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Reis einfrieren: so geht es richtig

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Schale mit gekochtem weißem Reis vor blauem Hintergrund
Gekochter Reis muss rasch abkühlen, bevor er ins Gefrierfach kommt
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum Reis kein Lebensmittel zum Herumstehen ist
  2. Übersicht: was sich wie einfrieren lässt
  3. Reis einfrieren: Schritt für Schritt
  4. Auftauen heißt hier: direkt erhitzen
  5. Was sich an Geschmack und Konsistenz ändert
  6. Typische Fehler
  7. Häufige Fragen

Reis einfrieren ist eine gute Idee: Gekochter Reis hält sich im Gefrierfach mehrere Monate und ist in wenigen Minuten wieder heiß auf dem Teller. Entscheidend ist nicht das Einfrieren selbst, sondern die Zeit davor. Reis muss rasch abkühlen und darf nicht lange lauwarm herumstehen. Wer das beachtet, kann getrost gleich die doppelte Menge kochen.

Warum Reis kein Lebensmittel zum Herumstehen ist

Auf rohem Reis sitzen häufig Sporen des Bakteriums Bacillus cereus. Sie überstehen das Kochen. Kühlt der fertige Reis langsam ab oder steht er lange lauwarm, keimen die Sporen aus, die Bakterien vermehren sich und können Giftstoffe bilden, die Erbrechen oder Durchfall auslösen. Der Keim fühlt sich im ganzen lauwarmen Bereich wohl, also überall zwischen Kühlschrank- und Warmhaltetemperatur. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät deshalb, erhitzte Speisen entweder richtig heiß zu halten, bei mindestens 60 °C, oder schnell zu kühlen.

Wichtig für das Verständnis: Das Erbrechen auslösende Gift ist hitzestabil. Aufwärmen macht einen falsch gelagerten Reis also nicht wieder sicher. Und das Einfrieren tötet weder Bakterien noch Sporen ab, es hält nur den Zustand fest, den der Reis beim Einfrieren hatte.

Reis, der über Stunden bei Raumtemperatur gestanden hat, gehört deshalb nicht ins Gefrierfach, sondern in den Müll. Das gilt für den Topf, der nach dem Abendessen bis zum nächsten Morgen auf dem Herd blieb, ebenso wie für die Reisbeilage vom Büfett.

Übersicht: was sich wie einfrieren lässt

VarianteVorbereitungRichtwert bei -18 °C
Langkorn-, Basmati-, Jasminreis, gekochtkörnig garen, rasch abkühlen, flach portionierenetwa 3–6 Monate
Vollkorn- und Naturreis, gekochtwie oben; lohnt sich wegen der langen Garzeit besondersetwa 3–6 Monate
Reisgerichte (Reispfanne, Curry mit Reis)rasch abkühlen, portionsweise in Dosenetwa 2–3 Monate
Risotto, Milchreismöglich, wird aber weicher und etwas körnig-trocken; beim Erwärmen Flüssigkeit zugebenetwa 2–3 Monate
Roher ReisEinfrieren unnötig; trocken und dicht verschlossen lagern–

Die Zeiten sind Richtwerte für die Qualität. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für gekochten Reis bis zu sechs Monate; nach drei bis vier Monaten wird er allerdings merklich trockener. Reisgerichte mit Fleisch, Fisch oder Sahne richten sich nach der empfindlichsten Zutat.

Reis einfrieren: Schritt für Schritt

  1. Körnig kochen. Reis, der für das Gefrierfach bestimmt ist, darf noch leichten Biss haben. Beim Wiedererhitzen gart er nach.
  2. Sofort ausbreiten. Den Reis gleich nach dem Essen, besser schon direkt nach dem Kochen, aus dem Topf nehmen und dünn auf einem großen Teller, einem Blech oder in einer flachen Form verteilen. Mit einer Gabel auflockern, damit der Dampf entweicht. In einer dünnen Schicht ist er nach etwa 15 bis 20 Minuten nur noch handwarm.
  3. Portionieren. In Gefrierbeutel oder flache Dosen füllen, jeweils so viel, wie Sie für eine Mahlzeit brauchen. Eine Portion als Beilage sind gekocht etwa 150 bis 180 g.
  4. Flach drücken. Den Beutel auf der Arbeitsplatte zu einer höchstens zwei Finger dicken Platte streichen und die Luft herausdrücken. Flache Platten gefrieren schnell, lassen sich stapeln und sind ebenso schnell wieder heiß.
  5. Beschriften. Sorte, Menge und Datum notieren.
  6. Einfrieren. Die Beutel nebeneinander an die kälteste Stelle legen, nicht aufeinander und nicht direkt auf bereits Gefrorenes. Zwischen Kochen und Gefrierfach sollte möglichst nicht mehr als etwa eine Stunde vergehen.

Wenn es schneller gehen soll, stellen Sie die flache Form in ein kaltes Wasserbad. Kleine, handwarme Portionen dürfen auch direkt ins Gefrierfach; einen dampfenden Topf stellen Sie dagegen nicht hinein, er würde die Nachbarn antauen. Mehr zu den Grundregeln lesen Sie unter Lebensmittel richtig einfrieren.

Auftauen heißt hier: direkt erhitzen

Gefrorener Reis wird nicht über Stunden bei Raumtemperatur aufgetaut. Er kommt aus dem Gefrierfach direkt in die Hitze.

  • Mikrowelle: Die Reisplatte in eine Schüssel legen, einen bis zwei Esslöffel Wasser zugeben, abdecken und bei hoher Leistung erhitzen. Nach der Hälfte der Zeit umrühren und Klumpen zerteilen. Je nach Gerät und Menge dauert das etwa drei bis fünf Minuten.
  • Pfanne: Etwas Öl oder einen Schluck Wasser erhitzen, den gefrorenen Reis hineingeben, mit dem Pfannenwender zerteilen und unter Rühren durchbraten. So entsteht gebratener Reis fast von selbst.
  • Topf oder Dämpfeinsatz: Mit wenig Wasser bei geschlossenem Deckel erhitzen oder im Sieb über kochendem Wasser dämpfen.
  • Suppe und Eintopf: Gefroren einstreuen und einige Minuten mitkochen lassen.

Der Reis ist fertig, wenn er überall dampfend heiß ist, auch in der Mitte. Als Richtwert für das Durcherhitzen gelten 70 °C im Inneren für mindestens zwei Minuten. Wer lieber im Kühlschrank auftaut, etwa für Reissalat, verwendet den Reis innerhalb eines Tages und lässt ihn nicht auf der Arbeitsplatte stehen. Einmal erhitzten Reis wärmen Sie nicht ein zweites Mal auf, und aufgetauten Reis frieren Sie nicht erneut ein.

Was sich an Geschmack und Konsistenz ändert

Gekochte Stärke verändert sich in der Kälte: Der Reis wird fester und trockener. Das merkt man bei Reis aus dem Kühlschrank ebenso wie bei Reis aus dem Gefrierfach. Durch das Erhitzen mit etwas Wasser wird er wieder weich, ganz so locker wie frisch gekocht wird er nicht. Für gebratenen Reis ist das sogar ein Vorteil, weil die Körner nicht zusammenkleben.

Langkornreis wie Basmati und Parboiled-Reis verträgt den Frost am besten. Klebrige Sorten wie Sushi- oder Rundkornreis verlieren ihre Bindung und werden bröselig. Risotto und Milchreis lassen sich einfrieren, werden aber nicht mehr so cremig; rühren Sie beim Erwärmen Brühe oder Milch unter. Wie Milchreis frisch gelingt, steht unter Milchreis kochen.

Typische Fehler

  • Den Topf mit Deckel zum Abkühlen stehen lassen. In der kompakten Masse bleibt die Mitte stundenlang im kritischen Temperaturbereich.
  • Reste vom Vortag einfrieren. Was schon einen Tag im Kühlschrank lag, wird besser gegessen als eingefroren.
  • Dicke Klumpen einfrieren. Sie gefrieren langsam und sind beim Erhitzen außen heiß und innen noch kalt.
  • Zu weich gekochten Reis einfrieren. Er wird nach dem Erwärmen breiig.
  • Nur lauwarm aufwärmen. Halbwarmes Essen ist bei Reis genau das Falsche.

Wie Sie Gekochtes im Kühlschrank richtig unterbringen, erklärt der Beitrag Reste aufbewahren. Für die zweite große Sättigungsbeilage gelten ganz ähnliche Regeln, siehe Nudeln einfrieren.

Häufige Fragen

Wie lange ist gekochter Reis im Gefrierfach haltbar?

Etwa drei bis sechs Monate bei -18 °C, luftdicht verpackt. Danach wird er trockener und verliert Geschmack. Die Lagerdauer beschreibt die Qualität; für die Sicherheit zählt vor allem, wie schnell der Reis vor dem Einfrieren gekühlt wurde.

Kann man Reis vom Lieferdienst oder aus dem Restaurant einfrieren?

Nur, wenn Sie wissen, dass er frisch gekocht war und nicht lange warm stand. Bei Reis, der schon eine Weile unterwegs oder auf dem Tisch war, lässt sich das meist nicht sagen. Im Zweifel essen Sie ihn am selben Tag auf oder werfen den Rest weg.

Muss man gefrorenen Reis vor dem Erhitzen auftauen?

Nein. Flach eingefrorene Portionen kommen direkt in Mikrowelle, Pfanne oder Topf. Das ist nicht nur schneller, sondern auch die hygienisch sauberste Lösung, weil der Reis den lauwarmen Bereich zügig durchläuft.

Kann man aufgetauten Reis wieder einfrieren?

Nein. Jeder Durchgang aus Auftauen, Abkühlen und Wiedereinfrieren gibt Keimen neue Gelegenheit und verschlechtert die Konsistenz. Frieren Sie lieber gleich kleine Portionen ein.

Lässt sich Reis mit Soße oder Gemüse zusammen einfrieren?

Ja, fertige Reisgerichte lassen sich gut einfrieren. Kühlen Sie sie genauso rasch ab wie Reis allein und planen Sie mit etwa zwei bis drei Monaten. Der Reis saugt Soße auf und wird weicher; wer es körnig mag, friert Reis und Soße getrennt ein.