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Seide waschen: von Hand und in der Maschine

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Cremefarbener Seidenstoff mit weichem Faltenwurf
Seide wird kalt und ohne Reiben gewaschen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Seide so empfindlich ist
  2. Seide waschen im Überblick
  3. Vor der ersten Wäsche: Farbechtheit testen
  4. Das richtige Waschmittel
  5. Seide von Hand waschen
  6. Seide in der Waschmaschine
  7. Trocknen und bügeln
  8. Wasserflecken auf Seide
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Seide waschen Sie am sichersten von Hand in kaltem bis höchstens 30 °C warmem Wasser, mit einem Seiden- oder Wollwaschmittel ohne Enzyme und nur wenige Minuten lang. Reiben, Wringen, Sonne und Hitze verträgt die Faser nicht. Viele Seidenteile dürfen laut Etikett auch in die Maschine – dann im Wäschenetz und im schonendsten Programm. Teile mit dem Hinweis „nur chemisch reinigen“ gehören in die Reinigung.

Warum Seide so empfindlich ist

Seide ist der Faden, den die Seidenraupe für ihren Kokon spinnt, und besteht wie Wolle und Haar aus Eiweiß. Daraus ergibt sich fast alles, was bei der Pflege zählt: Eiweißlösende Enzyme im Waschmittel greifen die Faser an, ebenso stark alkalische Mittel und Bleiche. Nass ist Seide deutlich weniger reißfest als trocken, und Reibung raut die glatte Oberfläche auf – zurück bleiben stumpfe, helle Stellen. Sonnenlicht lässt Seide vergilben und macht sie mürbe.

Seide waschen im Überblick

WasTemperaturProgrammWaschmittelTrockner
Bluse, Hemd, Topkalt bis 30 °CHandwäsche; Maschine nur laut EtikettSeiden- oder Wollwaschmittelnein
Schal, TuchkaltHandwäsche, einzelnSeidenwaschmittelnein
Bettwäsche, Kissenbezug30 °CSeide oder Handwäsche, im WäschenetzSeiden- oder Wollwaschmittelnein
Unterwäsche, Nachtwäsche30 °CHandwäsche oder SeidenprogrammSeiden- oder Wollwaschmittelnein
Krawatte, gefütterte Jacke, Kleid mit Einlagen–nicht waschen, Reinigung–nein

Maßgeblich ist das Pflegeetikett; was die Zeichen bedeuten, steht im Beitrag Waschsymbole. Krawatten enthalten eine Einlage, die sich im Wasser verzieht, und werden deshalb grundsätzlich nicht gewaschen.

Vor der ersten Wäsche: Farbechtheit testen

Kräftig gefärbte und bedruckte Seide kann ausbluten. Das merken Sie besser an einer Stelle, die niemand sieht:

  1. Verdeckte Stelle suchen. Geeignet ist eine Nahtzugabe innen oder die Innenseite des Saums.
  2. Anfeuchten. Tupfen Sie mit einem weißen Tuch oder Wattestäbchen etwas kaltes Wasser mit einem Tropfen Waschmittel auf.
  3. Abdrücken. Drücken Sie das weiße Tuch einige Sekunden auf die Stelle.
  4. Auswerten. Bleibt das Tuch weiß und die Stelle nach dem Trocknen unverändert, können Sie waschen. Färbt das Tuch sich oder bleibt ein Rand zurück, geben Sie das Teil in die Reinigung.

Mehrfarbige Teile sind heikler als einfarbige, weil dunkle Partien in helle auslaufen können. Waschen Sie Seide grundsätzlich einzeln oder nur mit gleichfarbigen Teilen.

Das richtige Waschmittel

Geeignet sind Seidenwaschmittel und Wollwaschmittel: Beide kommen ohne eiweißlösende Enzyme, ohne Bleiche und ohne optische Aufheller aus. Mehr dazu im Beitrag Wollwaschmittel. Bei gewöhnlichem Feinwaschmittel lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe – manche enthalten Enzyme und sind dann für Seide nicht die richtige Wahl. Voll- und Colorwaschmittel scheiden aus, ebenso Weichspüler, Fleckensalz und Gallseife.

Dosieren Sie sparsam. Für eine Handwäsche reicht eine sehr kleine Menge; zu viel Waschmittel lässt sich schlecht ausspülen und macht den Stoff stumpf.

Seide von Hand waschen

Die Handwäsche im Einzelnen beschreibt der Beitrag Handwäsche. Für Seide gilt verschärft:

  1. Sauberes Becken, kaltes Wasser. Reste von Putzmitteln im Waschbecken schaden. Das Wasser ist kalt bis handwarm, höchstens 30 °C.
  2. Waschmittel zuerst auflösen. Erst wenn sich nichts mehr absetzt, kommt das Teil ins Wasser.
  3. Kurz schwenken. Bewegen Sie die Seide zwei bis drei Minuten sanft durch die Lauge. Nicht einweichen, nicht reiben, nicht kneten.
  4. Gleich warm spülen. Zwei- bis dreimal in klarem Wasser derselben Temperatur, bis kein Schaum mehr kommt. Ein kleiner Schuss heller Essig im letzten Spülwasser kann Kalk- und Waschmittelreste lösen.
  5. Im Handtuch ausdrücken. Legen Sie das Teil flach auf ein helles Frotteetuch, rollen Sie beides locker auf und drücken Sie die Rolle sanft. Niemals wringen.

Seide in der Waschmaschine

Zeigt das Etikett einen Waschbottich mit einer Zahl oder mit Balken darunter, ist die Maschine erlaubt. So verringern Sie das Risiko:

  • Wäschenetz verwenden. Es schützt vor Reibung an der Trommel und vor Haken und Reißverschlüssen anderer Teile.
  • Programm für Seide, Handwäsche oder Wolle wählen. Diese Programme bewegen die Trommel nur wenig und arbeiten mit viel Wasser. Temperatur auf kalt oder 30 °C stellen.
  • Schleudern auf die niedrigste Stufe. Oder ganz abwählen und das Teil anschließend im Handtuch ausdrücken.
  • Trommel nur wenig füllen. Zwei, drei Seidenteile oder ein Bettwäscheset, nichts Schweres dazu – keine Jeans, keine Handtücher.
  • Sofort herausnehmen. Liegt nasse Seide zerknüllt in der Trommel, setzen sich Falten fest.

Trocknen und bügeln

Seide trocknet schnell. Hängen Sie Blusen und Kleider auf einen gepolsterten oder breiten Kunststoffbügel, legen Sie Schals und Strick aus Seide flach auf ein Handtuch. Der Platz sollte schattig und luftig sein – nicht in die Sonne, nicht auf die Heizung, nicht in den Trockner. Unlackierte Holzbügel und Holzklammern können auf nasser Seide abfärben.

Gebügelt wird, solange die Seide noch leicht feucht ist:

  1. Auf links drehen. Die Außenseite bekommt sonst Glanzstellen.
  2. Niedrigste Stufe einstellen. Das ist die Seidenstufe mit einem Punkt.
  3. Ohne Dampf und ohne Sprühen. Einzelne Wassertropfen hinterlassen Flecken. Ist das Teil schon trocken, feuchten Sie es lieber als Ganzes an, etwa indem Sie es kurz in ein feuchtes Handtuch einschlagen.
  4. Zügig bügeln. Das Eisen nicht stehen lassen; bei sehr feiner oder dunkler Seide ein dünnes Baumwolltuch dazwischenlegen.

Wasserflecken auf Seide

Fällt ein Tropfen auf Seide, bleibt nach dem Trocknen oft ein Rand. Das Wasser verändert an dieser Stelle die Oberfläche und verschiebt Ausrüstung und Rückstände an den Rand des Tropfens. Punktuelles Nachwischen vergrößert den Fleck meist nur.

Bei waschbarer Seide hilft, das ganze Teil gleichmäßig nass zu machen, also einmal komplett zu waschen. Manchmal genügt es, die Stelle über Wasserdampf zu halten und mit einem trockenen, weichen Tuch vorsichtig vom Rand zur Mitte zu streichen. Bei nicht waschbarer Seide bleibt die Reinigung.

Typische Fehler

  • Deo und Parfüm auf der Seide. Beides hinterlässt Flecken und greift auf Dauer die Faser an. Lassen Sie Deo vor dem Anziehen trocknen und sprühen Sie Parfüm nicht auf den Stoff.
  • Flecken einzeln ausreiben. Reiben raut die Oberfläche auf, und es entsteht ein Wasserrand.
  • Zu warm spülen oder zu warm waschen. Farbe und Glanz leiden.
  • Getragene Seide lange liegen lassen. Schweiß macht Seide brüchig und verfärbt sie; Blusen und Unterwäsche deshalb nach ein- bis zweimaligem Tragen waschen. Schals und Tücher brauchen nur selten eine Wäsche, meist reicht Auslüften.

Fett-, Rotwein- oder Make-up-Flecken auf Seide sind ein Fall für die Reinigung. Was bei robusteren Stoffen funktioniert, steht im Überblick Flecken entfernen.

Häufige Fragen

Bei wie viel Grad wäscht man Seide?

Kalt bis höchstens 30 °C. Wichtig ist außerdem, dass Wasch- und Spülwasser etwa gleich temperiert sind.

Welches Waschmittel nimmt man für Seide?

Ein Seiden- oder Wollwaschmittel ohne Enzyme, Bleiche und Aufheller. Im Notfall geht eine kleine Menge mildes Haarshampoo. Vollwaschmittel, Colorwaschmittel und Weichspüler sind ungeeignet.

Kann man Seide in der Waschmaschine waschen?

Ja, wenn das Etikett es erlaubt: im Wäschenetz, im Seiden-, Handwasch- oder Wollprogramm bei höchstens 30 °C und mit niedrigster Schleuderdrehzahl. Zeigt das Etikett nur das Zeichen für Handwäsche oder für die Reinigung, halten Sie sich daran.

Läuft Seide beim Waschen ein?

Sie kann etwas einlaufen und an Glanz verlieren, vor allem bei zu warmem Wasser und starker Bewegung. Krepp und andere Seidenstoffe mit stark gedrehten Garnen sind besonders anfällig; hier ist die Reinigung oft die bessere Wahl.

Wie wäscht man Seidenbettwäsche?

Auf links gedreht und mit geschlossenen Verschlüssen im Wäschenetz, bei 30 °C im Seiden- oder Handwaschprogramm mit Seidenwaschmittel. Danach im Schatten aufhängen. Allgemeines zur Bettwäsche steht im Beitrag Bettwäsche waschen.