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Viskose waschen, ohne dass sie einläuft

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Geblümte Sommerkleider auf weißen Kleiderbügeln im Schrank
Viskose ist nass empfindlich und läuft bei zu viel Wärme ein
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Viskose so empfindlich reagiert
  2. Viskose waschen auf einen Blick
  3. Vorbereiten: sortieren, wenden, ins Netz
  4. Waschen: wenig Wärme, wenig Bewegung
  5. Trocknen: feucht in Form ziehen
  6. Bügeln: auf links und noch leicht feucht
  7. Wenn die Viskose doch eingelaufen ist
  8. Typische Fehler
  9. Wie oft muss Viskose in die Wäsche?
  10. Häufige Fragen

Viskose waschen Sie am sichersten bei 30 °C im Fein- oder Handwaschprogramm, mit Feinwaschmittel, niedriger Schleuderdrehzahl und ohne Trockner. Der Stoff fühlt sich an wie Seide und wird oft wie Baumwolle behandelt – genau das nimmt er übel: Er ist nass empfindlich und läuft leicht ein. Wer das feuchte Teil nach der Wäsche in Form zieht, hat die meisten Probleme schon gelöst. Das Pflegeetikett hat in jedem Fall Vorrang; was die Zeichen bedeuten, steht im Beitrag Waschsymbole.

Warum Viskose so empfindlich reagiert

Viskose ist keine Synthetikfaser wie Polyester und auch keine Naturfaser im engeren Sinn. Sie besteht aus Zellulose, die aus Holz gewonnen, chemisch gelöst und zu Fäden gesponnen wird. Das Ergebnis fällt weich, glänzt leicht und nimmt viel Feuchtigkeit auf – angenehm auf der Haut, schwierig in der Wäsche.

Denn die Faser quillt im Wasser stark auf und verliert dabei einen großen Teil ihrer Festigkeit. Ein nasses Viskosekleid reißt an Nähten leichter und verzieht sich, wenn es geschleudert, gewrungen oder tropfnass aufgehängt wird. Beim Trocknen zieht sich das gequollene Gewebe wieder zusammen, oft enger als vorher. Einlaufen entsteht bei Viskose also weniger durch Hitze allein als durch Wasser, Bewegung und anschließendes Trocknen ohne Formgebung.

Verwandte Fasern sind Modal und Lyocell. Sie werden ebenfalls aus Zellulose hergestellt, gelten aber als nass formstabiler und sind deshalb meist pflegeleichter. Auch hier entscheidet das Etikett.

Viskose waschen auf einen Blick

WasTemperaturProgrammWaschmittelTrockner
Bluse, Kleid, Rock aus reiner Viskose30 °CFein- oder Handwäsche, im WäschenetzFeinwaschmittelnein
T-Shirt aus Viskose mit Elasthan30 °CFeinwäscheFein- oder Colorwaschmittelnein
Mischgewebe mit Polyester oder Baumwolle30 °C, laut Etikett auch 40 °CPflegeleicht oder FeinwäscheColorwaschmittelnur wenn das Etikett es erlaubt
Etikett „nur Handwäsche“kalt bis lauwarmvon Hand oder HandwaschprogrammFeinwaschmittelnein
Etikett „nicht waschen“–Textilreinigung–nein

Vorbereiten: sortieren, wenden, ins Netz

  1. Etikett lesen. Manche Viskosestoffe, etwa Krepp oder gefütterte Blazer, sind nur für die Reinigung vorgesehen. Dann ist die Maschine keine Option.
  2. Nach Farben trennen. Kräftig gefärbte und bedruckte Viskose kann in den ersten Wäschen Farbe abgeben. Dunkles zu Dunklem, Helles zu Hellem.
  3. Auf links drehen. Das schont Oberfläche, Druck und Glanz.
  4. Knöpfe und Reißverschlüsse schließen. Offene Verschlüsse ziehen Fäden aus dem weichen Gewebe.
  5. Ins Wäschenetz geben. Dünne Blusen, Kleider mit Trägern und alles mit Spitze oder Rüschen wäscht im Wäschenetz deutlich ruhiger.

Schwere Stücke wie Jeans oder Handtücher gehören nicht in dieselbe Trommel. Sie reiben die nasse, weiche Viskose auf und drücken sie beim Schleudern zusammen.

Waschen: wenig Wärme, wenig Bewegung

  1. Trommel nur zu etwa einem Drittel füllen. Im Feinwaschgang braucht die Wäsche Platz und viel Wasser, damit sie schwimmt statt reibt.
  2. Fein- oder Handwaschprogramm bei 30 °C wählen. Diese Programme bewegen die Trommel nur sacht und mit längeren Pausen.
  3. Feinwaschmittel dosieren. Es enthält weder Bleiche noch optische Aufheller und schont Farbe und Faser. Mehr dazu im Beitrag Feinwaschmittel. Weichspüler ist nicht nötig; Viskose ist von sich aus weich.
  4. Schleuderdrehzahl senken. 400 bis 600 Umdrehungen reichen. Hohes Schleudern presst scharfe Knitter ins Gewebe und zerrt an den Nähten.
  5. Sofort herausnehmen. Bleibt Viskose nass in der Trommel liegen, setzen sich die Falten fest.

Wer lieber von Hand wäscht, lässt das Teil einige Minuten in lauwarmem Wasser mit etwas Feinwaschmittel liegen, bewegt es sanft und spült klar nach. Nicht reiben, nicht wringen. Zum Entwässern legen Sie es auf ein Handtuch, rollen beides zusammen und drücken die Rolle aus. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Handwäsche.

Trocknen: feucht in Form ziehen

Der wichtigste Handgriff kommt nach der Wäsche. Viskose wirkt frisch gewaschen oft erschreckend klein, steif und verknittert. Das ist normal und zum großen Teil umkehrbar, solange der Stoff noch feucht ist.

  1. Ausschütteln. Das Teil an den Schultern oder am Bund fassen und zwei-, dreimal kräftig ausschlagen.
  2. In Form ziehen. Mit beiden Händen behutsam in der Länge und in der Breite ziehen, Abschnitt für Abschnitt: Saum, Ärmel, Seitennähte, Knopfleiste. Ziehen, nicht reißen – die Nähte sind nass am schwächsten.
  3. Aufhängen oder hinlegen. Blusen und Kleider auf einen breiten, glatten Bügel hängen. Schwere Strickteile aus Viskose besser liegend auf einem Handtuch trocknen, sonst zieht das eigene Gewicht sie in die Länge.
  4. Nicht in die Sonne und nicht auf die Heizung. Direkte Hitze macht das Gewebe hart, und kräftige Farben bleichen aus.

Der Trockner ist für Viskose der falsche Ort. Wärme und ständiges Umwälzen lassen das gequollene Gewebe genau so schrumpfen, wie man es nicht haben will. Welche Textilien sonst draußen bleiben sollten, zeigt der Beitrag Was darf nicht in den Trockner?.

Viskose knittert stark, lässt sich aber gut glätten. Am einfachsten geht es, solange der Stoff noch einen Rest Feuchtigkeit hat. Drehen Sie das Teil auf links und bügeln Sie mit niedriger bis mittlerer Temperatur, also mit einem oder zwei Punkten laut Etikett. Auf der rechten Seite entstehen sonst leicht glänzende Stellen, vor allem an Nähten und Säumen. Bei dunklen Stoffen hilft zusätzlich ein dünnes Baumwolltuch zwischen Eisen und Stoff.

Ist das Teil schon trocken, sprühen Sie es mit Wasser leicht ein oder arbeiten mit Dampf. Ein Dampfglätter oder der Wasserdampf im Bad nach dem Duschen genügt bei leichten Blusen oft schon; weitere Wege stehen im Beitrag Bügeln ohne Bügeleisen.

Wenn die Viskose doch eingelaufen ist

Solange nichts im Trockner war, stehen die Chancen gut. Feuchten Sie das Teil noch einmal gründlich an, zum Beispiel in lauwarmem Wasser mit einem Schuss Haarspülung oder Feinwaschmittel, drücken Sie es im Handtuch aus und ziehen Sie es Stück für Stück wieder auf Maß. Beim Bügeln mit Dampf lässt sich zusätzlich etwas Länge und Weite gewinnen, wenn Sie den Stoff dabei sanft spannen. Die Methoden im Einzelnen und ihre Grenzen beschreibt der Beitrag Eingelaufene Kleidung dehnen.

Eine Garantie gibt es nicht. War das Teil heiß im Trockner oder ist ein Mischgewebe ungleichmäßig geschrumpft, bleibt es meist bei einer Teilrettung.

Typische Fehler

  • Mit der normalen Buntwäsche waschen. 40 °C, volle Trommel und 1.400 Umdrehungen sind für reine Viskose zu viel.
  • Auswringen. Nasse Viskose verzieht sich dabei dauerhaft und kann an den Nähten reißen.
  • Tropfnass an Klammern aufhängen. Das Gewicht des Wassers zieht das Teil ungleichmäßig lang, die Klammern hinterlassen Abdrücke.
  • Flecken rubbeln. Die nasse Oberfläche raut auf und wird an der Stelle heller. Flecken besser abtupfen und mit etwas Feinwaschmittel einweichen.
  • Zu heiß und auf rechts bügeln. Das gibt Glanzstellen, die nicht mehr verschwinden.

Wie oft muss Viskose in die Wäsche?

Blusen und Shirts, die direkt auf der Haut liegen, nach ein bis zwei Tragetagen – Viskose nimmt Schweiß gut auf und hält Gerüche dann auch fest. Kleider, Röcke und locker fallende Oberteile über einem Unterhemd kommen länger aus; hier reicht es oft, sie über Nacht auf einem Bügel auszulüften. Jede vermiedene Wäsche schont die Faser.

Häufige Fragen

Bei wie viel Grad wäscht man Viskose?

Bei 30 °C im Fein- oder Handwaschprogramm. Einige Mischgewebe sind laut Etikett bis 40 °C freigegeben. Höhere Temperaturen sind für reine Viskose nicht sinnvoll.

Läuft Viskose beim Waschen immer ein?

Sie zieht sich beim Trocknen häufig etwas zusammen, vor allem bei der ersten Wäsche. Wer schonend wäscht, niedrig schleudert und das feuchte Teil in Form zieht, bekommt es in aller Regel wieder auf seine Größe. Stark und dauerhaft läuft Viskose vor allem im Trockner ein.

Darf Viskose in den Trockner?

Nur wenn das Etikett es ausdrücklich erlaubt, und dann bei niedriger Temperatur. Bei reiner Viskose ist das selten der Fall. Lufttrocknen ist immer die sichere Wahl.

Warum ist Viskose nach dem Waschen so hart und steif?

Die Fasern sind beim Trocknen eng zusammengerückt. Das gibt sich beim Bügeln mit Dampf oder nach kurzem Tragen. Hilfreich ist auch, das Teil vor dem Aufhängen gut auszuschütteln und in Form zu ziehen.

Kann ich Viskose mit Wollwaschmittel waschen?

Ja. Woll- und Feinwaschmittel sind beide mild genug. Ungeeignet ist Vollwaschmittel: Bleiche und Aufheller lassen kräftige Farben verblassen.