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Hausstaubmilben reduzieren

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Stoffteddy liegt auf einer gesteppten hellen Matratze neben einem Kissen
Bettwäsche bei 60 Grad waschen und die Luftfeuchte unter etwa 50 Prozent halten
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was Hausstaubmilben sind
  2. Warum sie Beschwerden machen können
  3. Luftfeuchtigkeit senken: der wichtigste Hebel
  4. Bettwäsche und Bettzeug richtig waschen
  5. Matratze reinigen gegen Hausstaubmilben
  6. Encasings: milbendichte Bezüge
  7. Die übrige Wohnung
  8. Häufige Fragen

Hausstaubmilben gibt es in jedem Haushalt, auch im saubersten. Für die meisten Menschen sind sie völlig bedeutungslos. Wer aber allergisch auf ihren Kot reagiert, kann viel tun, um die Belastung zu senken: das Bett konsequent heiß waschen, die Luft trockener halten und – bei ärztlich festgestellter Allergie – Matratze, Kissen und Decke in milbendichte Bezüge packen. Vollständig bekämpfen lassen sich die Tiere nicht, und das ist auch nicht nötig.

Was Hausstaubmilben sind

Hausstaubmilben sind Spinnentiere, keine Insekten. Die beiden häufigsten Arten bei uns werden nur 0,1–0,5 mm groß und sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Sie ernähren sich von Hautschuppen, die jeder Mensch täglich verliert, und von den Schimmelpilzen, die sich darauf ansiedeln. Ihr Wasser nehmen sie nicht durch Trinken auf, sondern aus der Luft – deshalb hängt ihr Wohlbefinden fast vollständig an der Luftfeuchtigkeit.

Am wohlsten fühlen sie sich bei 20–30 °C und einer relativen Luftfeuchte von etwa 65–80 %. Genau dieses Klima finden sie im Bett: Nachts gibt der Körper Wärme und Feuchtigkeit ab, und Schuppen gibt es reichlich. Die meisten Milben leben deshalb in Matratzen, Kissen und Bettdecken, weitere in Polstermöbeln, Teppichen und Kuscheltieren. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Mit mangelnder Sauberkeit haben sie nichts zu tun.

Warum sie Beschwerden machen können

Die Allergene stecken vor allem im Kot der Milben. Die winzigen Kotbällchen zerfallen, mischen sich unter den Hausstaub und werden beim Bettenmachen, Staubsaugen oder Ausschütteln aufgewirbelt. Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie reagieren darauf mit typischen Beschwerden:

  • verstopfte oder laufende Nase und Niesanfälle, oft morgens nach dem Aufstehen,
  • juckende, tränende Augen,
  • Husten oder pfeifender Atem, bei manchen bis zum allergischen Asthma,
  • Beschwerden, die das ganze Jahr bestehen und im Herbst und Winter oft stärker sind.

Dass es in der Heizperiode schlimmer wird, hat einen Grund: Im Spätsommer vermehren sich die Milben besonders stark, wenn die Heizung läuft, sterben viele von ihnen ab, und der angesammelte Kot wird mit der trockenen Heizungsluft aufgewirbelt.

Ob tatsächlich eine Milbenallergie dahintersteckt, kann nur ein Arzt feststellen, etwa mit einem Haut- oder Bluttest beim Haus-, HNO- oder Hautarzt oder einem Allergologen. Das ist wichtig, weil ähnliche Beschwerden viele andere Ursachen haben können, von Schimmel bis zu Tierhaaren. Über eine Behandlung – Medikamente oder eine spezifische Immuntherapie („Hyposensibilisierung“) – entscheidet der Arzt. Atemnot, nächtliche Hustenanfälle oder pfeifender Atem gehören immer ärztlich abgeklärt, und zwar zeitnah.

Luftfeuchtigkeit senken: der wichtigste Hebel

Weil Milben ihr Wasser aus der Luft beziehen, trocknen sie bei niedriger Luftfeuchte aus und vermehren sich kaum noch. Unter etwa 50 % relativer Luftfeuchte wird ihnen das Leben dauerhaft schwer. Ein einfaches Hygrometer im Schlafzimmer zeigt, wo Sie stehen.

  1. Morgens lüften. Nach dem Aufstehen das Fenster für einige Minuten weit öffnen, statt es gekippt zu lassen. Das bringt die Feuchtigkeit der Nacht nach draußen.
  2. Bett auslüften. Die Bettdecke zurückschlagen und das Bett nicht sofort machen. So trocknet die Matratze ab, die in der Nacht Feuchtigkeit aufgenommen hat.
  3. Schlafzimmer kühl, aber nicht kalt. Etwa 16–18 °C sind angenehm und gut für den Schlaf. Deutlich kälter sollte es nicht werden, sonst steigt die relative Feuchte an den Wänden.
  4. Keine Wäsche im Schlafzimmer trocknen. Ein Wäscheständer gibt viel Wasser an die Raumluft ab.

Weitere Tipps stehen im Ratgeber Luftfeuchtigkeit senken. Übrigens: Auch Staubläuse mögen feuchte Räume – trockene Luft hilft gegen beide.

Bettwäsche und Bettzeug richtig waschen

Waschen ist das zweite wichtige Mittel. Bei 60 °C sterben Hausstaubmilben zuverlässig ab, und die Allergene werden zu einem großen Teil ausgespült.

  • Bettwäsche bei nachgewiesener Allergie jede Woche wechseln und bei 60 °C waschen, sofern das Pflegeetikett es erlaubt. Mehr dazu im Ratgeber Bettwäsche waschen.
  • Kissen und Bettdecken sollten ebenfalls bei 60 °C waschbar sein. Das gilt für viele Kunstfaserbetten, bei Daunen je nach Hersteller. Hinweise für Federkissen finden Sie in einem eigenen Beitrag. Allergiker waschen Kissen und Decken häufiger als üblich, etwa alle drei Monate.
  • Kuscheltiere bei 60 °C waschen, wenn möglich. Empfindliche Stofftiere in einer Tüte für mindestens einen Tag ins Gefrierfach legen, danach waschen oder gründlich ausschütteln, um die abgestorbenen Milben und den Kot zu entfernen.

Niedrigere Temperaturen töten die meisten Milben nicht ab. Wer auf 40 °C angewiesen ist, wäscht zumindest die Allergene heraus.

Matratze reinigen gegen Hausstaubmilben

Eine Matratze lässt sich nicht waschen, und das ist genau der Grund, warum sich dort die meisten Milben sammeln. Was trotzdem hilft:

  1. Regelmäßig absaugen. Die Matratze einmal im Monat mit der Polsterdüse absaugen, auch die Seiten und die Unterseite. Ein Staubsauger mit HEPA-Filter hält den feinen Staub zurück, statt ihn wieder auszublasen.
  2. Bezug waschen. Viele Matratzen haben einen abnehmbaren Bezug, der je nach Hersteller bei 60 °C waschbar ist.
  3. Lüften und wenden. Die Matratze regelmäßig wenden und hin und wieder hochkant stellen, damit sie ganz abtrocknet.
  4. Ersatz einplanen. Eine sehr alte Matratze enthält viel Staub und Allergene. Bei Allergikern ist eine neue oft die sinnvollere Lösung, am besten gleich mit Encasing.

Geräte mit UV-Licht und Klopffunktion versprechen, Milben aus der Matratze zu holen. Was sie im Alltag leisten, ist umstritten; einen Überblick gibt der Beitrag Matratzenreiniger. Eine Dampfreinigung tötet Milben an der Oberfläche, bringt aber Feuchtigkeit in die Matratze – sie muss danach vollständig trocknen.

Encasings: milbendichte Bezüge

Encasings sind Bezüge aus einem sehr dicht gewebten oder beschichteten Stoff, durch den weder Milben noch ihr Kot dringen. Sie werden um Matratze, Kissen und Bettdecke gezogen und mit Reißverschluss geschlossen. Die Milben im Inneren bleiben eingeschlossen, die Allergene kommen nicht mehr an die Luft.

Sinnvoll sind Encasings vor allem bei einer ärztlich nachgewiesenen Hausstaubmilbenallergie. Wichtig ist, alle drei Teile – Matratze, Kissen und Decke – zu umhüllen, sonst bleibt eine Quelle offen. Encasings sind kein Ersatz für die übrigen Maßnahmen, sondern ein Baustein. Gute Bezüge sind atmungsaktiv, waschbar und schließen den Reißverschluss vollständig ab. Ob die Krankenkasse sich an den Kosten beteiligt, erfragen Sie am besten direkt dort.

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Die übrige Wohnung

Das Bett ist die wichtigste Stelle, aber nicht die einzige. Allergiker können auch den Rest der Wohnung milbenärmer machen:

  • Glatte Böden statt Teppich im Schlafzimmer lassen sich feucht wischen und binden Staub nicht. Wer Teppich behalten möchte, saugt ihn mindestens zweimal pro Woche.
  • Staub feucht wischen statt trocken aufwirbeln. Tipps dazu im Ratgeber gegen Staub in der Wohnung.
  • Staubfänger reduzieren: offene Regale, Deko-Kissen, schwere Vorhänge und Stofftiere im Schlafzimmer.
  • Staubsaugen möglichst nicht selbst übernehmen, wenn die Allergie stark ist, oder danach eine Weile lüften und den Raum verlassen.

Milbensprays mit insektizider Wirkung sind für den Hausgebrauch wenig sinnvoll. Sie töten Milben nur dort, wo sie hinkommen, entfernen die Allergene nicht und bringen zusätzliche Stoffe in die Schlafumgebung.

Häufige Fragen

Kann man Hausstaubmilben vollständig bekämpfen?

Nein. Wo Menschen leben, leben auch Hausstaubmilben. Ziel ist nicht eine milbenfreie Wohnung, sondern eine möglichst geringe Allergenmenge dort, wo man viel Zeit verbringt – vor allem im Bett.

Helfen Hausmittel wie Teebaumöl oder Backpulver?

Dafür gibt es keine belastbaren Belege. Ätherische Öle können zudem selbst die Atemwege reizen. Trockene Luft, heiße Wäsche und Encasings sind deutlich wirksamer.

Tötet Einfrieren die Milben?

Ja, ein Tag im Gefrierfach bei etwa –18 °C tötet die Milben in Kissen oder Stofftieren. Die Allergene bleiben aber im Material und müssen anschließend herausgewaschen oder ausgeschüttelt werden.

Wie oft sollte ich die Matratze wechseln?

Eine feste Regel gibt es nicht. Viele Hersteller nennen acht bis zehn Jahre als Richtwert. Für Allergiker lohnt ein Wechsel eher früher, vor allem bei alten Matratzen ohne abnehmbaren Bezug.

Hilft ein Luftreiniger gegen Hausstaubmilben?

Nur wenig. Milbenallergene sind relativ schwer und sinken schnell zu Boden, deshalb erfasst ein Luftreiniger nur einen kleinen Teil. Die Maßnahmen am Bett bringen mehr.