckel schief, eine Flammöffnung ist verstopft oder noch feucht. Herd aus, abkühlen lassen, Deckel richtig auflegen und Öffnungen prüfen. Brennt die Flamme weiter gelb, rußt oder hebt ab, muss ein Fachbetrieb nachsehen.

Wie reinige ich die Scheibe in der Backofentür von innen?

Bei den meisten Öfen lässt sich die Tür aushängen und die Innenscheibe herausnehmen. Die Anleitung zeigt, wie. Dann die Scheiben mit Spülmittel reinigen, trocknen und in der richtigen Reihenfolge wieder einsetzen.