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Wolle und Kaschmir waschen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Aufgerollte handgestrickte Wollsocken in Blau- und Grautönen
Wolle kalt bis 30 Grad mit Wollwaschmittel waschen und nie wringen
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum Wolle so empfindlich ist
  2. Erst das Etikett, dann das Programm
  3. Das richtige Waschmittel
  4. Wolle in der Waschmaschine waschen
  5. Wolle von Hand waschen
  6. Richtig trocknen
  7. Kaschmir, Merino und Yakwolle
  8. Wolle gewaschen und eingelaufen?
  9. Typische Fehler
  10. Zwischen den Wäschen
  11. Häufige Fragen

Wolle waschen Sie kalt bis höchstens 30 °C, mit einem Wollwaschmittel ohne Enzyme und entweder im Wollprogramm der Maschine oder von Hand. Wichtig ist, dass Wasch- und Spülwasser gleich temperiert sind, dass Sie nicht reiben oder wringen und das Teil liegend trocknen. Oft ist eine Wäsche gar nicht nötig: Wolle nimmt Gerüche wenig an, Auslüften reicht bei Pullovern meist mehrere Male. Kaschmir und Yakwolle vertragen dieselbe Pflege, nur noch sanfter.

Warum Wolle so empfindlich ist

Wolle ist Tierhaar. Jede Faser trägt auf der Oberfläche feine Schuppen, ähnlich wie Dachziegel. Kommen Wärme, Feuchtigkeit und Reibung zusammen, spreizen sich die Schuppen, die Fasern schieben sich ineinander und verhaken sich. Das ist das Verfilzen – derselbe Vorgang, mit dem aus Rohwolle absichtlich Filz gemacht wird. Plötzliche Temperaturwechsel, etwa lauwarmes Waschwasser und kaltes Spülwasser, verstärken den Effekt.

Dazu kommt, dass Wolle aus Eiweiß besteht. Enzyme in Vollwaschmitteln, die Eiweißflecken abbauen, greifen deshalb auch die Wollfaser an. Bleiche schadet ihr ebenso.

Erst das Etikett, dann das Programm

Das Pflegeetikett sagt, was geht. Ein Waschbottich mit Hand heißt Handwäsche, eine Zahl mit zwei Balken darunter erlaubt das Wollprogramm. Manche Wollsachen sind filzfrei ausgerüstet, oft als „superwash“ gekennzeichnet; sie vertragen die Maschine gut. Ein durchgestrichener Bottich bedeutet: nur Reinigung. Was die einzelnen Zeichen bedeuten, steht im Beitrag Waschsymbole.

Das richtige Waschmittel

Nehmen Sie ein Wollwaschmittel. Es ist mild, enthält keine Enzyme, die Eiweiß abbauen, und keine Bleiche. Was ein enzymfreies Waschmittel sonst noch ausmacht, erklärt der Beitrag Enzymfreies Waschmittel. Notfalls geht ein mildes Haarshampoo, weil es für dieselbe Art Faser gemacht ist. Vollwaschmittel, Colorwaschmittel mit Enzymen und Weichspüler gehören nicht an Wolle.

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Wolle in der Waschmaschine waschen

  1. Auf links drehen und empfindliche Teile in ein Wäschenetz legen.
  2. Wenig einfüllen. Die Trommel höchstens zu einem Drittel füllen. Je weniger Reibung, desto besser.
  3. Wollprogramm wählen, kalt oder 30 °C, wie das Etikett erlaubt. Das Programm bewegt die Trommel nur sanft.
  4. Wollwaschmittel dosieren, eher sparsam.
  5. Schleudern mit niedriger Drehzahl. Das Wollprogramm stellt meist von sich aus niedrig ein; höher als das Etikett erlaubt sollte es nicht sein.
  6. Sofort herausnehmen und in Form ziehen.

Das Wollprogramm moderner Maschinen ist oft schonender als eine ungeübte Handwäsche, weil es Temperatur und Bewegung genau einhält.

Wolle von Hand waschen

  1. Wasser einlassen. Kalt oder lauwarm, höchstens 30 °C, und so viel, dass das Teil frei schwimmt. Wollwaschmittel vollständig auflösen, bevor die Wolle hineinkommt.
  2. Eintauchen und drücken. Das Teil sanft untertauchen und mit flachen Händen ein paarmal durchdrücken. Nicht reiben, nicht kneten.
  3. Kurz einweichen, etwa zehn Minuten, länger bringt nichts.
  4. Spülen. Mit Wasser derselben Temperatur so lange spülen, bis kein Schaum mehr kommt.
  5. Ausdrücken, nicht wringen. Das Wasser herausdrücken, das Teil flach auf ein Handtuch legen, einrollen und darauf drücken.
  6. In Form legen und liegend trocknen.

Richtig trocknen

Nasse Wolle ist schwer und dehnt sich unter ihrem eigenen Gewicht. Deshalb liegend trocknen, auf einem Wäscheständer mit Handtuch oder einem Trockennetz, und dabei in die ursprüngliche Form ziehen. Nicht auf die Heizung, nicht in die pralle Sonne: Hitze macht die Faser spröde, Sonne bleicht sie aus. In den Trockner darf Wolle nur, wenn das Etikett es ausdrücklich erlaubt, und dann nur im Wollprogramm.

Kaschmir, Merino und Yakwolle

Kaschmir ist sehr fein und weich, entsprechend empfindlich. Waschen Sie ihn von Hand oder im Wollprogramm bei kaltem Wasser, mit Wollwaschmittel oder mildem Shampoo, und drücken Sie ihn nur sanft aus. Kleine Knötchen bilden sich gerade bei Kaschmir schnell; wie Sie sie schonend entfernen, steht im Beitrag Knötchen entfernen.

Merinowolle ist ebenfalls fein und oft für die Maschine ausgerüstet. Viele Funktionsshirts aus Merino vertragen das Wollprogramm bei 30 °C. Yakwolle ähnelt Kaschmir: sehr weich, warm und empfindlich. Sie muss nur selten gewaschen werden und wird wie Kaschmir behandelt – kalt, mild, ohne Reibung, liegend trocknen.

Wolle gewaschen und eingelaufen?

Ist ein Pullover doch zu warm gewaschen worden und kleiner geworden, kommt es darauf an, ob er nur eingelaufen oder schon verfilzt ist. Sind die Maschen noch erkennbar und der Stoff elastisch, lässt er sich mit einem Bad in lauwarmem Wasser mit Haarspülung und vorsichtigem Ziehen um einige Zentimeter zurückdehnen. Ist er dicht, steif und filzig, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen. Die Anleitung steht im Beitrag Eingelaufene Kleidung dehnen.

Typische Fehler

  • Wolle in die Buntwäsche geben. Schon eine Ladung bei 40 °C mit normalem Schleudern kann einen Pullover verfilzen.
  • Heiß einweichen, um Flecken zu lösen. Wärme und lange Nässe lassen die Schuppen aufgehen.
  • Kalt nachspülen nach lauwarmem Waschwasser. Der Temperaturschock fördert das Verfilzen.
  • Weichspüler verwenden. Er legt einen Film auf die Faser und macht Wolle nicht weicher, sondern stumpfer.
  • Auf dem Bügel oder der Leine trocknen. Nasser Strick zieht sich unter seinem Gewicht in die Länge und bekommt Beulen von Klammern.

Zwischen den Wäschen

  • Auslüften an der frischen Luft, am besten über Nacht auf dem Balkon oder bei offenem Fenster.
  • Flecken punktuell behandeln, mit kaltem Wasser und etwas Wollwaschmittel abtupfen.
  • Liegend lagern. Strickwaren auf dem Bügel leiern an den Schultern aus.
  • Vor Motten schützen. Sauber einlagern, denn Motten lieben Wolle mit Schweiß- und Speiseresten. Mehr dazu im Beitrag Kleidermotten.

Häufige Fragen

Bei wie viel Grad wasche ich Wolle?

Kalt bis höchstens 30 °C, im Wollprogramm oder von Hand. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass Wasch- und Spülwasser gleich warm sind und die Wolle nicht gerieben wird.

Kann ich Wolle mit normalem Waschmittel waschen?

Besser nicht. Vollwaschmittel und viele Colorwaschmittel enthalten Enzyme, die Eiweiß abbauen, und damit auch die Wollfaser. Nehmen Sie Wollwaschmittel oder notfalls ein mildes Haarshampoo.

Wie oft muss man Wollpullover waschen?

Selten. Wolle nimmt Gerüche wenig an und reinigt sich beim Auslüften weitgehend selbst. Solange der Pullover nicht verschmutzt oder verschwitzt ist, reicht Lüften oft über viele Tragetage.

Wie wasche ich Yakwolle?

Wie Kaschmir: kalt, mit Wollwaschmittel, von Hand oder im Wollprogramm, ohne Reiben und Wringen. Danach in ein Handtuch rollen, ausdrücken und liegend trocknen.