Gefrierschrank-Temperatur: warum minus 18 Grad der Richtwert ist

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Die richtige Gefrierschrank-Temperatur ist −18 °C. Bei diesem Wert vermehren sich Bakterien und Schimmelpilze praktisch nicht mehr, und die Haltbarkeitsangaben auf gekaufter Tiefkühlware gelten genau dafür. Kälter muss es im Haushalt nicht sein: Die Lebensmittel halten dadurch kaum länger, der Stromzähler dreht sich aber schneller.
Warum gerade −18 °C
Der Wert ist ein Kompromiss, der sich international durchgesetzt hat; er entspricht 0 Grad Fahrenheit. Für gewerbliche Tiefkühlkost ist er in der gesamten Lieferkette vorgeschrieben. Entscheidend sind zwei Dinge. Erstens kommt die Vermehrung von Mikroorganismen bei dieser Temperatur zum Erliegen. Zweitens laufen die chemischen Vorgänge, die Geschmack, Farbe und Vitamine abbauen, nur noch sehr langsam ab.
Wichtig für die Küchenpraxis: Einfrieren konserviert, tötet Keime aber nicht ab. Nach dem Auftauen werden sie wieder aktiv. Wie Sie dabei sicher vorgehen, steht unter Lebensmittel auftauen.
Wärmer als −18 °C sollte es auf Dauer nicht sein. Schon bei −12 °C altern Fett und Aromastoffe deutlich schneller, Eis und Fisch leiden zuerst. Die aufgedruckten Lagerzeiten gelten dann nicht mehr.
| Einstellung | Was sie bedeutet | Wann sinnvoll |
| wärmer als −18 °C | Qualität lässt schneller nach, Lagerzeiten gelten nicht mehr | nie als Dauerzustand |
| −18 °C | Richtwert für Tiefkühlkost, geringster vertretbarer Verbrauch | Normalbetrieb |
| −20 bis −24 °C | kaum Vorteil für die Haltbarkeit, höherer Stromverbrauch | selten nötig |
| Superfrost | Gerät kühlt mit voller Leistung durch | vor dem Einfrieren größerer Mengen |
Was kälter kostet
Je größer der Unterschied zwischen innen und außen, desto mehr muss der Kompressor arbeiten. Als Faustregel für Kühl- und Gefriergeräte gilt ein Mehrverbrauch von grob 6 Prozent je Grad; die Zahl stammt aus der Energieberatung und ist eine Näherung, kein Messwert für Ihr Gerät. Wer −22 statt −18 °C einstellt, zahlt demnach rund ein Viertel mehr, ohne dass die Lebensmittel davon etwas haben.
Noch mehr als die Reglerstellung kostet Eis an den Wänden. Die Verbraucherzentrale gibt an, dass bereits etwa ein Zentimeter Eisschicht den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent erhöhen kann. Wann und wie Sie das Eis loswerden, steht unter Gefrierschrank abtauen.
Stufen, Anzeige und das Gefrierfach im Kühlschrank
Viele Gefrierschränke zeigen die Temperatur digital an und lassen sich gradgenau einstellen. Ältere und einfache Geräte haben einen Drehregler mit Stufen. Dafür gilt dasselbe wie beim Kühlschrank: Die Zahlen sind keine Gradangaben, bei den meisten Geräten kühlt die höhere Zahl stärker.
Bei Kühlschränken mit Gefrierfach und bei einfachen Kombigeräten gibt es oft nur einen gemeinsamen Regler. Sie stellen dann den Kühlteil ein, und das Gefrierfach folgt. Welche Temperatur das Fach erreichen soll, verraten die Sterne an der Klappe: Drei oder vier Sterne stehen für −18 °C, zwei Sterne für −12 °C, ein Stern für −6 °C. In Fächern mit einem oder zwei Sternen lässt sich Tiefkühlware nur kurz aufbewahren; frische Lebensmittel einfrieren soll man nur in Fächern mit vier Sternen. Wie Sie den Kühlteil richtig einstellen, lesen Sie unter Kühlschrank-Temperatur.
So messen Sie nach
Die Anzeige am Gerät nennt den Wert an einem Fühler. Was zwischen den Paketen herrscht, zeigt ein eigenes Gefrierthermometer, das für tiefe Minusgrade ausgelegt ist.
- Thermometer zwischen das Gefriergut legen. In ein mittleres Fach, eingeklemmt zwischen zwei Paketen und nicht direkt an der Wand oder vorn an der Tür.
- Tür geschlossen halten. Mindestens einige Stunden, am besten über Nacht.
- Sofort nach dem Öffnen ablesen. Die Anzeige steigt innerhalb von Sekunden, sobald warme Luft herankommt.
- In kleinen Schritten nachstellen. Liegt der Wert wärmer als −18 °C, eine Stufe kälter; liegt er deutlich darunter, eine Stufe wärmer.
- Am nächsten Tag kontrollieren. Ein gefülltes Gefriergerät reagiert träge; früheres Nachregeln führt in die Irre.
Superfrost richtig nutzen
Die Taste heißt je nach Hersteller Superfrost, Super-Gefrieren oder Schnellgefrieren. Sie lässt den Kompressor durchlaufen und senkt die Temperatur weit unter −18 °C. Der Sinn: Frische Ware soll rasch durchfrieren, ohne dass das bereits Gelagerte antaut. Schnelles Einfrieren erzeugt außerdem kleinere Eiskristalle, was Fleisch, Obst und Gemüse nach dem Auftauen besser aussehen lässt.
Schalten Sie die Funktion ein, bevor Sie eine größere Menge einlagern – wie lange vorher, gibt die Anleitung an; üblich sind einige Stunden bis zu einem Tag. Für ein einzelnes Brot oder eine Portion Suppe braucht es sie nicht. Viele Geräte schalten nach einer festen Zeit selbst zurück, andere nicht. Vergessenes Superfrost ist ein klassischer Stromfresser, also nach etwa einem Tag kontrollieren. Wie viel Ihr Gerät auf einmal einfrieren kann, steht als Gefriervermögen in Kilogramm je 24 Stunden auf dem Typenschild. Was sich wie einfrieren lässt, erklärt der Beitrag Lebensmittel einfrieren.
Typische Fehler
- Warmes einlagern. Speisen erst im Kühlschrank durchkühlen lassen; Warmes taut Nachbarpakete an und bringt Feuchtigkeit ins Gerät, die als Reif endet.
- Tür lange offen stehen lassen. Wer weiß, was wo liegt, sucht kürzer. Beschriftete Fächer oder eine Liste an der Tür helfen.
- Dichtung nicht beachten. Eine verschmutzte oder poröse Türdichtung lässt feuchte Luft nachströmen. Das Gerät vereist und schafft die −18 °C nur mit Dauerlauf.
- Zu warm oder zu kalt aufgestellt. Neben Herd oder Heizung arbeitet das Gerät schwerer. In unbeheizten Räumen kommt es auf die Klimaklasse an, die auf dem Typenschild steht; nicht jedes Gerät ist für eine kalte Garage gebaut.
- Schwankungen hinnehmen. Wechselt die Temperatur häufig, trocknet das Gefriergut an der Oberfläche aus. Wie das aussieht und was dagegen hilft, steht unter Gefrierbrand.
Wann der Kundendienst gefragt ist
Erreicht das Gerät die −18 °C trotz freier Lüftung, sauberer Dichtung und abgetautem Innenraum nicht mehr, läuft der Kompressor ununterbrochen oder taut die Ware an, liegt ein Defekt nahe – etwa am Thermostat, am Lüfter oder im Kältekreislauf. Daran können Sie selbst nichts richten. Lagern Sie das Gefriergut um und lassen Sie das Gerät prüfen; bei älteren Geräten lohnt vorher ein Kostenvoranschlag.
Häufige Fragen
Sind −15 °C im Gefrierschrank noch in Ordnung?
Kurzzeitig ja, etwa nach dem Einräumen. Als Dauerwert ist das zu warm: Die Lebensmittel verderben nicht sofort, verlieren aber schneller an Qualität, und die aufgedruckten Lagerzeiten gelten nicht mehr. Stellen Sie kälter und messen Sie am nächsten Tag nach.
Halten Lebensmittel bei −24 °C länger?
Theoretisch etwas, im Haushalt macht es kaum einen Unterschied. Die üblichen Lagerzeiten von einigen Monaten bis etwa einem Jahr erreichen Sie auch bei −18 °C. Der höhere Stromverbrauch steht dazu in keinem Verhältnis.
Welche Stufe ist bei einem Regler von 1 bis 7 richtig?
Das lässt sich nur messen. Beginnen Sie mit einer mittleren Stufe, legen Sie ein Thermometer zwischen das Gefriergut und regeln Sie nach, bis es −18 °C zeigt.
Muss ich Superfrost wieder ausschalten?
Wenn Ihr Gerät das nicht selbst erledigt, ja. Ob es eine Abschaltautomatik hat, steht in der Anleitung. Spätestens einen Tag nach dem Einlagern sollte die Funktion aus sein.
Wie lange bleibt Gefriergut bei einem Stromausfall kalt?
Das hängt vom Gerät und von der Füllung ab; der Hersteller nennt den Wert als Lagerzeit bei Störung im Datenblatt. Ein volles Gerät hält die Kälte länger als ein halb leeres. Lassen Sie die Tür zu. Ware, die noch Eiskristalle hat, können Sie in der Regel weiterverwenden; vollständig Aufgetautes sollten Sie bald verbrauchen.



