Was darf nicht in den Trockner? Die Liste mit Begründung

Inhalt10 Abschnitte
- Die Liste auf einen Blick
- Was das Trocknersymbol sagt
- Wolle, Seide und Viskose: Fasern, die Hitze und Bewegung nicht vertragen
- BHs, Strumpfhosen und alles mit viel Elasthan
- Bedrucktes, Beflocktes und Verziertes
- Gummi, Schaumstoff und Latex
- Brandgefahr: ölverschmutzte Textilien
- Je nach Etikett: Funktionskleidung, Daunen, Vorhänge
- Wenn es doch passiert ist
- Häufige Fragen
Nicht in den Trockner dürfen Wolle, Seide, Viskose, BHs und feine Wäsche, bedruckte und beflockte Kleidung, alles mit Gummi oder Schaumstoff sowie Textilien, an denen Öl, Fett oder Lösungsmittel haften. Die Gründe sind immer dieselben drei: Hitze, ständige Reibung und – bei Ölresten – Brandgefahr. Im Zweifel gilt das Pflegeetikett, und fehlt es, die Leine.
Die Liste auf einen Blick
| Was | Warum nicht | Stattdessen |
| Wolle, Kaschmir, Merino | verfilzt und läuft ein | liegend auf einem Handtuch trocknen |
| Seide | wird brüchig und matt, knittert stark | im Schatten hängend oder liegend |
| Viskose, Modal, Lyocell | läuft ein und verzieht sich | feucht in Form ziehen, aufhängen |
| BHs, Spitze, Strumpfhosen, Bademode | Elasthan leiert aus, Bügel und Schalen verformen sich | liegend oder hängend an der Luft |
| Bedrucktes, Beflocktes, Pailletten, Strass | Drucke reißen, Kleber löst sich | auf links aufhängen |
| Gummi, Latex, Schaumstoff, Antirutschbeschichtung | wird spröde, schmilzt, Brandgefahr | an der Luft trocknen |
| Textilien mit Öl-, Fett-, Wachs- oder Lösungsmittelresten | können sich selbst entzünden | heiß waschen, an der Luft trocknen |
| Leder, Kunstleder, Pelz | wird hart, reißt, schrumpft | bei Zimmertemperatur trocknen |
Was das Trocknersymbol sagt
Auf dem Pflegeetikett steht der Trockner als Quadrat mit einem Kreis darin. Ein Punkt im Kreis bedeutet schonendes Trocknen bei niedriger Temperatur, zwei Punkte bedeuten normales Trocknen. Ist das Zeichen durchgestrichen, darf das Teil nicht in den Trockner. Quadrate mit Strichen statt Kreis stehen für das Trocknen an der Luft: ein waagerechter Strich für liegend, ein senkrechter für hängend, schräge Striche in der Ecke für Schatten. Alle Zeichen im Überblick finden Sie im Beitrag Waschsymbole.
Fehlt das Etikett, richten Sie sich nach dem empfindlichsten Material im Teil. Ein Baumwollshirt mit fünf Prozent Elasthan und Aufdruck ist kein Baumwollshirt mehr, sondern ein Fall für die Leine oder das Schonprogramm.
Wolle, Seide und Viskose: Fasern, die Hitze und Bewegung nicht vertragen
Wolle verfilzt, wenn Wärme, Feuchtigkeit und Reibung zusammenkommen: Die Schuppen der Fasern verhaken sich, das Gestrick wird dicht, hart und mehrere Größen kleiner. Rückgängig machen lässt sich das kaum. Einzelne Trockner haben ein Wollprogramm, das die Stücke fast ohne Bewegung trocknet; es ist nur für Wolle gedacht, deren Etikett den Trockner ausdrücklich erlaubt. Alles andere trocknet liegend, wie im Beitrag Wolle waschen beschrieben.
Seide verliert im Trockner Glanz und Festigkeit, die feinen Fasern scheuern auf und knittern stark. Viskose ist nass besonders empfindlich: Sie quillt im Wasser auf und zieht sich beim heißen Trocknen zusammen, sodass Blusen und Kleider kürzer und enger herauskommen. Für beide gilt: feucht in Form ziehen und an der Luft trocknen. Näheres unter Seide waschen und Viskose waschen.
BHs, Strumpfhosen und alles mit viel Elasthan
Elasthan sorgt für Dehnbarkeit und Halt, altert aber durch Hitze. Im Trockner leiern Bänder und Bündchen aus, Stoffe werden wellig. Bei BHs kommen Bügel dazu, die sich verbiegen oder durch den Stoff arbeiten, und vorgeformte Schalen, die Dellen bekommen; Haken reißen außerdem Fäden an anderer Wäsche. Dasselbe gilt für Strumpfhosen, Shapewear, Bademode und Kompressionsstrümpfe. Wie BHs schonend gewaschen und getrocknet werden, steht unter BH waschen.
Alltagskleidung mit kleinem Elasthananteil, etwa Stretchjeans oder Socken, übersteht ein Schonprogramm meist, hält an der Leine aber deutlich länger.
Bedrucktes, Beflocktes und Verziertes
Aufdrucke aus Kunststoff, Flockbuchstaben auf Trikots, aufgebügelte Motive, Pailletten und Strasssteine sind mit Kleber oder Hitze aufgebracht – und Hitze löst sie auch wieder. Drucke werden rissig, kleben aneinander oder färben auf die Trommel ab, Applikationen fallen ab. Erlaubt das Etikett den Trockner, dann nur auf links und mit niedriger Temperatur. Bei Vereinstrikots mit Beflockung ist die Leine die sichere Wahl.
Gummi, Schaumstoff und Latex
Badematten und Teppiche mit Gummi- oder Latexrücken, Duschhauben, Regenkleidung mit Gummierung, Schaumstoffkissen, Schulterpolster und Hausschuhe mit Schaumsohle gehören nicht in den Trockner. Die Materialien werden spröde, krümeln, verkleben oder schmelzen, und die Krümel setzen sich im Gerät fest. Gerätehersteller nennen in ihren Sicherheitshinweisen Schaumgummi und gummiähnliche Materialien ausdrücklich, weil sie sich bei Hitze entzünden können.
Brandgefahr: ölverschmutzte Textilien
Der wichtigste Punkt dieser Liste hat nichts mit Schonung zu tun.
Textilien mit Resten von Speiseöl, Massage- oder Körperöl, Fett, Wachs, Leinöl, Benzin, Fleckenentferner oder anderen Lösungsmitteln dürfen nicht in den Trockner. Öle können beim Trocknen Wärme entwickeln, die sich im dichten Wäschestapel staut – in der Trommel oder noch danach im Wäschekorb. Im ungünstigen Fall entzündet sich die Wäsche von selbst. Lösungsmittel bilden zudem brennbare Dämpfe. Eine normale Wäsche entfernt Öl oft nicht vollständig, vor allem nicht bei niedriger Temperatur.
Betroffen sind typischerweise Geschirr- und Putztücher aus der Küche, Handtücher aus Massage- und Kosmetikanwendungen, Arbeitskleidung aus Werkstatt und Gastronomie sowie Lappen von Holzöl- und Lackarbeiten. Waschen Sie solche Stücke so heiß, wie das Etikett erlaubt, mit reichlich Vollwaschmittel, und trocknen Sie sie auf der Leine. Lappen mit Leinöl oder ölhaltigen Holzpflegemitteln gehören gar nicht erst in die Maschine; sie werden nach Herstellerangabe ausgebreitet getrocknet oder in einem geschlossenen Metallbehälter entsorgt.
Zur Sicherheit gehört auch die Pflege des Geräts: Das Flusensieb nach jedem Durchgang leeren und das Programm nicht vor dem Ende der Abkühlphase abbrechen, um heiße Wäsche herauszunehmen und zu stapeln. Die Reinigungsschritte stehen im Beitrag Trockner reinigen.
Je nach Etikett: Funktionskleidung, Daunen, Vorhänge
Hier gibt es keine einheitliche Regel. Manche Regen- und Outdoorjacken sollen nach dem Waschen sogar kurz und schonend in den Trockner, weil Wärme die wasserabweisende Ausrüstung wieder aktiviert; andere Membranen und verklebte Nähte vertragen das nicht. Entscheidend ist die Angabe des Herstellers, mehr dazu unter Funktionskleidung waschen. Daunenjacken und -decken brauchen den Trockner meist, damit die Füllung nicht verklumpt – allerdings schonend und mit viel Geduld, siehe Daunenjacke waschen.
Mit Vorsicht zu behandeln sind außerdem Gardinen (knittern und können einlaufen), Leinen (knittert stark, läuft leicht ein), Mikrofasertücher (nur ohne Trocknertücher, niedrige Temperatur) und sehr große Stücke, die die Trommel ganz ausfüllen und deshalb ungleichmäßig trocknen.
Wenn es doch passiert ist
Eingelaufene Baumwolle und Viskose lassen sich manchmal ein Stück zurückdehnen; die Möglichkeiten und ihre Grenzen beschreibt der Beitrag Eingelaufene Kleidung dehnen. Verfilzte Wolle, ausgeleiertes Elasthan und abgeplatzte Drucke sind dagegen nicht zu retten. Hat sich Gummi oder ein Aufdruck in der Trommel abgesetzt, das Gerät abkühlen lassen und die Rückstände mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel entfernen, bevor die nächste Ladung hineinkommt.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn man Wäsche trotz Verbot in den Trockner gibt?
Je nach Material läuft sie ein, verfilzt, leiert aus oder verliert Aufdrucke. Einmal im Schonprogramm bleibt oft folgenlos, verlassen sollten Sie sich darauf nicht – bei Wolle reicht ein einziger Durchgang.
Dürfen Schuhe in den Trockner?
Im Normalfall nein. Kleber lösen sich, Sohlen verformen sich, und das Poltern belastet die Trommel. Ausnahmen sind Geräte mit einem Schuhkorb oder Trockengestell, auf dem die Schuhe ruhig liegen. Zum Waschen siehe Schuhe in der Waschmaschine.
Darf Bettwäsche in den Trockner?
Baumwollbettwäsche in der Regel ja, Satin, Seersucker und Jersey je nach Etikett schonend. Seide und Leinen besser nicht. Große Bezüge vorher zuknöpfen, damit sich keine Kleinteile darin verfangen und feucht bleiben.
Kann ich Handtücher mit Massageöl nach dem Waschen in den Trockner geben?
Davon ist abzuraten. Ölreste bleiben oft im Gewebe und können sich bei Hitze selbst entzünden. Heiß mit Vollwaschmittel waschen und an der Luft trocknen.
Welche Kleidung läuft im Trockner am ehesten ein?
Wolle, Viskose und nicht vorgewaschene Baumwolle, vor allem Strickwaren und Jersey. Synthetik läuft kaum ein, kann bei zu hoher Temperatur aber dauerhaft knittern oder sich verformen.



