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Waschmaschine stinkt: Ursache finden und Geruch loswerden

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Geöffnete Waschmaschine, aus deren Trommel ein Handtuch hängt
Muffiger Geruch entsteht meist durch Biofilm in Dichtung, Einspülkammer und Trommel
Inhalt8 Abschnitte
  1. Erst riechen: Was der Geruch über die Ursache verrät
  2. Die häufigste Ursache: Biofilm durch kühle Wäschen und Flüssigwaschmittel
  3. Ursachen von einfach nach aufwendig prüfen
  4. Sofortmaßnahmen: so wird die Maschine wieder frisch
  5. Wenn der Geruch wiederkommt
  6. Vorbeugen: fünf Gewohnheiten gegen den Geruch
  7. Ab hier Kundendienst
  8. Häufige Fragen

Wenn die Waschmaschine stinkt, steckt meist ein Biofilm aus Bakterien, Waschmittelresten und Schmutz dahinter, der sich in Türdichtung, Einspülkammer und Laugenbehälter festgesetzt hat. Manchmal kommt der Geruch aber gar nicht aus der Maschine, sondern über den Ablaufschlauch aus dem Abfluss. Wo Sie suchen müssen, verrät zuerst die Nase – und danach eine kurze Runde von der Dichtung bis zum Siphon.

Erst riechen: Was der Geruch über die Ursache verrät

So riecht esWahrscheinliche UrsacheDort nachsehen
muffig, modrig, nach nassem LappenBiofilm in der MaschineTürdichtung, Einspülkammer, Trommel
faulig, nach abgestandenem WasserRestwasser und Schmutz in Pumpe oder SchlauchFlusensieb, Ablaufschlauch
nach Kanal oder faulen EiernGeruch aus dem AbwasserSiphon, Anschluss des Ablaufschlauchs
verbrannt, nach Gummi oder Elektriktechnischer Defektnicht weiter benutzen, Kundendienst
stark chemisch oder parfümiertüberdosiertes Waschmittel, Weichspüler-AblagerungenEinspülkammer, Dosierung

Ein einfacher Test grenzt weiter ein: Riecht es nur bei geöffneter Tür aus der Trommel, sitzt das Problem in der Maschine. Riecht es auch im Raum, hinter dem Gerät oder aus dem Waschbecken, an dessen Siphon die Maschine angeschlossen ist, kommt der Geruch aus dem Ablauf.

Die häufigste Ursache: Biofilm durch kühle Wäschen und Flüssigwaschmittel

Wer fast nur bei 30 oder 40 °C wäscht, spart Strom, bietet Bakterien aber gute Bedingungen. Bei diesen Temperaturen überleben viele Keime, und in der feuchtwarmen Maschine vermehren sie sich zwischen den Wäschen weiter. Zusammen mit Waschmittelresten, Hautfett und Flusen bilden sie einen schmierigen Belag, der sich an allen Stellen hält, an denen Wasser stehen bleibt.

Flüssig- und Colorwaschmittel verstärken das, weil sie keine Bleiche enthalten. Pulverförmiges Vollwaschmittel bringt Sauerstoffbleiche mit, die bei 60 °C Keime und Beläge deutlich reduziert. Auch das Eco-Programm ist kein Ersatz für die heiße Wäsche: Es erreicht die angezeigte Temperatur nicht sicher, sondern gleicht das über eine lange Laufzeit aus. Wie diese Programme arbeiten, steht unter Eco-Programm der Waschmaschine.

Weitere Zutaten für den Biofilm sind zu viel Waschmittel, das nicht vollständig ausgespült wird, reichlich Weichspüler und eine Tür, die nach dem Waschen sofort wieder zugedrückt wird.

Ursachen von einfach nach aufwendig prüfen

Ziehen Sie vor allen Arbeiten am Flusensieb, an Schläuchen und hinter der Maschine den Netzstecker und drehen Sie den Wasserhahn zu.

  1. Türdichtung. Ziehen Sie die Gummimanschette am Bullauge mit zwei Fingern auseinander und sehen Sie in die Falte, vor allem unten. Grauer Schleim, schwarze Punkte, Haare, Münzen oder eine vergessene Socke sind typische Funde. Schwarze Punkte sind Schimmelbewuchs im Gummi.
  2. Einspülkammer. Schublade ganz herausziehen – meist gibt es dafür eine Taste oder einen Hebel im Weichspülerfach. Schmierige Beläge unter dem Weichspülereinsatz und schwarzer Bewuchs an der Decke des Schachts sind sehr häufig und werden leicht übersehen.
  3. Trommel und Stege. Riecht es aus den Löchern der Trommel modrig, sitzt der Belag im Laugenbehälter dahinter. Sehen können Sie ihn nicht, aber ein heißer Leergang erreicht ihn.
  4. Flusensieb. Hinter der kleinen Klappe unten an der Front sitzt das Sieb vor der Laugenpumpe. Dort sammeln sich Flusen, Haare und Kleinteile in einem Rest Wasser, der mit der Zeit fault. Flaches Gefäß und Tücher bereitlegen, Restwasser ablassen, Sieb herausdrehen. Die genaue Anleitung steht unter Flusensieb reinigen.
  5. Ablaufschlauch. Hängt der Schlauch hinter der Maschine in einer Schlaufe am Boden durch, bleibt dort Schmutzwasser stehen. Ist er geknickt oder gequetscht, pumpt die Maschine schlecht ab, und in der Trommel bleibt Wasser zurück.
  6. Anschluss am Siphon oder Standrohr. Riecht es nach Kanal, prüfen Sie, ob der Schlauch fest am Stutzen sitzt und ob er, wie in der Anleitung vorgesehen, in einem Bogen nach oben geführt ist. Fehlt der Bogen oder steckt das Schlauchende zu tief im Standrohr, kann Geruch oder sogar Abwasser in Richtung Maschine zurückgelangen.
  7. Siphon selbst. Hängt die Maschine am Siphon eines Waschbeckens oder einer Spüle, lagern sich dort Seifenreste, Fett und Haare ab. Der Geruch zieht dann über den Schlauch in die Trommel. Wie Sie ihn öffnen und säubern, zeigt der Beitrag Siphon reinigen; weitere Ursachen für Kanalgeruch erklärt Abfluss stinkt.

In den meisten Fällen ist die Suche nach Punkt zwei oder vier beendet.

Sofortmaßnahmen: so wird die Maschine wieder frisch

  1. Dichtung auswischen. Mit einem Tuch und warmem Wasser mit etwas Spülmittel durch die ganze Falte gehen, Fremdkörper herausnehmen, trocken nachwischen.
  2. Einspülkammer schrubben. Schublade unter heißem Wasser mit einer Bürste reinigen, den Schacht mit einer alten Zahnbürste ausbürsten.
  3. Flusensieb leeren und ausspülen.
  4. Heiß und leer waschen. Ein Baumwollprogramm bei 60 °C mit pulverförmigem Vollwaschmittel, ohne Wäsche und nicht im Eco-Modus. Bei hartnäckigem Geruch darf es ausnahmsweise das 90-Grad-Programm sein.
  5. Trocknen lassen. Danach Tür und Einspülkammer weit offen stehen lassen.

Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Reinigung mit allen Hilfsmitteln – auch die Frage, was Essig, Zitronensäure, Natron und Maschinenreiniger wirklich bringen – steht im Beitrag Waschmaschine reinigen. Ein Leergang allein genügt oft nicht, wenn Dichtung und Schublade vorher nicht von Hand gesäubert wurden: Dort kommt die Lauge nicht mit genug Kraft hin.

Mischen Sie keine Mittel. Chlorhaltige Reiniger gegen Schimmel dürfen nie mit Essig, Zitronensäure oder Entkalker zusammenkommen – dabei entsteht giftiges Chlorgas. Wenn Sie verschiedene Mittel nacheinander einsetzen, liegt mindestens ein kompletter Spülgang dazwischen. Mehr dazu unter Putzmittel nie mischen.

Wenn der Geruch wiederkommt

Riecht die Maschine nach wenigen Tagen wieder, war der Belag nicht ganz weg oder die Ursache liegt woanders.

  • Schwarze Stellen in der Dichtung bleiben. Schimmel, der in das Gummi eingewachsen ist, lässt sich oft nicht mehr vollständig entfernen. Die Dichtung kann getauscht werden; das ist eine Arbeit für den Kundendienst.
  • Es steht Wasser in der Trommel. Dann pumpt die Maschine nicht richtig ab. Flusensieb und Schlauch prüfen; bleibt es dabei, ist die Laugenpumpe ein Fall für die Reparatur.
  • Der Geruch kommt aus dem Ablauf. Dann hilft keine Maschinenreinigung. Anschluss und Schlauchführung mit der Anleitung abgleichen; wie es richtig aussieht, steht unter Waschmaschine anschließen.
  • Die Maschine wird selten benutzt. Nach Wochen des Stillstands steht altes Wasser in Pumpe und Schläuchen. Vor der ersten Wäsche einmal leer und heiß laufen lassen.

Vorbeugen: fünf Gewohnheiten gegen den Geruch

  • Einmal im Monat 60 °C. Eine Wäsche mit Vollwaschmittel in Pulverform – Handtücher oder Bettwäsche bieten sich an – hält den Biofilm klein. Was dazu passt, steht unter Kochwäsche.
  • Tür und Schublade offen lassen. Nach jeder Wäsche, bis alles abgetrocknet ist. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme und kostet nichts.
  • Richtig dosieren. Zu viel Waschmittel hinterlässt Reste, zu wenig lässt Schmutz und Kalk zurück. Maßgeblich sind Wasserhärte und Verschmutzung, wie unter Waschmittel dosieren beschrieben.
  • Weichspüler sparsam oder gar nicht. Er hinterlässt besonders hartnäckige Beläge im Fach und im Laugenbehälter.
  • Nasse Wäsche gleich herausnehmen. Stunden in der geschlossenen Trommel schaden der Wäsche und der Maschine. Ist die Wäsche selbst schon betroffen, hilft der Beitrag Wäsche riecht muffig.

Ab hier Kundendienst

Riecht es verbrannt, nach verschmortem Kunststoff oder heißem Gummi, ziehen Sie sofort den Netzstecker und benutzen die Maschine nicht weiter. Dahinter können ein blockierter Motor, ein durchrutschender Antriebsriemen oder ein Defekt an der Elektrik stecken – das lässt sich nicht wegputzen. Auch wenn die Maschine dauerhaft nicht abpumpt, Wasser unter dem Gerät steht oder die Türdichtung getauscht werden soll, ist der Fachbetrieb zuständig. Öffnen Sie das Gehäuse nicht selbst.

Häufige Fragen

Warum stinkt meine Waschmaschine nach faulen Eiern?

Dieser Geruch entsteht, wenn Bakterien unter Luftabschluss Schmutz zersetzen. Meist sitzt die Quelle im Flusensieb, in stehendem Wasser im Ablaufschlauch oder im Siphon, an dem die Maschine angeschlossen ist. Diese drei Stellen zuerst prüfen.

Warum stinkt die Waschmaschine, obwohl ich sie gereinigt habe?

Häufig wurde nur ein Leergang gestartet, während die Beläge in Dichtungsfalte und Einspülschacht geblieben sind. Oder der Geruch stammt aus dem Ablauf und nicht aus der Maschine. Gehen Sie die Prüfliste oben noch einmal vollständig durch.

Hilft Essig gegen den Geruch in der Waschmaschine?

Er löst Kalk und mindert Gerüche kurzfristig, beseitigt den Biofilm aber nicht zuverlässig und kann Gummiteile auf Dauer angreifen. Verlässlicher sind die Reinigung von Hand und ein heißer Waschgang mit bleichehaltigem Pulver.

Kann eine neue Waschmaschine stinken?

Ein leichter Geruch nach Kunststoff oder Gummi in den ersten Wäschen ist üblich und verfliegt. Lassen Sie vor der ersten Wäsche einen Leergang laufen, wie es die meisten Anleitungen vorsehen. Riecht es verbrannt, ist das auch bei einem neuen Gerät ein Fall für den Händler oder Kundendienst.

Ist der Geruch aus der Waschmaschine gesundheitsschädlich?

Für gesunde Menschen ist er vor allem lästig. Der Belag überträgt sich aber auf die Wäsche, die dann ebenfalls muffig riecht. Wer Schimmel in der Dichtung findet oder empfindlich reagiert, sollte die Maschine gründlich reinigen und nicht abwarten.