Wäschetrockner reinigen: Flusensieb, Wärmetauscher und Kondensator

Inhalt10 Abschnitte
- Warum sich die Pflege lohnt
- Welcher Trockner steht bei Ihnen?
- Was Sie brauchen
- Schritt für Schritt: Trockner reinigen
- Wärmepumpentrockner: Wärmetauscher mit Vorsicht
- Kondenstrockner: Kondensator ausspülen
- Die Feuchtesensoren: warum der Trockner zu früh aufhört
- Typische Fehler
- Wann der Kundendienst kommen sollte
- Häufige Fragen
Einen Wäschetrockner reinigen Sie in drei Stufen: Das Flusensieb leeren Sie nach jedem Durchgang, den zweiten Filter und den Kondenswasserbehälter nach Bedarf, den Wärmetauscher oder Kondensator in größeren Abständen. Dazu kommen die Feuchtesensoren in der Trommel, die viele gar nicht kennen. Wer das regelmäßig macht, trocknet schneller, spart Strom und senkt die Brandgefahr, denn Flusen brennen erstaunlich gut.
Warum sich die Pflege lohnt
Beim Trocknen lösen sich feine Fasern aus der Wäsche. Die meisten fängt das Flusensieb ab, ein Teil gelangt aber weiter in den Luftkreislauf und setzt sich im zweiten Filter, am Wärmetauscher oder im Kondensator fest. Jede Schicht bremst den Luftstrom. Der Trockner braucht dann länger, verbraucht mehr Strom, und bei einem Wärmepumpentrockner meldet die Anzeige irgendwann einen Fehler oder bricht das Programm ab.
Hinzu kommt die Sicherheit. Flusen sind trocken, fein und brennbar, und sie liegen in der Nähe warmer Bauteile. Ein verstopftes Sieb oder ein zugesetzter Abluftschlauch führt zu Hitzestau. Moderne Geräte haben Schutzschalter, aber darauf sollte sich niemand verlassen.
Welcher Trockner steht bei Ihnen?
Der Aufwand hängt von der Bauart ab. Die Bezeichnung steht auf dem Typenschild oder in der Anleitung.
| Bauart | Was gereinigt wird | Wie oft |
| Wärmepumpentrockner | Flusensieb in der Tür, Sockelfilter vor dem Wärmetauscher, Wärmetauscher je nach Modell | Sieb jedes Mal, Sockelfilter nach Anzeige oder alle paar Durchgänge |
| Kondenstrockner | Flusensieb, herausnehmbarer Kondensator, Kondenswasserbehälter | Sieb jedes Mal, Kondensator etwa monatlich oder nach Anleitung |
| Ablufttrockner | Flusensieb, Abluftschlauch und Mauerdurchführung | Sieb jedes Mal, Schlauch mehrmals im Jahr prüfen |
Was Sie brauchen
- weiche Bürste oder alte, weiche Spülbürste
- Staubsauger mit Fugendüse
- Mikrofasertuch, warmes Wasser, etwas Spülmittel
- Haushaltsessig oder Zitronensäure, stark verdünnt
- Handtuch oder flache Schale für Restwasser
Schritt für Schritt: Trockner reinigen
- Stecker ziehen. Vor jeder Arbeit am Gerät den Netzstecker ziehen und den Trockner abkühlen lassen, wenn er gerade gelaufen ist.
- Flusensieb leeren. Das Sieb aus der Türöffnung ziehen, aufklappen und die Flusen mit der Hand oder einem Tuch abstreifen. Zeigt das Gewebe einen grauen Schleier, spülen Sie es unter lauwarmem Wasser aus und lassen es vollständig trocknen, bevor es wieder hineinkommt.
- Einschub aussaugen. Den Schacht, in dem das Sieb steckt, mit der Fugendüse aussaugen. Hier sammeln sich Flusen, die am Sieb vorbeigerutscht sind.
- Sockelfilter reinigen. Beim Wärmepumpentrockner die Klappe unten an der Front öffnen, den Filter herausnehmen und ausklopfen oder unter fließendem Wasser ausspülen. Schaumstoffeinsätze gut ausdrücken, nicht auswringen, und trocknen lassen.
- Wärmetauscher oder Kondensator. Das hängt vom Gerät ab, siehe die beiden folgenden Abschnitte.
- Kondenswasserbehälter leeren und ausspülen. Den Behälter mit klarem Wasser ausspülen, bei Schlieren mit etwas Spülmittel, und gut nachspülen.
- Feuchtesensoren abwischen. Die Metallstreifen in der Trommel mit einem Tuch und verdünntem Essigwasser abreiben, danach mit einem feuchten Tuch nachwischen.
- Trommel und Dichtung. Die Trommel und die Türdichtung feucht auswischen, Flusen aus der Dichtung zupfen.
Wärmepumpentrockner: Wärmetauscher mit Vorsicht
Der Wärmetauscher sitzt hinter dem Sockelfilter und besteht aus dünnen Aluminiumlamellen. Sie verbiegen schon bei leichtem Druck. Viele neuere Geräte reinigen den Wärmetauscher selbst mit Kondenswasser; dann ist dort von Hand nichts zu tun. Bei anderen erlaubt der Hersteller, sichtbare Flusen vorsichtig abzusaugen oder mit einem feuchten Tuch abzunehmen.
Die Lamellen nie mit einer harten Bürste, einem Messer oder einem scharfen Wasserstrahl bearbeiten. Verbogene Lamellen lassen die Luft nicht mehr richtig durch, und eine Reparatur ist teuer. Halten Sie sich genau an die Anleitung Ihres Modells. Ist der Wärmetauscher dicht verfilzt, obwohl der Sockelfilter regelmäßig gereinigt wurde, gehört das Gerät zum Kundendienst.
Kondenstrockner: Kondensator ausspülen
Beim Kondenstrockner ohne Wärmepumpe steckt hinter der Sockelklappe ein Kondensator, ein flacher Block aus Kunststoff oder Metall, den Sie an zwei Hebeln herausziehen. Legen Sie vorher ein Handtuch unter, denn es läuft Restwasser heraus.
Spülen Sie den Kondensator in der Dusche oder Badewanne von beiden Seiten mit lauwarmem Wasser durch, bis keine Flusen mehr herauskommen. Die Luftkanäle sollten frei sein, wenn Sie gegen das Licht schauen. Auch die Öffnung im Gerät, in der er steckt, saugen Sie kurz aus und wischen die Dichtungen ab. Den Kondensator erst wieder einsetzen, wenn er abgetropft ist, und die Hebel sicher verriegeln, sonst tritt warme, feuchte Luft aus.
Das gesammelte Kondenswasser enthält Flusen und Rückstände von Waschmittel und Weichspüler. Es gehört in den Ausguss. Zum Trinken ist es ohnehin nicht geeignet, und im Bügeleisen verwenden Sie es besser nur, wenn der Bügeleisenhersteller das ausdrücklich zulässt. Wer das Wasser nicht ständig leeren möchte, kann bei vielen Geräten einen Ablaufschlauch direkt an den Abfluss legen.
Die Feuchtesensoren: warum der Trockner zu früh aufhört
In der Trommel, meist unter der Türöffnung, sitzen zwei oder mehr blanke Metallstreifen. Über sie misst der Trockner die Restfeuchte der Wäsche und beendet ein Automatikprogramm, sobald der gewählte Trockengrad erreicht ist. Bildet sich darauf ein Film aus Kalk und Weichspüler, misst der Sensor falsch: Die Wäsche kommt noch feucht heraus, oder das Programm läuft viel zu lange.
Wischen Sie die Streifen alle ein bis zwei Monate mit einem Tuch und verdünntem Essigwasser ab. Scheuermittel und Stahlwolle zerkratzen die Oberfläche. Wer Weichspüler sparsam verwendet oder ganz weglässt, hat hier seltener Probleme. Für weiche Wäsche ohne Weichspüler gibt es Alternativen, siehe Trocknerbälle und Handtücher weich bekommen.
Flusen sind brennbar. Lassen Sie den Trockner nie ohne oder mit vollem Flusensieb laufen, stellen Sie keine brennbaren Dinge direkt daneben und schalten Sie ihn nicht nachts oder in Ihrer Abwesenheit ein. Beim Ablufttrockner darf der Abluftschlauch nicht geknickt oder zusammengedrückt sein. Riecht es verbrannt, sofort ausschalten und den Stecker ziehen.
Typische Fehler
- Flusensieb nur alle paar Durchgänge leeren: Schon eine dünne Flusenschicht verlängert die Laufzeit merklich.
- Sieb nass wieder einsetzen: Feuchte Flusen verkleben das Gewebe, und im Gerät bleibt Feuchtigkeit.
- Sockelfilter vergessen: Viele wissen nicht, dass der Wärmepumpentrockner einen zweiten Filter hat.
- Mit hartem Werkzeug an die Lamellen: Ein Moment Ungeduld kann den Wärmetauscher dauerhaft beschädigen.
- Riechende Wäsche dem Trockner zuschreiben: Muffiger Geruch stammt oft schon aus der Waschmaschine. Mehr dazu unter Wäsche riecht muffig und Waschmaschine reinigen.
Wann der Kundendienst kommen sollte
Zeigt der Trockner trotz sauberer Filter weiter eine Fehlermeldung, wird die Wäsche nicht mehr trocken, tritt Wasser aus oder riecht es verbrannt, sind Pumpe, Schläuche oder Heizung betroffen. Das Gehäuse zu öffnen ist keine Laienarbeit. Wer Trockner und Waschmaschine gestapelt hat, sollte außerdem prüfen, ob der Verbindungsrahmen noch fest sitzt; Hinweise dazu stehen unter Waschmaschine und Trockner übereinander stellen.
Häufige Fragen
Wie reinigt man einen Trockner richtig?
Stecker ziehen, Flusensieb leeren und bei Bedarf ausspülen, den Einschub aussaugen, beim Wärmepumpentrockner den Sockelfilter reinigen, beim Kondenstrockner den Kondensator ausspülen, den Kondenswasserbehälter leeren und die Feuchtesensoren in der Trommel mit Essigwasser abwischen. Alles gut trocknen lassen und wieder einsetzen.
Wie oft muss der Wärmetauscher gereinigt werden?
Das bestimmt der Hersteller. Viele aktuelle Geräte spülen ihn selbst, dann reicht es, Flusensieb und Sockelfilter sauber zu halten. Bei anderen Modellen erinnert eine Anzeige daran. Ohne Angabe schauen Sie etwa alle paar Monate nach und entfernen nur sichtbare Flusen, ohne die Lamellen zu berühren.
Warum ist die Wäsche nach dem Trocknen noch feucht?
Meist ist das Flusensieb oder der zweite Filter zugesetzt, oder die Feuchtesensoren tragen einen Belag und beenden das Programm zu früh. Auch eine zu volle Trommel oder zu schwach geschleuderte Wäsche sind häufige Ursachen.
Darf ich das Flusensieb nass reinigen?
Ja, gelegentlich schon, wenn sich ein grauer Film auf dem Gewebe gebildet hat. Spülen Sie es mit lauwarmem Wasser aus und lassen Sie es vollständig trocknen, bevor Sie es wieder einsetzen. Im Alltag reicht es, die Flusen trocken abzustreifen.



