Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Nudeln einfrieren: so geht es richtig

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Gekochte Penne mit einem Basilikumblatt auf einem grünen Teller
Bissfest gekocht und portioniert lassen sich Nudeln gut einfrieren
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welche Nudeln ins Gefrierfach gehören – und welche nicht
  2. Rasch abkühlen: die wichtigste Regel für Reste
  3. Gekochte Nudeln einfrieren: Schritt für Schritt
  4. Nudeln mit Soße, Aufläufe und Lasagne
  5. Frische und gefüllte Pasta roh einfrieren
  6. Auftauen und aufwärmen
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Nudeln einfrieren funktioniert gut, wenn sie bissfest gekocht, schnell abgekühlt und in Portionen verpackt werden. So halten gekochte Nudeln etwa drei Monate und sind später in zwei Minuten wieder auf dem Teller. Weich gekochte Nudeln werden dagegen breiig, und trockene Nudeln aus der Packung brauchen das Gefrierfach gar nicht.

Welche Nudeln ins Gefrierfach gehören – und welche nicht

Getrocknete Nudeln aus Hartweizen halten im Vorratsschrank jahrelang. Sie einzufrieren bringt nichts, außer bei Verdacht auf Vorratsschädlinge; dazu mehr unter Lebensmittelmotten. Sinnvoll ist das Einfrieren in drei Fällen: bei gekochten Resten, beim bewussten Vorkochen für eilige Tage und bei frischer, selbst gemachter oder gekaufter Pasta.

VarianteVorbereitungHaltbarkeit bei -18 °C
Gekochte Nudeln ohne Soßeal dente kochen, kalt abschrecken, abtropfen, mit etwas Öl mischen, flach portionierenetwa 3 Monate
Nudeln mit Soße, Aufläufe, Lasagnerasch abkühlen, in Dosen oder der Form einfrierenetwa 2–3 Monate
Frische Nudeln, ungefüllt, rohantrocknen lassen, zu Nestern drehen, vorfrierenetwa 3 Monate
Frische gefüllte Pasta, rohbemehlen, einzeln auf dem Blech vorfrieren, dann in Beuteletwa 2–3 Monate

Die Angaben sind Richtwerte, wie sie Ratgeber in dieser Größenordnung nennen; vereinzelt ist auch von bis zu sechs Monaten die Rede. Nudeln verderben bei -18 °C nicht, trocknen aber aus und nehmen Fremdgerüche an. Je früher sie gegessen werden, desto besser.

Rasch abkühlen: die wichtigste Regel für Reste

Gekochte stärkehaltige Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Kartoffeln sollten nicht lange bei Zimmertemperatur stehen. Auf ihnen können Sporen des Bakteriums Bacillus cereus das Kochen überleben. Bleibt das Essen stundenlang lauwarm, keimen sie aus und bilden Giftstoffe, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen können und sich durch Aufwärmen nicht sicher zerstören lassen. Kühlen Sie Nudelreste deshalb rasch ab und stellen Sie sie innerhalb etwa einer Stunde in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach. Nudeln, die über Nacht im Topf auf dem Herd standen, frieren Sie nicht mehr ein.

Einfrieren stoppt die Vermehrung von Keimen, tötet sie aber nicht ab. Eingefrorene Nudeln werden deshalb beim Aufwärmen immer durch und durch erhitzt. Dasselbe gilt für Reis; die Einzelheiten stehen unter Reis einfrieren.

Gekochte Nudeln einfrieren: Schritt für Schritt

  1. Bissfest kochen. Wer Nudeln eigens für den Vorrat kocht, gießt sie ein bis zwei Minuten vor der auf der Packung angegebenen Zeit ab. Beim Aufwärmen garen sie nach.
  2. Kalt abschrecken. Sonst bei Nudeln verpönt, hier richtig: Kaltes Wasser stoppt das Garen und kühlt die Nudeln in Sekunden herunter.
  3. Gut abtropfen lassen. Das Sieb mehrmals schütteln. Wasser an den Nudeln wird zu Eis und macht sie später matschig.
  4. Mit Öl mischen. Ein Teelöffel neutrales Öl oder Olivenöl je Portion genügt, damit die Nudeln nicht zu einem Block verkleben.
  5. Portionieren. In Gefrierbeutel füllen, jeweils so viel, wie Sie für eine Mahlzeit brauchen. Eine Portion als Hauptgericht entspricht etwa zwei Händen voll gekochter Nudeln.
  6. Flach streichen und Luft herausdrücken. Flache Beutel frieren schnell durch, lassen sich stapeln und tauen schnell auf.
  7. Beschriften und einfrieren. Sorte, Portionen und Datum notieren und die Beutel liegend ins Gefrierfach geben.

Am besten gelingen kurze, robuste Formen wie Penne, Fusilli, Farfalle oder Spätzle. Spaghetti und Bandnudeln gehen ebenfalls, brechen gefroren aber leicht; drehen Sie sie vor dem Einfrieren mit der Gabel zu Nestern. Sehr dünne Nudeln wie Suppennudeln oder Capellini werden nach dem Aufwärmen schnell zu weich.

Nudeln mit Soße, Aufläufe und Lasagne

Nudeln und Soße getrennt einzufrieren liefert das bessere Ergebnis, weil die Nudeln in der Soße weiter Flüssigkeit aufsaugen und weicher werden. Ist beides schon vermischt, können Sie die Reste trotzdem einfrieren; sie schmecken nach dem Aufwärmen wie ein gutes Kantinenessen, nicht wie frisch gekocht.

Ausgesprochen gut eignen sich Aufläufe und Lasagne, bei denen weiche Nudeln ohnehin dazugehören. Frieren Sie sie in Portionsstücken oder gleich in einer gefriergeeigneten Form ein. Tomatensoßen und Bolognese überstehen das Einfrieren problemlos, Sahne- und Käsesoßen können sich beim Aufwärmen trennen und werden durch kräftiges Rühren und einen Schuss Milch wieder glatt. Nudelsalat mit Mayonnaise oder Joghurt gehört nicht ins Gefrierfach.

Soße auf Vorrat lässt sich auch im Glas haltbar machen, etwa nach der Anleitung Tomatensoße einkochen.

Frische und gefüllte Pasta roh einfrieren

Frische Pasta, ob selbst gemacht oder aus dem Kühlregal, wird roh eingefroren. Vorgekocht würde sie beim zweiten Erhitzen zerfallen.

  1. Bemehlen. Ravioli, Tortellini oder Maultaschen dünn mit Mehl oder Hartweizengrieß bestäuben.
  2. Einzeln vorfrieren. Nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, ohne dass sie sich berühren, und ein bis zwei Stunden anfrieren lassen.
  3. Umfüllen. Die harten Teigtaschen in Beutel oder Dosen geben und beschriften.

Ungefüllte frische Bandnudeln lassen Sie nach dem Schneiden etwa eine halbe Stunde antrocknen, zum Beispiel auf einem Nudelständer, drehen sie zu lockeren Nestern und frieren diese ebenfalls vor. Gekocht wird frische Pasta gefroren: direkt ins siedende Salzwasser, ein bis zwei Minuten länger als frisch. Bei Füllungen mit Fleisch oder Fisch sollte der Kern sicher heiß sein. Gekaufte Kühlregal-Pasta frieren Sie rechtzeitig vor Ablauf des Datums ein, nicht am letzten Tag.

Auftauen und aufwärmen

Gekochte Nudeln tauen Sie nicht auf, das macht sie nur weicher.

  • Im kochenden Wasser: die gefrorenen Nudeln für etwa ein bis zwei Minuten in sprudelndes Salzwasser geben, bis sie heiß sind, dann abgießen.
  • In der Soße: die gefrorene Portion direkt in die heiße Soße geben und unter Rühren einige Minuten erhitzen.
  • In der Pfanne: mit etwas Butter oder Öl anbraten, ideal für Spätzle, Schupfnudeln und Bratnudeln.
  • In der Mikrowelle: mit einem Esslöffel Wasser abgedeckt erhitzen und zwischendurch umrühren, damit keine kalten Stellen bleiben.
  • Aufläufe und Lasagne: über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen oder gefroren abgedeckt in den Ofen geben; das dauert dann entsprechend länger.

Einmal aufgewärmte Nudeln frieren Sie nicht erneut ein. Wie Sie mit Gekochtem im Kühlschrank umgehen, steht unter Reste aufbewahren.

Typische Fehler

  • Zu weich gekocht. Nudeln, die schon beim ersten Mal weich waren, sind nach dem Aufwärmen Brei.
  • Zu lange stehen gelassen. Reste vom Mittag gehören mittags in die Kühlung, nicht abends.
  • Kein Öl. Dann friert die Portion zu einem Klumpen, der außen zerkocht, bevor er innen heiß ist.
  • Ein großer Beutel für alles. Kleine, flache Portionen sind schneller gefroren und schneller wieder warm.
  • Zu viel Luft. Nudeln trocknen an der Oberfläche aus und werden hart; das ist Gefrierbrand.

Alles Weitere zu Verpackung und Temperatur finden Sie unter Lebensmittel einfrieren.

Häufige Fragen

Kann man gekochte Nudeln einfrieren?

Ja. Bissfest gekocht, kalt abgeschreckt, mit etwas Öl vermengt und flach portioniert überstehen sie das Einfrieren gut. Sehr weiche Nudeln werden breiig.

Wie lange sind eingefrorene Nudeln haltbar?

Etwa drei Monate bei -18 °C, Gerichte mit Soße eher zwei bis drei Monate. Danach sind sie nicht verdorben, aber trockener und weniger schmackhaft.

Wie taut man eingefrorene Nudeln am besten auf?

Gar nicht. Geben Sie sie gefroren für ein bis zwei Minuten in kochendes Wasser oder direkt in die heiße Soße und erhitzen Sie sie durch und durch.

Kann man Nudeln mit Soße einfrieren?

Ja, die Nudeln werden dabei allerdings weicher. Besser ist es, Soße und Nudeln getrennt einzufrieren. Aufläufe und Lasagne eignen sich besonders gut.

Kann man frische Tortellini oder Ravioli einfrieren?

Ja, roh. Einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in Beutel füllen und später gefroren ins siedende Wasser geben. Sie brauchen ein bis zwei Minuten länger als frische.