Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Schuhe in der Waschmaschine waschen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Beine eines Paares in Stoffturnschuhen zwischen zwei Fahrrädern auf Herbstlaub
In die Waschmaschine dürfen nur Sneaker aus Textil oder Kunststoff, kein Leder
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Schuhe in die Waschmaschine dürfen
  2. Was Sie brauchen
  3. Schuhe in der Waschmaschine waschen – Schritt für Schritt
  4. Trocknen: nicht in den Trockner
  5. Schuhe reinigen ohne Waschmaschine
  6. Welches Waschmittel für Schuhe?
  7. Häufige Fehler
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Viele Sneaker und Turnschuhe aus Stoff, Mesh oder Kunststoff lassen sich in der Waschmaschine waschen: bei 30 °C im Schonprogramm, mit Flüssigwaschmittel, in einem Wäschenetz und ohne kräftiges Schleudern. Leder, Wildleder und Schuhe mit empfindlichen Klebungen gehören dagegen nicht in die Trommel. Getrocknet wird immer an der Luft. Ein Blick in die Pflegehinweise des Herstellers lohnt sich vorher – manche Marken raten ausdrücklich von der Maschinenwäsche ab.

Welche Schuhe in die Waschmaschine dürfen

SchuhartWaschmaschine?Hinweis
Sneaker aus Canvas oder StoffMeist ja30 °C, Schonprogramm
Laufschuhe aus MeshOft ja, je nach HerstellerPflegehinweise prüfen, Dämpfung schonen
Hausschuhe aus Filz oder StoffHäufig jaEtikett beachten, Filz kann einlaufen
GlattlederNeinWird hart, bekommt Wasserflecken und Risse
Wildleder, Veloursleder, NubukNeinVerfilzt und verfärbt sich
Schuhe mit Membran (z. B. Wanderschuhe)NeinVon Hand reinigen
Schuhe mit Licht, Absatz, Kork oder HolzNeinElektronik und Material nehmen Schaden

Ein weiteres Warnzeichen sind Sohlen, die bereits an der Kante abstehen, oder aufgeklebte Zierteile. Die Kombination aus Wasser, Wärme und Bewegung löst Klebstoffe, und was schon locker ist, kommt oft ganz ab. Sehr alte Schuhe sind deshalb ein Risiko, auch wenn sie aus Stoff sind.

Veloursleder-Schuhe, nach denen oft gefragt wird, dürfen also nicht in die Waschmaschine. Wie Sie sie reinigen, steht im Beitrag Wildleder reinigen; für Glattleder gibt es den Beitrag Leder reinigen.

Was Sie brauchen

  • Flüssigwaschmittel (Fein- oder Colorwaschmittel), kein Pulver
  • ein Wäschenetz für Schuhe oder einen alten Kissenbezug
  • zwei bis drei alte Handtücher als Ausgleich in der Trommel
  • eine Bürste, zum Beispiel eine alte Zahnbürste
  • Zeitungspapier oder Küchenpapier zum Ausstopfen

Pulverwaschmittel löst sich bei 30 °C nicht immer vollständig und hinterlässt in Mesh-Stoffen gern weiße Rückstände. Flüssiges Waschmittel ist die bessere Wahl.

Schuhe in der Waschmaschine waschen – Schritt für Schritt

  1. Grob vorreinigen. Getrockneten Schmutz und Steinchen aus dem Profil ausklopfen und abbürsten. Sonst landet Sand in der Maschine, und die Sohle bleibt trotzdem schmutzig.
  2. Schnürsenkel und Sohlen herausnehmen. Schnürsenkel können sich um andere Teile wickeln. Sie werden separat im Wäschenetz mitgewaschen. Einlegesohlen waschen Sie besser von Hand, denn viele sind verklebt oder aus Schaumstoff und verziehen sich in der Maschine.
  3. Sohlenränder vorbehandeln. Weiße Gummiränder mit etwas Waschmittel und der Bürste vorschrubben. In der Maschine werden sie selten richtig sauber.
  4. In ein Netz stecken. Die Schuhe in ein Wäschenetz oder einen Kissenbezug geben, den Sie oben zuknoten. Das schützt Schuh und Trommel.
  5. Handtücher dazulegen. Zwei bis drei alte Handtücher verteilen das Gewicht und dämpfen die Schläge. Keine hellen Handtücher zu farbigen Schuhen, falls die abfärben.
  6. Programm einstellen. Schon-, Fein- oder Wollprogramm bei 30 °C, kalt ist ebenfalls möglich. Höhere Temperaturen können Kleber lösen.
  7. Kaum schleudern. Die niedrigste Schleuderstufe wählen oder das Schleudern ganz abwählen. Hohe Drehzahlen verformen den Schuh und belasten die Trommel.

Manche Maschinen haben ein eigenes Schuhprogramm oder eine Option „Sportschuhe“. Dann ist das die erste Wahl.

Trocknen: nicht in den Trockner

Schuhe gehören nie in den Wäschetrockner. Die Wärme weicht Klebstoffe auf, die Sohle kann sich lösen, und das Material schrumpft oder verzieht sich. Auch die Heizung und die pralle Sonne sind tabu: Kunststoffe werden spröde, weiße Stellen vergilben.

So trocknen die Schuhe schonend:

  1. Ausstopfen. Zeitungspapier oder Küchenpapier fest in die Schuhe stopfen. Das saugt Feuchtigkeit und hält die Form.
  2. Papier wechseln. Nach ein paar Stunden das nasse Papier durch trockenes ersetzen.
  3. Luftig lagern. Die Schuhe an einem gut belüfteten Ort bei Zimmertemperatur trocknen lassen, gern mit der Öffnung nach unten leicht schräg gestellt.
  4. Geduld haben. Ein bis zwei Tage sind normal. Erst dann die trockenen Einlegesohlen und Schnürsenkel wieder einsetzen.

Bleibt der Schuh innen lange feucht, beginnt er zu riechen. Was gegen Geruch hilft, steht im Beitrag Stinkende Schuhe.

Schuhe reinigen ohne Waschmaschine

Wer den Schuh schonen will oder unsicher ist, ob er die Maschine verträgt, wäscht ihn von Hand. Das ist kaum mehr Aufwand und für viele Laufschuhe die Empfehlung des Herstellers.

  1. Schmutz abbürsten und Schnürsenkel herausnehmen.
  2. Lauwarme Seifenlauge ansetzen, mit etwas Feinwaschmittel oder Handseife.
  3. Mit Bürste oder Tuch reinigen. Das Obermaterial in kreisenden Bewegungen säubern, nicht tropfnass machen.
  4. Sohle schrubben. Gummisohlen vertragen eine festere Bürste. Für Streifen auf weißen Rändern hilft ein Schmutzradierer.
  5. Mit klarem Wasser nachwischen und wie oben beschrieben trocknen.

Für Wanderschuhe mit Membran und Lederschuhe gilt ohnehin nur die Handreinigung mit anschließender Pflege.

Welches Waschmittel für Schuhe?

Ein flüssiges Fein- oder Colorwaschmittel reicht. Bei weißen Stoffschuhen kann ein Vollwaschmittel helfen, weil es optische Aufheller enthält. Nicht geeignet sind Bleichmittel mit Chlor – sie können Gummi und Kunststoff verfärben und das Gewebe angreifen. Weichspüler braucht es nicht.

Spezielle Schuhreiniger sind vor allem bei der Handwäsche nützlich, für die Maschine aber nicht nötig.

Häufige Fehler

  • Zu viele Paare auf einmal. Mehr als ein, höchstens zwei Paare in einer normalen Trommel führen zu harten Schlägen und Unwucht.
  • Ohne Handtücher oder Netz waschen. Das poltert laut und kann Trommel und Bullauge beschädigen.
  • Hohe Temperatur. 40 °C und mehr erhöhen das Risiko, dass sich Kleber löst.
  • Trockner oder Heizung. Die häufigste Ursache für abgelöste Sohlen nach der Wäsche.
  • Nasse Schuhe gleich wieder anziehen. Das dehnt sie, und die Feuchtigkeit fördert Geruch.

Nach dem Waschen der Schuhe lohnt ein Blick in die Maschine: Sand und Steinchen sammeln sich im Flusensieb. Wie Sie das Sieb reinigen, lesen Sie im Beitrag Waschmaschine reinigen.

Unsere Empfehlung

Stoff-Sneaker und Turnschuhe ohne Leder dürfen gelegentlich in die Maschine: vorgereinigt, ohne Schnürsenkel und Sohlen, im Netz mit ein paar alten Handtüchern, bei 30 °C, kaum geschleudert und danach an der Luft getrocknet. Bei teuren Laufschuhen, Leder und allem Verklebten ist die Handwäsche mit Bürste und Seifenlauge die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Bei wie viel Grad wäscht man Schuhe in der Waschmaschine?

Bei 30 °C oder kalt. Höhere Temperaturen können den Klebstoff zwischen Sohle und Obermaterial lösen und Kunststoff verformen.

Kann man Laufschuhe von On, Nike oder Adidas in der Maschine waschen?

Das legt jeder Hersteller selbst fest, teilweise je Modell. Viele Laufschuhhersteller empfehlen die Handwäsche, weil die Maschine die Dämpfung und die Verklebungen belastet. Schauen Sie auf die Pflegehinweise auf der Herstellerseite oder im Schuh.

Kann man Veloursleder-Schuhe in der Waschmaschine waschen?

Nein. Veloursleder und Wildleder werden in der Maschine hart, fleckig und verlieren ihre Struktur. Sie werden trocken mit einer Wildlederbürste und bei Bedarf mit speziellem Reiniger behandelt.

Warum stinken die Schuhe nach dem Waschen?

Meist sind sie zu langsam getrocknet. Feuchtigkeit im Innenraum lässt Bakterien wachsen. Ausstopfen, Papier wechseln und luftig lagern, damit die Schuhe innerhalb von ein bis zwei Tagen trocken sind.