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Funktions- und Sportkleidung waschen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Person in gelber Regenjacke steht auf Felsen an einer Küste
Funktionskleidung ohne Weichspüler waschen, damit die Membran atmungsaktiv bleibt
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was Funktionskleidung ausmacht
  2. Warum kein Weichspüler?
  3. Sportkleidung waschen – Schritt für Schritt
  4. Wenn das Sportshirt trotz Wäsche riecht
  5. Regenjacke mit Membran waschen
  6. Imprägnierung reaktivieren und erneuern
  7. Unsere Empfehlung
  8. Häufige Fragen

Funktionskleidung waschen Sie am besten bei 30 oder 40 °C im Fein- oder Sportprogramm, mit einem milden Flüssigwaschmittel oder Sportwaschmittel und ganz ohne Weichspüler. Drehen Sie die Stücke auf links, schließen Sie Reißverschlüsse und Klettverschlüsse und schleudern Sie nur mäßig. Bei Regenjacken mit Membran gehört nach einigen Wäschen die Imprägnierung dazu. Das Pflegeetikett hat immer Vorrang, denn Materialien und Beschichtungen unterscheiden sich stark.

Was Funktionskleidung ausmacht

Unter Funktionskleidung fällt vieles, das beim Waschen unterschiedliche Ansprüche hat:

  • Sportshirts und Laufhosen aus Polyester oder Polyamid, oft mit Elasthan. Sie leiten Schweiß von der Haut nach außen und trocknen schnell.
  • Fleece aus Polyester, warm und leicht, neigt zu Knötchen.
  • Merino-Funktionswäsche aus Wolle, geruchsarm, aber wie Wolle zu behandeln.
  • Regen- und Outdoorjacken mit Membran, etwa Gore-Tex oder vergleichbare Laminate. Die Membran lässt Wasserdampf hinaus, aber kein Regenwasser hinein. Außen trägt der Stoff eine wasserabweisende Ausrüstung, an der Tropfen abperlen.
  • Softshell, je nach Modell mit oder ohne Membran.

Gemeinsam ist allen: Sie funktionieren nur, solange die Fasern offen und sauber sind.

Warum kein Weichspüler?

Weichspüler ist für Funktionskleidung tabu. Er legt einen Film auf die Fasern. Bei Sportshirts verhindert das, dass Schweiß nach außen transportiert wird – das Shirt bleibt nass auf der Haut und hält Gerüche fest. Bei Membranjacken setzt sich der Film in die feinen Poren, die Jacke atmet schlechter, und die wasserabweisende Außenschicht leidet ebenfalls. Dasselbe gilt für Trocknertücher und für Waschmittel mit Weichspüler-Zusatz („2 in 1“).

Pulverwaschmittel ist bei Membranen ebenfalls ungünstig, weil unlösliche Reste in den Fasern bleiben können. Flüssiges Fein- oder Sportwaschmittel ist die sichere Wahl.

Sportkleidung waschen – Schritt für Schritt

  1. Nicht liegen lassen. Verschwitzte Kleidung nicht stundenlang in der Sporttasche lassen, sondern auslüften, bis sie trocken ist. Feuchte Wäsche im Beutel ist der Hauptgrund für hartnäckigen Geruch.
  2. Etikett lesen und sortieren. Synthetik zu Synthetik, Merino zu Wolle. Nicht mit Handtüchern oder Frottee waschen, die Flusen abgeben.
  3. Vorbereiten. Auf links drehen, Reißverschlüsse und Klett schließen, Taschen leeren.
  4. Programm wählen. Sport-, Fein- oder Pflegeleichtprogramm bei 30 oder 40 °C. Die Trommel nur halb bis zu zwei Dritteln füllen.
  5. Sparsam dosieren. Zu viel Waschmittel bleibt in den Fasern und begünstigt Geruch. Die Dosierung für leicht verschmutzte Wäsche reicht meist.
  6. Mäßig schleudern. Niedrige bis mittlere Drehzahl, das schont Elasthan und Nähte.
  7. An der Luft trocknen. Synthetik trocknet ohnehin schnell. Den Trockner nur nutzen, wenn das Etikett es erlaubt, und dann bei niedriger Temperatur.

Merino-Funktionswäsche gehört ins Wollprogramm mit Wollwaschmittel; mehr dazu im Beitrag Wolle waschen.

Wenn das Sportshirt trotz Wäsche riecht

Polyester hält Körpergeruch hartnäckiger fest als Baumwolle. Der Geruch sitzt in Fettresten, die bei 30 °C nicht vollständig herausgehen. Das hilft:

  • Einweichen vor der Wäsche, 30 Minuten in lauwarmem Wasser mit etwas Sportwaschmittel.
  • Sportwaschmittel statt normalem Feinwaschmittel. Viele enthalten Enzyme, die Hautfett und Schweiß gezielt lösen – für Synthetik ist das unproblematisch, für Merino nicht.
  • Mit 40 °C waschen, wenn das Etikett es erlaubt.
  • Waschmaschine pflegen. Eine Maschine, die fast nur mit niedrigen Temperaturen läuft, riecht mit der Zeit selbst. Wie Sie das beheben, steht im Beitrag Waschmaschine reinigen.

Weitere Ursachen für muffige Wäsche finden Sie im Beitrag Wäsche riecht muffig.

Regenjacke mit Membran waschen

Viele scheuen sich, ihre teure Regenjacke zu waschen. Das ist ein Fehler: Hautfett, Sonnencreme, Rauch und Staub verstopfen die Membran von innen und die Außenschicht von außen. Eine regelmäßig gewaschene Jacke funktioniert besser als eine geschonte.

  1. Taschen leeren, alles schließen. Reißverschlüsse, Klett, Druckknöpfe, auch die Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen. Kordelzüge lockern.
  2. Allein oder mit wenigen Stücken waschen. Maximal zwei Jacken in einer Maschine.
  3. Mit Funktionswaschmittel waschen. Ein Waschmittel für Outdoorbekleidung oder ein mildes Flüssigwaschmittel, bei 30 oder 40 °C laut Etikett.
  4. Zusätzlich spülen. Ein Extraspülgang holt Waschmittelreste aus dem Gewebe.
  5. Sanft schleudern. Niedrige Drehzahl.

Vor der ersten Wäsche lohnt ein Blick auf die Herstellerseite. Die großen Membranhersteller veröffentlichen eigene Pflegeanleitungen, und nicht jede Jacke verträgt den Trockner.

Imprägnierung reaktivieren und erneuern

Perlt Regen nicht mehr ab, sondern zieht in den Oberstoff ein, spricht man vom „Durchfeuchten“. Die Jacke ist dann meist noch dicht, fühlt sich aber klamm an und atmet schlecht. Bevor Sie nachimprägnieren, lohnt der einfache Weg: Viele wasserabweisende Ausrüstungen lassen sich durch Wärme reaktivieren. Erlaubt das Etikett den Trockner, trocknen Sie die frisch gewaschene Jacke bei niedriger bis mittlerer Temperatur. Alternativ geht Bügeln bei niedriger Stufe mit einem Tuch dazwischen, sofern das Etikett es zulässt.

Hilft das nicht mehr, wird nachimprägniert:

  • Sprühimprägnierung auf die saubere, noch feuchte oder trockene Jacke – je nach Produkt. Sie wirkt nur außen, und genau dort soll sie hin. Nur im Freien oder bei offenem Fenster sprühen und den Sprühnebel nicht einatmen.
  • Einwasch-Imprägnierung in der Maschine. Sie ist bequem, imprägniert aber auch das Innenfutter, was bei Membranjacken die Atmungsaktivität verringern kann. Für Jacken mit Innenfutter ist Spray meist die bessere Wahl.

Geeignete Mittel finden Sie etwa als Imprägnierspray für Funktionskleidung. Anschließend die Wärmebehandlung laut Produktangabe durchführen.

Unsere Empfehlung

Waschen Sie Sportkleidung zeitnah, sparsam dosiert und ohne Weichspüler, und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Regenjacken mit Membran gehören regelmäßig gewaschen, nicht geschont. Perlt kein Wasser mehr ab, zuerst mit Wärme reaktivieren, erst dann nachimprägnieren. Daunenjacken haben eigene Regeln – die stehen im Beitrag Daunenjacke waschen.

Häufige Fragen

Darf Funktionskleidung in den Trockner?

Das hängt vom Etikett ab. Viele Sportshirts vertragen niedrige Temperaturen, trocknen an der Luft aber ebenso schnell. Bei Membranjacken empfehlen einige Hersteller den Trockner sogar, weil die Wärme die Imprägnierung reaktiviert.

Kann ich normales Waschmittel für Sportkleidung nehmen?

Ein mildes Flüssigwaschmittel ohne Weichspüler-Zusatz geht. Pulver-Vollwaschmittel ist weniger geeignet, weil Reste in synthetischen Fasern bleiben können. Sportwaschmittel lösen Schweiß und Hautfett gezielter.

Wie oft sollte ich eine Regenjacke waschen?

Bei häufigem Tragen etwa ein- bis zweimal pro Saison, dazu immer, wenn sie sichtbar verschmutzt ist oder nach Rauch, Sonnencreme oder Schweiß riecht. Nach mehreren Wäschen die Imprägnierung prüfen.

Warum wird mein Fleece nach dem Waschen rau?

Durch Reibung in der Trommel lösen sich Fasern und bilden Knötchen. Auf links waschen, die Trommel nicht überladen und nicht mit rauen Stücken wie Jeans zusammen waschen. Vorhandene Knötchen lassen sich entfernen, siehe Knötchen entfernen.