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Unterwäsche waschen: bei wie viel Grad und womit

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Wäschekorb mit dunkler Wäsche vor einer Reihe von Waschmaschinen
Unterwäsche aus Baumwolle verträgt 60 Grad, feine Stoffe brauchen ein Wäschenetz
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welche Temperatur für welche Unterwäsche?
  2. Wie viel Hygiene braucht Unterwäsche wirklich?
  3. Vorbereiten: sortieren, Flecken, Wäschenetz
  4. Waschen: Programm und Waschmittel
  5. Trocknen, ohne dass die Bündchen ausleiern
  6. Typische Fehler
  7. Wie oft waschen?
  8. Häufige Fragen

Unterwäsche waschen Sie am sichersten bei 60 °C mit einem pulverförmigen Vollwaschmittel – sofern sie aus Baumwolle ist und das Etikett es erlaubt. Feine Stücke aus Spitze, Mikrofaser oder Seide vertragen das nicht; sie kommen bei 30–40 °C mit Feinwaschmittel im Wäschenetz in die Trommel. Was davon hygienisch wirklich nötig ist, hängt weniger von der Wäsche ab als davon, ob im Haushalt gerade jemand krank ist.

Welche Temperatur für welche Unterwäsche?

Entscheidend ist das Material, nicht die Art des Kleidungsstücks. Ein Baumwollslip und ein Baumwollunterhemd werden gleich behandelt, ein Spitzenslip und ein Mikrofaser-Hemdchen ebenfalls. Was die Symbole im Einzelnen bedeuten, steht im Beitrag Waschsymbole; das Pflegeetikett hat immer Vorrang vor jeder Faustregel.

WasTemperaturProgrammWaschmittelTrockner
Baumwolle, weiß oder hell60 °CBaumwolle (nicht Eco)Vollwaschmittel als Pulvermeist ja, lässt Bündchen aber schneller altern
Baumwolle, bunt oder dunkel40 °C, bei Bedarf 60 °CBaumwolle oder BuntwäscheColorwaschmittelmeist ja, niedrige Stufe
Baumwolle mit Elasthan40 °C, 60 °C nur laut EtikettBuntwäsche oder PflegeleichtColorwaschmittelbesser nicht
Mikrofaser, Polyamid, Modal30–40 °CPflegeleicht oder FeinwäscheFein- oder Colorwaschmittelnein
Spitze, Tüll, Seide30 °CFeinwäsche oder HandwäscheFeinwaschmittel, bei Seide ohne Enzymenein
Wolle und Merinokalt bis 30 °CWollprogrammWollwaschmittelnein

Wie viel Hygiene braucht Unterwäsche wirklich?

Unterwäsche liegt direkt auf der Haut und nimmt Schweiß, Hautschuppen und Keime auf, auch Darmkeime. Das klingt dramatischer, als es im Alltag ist: Für gesunde Menschen sind die eigenen Keime kein Problem, und eine Wäsche bei 40 °C mit ausreichend Waschmittel entfernt den größten Teil davon mechanisch. Wer nur Buntes und Feines trägt, muss sich deshalb keine Sorgen machen.

Die 60-Grad-Wäsche hat trotzdem ihren Platz. Zwei Dinge kommen dabei zusammen: die höhere Temperatur und die Bleiche auf Sauerstoffbasis, die nur in pulverförmigem Vollwaschmittel steckt. Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel enthalten keine Bleiche. Beides zusammen verringert die Keimzahl deutlich stärker als eine 40-Grad-Wäsche mit Flüssigwaschmittel. Sinnvoll ist das vor allem in diesen Fällen:

  • bei einer Pilzinfektion im Intimbereich oder an den Füßen,
  • bei einem Magen-Darm-Infekt oder einer anderen ansteckenden Erkrankung im Haushalt,
  • wenn Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Pflegebedürftige oder Säuglinge im Haushalt leben,
  • bei sichtbar verschmutzter Wäsche.

In diesen Fällen waschen Sie die Wäsche der betroffenen Person bei 60 °C im normalen Baumwollprogramm. Eco-Programme sparen Strom, indem sie länger und kühler waschen; die aufgedruckte Temperatur erreichen sie nicht sicher. Mehr dazu steht im Beitrag zum Eco-Programm der Waschmaschine. Fragen zur Behandlung einer Infektion beantwortet die Arztpraxis oder die Apotheke, nicht die Waschmaschine.

Kochwäsche bei 90 °C ist für Unterwäsche im Haushalt praktisch nie nötig. Wann sie überhaupt noch sinnvoll ist, lesen Sie unter Kochwäsche.

Vorbereiten: sortieren, Flecken, Wäschenetz

  1. Nach Material und Farbe trennen. Weiße Baumwolle zu Handtüchern und Bettwäsche, Buntes zur Buntwäsche, Feines für sich. Unterwäsche darf mit anderer Wäsche zusammen in die Trommel, solange Temperatur und Waschmittel passen.
  2. Flecken kalt vorbehandeln. Blut und andere eiweißhaltige Flecken zuerst mit kaltem Wasser ausspülen und mit etwas Gallseife einreiben. Heißes Wasser lässt Eiweiß gerinnen, der Fleck setzt sich dann fest. Näheres unter Blutflecken entfernen.
  3. Feines ins Wäschenetz. Spitze, Tüll und dünne Mikrofaser bleiben sonst an Haken und Reißverschlüssen hängen. Ein Wäschenetz mit feinen Maschen und abgedecktem Reißverschluss genügt. BHs brauchen eine eigene Behandlung – die steht im Beitrag BH waschen.
  4. Trommel nicht vollstopfen. Baumwolle darf die Trommel gut füllen, bei Feinwäsche sollte sie höchstens halb voll sein, damit die Stücke nicht aneinander reiben.

Waschen: Programm und Waschmittel

  1. Programm nach der Tabelle wählen. Für die 60-Grad-Wäsche das normale Baumwollprogramm, für Feines Feinwäsche oder das Handwaschprogramm.
  2. Waschmittel nach Wasserhärte und Verschmutzung dosieren. Zu wenig Waschmittel wäscht nicht sauber, zu viel bleibt als Rückstand in den Fasern und kann empfindliche Haut reizen. Wie Sie die richtige Menge finden, steht unter Waschmittel dosieren.
  3. Auf Weichspüler verzichten. Er legt sich als Film auf die Fasern, mindert die Saugfähigkeit von Baumwolle und lässt elastische Fasern schneller ermüden. Bei Unterwäsche, die direkt auf der Haut liegt, ist auch der Duftstoff eher ein Nachteil.
  4. Schleudern anpassen. Baumwolle verträgt die volle Drehzahl, Feines nur eine niedrige.

Ein Hygienespüler ist im gesunden Haushalt überflüssig. Er kann eine Hilfe sein, wenn bei einer Infektion Wäsche gewaschen werden muss, die keine 60 °C verträgt. Was diese Mittel leisten und welche Nachteile sie haben, steht im Beitrag Hygienespüler.

Trocknen, ohne dass die Bündchen ausleiern

Am längsten hält Unterwäsche, wenn sie an der Luft trocknet. Baumwollwäsche darf laut Etikett häufig in den Trockner, allerdings altern Gummibänder und Elasthan in der Hitze schneller: Der Bund wird wellig und hält nicht mehr. Wer den Trockner nutzt, wählt eine niedrige Stufe und nimmt die Wäsche heraus, sobald sie trocken ist.

Feine Stücke gehören nicht in den Trockner. Ziehen Sie sie nach dem Waschen in Form und hängen Sie sie so auf, dass die Klammer am Bund sitzt und nicht an der Spitze. Seide und Wolle trocknen liegend auf einem Handtuch. Wichtig ist, dass die Wäsche zügig trocknet und nicht stundenlang feucht in der Trommel liegt, sonst riecht sie muffig.

Gebügelt werden muss Unterwäsche nicht. Als Hygienemaßnahme ist das Bügeln im Haushalt nicht nötig, wenn richtig gewaschen wurde.

Typische Fehler

  • Alles bei 30 °C mit Flüssigwaschmittel. Das schont die Wäsche, auf Dauer aber nicht die Maschine: Es bilden sich Beläge und Gerüche. Eine 60-Grad-Wäsche mit Vollwaschmittel etwa einmal im Monat hält die Maschine sauber; mehr unter Waschmaschine reinigen.
  • Feines bei 60 °C. Spitze wird hart, Mikrofaser verliert die Form, Elasthan gibt nach.
  • Vollwaschmittel für Buntes und Dunkles. Bleiche und optische Aufheller lassen Farben verblassen. Dafür gibt es Colorwaschmittel.
  • Feuchte Wäsche im Wäschekorb sammeln. Schweißnasse Sportunterwäsche erst trocknen lassen, sonst entstehen Gerüche und Stockflecken.
  • Unterwäsche tragen, bis sie auseinanderfällt. Ein fester Zeitpunkt zum Aussortieren lässt sich nicht nennen. Ausgeleierte Bündchen, dünne Stellen und Flecken, die nicht mehr herausgehen, sind gute Gründe.

Wie oft waschen?

Slips, Unterhosen und Unterhemden werden nach jedem Tragen gewaschen, also in der Regel täglich gewechselt. Nach dem Sport oder bei starkem Schwitzen auch zwischendurch. Neue Unterwäsche waschen Sie einmal, bevor Sie sie zum ersten Mal anziehen: So werden Rückstände aus der Herstellung und überschüssige Farbe ausgespült.

Bei Periodenunterwäsche gelten die Angaben des Herstellers. Üblich ist, sie nach dem Tragen kalt auszuspülen und dann ohne Weichspüler zu waschen, weil er die saugfähige Schicht beeinträchtigt.

Häufige Fragen

Bei wie viel Grad wäscht man Unterwäsche?

Baumwolle bei 60 °C mit Vollwaschmittel, bunte Baumwolle bei 40 °C mit Colorwaschmittel, Feines wie Spitze und Mikrofaser bei 30–40 °C mit Feinwaschmittel. Bei einer Infektion im Haushalt sollten es 60 °C im normalen Programm sein. Maßgeblich bleibt das Pflegeetikett.

Reichen 40 °C für Unterwäsche aus?

Für gesunde Menschen im Alltag ja. Die Wäsche wird sauber, die Keimzahl sinkt deutlich, wenn auch weniger stark als bei 60 °C mit bleichehaltigem Pulver. Wer fast nur bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte regelmäßig eine heiße Wäsche mit Vollwaschmittel einplanen, etwa mit Handtüchern.

Darf Unterwäsche mit Handtüchern oder Geschirrtüchern in die Maschine?

Mit Handtüchern ja, wenn beides bei 60 °C gewaschen wird. Geschirrtücher und Putzlappen waschen viele Haushalte lieber getrennt; bei 60 °C mit Vollwaschmittel ist das eine Frage des Gefühls, keine der Hygiene. Bei niedrigen Temperaturen ist getrenntes Waschen die bessere Wahl.

Wie wäscht man Unterwäsche bei einer Pilzinfektion?

Bei 60 °C im normalen Baumwollprogramm mit pulverförmigem Vollwaschmittel, täglich frisch und am besten in Baumwolle, die diese Temperatur verträgt. Handtücher und Waschlappen ebenso. Alles Weitere zur Behandlung klären Sie mit der Arztpraxis oder Apotheke.

Muss neue Unterwäsche vor dem ersten Tragen gewaschen werden?

Ja, das ist sinnvoll. Neue Textilien können Rückstände aus Herstellung und Transport sowie überschüssigen Farbstoff enthalten, und im Laden sind sie durch viele Hände gegangen. Eine normale Wäsche nach Etikett genügt.