Lebensmittelmotten loswerden

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Lebensmittelmotten werden Sie los, indem Sie alle Vorräte durchsehen, alles Befallene wegwerfen und den Schrank gründlich aussaugen und auswischen – bis in die Bohrlöcher der Regalböden. Danach kommen die Vorräte in dicht schließende Dosen, und eine Pheromonfalle zeigt über einige Wochen, ob noch Motten fliegen. Sprays haben in der Küche nichts verloren.
Lebensmittelmotten erkennen
Unter dem Begriff fasst man mehrere Kleinschmetterlinge zusammen, am häufigsten die Dörrobstmotte, daneben Mehlmotte und Speichermotte. Die Falter sind etwa 8–10 mm lang, halten die Flügel in Ruhe dachförmig über dem Körper und fliegen vor allem in der Dämmerung durch die Küche. Die Dörrobstmotte erkennt man an den zweifarbigen Flügeln: vorne hell, hinten kupferbraun.
Sichere Zeichen eines Befalls sind:
- feine Gespinste in Mehl, Müsli, Nüssen oder an der Innenseite von Packungen,
- verklumpte Lebensmittel, die von Fäden zusammengehalten werden,
- weißliche bis leicht rosa Larven mit dunklem Kopf, bis etwa 1,5 cm lang,
- Larven und Kokons in den Ecken des Schranks, an der Decke oder in Ritzen – sie wandern vor der Verpuppung weg vom Futter.
Kleidermotten sind kleiner, einfarbig goldgelb und fliegen kaum. Wie Sie mit ihnen umgehen, steht im Ratgeber Kleidermotten.
Woher Lebensmittelmotten kommen
Die meisten Motten werden mit Lebensmitteln eingeschleppt: Eier oder junge Larven stecken bereits in der Packung, wenn sie aus dem Laden kommt. Das ist kein Zeichen für einen unsauberen Haushalt. Die Larven kommen durch dünne Papier- und Folienverpackungen hindurch und wandern von einer Packung zur nächsten.
Befallen werden vor allem trockene Vorräte: Mehl, Grieß, Haferflocken, Müsli, Reis, Nudeln, Nüsse, Trockenobst, Schokolade, Kakao, Gewürze, Tee, Hülsenfrüchte und – oft vergessen – Tierfutter und Vogelfutter. Bei Zimmertemperatur dauert eine Generation vom Ei bis zum Falter etwa sechs bis acht Wochen, bei Wärme schneller. Die Falter selbst leben nur ein bis zwei Wochen, legen aber in dieser Zeit mehrere hundert Eier.
Lebensmittelmotten loswerden: Schritt für Schritt
- Alles ausräumen. Den betroffenen Schrank und die Nachbarschränke komplett leeren, auch Gewürzregal, Tierfutter und Backzutaten.
- Jede Packung prüfen. Nach Gespinsten, Larven und Klumpen suchen. Auch geschlossene Papier- und Folienpackungen können befallen sein.
- Befallenes entsorgen. Alles mit Gespinsten oder Larven in einem verschlossenen Beutel in den Restmüll geben und den Müll gleich aus der Wohnung bringen.
- Verdächtiges einfrieren. Packungen ohne sichtbaren Befall, die im selben Schrank standen, für einige Tage bei –18 °C einfrieren. Das tötet Eier und Larven. Mehr zum richtigen Einfrieren lesen Sie im Ratgeber Lebensmittel einfrieren.
- Schrank aussaugen. Alle Böden, Ecken, Fugen, Scharniere, die Bohrlöcher für die Regalbodenträger und die Falz der Türen mit der Fugendüse aussaugen. Dort sitzen oft verpuppte Larven. Den Staubsaugerbeutel sofort entsorgen.
- Auswischen. Mit warmem Wasser und Spülmittel oder etwas Essig, danach trocken reiben. Ein Föhn auf höchster Stufe, einige Minuten in Ritzen gehalten, erreicht Stellen, die man nicht auswischen kann.
- Umfüllen. Nur einwandfreie Vorräte zurückräumen, in dicht schließende Dosen.
Rechnen Sie damit, dass trotz gründlicher Arbeit noch einige Wochen lang einzelne Falter auftauchen: Aus versteckten Puppen schlüpfen Nachzügler. Fangen Sie sie ab und prüfen Sie die Vorräte nach zwei bis drei Wochen erneut.
Dosen statt Tüten
Dicht schließende Vorratsdosen sind die wichtigste Vorbeugung. Die Larven kommen durch Papier und dünne Folie, nicht aber durch Glas, Metall oder Kunststoff mit Dichtung. Zugleich bleibt ein Befall auf eine Dose beschränkt, statt sich durch den Schrank zu fressen. Einmachgläser mit Gummiring, Schraubgläser oder Vorratsdosen mit Dichtung eignen sich gleichermaßen. Für Kaffee und Tee gibt es eigene Ratgeber zur luftdichten Kaffeedose und zu Teedosen.
Pheromonfallen: der Kontrollblick
Pheromonfallen für Lebensmittelmotten sind Klebefallen mit dem Lockstoff der Weibchen. Sie fangen nur männliche Falter und sind deshalb kein Bekämpfungsmittel, aber ein gutes Messinstrument. Hängen Sie eine Falle in die Nähe des Vorratsschranks, nicht mitten in den Raum, und schauen Sie wöchentlich nach. Bleibt sie über sechs bis acht Wochen leer, ist der Befall vorbei.
Eine Falle, die sehr viele Motten fängt, kann dagegen ein Zeichen sein, dass es irgendwo einen vergessenen Herd gibt – in der Speisekammer, im Tierfutter im Flur oder im Vogelfutter im Keller. Fallen für Lebensmittelmotten wirken nicht auf Kleidermotten und umgekehrt.
Schlupfwespen als biologisches Mittel
Winzige Schlupfwespen der Gattung Trichogramma legen ihre Eier in die Eier der Motten, sodass statt einer Motte eine neue Schlupfwespe schlüpft. Sie werden auf Kärtchen geliefert, die man in den Schrank legt oder hängt, meist in mehreren Lieferungen im Abstand von einigen Wochen. Für Menschen und Haustiere sind sie harmlos. Wenn keine Motteneier mehr da sind, sterben sie ab.
Schlupfwespen ersetzen das Aufräumen nicht, sie ergänzen es: Sie erwischen Gelege in Ritzen, an die man nicht herankommt. Mit Insektensprays dürfen sie nicht kombiniert werden.
Hausmittel und Mittel mit Wirkstoff
Lorbeerblätter, Nelken, Lavendel oder Zedernholz werden oft empfohlen. Ihr Duft kann Falter kurzzeitig fernhalten, gegen Eier und Larven in den Vorräten hilft er nicht. Das beste Hausmittel sind Staubsauger, Gefrierschrank und dichte Dosen.
Insektensprays und Insektizide gehören nicht in Vorratsschränke und nicht in die Nähe von Lebensmitteln. Bei einem hartnäckigen Befall, in einer Speisekammer mit großen Vorräten oder im Gewerbe ist ein Schädlingsbekämpfer die bessere Wahl. Er setzt nur zugelassene Verfahren ein und kennt die Verstecke.
Vorbeugen: Motten gar nicht erst einschleppen
- Neue Vorräte gleich nach dem Einkauf in Dosen umfüllen und dabei kurz ansehen.
- Vorräte nicht über Jahre horten, sondern regelmäßig aufbrauchen.
- Den Vorratsschrank alle paar Monate ausräumen und aussaugen.
- Tier- und Vogelfutter ebenfalls in dichten Behältern lagern, nicht in der Küche offen stehen lassen.
- Eine Pheromonfalle dauerhaft hängen lassen, um neuen Befall früh zu bemerken.
Kleine Käfer in Mehl oder Brotkrümeln sind übrigens keine Motten, sondern oft Brotkäfer. Winzige helle Insekten in feuchten Vorräten sind meist Staubläuse.
Häufige Fragen
Kann ich Lebensmittel mit Motten noch essen?
Nein. Befallene Lebensmittel sind mit Kot, Gespinsten und Häutungsresten verunreinigt und gehören in den Müll. Für Menschen sind die Larven nicht giftig – wer versehentlich welche gegessen hat, muss sich keine Sorgen machen.
Wie lange muss ich Lebensmittel gegen Motten einfrieren?
Bei –18 °C einige Tage, sicherheitshalber eine Woche. Das genügt, um Eier und Larven abzutöten. Danach können die Lebensmittel normal verwendet werden, wenn sie keinen sichtbaren Befall hatten.
Wie lange leben Lebensmittelmotten?
Der Falter lebt nur ein bis zwei Wochen. Die ganze Entwicklung vom Ei bis zum Falter dauert bei Zimmertemperatur etwa sechs bis acht Wochen. Deshalb sollten Sie nach der Bekämpfung mindestens zwei Monate kontrollieren.
Warum kommen die Motten immer wieder?
Meist gibt es einen übersehenen Herd: eine vergessene Tüte Nüsse, Tierfutter, Vogelfutter, eine Gewürzdose oder Puppen in den Bohrlöchern des Schranks. Räumen Sie noch einmal alles aus und beziehen Sie Nachbarschränke und Speisekammer mit ein.
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