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Eco-Programm der Waschmaschine: warum es so lange dauert und trotzdem spart

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Drehwähler einer Waschmaschine mit den Programmen Cotton-Eco, Synthetic und Delicate
Das Eco-Programm läuft lange, verbraucht aber weniger Strom
Inhalt7 Abschnitte
  1. Was „eco 40-60“ ist
  2. Warum es so lange dauert und trotzdem spart
  3. Wie warm wird es wirklich?
  4. Wofür das Eco-Programm passt – und wofür nicht
  5. So nutzen Sie das Eco-Programm richtig
  6. Die Kehrseite: Biofilm in der Maschine
  7. Häufige Fragen

Das Eco-Programm der Waschmaschine dauert so lange, weil es mit wenig Wärme arbeitet: Die Maschine heizt das Wasser schwächer auf und lässt das Waschmittel dafür länger einwirken. Weil das Aufheizen den größten Teil des Stroms verbraucht, ist das lange Programm trotzdem das sparsamste für die Alltagswäsche. Nicht geeignet ist es, wenn es auf die Temperatur ankommt – also für Hygienewäsche.

Was „eco 40-60“ ist

Seit der Neufassung des EU-Energielabels im März 2021 haben neue Waschmaschinen ein Programm mit der einheitlichen Bezeichnung „eco 40-60“. Es ist das Programm, mit dem die Angaben auf dem Energielabel ermittelt werden: Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Programmdauer auf dem Etikett gelten für dieses Programm und nicht für die übrigen. Der Name bedeutet, dass darin normal verschmutzte Baumwollwäsche, die laut Pflegeetikett bei 40 °C oder bei 60 °C waschbar ist, gemeinsam gewaschen werden kann.

Ältere Maschinen haben stattdessen Tasten oder Programme wie „Eco“, „Energiesparen“ oder Baumwollprogramme mit einem Pfeilsymbol. Das Prinzip ist dasselbe, die Einzelheiten stehen in der jeweiligen Anleitung.

Gedacht fürnormal verschmutzte Baumwoll- und Mischwäsche, laut Etikett waschbar bei 40 oder 60 °C
Temperaturnicht wählbar; die Maschine regelt sie selbst, meist deutlich unter dem Nennwert
Dauerbei voller Trommel häufig drei Stunden und mehr, bei kleiner Beladung kürzer
Stärkeniedrigster Strom- und Wasserverbrauch je Kilogramm Wäsche
Nicht geeignet fürHygienewäsche, Wolle, Seide, Feines, sehr stark Verschmutztes

Warum es so lange dauert und trotzdem spart

Sauberkeit entsteht aus vier Zutaten: Temperatur, Waschmittel, Bewegung und Zeit. Nimmt man von einer weniger, muss eine andere mehr leisten. Das Eco-Programm senkt die Temperatur und verlängert die Zeit. Die Wäsche wird über weite Strecken in lauwarmer Lauge bewegt und eingeweicht; Enzyme im Waschmittel haben so länger Gelegenheit, Schmutz zu lösen.

Der Spareffekt ergibt sich aus der Physik: Wasser zu erwärmen kostet viel Energie, die Trommel zu drehen wenig. Ein Motor, der drei Stunden lang immer wieder kurz anläuft, verbraucht weit weniger als ein Heizstab, der das Wasser um zwanzig Grad mehr erwärmt. Deshalb ist auch das Kurzprogramm kein Sparprogramm: Um in kurzer Zeit sauber zu waschen, heizt es meist kräftiger und nimmt mehr Wasser. Schnell und sparsam zugleich geht nicht.

Wie groß die Ersparnis bei Ihrer Maschine ist, steht in der Gebrauchsanleitung im Kapitel Verbrauchsdaten. Dort finden Sie Strom, Wasser und Dauer für die wichtigsten Programme nebeneinander.

Wie warm wird es wirklich?

Kühler, als der Name vermuten lässt. Im Programm „eco 40-60“ können Sie keine Temperatur einstellen; die Maschine passt sie unter anderem an die Beladung an. Die tatsächlich erreichte Höchsttemperatur liegt je nach Gerät und Füllmenge häufig deutlich unter den 40 bis 60 °C, die der Programmname nennt. Die Hersteller müssen diese Werte angeben – Sie finden sie ebenfalls in der Anleitung bei den Verbrauchsdaten.

Auch bei älteren Eco-Varianten eines 60-Grad-Programms wird die Nenntemperatur oft nicht oder nur kurz erreicht. Das ist kein Mangel, sondern die Arbeitsweise des Programms. Wer wirklich 60 °C braucht, wählt das normale Baumwollprogramm mit 60 °C – ohne Eco-Taste und ohne Zeitverkürzung.

Wofür das Eco-Programm passt – und wofür nicht

Gut geeignet ist es für den größten Teil der Wäsche: T-Shirts, Hemden, Hosen, Pullover aus Baumwolle und Mischgewebe, Bettwäsche und Handtücher im gesunden Alltag, alles, was getragen und normal verschmutzt ist. Da im selben Programm 40- und 60-Grad-Wäsche zusammen laufen darf, lässt sich die Trommel leichter füllen. Sortiert wird trotzdem nach Farbe; Näheres unter Wäsche sortieren.

Nehmen Sie ein anderes Programm für:

  • Hygienewäsche. Wäsche von Kranken, Handtücher und Unterwäsche bei Pilz- oder Magen-Darm-Infektionen, Spül- und Putzlappen, Stoffwindeln: normales Baumwollprogramm bei 60 °C mit Pulver-Vollwaschmittel. Wann noch mehr nötig ist, steht im Beitrag Kochwäsche.
  • Empfindliches. Wolle, Seide, Viskose und Feines brauchen wenig Bewegung und kurze Laufzeiten, also Woll-, Fein- oder Handwaschprogramm. Drei Stunden Trommelbewegung sind für sie zu viel.
  • Funktions- und Sportkleidung mit Membran: Pflegeleicht- oder Sportprogramm nach Etikett.
  • Sehr stark Verschmutztes wie Arbeitskleidung mit Fett oder Erde: Vorbehandeln und ein Programm mit echter Temperatur, eventuell mit Vorwäsche.
  • Eiliges. Wer in einer Stunde fertig sein muss, nimmt das Kurzprogramm und akzeptiert den höheren Verbrauch.

So nutzen Sie das Eco-Programm richtig

  1. Trommel füllen. Die Label-Werte gelten für gut gefüllte Maschinen. Je voller die Trommel im Rahmen der zulässigen Beladung, desto geringer der Verbrauch je Wäschestück. Hinweise zur richtigen Füllhöhe gibt der Beitrag Waschmaschine beladen.
  2. Flecken vorbehandeln. Kragenränder, Fett- und Soßenflecken vor dem Waschen mit Gallseife oder etwas Waschmittel einreiben. Bei niedriger Temperatur lösen sich fettige Flecken schlechter von allein.
  3. Waschmittel passend wählen. Für Weißes Pulver-Vollwaschmittel, für Buntes Colorwaschmittel. Heutige Mittel sind auf niedrige Temperaturen ausgelegt; dosiert wird nach Wasserhärte und Verschmutzung, nicht nach Programmdauer.
  4. Zeit einplanen. Die Startzeitvorwahl nutzen, wenn die Maschine sie hat, sodass die Wäsche fertig ist, wenn Sie nach Hause kommen. Feuchte Wäsche nicht stundenlang in der Trommel liegen lassen.
  5. Nicht abkürzen. Tasten wie „Kurz“, „Zeit sparen“ oder „Intensiv“ verändern das Programm; die Maschine heizt dann stärker, und der Sparvorteil schrumpft.

Wer nachts wäscht, sollte an die Nachbarn denken: Das Schleudern am Ende ist das Lauteste am ganzen Programm. In Mietshäusern gelten in der Regel Ruhezeiten laut Hausordnung.

Die Kehrseite: Biofilm in der Maschine

Wo dauerhaft lauwarm, feucht und ohne Bleiche gewaschen wird, fühlen sich Bakterien und Pilze wohl. Sie bilden mit Waschmittelresten und Hautfett einen schmierigen Belag, den Biofilm, bevorzugt in der Türdichtung, im Einspülkasten und in den Schläuchen. Die Folge sind muffiger Geruch aus der Trommel und Wäsche, die schon beim Herausnehmen nicht frisch riecht.

Die Vorbeugung ist einfach: etwa einmal im Monat eine Wäsche bei 60 °C im normalen Baumwollprogramm mit Vollwaschmittel in Pulverform, denn nur das enthält Bleiche. Das kann die ohnehin fällige Ladung Handtücher oder Bettwäsche sein, leer laufen muss die Maschine dafür nicht. Dazu nach jedem Waschen Tür und Einspülkasten offen lassen und die Gummidichtung gelegentlich auswischen. Riecht die Maschine bereits, führt der Beitrag Waschmaschine stinkt durch die Ursachen; die gründliche Reinigung beschreibt Waschmaschine reinigen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Eco-Programm?

Bei voller Beladung meist gut drei Stunden, bei manchen Geräten etwas mehr; mit halber oder kleiner Beladung verkürzt es sich. Die Verordnung zum Energielabel begrenzt die Dauer, die genauen Zeiten Ihrer Maschine stehen in der Anleitung.

Spart das Eco-Programm wirklich Strom, obwohl es so lange läuft?

Ja. Entscheidend ist nicht die Laufzeit, sondern wie stark das Wasser erhitzt wird. Das Eco-Programm heizt weniger und kommt mit weniger Wasser aus; der Motor, der in der langen Zeit läuft, verbraucht vergleichsweise wenig.

Ist „eco 40-60“ dasselbe wie eine 60-Grad-Wäsche?

Nein. Die Bezeichnung sagt nur, welche Wäsche hineindarf. Die tatsächliche Temperatur liegt meist deutlich unter 60 °C. Für eine echte 60-Grad-Wäsche wählen Sie das normale Baumwollprogramm.

Wird die Wäsche im Eco-Programm richtig sauber?

Normal verschmutzte Wäsche ja – die lange Einwirkzeit gleicht die niedrigere Temperatur aus. Bei eingetrockneten oder fettigen Flecken hilft Vorbehandeln. Bleibt Wäsche regelmäßig grau oder riecht sie, liegt das häufiger an der Dosierung oder an Belägen in der Maschine als am Programm; siehe Waschmittel dosieren.

Kann ich das Eco-Programm für jede Wäsche nehmen?

Für die meiste Alltagswäsche aus Baumwolle und Mischgewebe ja. Ausnahmen sind Hygienewäsche, Wolle, Seide und andere empfindliche Stoffe sowie alles, dessen Etikett ein Schon- oder Handwaschprogramm verlangt. Die Zeichen erklärt der Beitrag Waschsymbole.