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Blutflecken entfernen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Holzklammer hält ein rot kariertes Wäschestück an der Leine
Blut ist Eiweiß und gehört zuerst in kaltes Wasser, nie in heißes
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum heißes Wasser alles schlimmer macht
  2. Was Sie brauchen
  3. Frische Blutflecken in fünf Schritten
  4. Eingetrocknetes Blut entfernen
  5. Hausmittel: was wirkt und was nicht
  6. Blut auf Matratze, Teppich und Polster
  7. Wolle, Seide und Leder
  8. Blutflecken in Bettwäsche und Unterwäsche
  9. Häufige Fragen

Blutflecken gehen fast immer heraus, wenn sie nie mit Hitze in Berührung gekommen sind. Die wichtigste Regel ist deshalb einfach: nur kaltes Wasser. Frisches Blut von hinten kalt ausspülen, mit Gallseife oder einem enzymhaltigen Waschmittel vorbehandeln und dann waschen. Eingetrocknetes Blut braucht vorher ein langes kaltes Bad.

Warum heißes Wasser alles schlimmer macht

Blut enthält viel Eiweiß, vor allem den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Eiweiß gerinnt bei Wärme, ähnlich wie ein Frühstücksei. Geronnenes Eiweiß klammert sich fest an die Fasern und schließt den Farbstoff mit ein. Schon warmes Wasser kann das auslösen, heißes Wasser, Bügeleisen und Trockner erst recht. Ein Blutfleck, der einmal heiß gewaschen wurde, bleibt oft als bräunlicher Schatten dauerhaft sichtbar.

Kaltes Wasser dagegen löst frisches Blut erstaunlich gut. Wer sofort reagiert, braucht häufig gar kein weiteres Mittel.

Was Sie brauchen

  • kaltes Wasser, eine Schüssel
  • Gallseife oder ein Voll- oder Colorwaschmittel mit Enzymen (auf der Packung oft als „Enzyme“ oder „Protease“)
  • Kochsalz für eingetrocknete Flecken
  • für weiße Baumwolle: Wasserstoffperoxid 3 % aus der Apotheke oder Fleckensalz mit Sauerstoffbleiche
  • helle Tücher, eine weiche Bürste

Frische Blutflecken in fünf Schritten

  1. Von hinten kalt ausspülen. Den Stoff umdrehen und kaltes Wasser von der Rückseite durch den Fleck laufen lassen. So wird das Blut aus dem Gewebe gespült statt hineingedrückt.
  2. Leicht ausreiben. Den Stoff unter dem Wasserstrahl gegen sich selbst reiben, sanft, nicht mit der Bürste schrubben.
  3. Vorbehandeln. Gallseife anfeuchten und einreiben oder flüssiges Enzymwaschmittel direkt auftragen, 30 Minuten einwirken lassen.
  4. Waschen. Mit Vollwaschmittel waschen. Die Temperatur darf jetzt höher sein, sofern das Etikett es erlaubt – aber erst, wenn der Fleck schon weitgehend verschwunden ist.
  5. Kontrollieren. Vor dem Trockner nachsehen. Ist noch ein rötlicher oder brauner Schatten da, die Vorbehandlung wiederholen.

Kein warmes Wasser, kein Bügeleisen, kein Trockner, solange der Fleck nicht ganz draußen ist. Auch der beliebte Griff zum Föhn, um die nasse Stelle schnell zu trocknen, fixiert das Blut.

Eingetrocknetes Blut entfernen

Getrocknetes Blut wirkt aussichtslos, ist es aber meist nicht. Es muss nur erst wieder aufweichen.

  1. Kalt einweichen. Das Teil mehrere Stunden, bei alten Flecken über Nacht, in kaltes Wasser legen. Ein bis zwei Esslöffel Salz pro Liter helfen, das Eiweiß zu lösen.
  2. Enzymwaschmittel einarbeiten. Enzyme zerlegen Eiweiß; das ist genau ihre Aufgabe. Das Mittel auftragen und eine Stunde einwirken lassen, dabei feucht halten.
  3. Waschen und prüfen. Mit Vollwaschmittel waschen, danach an der Luft trocknen lassen und kontrollieren.
  4. Nur auf Weißem: Wasserstoffperoxid. Bleibt ein Schatten auf weißer Baumwolle, Wasserstoffperoxid 3 % auftupfen. Es schäumt, wenn es auf Blut trifft, und bleicht den Rest. Danach gründlich ausspülen. Auf farbigen Stoffen bleicht es mit – nur nach Test an verdeckter Stelle.

Alternativ weichen Sie weiße und farbechte Wäsche in einer Lösung aus Fleckensalz mit Sauerstoffbleiche ein. Wenn Sie ohnehin ein Mittel gegen Eiweißflecken im Haus haben möchten, ist ein enzymhaltiger Fleckenentferner die vielseitigste Wahl, weil er auch bei Ei, Milch und Gras hilft.

Hausmittel: was wirkt und was nicht

  • Kaltes Salzwasser hilft beim Einweichen alter Flecken. Wirkt, ist aber kein Wundermittel.
  • Speichel wird gern für eigene kleine Blutstropfen empfohlen. Die Wirkung ist kaum belegt; bei einem winzigen Fleck schadet es nicht, mehr aber auch nicht.
  • Kartoffelstärke-Paste kann auf Matratze und Polster Feuchtigkeit und Blutreste aufnehmen, nachdem die Stelle kalt behandelt wurde.
  • Backpulver oder Natron als Paste ist mild und nicht besser als Enzymwaschmittel.
  • Cola, Aspirin, Zahnpasta tauchen in Listen immer wieder auf. Belastbare Belege gibt es nicht, und Cola bringt Zucker und Farbe in den Stoff.
  • Essig hat bei Blut keinen Vorteil und kann Farben angreifen.

Blut auf Matratze, Teppich und Polster

Hier gilt: so wenig Flüssigkeit wie möglich, denn was in die Tiefe sickert, kommt kaum wieder heraus.

  1. Tupfen statt gießen. Ein Tuch in kaltes Wasser tauchen, gut auswringen und den Fleck von außen nach innen betupfen. Mit einem trockenen Tuch nachtupfen.
  2. Salz- oder Enzymlösung. Etwas kalte Salzlösung oder verdünntes Enzymwaschmittel auftupfen, einwirken lassen, mit einem feuchten Tuch aufnehmen.
  3. Stärke aufstreuen. Bei der Matratze nach dem Behandeln Kartoffelstärke oder Natron auf die feuchte Stelle geben, trocknen lassen und absaugen.
  4. Gut trocknen. Die Matratze aufstellen und durchtrocknen lassen, bevor sie wieder bezogen wird, sonst droht Schimmel.

Wasserstoffperoxid auf Matratzen und Teppich nur bei weißem Stoff und nach Test an einer verdeckten Stelle. Weitere Tipps stehen in den Beiträgen Matratze: Flecken entfernen und Teppich: Flecken entfernen. Große, alte Flecken im Teppichboden holt ein Teppichreinigungsgerät am gründlichsten heraus – mit kaltem Wasser, nicht mit heißer Lösung.

Wolle, Seide und Leder

Auf Wolle und Seide keine enzymhaltigen Waschmittel verwenden: Diese Fasern bestehen selbst aus Eiweiß, und die Enzyme greifen sie an. Auch keine Bleiche. Den Fleck kalt ausspülen, mit einem Tropfen Wollwaschmittel betupfen und ausspülen; bei teuren Stücken in die Reinigung.

Leder frisch mit einem kalten, feuchten Tuch abtupfen und anschließend mit Lederpflege behandeln. Eingezogenes Blut in hellem Glattleder ist ein Fall für den Lederfachbetrieb.

Blutflecken in Bettwäsche und Unterwäsche

Ob Nasenbluten in der Nacht oder die Periode: Bettwäsche und Unterwäsche aus Baumwolle sind dankbar. Kalt ausspülen, über Nacht in kaltem Wasser mit etwas Waschmittel einweichen und dann mit Vollwaschmittel bei 60 °C waschen. Bei weißer Wäsche Fleckensalz dazugeben. Periodenunterwäsche und Stoffbinden haben eigene Pflegehinweise des Herstellers, meist kalt vorspülen und ohne Weichspüler waschen.

Weitere Anleitungen für eiweißhaltige und andere Flecken finden Sie in der Übersicht Flecken entfernen, zum Beispiel bei Urinflecken.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich eingetrocknetes Blut aus Kleidung?

Mehrere Stunden oder über Nacht in kaltem Salzwasser einweichen, dann ein enzymhaltiges Waschmittel einarbeiten, einwirken lassen und waschen. Auf weißer Baumwolle hilft bei Resten Wasserstoffperoxid 3 %. Solange der Fleck nie heiß gewaschen wurde, stehen die Chancen gut.

Wie bekomme ich Blut aus dem Teppich?

Mit einem kalten, feuchten Tuch von außen nach innen tupfen und immer wieder trocken nachtupfen. Danach etwas Enzym- oder Salzlösung auftupfen und klar nacharbeiten. Nicht reiben und kein warmes Wasser verwenden.

Hilft Salz gegen Blutflecken?

Kaltes Salzwasser hilft, eingetrocknetes Blut aufzuweichen, und eignet sich zum Einweichen. Als alleiniges Mittel reicht es selten; Enzymwaschmittel oder Gallseife erledigen den Rest.

Warum ist der Blutfleck nach dem Waschen braun?

Dann war das Wasser zu warm, bevor das Blut herausgelöst war, und das Eiweiß ist geronnen. Kalt einweichen, Enzymwaschmittel und bei weißer Wäsche Sauerstoffbleiche helfen oft noch; ganz verschwindet ein solcher Schatten aber nicht immer.