Lebensmittel richtig einfrieren – und was nicht in den Gefrierschrank gehört

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Einfrieren ist die einfachste Art, Lebensmittel lange haltbar zu machen: Bei -18 °C vermehren sich Keime nicht mehr, und die meisten Lebensmittel halten Monate. Damit sie danach noch schmecken, kommt es auf drei Dinge an: luftdicht verpacken, schnell einfrieren und richtig auftauen. Und manches lässt man besser gleich draußen.
Was beim Einfrieren passiert
Beim Gefrieren wird das Wasser in den Lebensmitteln zu Eis. Bakterien, Hefen und Schimmelpilze werden dadurch nicht abgetötet, aber sie hören auf, sich zu vermehren. Nach dem Auftauen machen sie weiter. Deshalb wird aus einem verdorbenen Lebensmittel durch Einfrieren kein gutes, und aufgetaute Ware verdirbt so schnell wie frische.
Die Eiskristalle sind der Grund, warum manches nach dem Auftauen matschig ist. Je langsamer ein Lebensmittel gefriert, desto größer werden die Kristalle und desto mehr Zellwände zerstören sie. Schnell eingefrorene Ware behält ihre Struktur besser.
Richtig verpacken
Luft ist der größte Feind im Gefrierschrank. Wo sie an das Lebensmittel kommt, trocknet es aus, es entstehen graue, zähe Stellen, der sogenannte Gefrierbrand. Er ist nicht gesundheitsschädlich, schmeckt aber strohig.
- Geeignete Verpackung wählen. Gefrierbeutel, Gefrierdosen mit Deckel oder gefriergeeignete Gläser. Gläser nur bis etwa zwei Finger unter den Rand füllen, weil sich Flüssigkeit beim Gefrieren ausdehnt.
- Luft herausdrücken. Beutel flach streichen und verschließen oder mit einem Vakuumierer arbeiten.
- In Portionen teilen. So viel, wie Sie auf einmal brauchen. Flache Päckchen frieren schneller durch und tauen schneller auf.
- Beschriften. Inhalt und Datum mit einem wasserfesten Stift oder Etikett. Nach drei Monaten weiß sonst niemand mehr, ob das Hähnchen oder Pute war.
Einfache Gefrierbeutel mit Beschriftungsfeld sind das praktischste Hilfsmittel.
Schnell einfrieren
Legen Sie nur so viel Frisches auf einmal in den Gefrierschrank, wie er schnell durchfrieren kann; die Gebrauchsanleitung nennt dafür das Gefriervermögen in Kilogramm pro Tag. Viele Geräte haben eine Schnellgefrierfunktion, die man einige Stunden vorher einschaltet. Die neuen Päckchen gehören nicht direkt an bereits gefrorene Ware, sonst taut diese an.
Warme Speisen lassen Sie vorher abkühlen, aber nicht stundenlang offen in der Küche stehen. Ein großer Topf Suppe kühlt schneller ab, wenn Sie ihn in kaltes Wasser stellen oder auf mehrere flache Dosen verteilen.
Gemüse wie Brokkoli, Bohnen oder Blumenkohl blanchieren Sie vor dem Einfrieren kurz in kochendem Wasser und schrecken es eiskalt ab. Das stoppt Enzyme, die sonst Farbe und Geschmack verändern. Kräuter, Beeren und Paprika brauchen das nicht. Beeren frieren Sie am besten einzeln auf einem Blech vor und füllen sie erst danach in Beutel, dann kleben sie nicht zusammen.
Wie lange hält Tiefgekühltes?
Bei konstant -18 °C werden Lebensmittel nicht gefährlich, aber mit der Zeit verlieren sie Geschmack, Farbe und Vitamine; fettreiche Ware wird ranzig. Die folgenden Werte sind verbreitete Richtwerte, wie sie auch Verbraucherzentralen und das Bundeszentrum für Ernährung in dieser Größenordnung nennen. Sie geben an, wie lange die Qualität gut bleibt.
| Lebensmittel | Richtwert bei -18 °C |
| Rindfleisch, Wild | etwa 6–12 Monate |
| Schweinefleisch | etwa 4–7 Monate |
| Hackfleisch, Bratwurst | etwa 1–3 Monate |
| Geflügel | etwa 6–10 Monate |
| Magerer Fisch | etwa 6–8 Monate |
| Fetter Fisch (Lachs, Makrele) | etwa 2–4 Monate |
| Gemüse, blanchiert | etwa 6–12 Monate |
| Obst | etwa 8–12 Monate |
| Brot und Brötchen | etwa 1–3 Monate |
| Butter | etwa 6 Monate |
| Gekochte Gerichte, Suppen | etwa 2–3 Monate |
Gekaufte Tiefkühlkost trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Was es bedeutet, erklärt der Beitrag Mindesthaltbarkeitsdatum.
Richtig auftauen
Die sicherste Methode ist der Kühlschrank. Das dauert länger, aber das Lebensmittel bleibt dabei die ganze Zeit kühl. Für Hackfleisch und Geflügel ist das die Regel, denn bei ihnen vermehren sich Keime wie Salmonellen und Campylobacter an der warmen Oberfläche schnell.
- Fleisch und Fisch in einer Schüssel auf die unterste Glasplatte im Kühlschrank legen, damit nichts auf andere Lebensmittel tropft.
- Tauwasser von Geflügel wegschütten, Schüssel, Spüle und Hände danach gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.
- Gemüse kommt gefroren in den Topf oder die Pfanne.
- Brot und Brötchen tauen bei Raumtemperatur auf oder gehen gefroren in den Ofen.
- Fertiggerichte und Suppen können gefroren erhitzt werden, bis sie durch und durch heiß sind.
In der Mikrowelle aufgetautes Fleisch sollten Sie sofort zubereiten, weil es stellenweise schon warm geworden ist.
Wieder einfrieren – ja oder nein?
Rohes, aufgetautes Fleisch, Fisch und Hackfleisch frieren Sie nicht erneut ein. Die Keime haben sich beim Auftauen vermehrt, und bei einem zweiten Durchgang leidet zusätzlich die Struktur. Garen Sie es stattdessen vollständig durch: Aus aufgetautem Hackfleisch wird eine Bolognese, und die dürfen Sie wieder einfrieren. Ist etwas nur leicht angetaut und hat noch Eiskristalle, zum Beispiel nach dem Einkauf, kann es in der Regel zurück in den Gefrierschrank.
Was sich schlecht einfrieren lässt
- Blattsalat, Gurken, Radieschen, Wassermelone: Sie bestehen fast nur aus Wasser und werden matschig.
- Rohe Kartoffeln: Sie werden weich und schmecken süßlich. Gekochte Kartoffeln in Gerichten gehen eher.
- Rohe Tomaten taugen danach nur noch für Soßen.
- Eier in der Schale platzen. Aufgeschlagen und verquirlt lassen sie sich einfrieren, gekochte Eier werden gummiartig.
- Joghurt, Quark, Sahne, Mayonnaise: Sie flocken aus oder trennen sich. Zum Kochen und Backen ist das teils noch in Ordnung.
- Weich gekochte Nudeln und Reis werden breiig; al dente eingefroren klappt es besser.
Einfrieren gegen Lebensmittelmotten
Einfrieren ist auch ein bewährter Weg, um Mehl, Nüsse oder Trockenfrüchte zu retten, bei denen man einen Mottenbefall befürchtet, ohne dass schon Gespinste zu sehen sind. Einige Tage bei -18 °C töten Eier und Larven ab. Deutlich befallene Vorräte gehören dagegen in den Müll. Wie Sie die Motten dauerhaft loswerden, steht unter Lebensmittelmotten.
Den Gefrierschrank in Schuss halten
Stellen Sie das Gerät auf -18 °C und prüfen Sie das gelegentlich mit einem Thermometer. Eine dicke Eisschicht kostet Strom und Platz; wann und wie Sie abtauen, lesen Sie unter Kühlschrank abtauen. Eine Liste an der Tür mit dem, was drin ist, verhindert, dass Päckchen jahrelang in der untersten Schublade liegen.
Häufige Fragen
Kann man eingefrorenes Fleisch nach Ablauf der Lagerdauer noch essen?
Bei durchgehend -18 °C wird es nicht gefährlich, aber es kann trocken, zäh oder ranzig schmecken. Die Richtwerte beschreiben die Qualität, nicht die Sicherheit. Riecht es nach dem Auftauen ranzig oder sieht es stark nach Gefrierbrand aus, lieber entsorgen.
Darf man Brot mehrmals einfrieren?
Das ist hygienisch unbedenklich, aber Brot wird dabei jedes Mal trockener. Frieren Sie es in Scheiben oder kleinen Stücken ein und entnehmen Sie nur, was Sie brauchen.
Warum dürfen gegarte Speisen aus aufgetautem Fleisch wieder eingefroren werden?
Beim vollständigen Durchgaren werden die Keime abgetötet, die sich während des Auftauens vermehrt haben. Das gegarte Gericht ist damit ein neues Lebensmittel und kann nach dem Abkühlen normal eingefroren werden.
Was tun, wenn der Strom ausgefallen ist?
Tür geschlossen halten. Ein voller Gefrierschrank hält die Kälte meist viele Stunden. Was noch Eiskristalle hat, darf zurück; vollständig Aufgetautes, vor allem Fleisch und Fisch, sollten Sie zügig durchgaren oder entsorgen.



