Waschmittel richtig dosieren: Wasserhärte, Verschmutzung, Menge

Inhalt9 Abschnitte
- Die Wasserhärte: der wichtigste Wert
- Verschmutzung: leicht, normal, stark
- Beladung: halbe Ladung, halbe Menge?
- Schritt für Schritt: die richtige Menge finden
- Was zu viel Waschmittel anrichtet
- Was zu wenig Waschmittel anrichtet
- Pulver, Flüssigmittel, Kompakt und Tabs
- Wasserenthärter: meist unnötig
- Häufige Fragen
Waschmittel dosieren Sie richtig, wenn Sie drei Dinge kennen: die Wasserhärte in Ihrem Ort, wie stark die Wäsche verschmutzt ist und wie voll die Maschine ist. Die Packung nennt dazu eine Tabelle, die Wasserhärte erfahren Sie beim Wasserversorger. Wer nach Gefühl dosiert, nimmt meist zu viel, und das ist weder für die Wäsche noch für die Haut gut.
Die Wasserhärte: der wichtigste Wert
Hartes Wasser enthält viel Kalk. Ein Teil des Waschmittels wird gebraucht, um diesen Kalk zu binden, bevor es überhaupt reinigen kann. Je härter das Wasser, desto mehr Waschmittel ist daher nötig. In einer Stadt mit weichem Wasser reicht oft etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Menge, die bei sehr hartem Wasser empfohlen wird.
Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt die Wasserhärte in drei Bereiche ein, und nach diesen Bereichen richten sich die Angaben auf jeder Packung:
| Härtebereich | Calciumcarbonat je Liter | entspricht etwa |
| weich | weniger als 1,5 Millimol | unter 8,4 °dH |
| mittel | 1,5 bis 2,5 Millimol | 8,4 bis 14 °dH |
| hart | mehr als 2,5 Millimol | über 14 °dH |
Ihre Wasserhärte steht auf der Internetseite Ihres Wasserversorgers oder Ihrer Stadtwerke, oft mit Suche nach Postleitzahl, und manchmal auf der Wasserrechnung. Alternativ messen Sie selbst mit Teststreifen; wie das geht, steht im Beitrag Wasserhärte bestimmen. Den Wert brauchen Sie auch für Geschirrspüler und Kaffeemaschine.
Verschmutzung: leicht, normal, stark
Die zweite Größe ist der Schmutz. Die Packungen unterscheiden meist drei Stufen:
- Leicht verschmutzt: keine sichtbaren Flecken, nur kurz getragen, etwa Hemden nach einem Bürotag oder Handtücher nach ein paar Tagen.
- Normal verschmutzt: sichtbar getragen, leichte Flecken, Bettwäsche, Unterwäsche.
- Stark verschmutzt: deutliche Flecken, Gartenkleidung, Arbeitskleidung, Kinderkleidung nach dem Spielplatz, Küchenhandtücher.
Die meiste Alltagswäsche ist leicht bis normal verschmutzt. Stark verschmutzte Stücke behandeln Sie besser gezielt vor, statt die ganze Ladung mit mehr Waschmittel zu waschen. Wie Sie einzelne Flecken lösen, lesen Sie im Beitrag Flecken entfernen.
Beladung: halbe Ladung, halbe Menge?
Die Mengenangaben auf der Packung gelten meist für eine volle Maschine mit 4,5 bis 5 kg Trockenwäsche. Bei einer größeren Trommel mit 8 kg und mehr, voll beladen, braucht es entsprechend etwas mehr; bei einer halb vollen Trommel entsprechend weniger, allerdings nicht exakt die Hälfte, weil auch bei wenig Wäsche Wasser enthärtet werden muss. Bei halber Beladung nehmen Sie deshalb spürbar weniger, aber nicht die Hälfte; manche Packungen nennen dafür eigene Werte.
Voll heißt übrigens: eine Handbreit Platz über der Wäsche in der Trommel. Wer die Trommel vollstopft, wäscht schlechter, weil sich die Teile nicht mehr bewegen und schlecht gespült werden.
Schritt für Schritt: die richtige Menge finden
- Wasserhärte herausfinden. Beim Wasserversorger nachsehen und sich den Bereich merken: weich, mittel oder hart.
- Packungstabelle lesen. In der Zeile Ihres Härtebereichs und der Spalte für die Verschmutzung steht die Menge in Millilitern oder Gramm.
- Messbecher benutzen. Die Markierungen am Becher oder Löffel entsprechen den Angaben auf der Packung. Nach Augenmaß wird fast immer zu viel dosiert.
- Beladung berücksichtigen. Bei halber Ladung etwas weniger nehmen, bei großer Trommel voll beladen etwas mehr.
- Ergebnis beobachten. Riecht die Wäsche nach Waschmittel, fühlt sie sich steif an oder schäumt es stark im Sichtfenster: weniger nehmen. Wird Wäsche grau oder riecht muffig: prüfen, ob es zu wenig ist.
Was zu viel Waschmittel anrichtet
Mehr Waschmittel wäscht nicht sauberer. Was nicht gebraucht wird, muss wieder hinausgespült werden, und das gelingt nicht immer vollständig. Die Folgen:
- Rückstände in der Wäsche. Sie machen Handtücher hart und kratzig und lassen dunkle Stoffe fleckig wirken.
- Hautreizungen. Wer empfindliche Haut hat oder zu Neurodermitis neigt, reagiert auf Reste von Tensiden und Duftstoffen oft mit Juckreiz oder Rötung.
- Starker Schaum. Er dämpft die Waschbewegung, und moderne Maschinen verlängern dann das Programm oder brechen ab.
- Belastung für Abwasser und Geldbeutel. Jeder unnötige Milliliter landet in der Kläranlage.
Bei Verdacht auf zu viel Waschmittel hilft ein zusätzlicher Spülgang ohne Mittel. Weichspüler gleicht nichts aus, sondern kommt als weitere Schicht dazu.
Was zu wenig Waschmittel anrichtet
Auch Sparen hat Grenzen. Ist zu wenig Waschmittel in der Maschine, reicht es nicht, um den Kalk zu binden und den Schmutz in der Lauge zu halten. Die Folgen zeigen sich schleichend:
- Grauschleier. Gelöster Schmutz setzt sich wieder auf der Wäsche ab, Weißes wird nach und nach grau. Wie Sie das beheben, steht im Beitrag Weiße Wäsche wieder weiß.
- Muffiger Geruch. Hautfett und Schweiß werden nicht vollständig entfernt, Bakterien bekommen Nahrung. Mehr dazu im Beitrag Wäsche riecht muffig.
- Kalk und Beläge in der Maschine. Bei hartem Wasser setzt sich Kalk an Heizstab und Trommel.
Pulver, Flüssigmittel, Kompakt und Tabs
Pulver, vor allem als Vollwaschmittel, enthält in der Regel Sauerstoffbleiche und ist für Weißes, Handtücher und Bettwäsche die beste Wahl. Flüssigmittel löst sich auch bei niedrigen Temperaturen gut, enthält aber keine Bleiche; es passt für Buntes und Dunkles. Wer ausschließlich mit Flüssigmittel und bei niedriger Temperatur wäscht, sollte die Maschine gelegentlich heiß mit Pulver laufen lassen.
Kompaktmittel und Konzentrate sind stärker konzentriert als herkömmliche Mittel. Die empfohlene Menge ist entsprechend kleiner, oft deutlich. Hier ist der häufigste Fehler, den Becher aus Gewohnheit bis zum Rand zu füllen. Halten Sie sich an die Markierungen für Ihr Produkt.
Tabs und Caps haben eine feste Menge. Das ist bequem, aber sie lassen sich nicht an die Wasserhärte anpassen. Bei weichem Wasser und kleiner Ladung ist ein Cap oft mehr als nötig, bei sehr hartem Wasser und großer Ladung manchmal zu wenig. Caps gehören außerdem kindersicher aufbewahrt; sie sehen für Kleinkinder aus wie Süßigkeiten.
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Wasserenthärter: meist unnötig
Getrennt verkaufte Wasserenthärter sind bei richtig dosiertem Waschmittel in der Regel überflüssig, denn jedes Waschmittel enthält bereits Enthärter. Sinnvoll sein kann ein Baukastensystem aus Basiswaschmittel und separatem Enthärter nur bei sehr hartem Wasser, weil sich dann jede Komponente einzeln dosieren lässt. Für die meisten Haushalte reicht ein Waschmittel, richtig nach Härte dosiert.
Häufige Fragen
Wie viel Waschmittel brauche ich bei weichem Wasser?
Die Menge für „weich“ auf der Packung, und die ist meist deutlich kleiner als für „hart“. Bei leicht verschmutzter Alltagswäsche genügt oft die kleinste angegebene Menge.
Woran erkenne ich, dass ich zu viel Waschmittel nehme?
Starker Schaum im Sichtfenster, Waschmittelgeruch an der trockenen Wäsche, steife Handtücher und bei empfindlicher Haut Juckreiz. Dann die Menge verringern und einmal extra spülen.
Gilt die Dosierung auch für Wolle und Feinwäsche?
Die Packungen von Woll- und Feinwaschmitteln haben eigene Angaben, die sich ebenfalls nach Wasserhärte richten. Bei Handwäsche gilt eine Menge je Liter Wasser; mehr dazu im Beitrag Handwäsche.
Sind Waschnüsse eine Alternative?
Waschnüsse enthalten Saponine mit schwacher Waschwirkung. Für leicht verschmutzte Wäsche mag das reichen, bei Flecken, Fett und hartem Wasser stoßen sie an Grenzen. Mehr dazu im Beitrag Waschnüsse.



