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Kleidung färben in der Waschmaschine: so gelingt es

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Batikstoffe in leuchtenden Farben hängen nebeneinander
Naturfasern nehmen Textilfarbe gut an, Polyester dagegen kaum
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Stoffe Farbe annehmen – und welche nicht
  2. Warum Nähte, Reißverschlüsse und Drucke oft hell bleiben
  3. Ausgangsfarbe plus Farbe ergibt einen Mischton
  4. Vorbereitung: wiegen, waschen, Flecken entfernen
  5. Färben in der Waschmaschine – Schritt für Schritt
  6. Die Maschine danach reinigen
  7. Frisch gefärbte Kleidung waschen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Kleidung färben in der Waschmaschine gelingt zuverlässig, wenn der Stoff aus Baumwolle, Leinen oder Viskose besteht, das Trockengewicht zur Farbmenge passt und Sie sich an Temperatur und Ablauf der Packung halten. Polyester bleibt, wie es ist, und die neue Farbe mischt sich immer mit der alten – wer das vorher weiß, erlebt keine Überraschung. Die Maschine nimmt keinen Schaden, wenn Sie sie danach einmal leer durchlaufen lassen.

Welche Stoffe Farbe annehmen – und welche nicht

Übliche Textilfarben für die Waschmaschine sind für Fasern aus Zellulose gemacht. Was das für Ihr Kleidungsstück bedeutet, zeigt die Übersicht. Entscheidend ist das eingenähte Etikett mit der Materialangabe.

MaterialFärbbar in der Maschine?Ergebnis
Baumwolle, Leinen, Halbleinenjakräftiger, gleichmäßiger Ton
Viskose, Modal, Lyocelljameist kräftig; der Stoff muss Temperatur und Maschinenwäsche vertragen
Mischgewebe mit Synthetikeingeschränktheller und teils meliert, je höher der Kunstfaseranteil, desto blasser
Polyester, Polyacrylneindie Farbe wird wieder ausgespült
Wolle, Seidenicht mit üblicher Maschinenfarbevertragen Temperatur und Bewegung nicht; Herstellerangaben der Farbe beachten
Beschichtete und imprägnierte Stoffeneindie Farbe dringt nicht ein

Wie hoch der Kunstfaseranteil sein darf, geben die Farbhersteller auf der Packung an; häufig liegt die Grenze bei etwa der Hälfte. Das Kleidungsstück muss außerdem die Färbetemperatur aushalten – meist 40 °C, bei manchen Produkten 60 °C. Ein Teil, das laut Etikett nur kalt oder von Hand gewaschen werden darf, ist für die Maschinenfärbung nicht geeignet. Hinweise zu den beiden häufigsten Problemfällen stehen unter Viskose waschen und Polyester waschen.

Warum Nähte, Reißverschlüsse und Drucke oft hell bleiben

Auch an einem T-Shirt aus reiner Baumwolle ist das Nähgarn häufig aus Polyester. Es nimmt die Farbe nicht an und bleibt in der alten Farbe stehen – bei einem weißen Hemd, das schwarz werden soll, sehen Sie danach weiße Nähte. Dasselbe gilt für Reißverschlussbänder, Etiketten, Stickereien, Gummibänder und Knöpfe. Aufdrucke und Applikationen bleiben ebenfalls, wie sie sind, oder nehmen nur einen Schleier an.

Das muss kein Nachteil sein; Kontrastnähte können gut aussehen. Wer sie nicht möchte, wählt einen Farbton, der nah an der alten Nahtfarbe liegt, oder lässt es bei diesem Stück bleiben.

Ausgangsfarbe plus Farbe ergibt einen Mischton

Textilfarbe ist durchscheinend, sie deckt nicht wie Wandfarbe. Der Ton auf der Packung gilt für weißen Stoff. Auf farbiger Kleidung mischt sich die neue Farbe mit der vorhandenen:

  • Blau auf Gelb wird grünlich, Rot auf Blau violett, Blau auf Rot ebenfalls.
  • Dunkler geht immer, heller nie. Ein dunkelblaues Kleid wird mit gelber Farbe nicht gelb, sondern bleibt dunkelblau.
  • Muster verschwinden nicht. Sie bleiben Ton in Ton sichtbar, nur dunkler.
  • Schwarz gelingt am besten auf dunklen Stoffen. Auf sehr hellen Teilen braucht es reichlich Farbe, sonst wird es eher anthrazit.

Soll ein Stück heller oder in einer ganz anderen Farbe gefärbt werden, muss die alte Farbe erst heraus. Das geht nur bei geeigneten Stoffen und nicht immer vollständig; wie es funktioniert, steht im Beitrag Entfärber richtig anwenden.

Vorbereitung: wiegen, waschen, Flecken entfernen

  1. Trocken wiegen. Legen Sie alles, was gefärbt werden soll, trocken auf die Küchen- oder Personenwaage. Auf der Packung steht, für wie viel Gramm Stoff der Inhalt bei voller Farbtiefe reicht. Bei mehr Gewicht wird der Ton heller; für eine Jeans oder Bettwäsche brauchen Sie oft zwei Packungen oder mehr.
  2. Farbe und Zubehör prüfen. Manche Produkte enthalten Fixierer und Salz schon, bei anderen kommen Färbesalz oder Fixierer getrennt dazu. Lesen Sie die Anleitung vollständig, bevor Sie beginnen.
  3. Vorwaschen. Neue Textilien tragen oft eine Ausrüstung, die Farbe abweist. Waschen Sie sie vorher einmal ohne Weichspüler. Auch getragene Stücke müssen sauber sein.
  4. Flecken entfernen. Fett, Deo und Schweißränder wirken wie eine Sperre oder färben sich dunkler als der Rest. Was vorher nicht herausgeht, sehen Sie nachher erst recht. Hilfe für die einzelnen Fleckenarten finden Sie unter Flecken entfernen.
  5. Bleichstellen bedenken. Von Sonne oder Chlor ausgeblichene Partien nehmen die Farbe anders an und bleiben als hellere Stellen sichtbar. In solchen Fällen hilft nur, vorher das ganze Stück zu entfärben oder einen sehr dunklen Ton zu wählen.
  6. Feucht in die Trommel. Die meisten Anleitungen verlangen, dass die Wäsche gleichmäßig feucht und locker in der Trommel liegt. So zieht die Farbe gleichmäßiger auf.

Färben in der Waschmaschine – Schritt für Schritt

Die Anleitung des Herstellers hat Vorrang; die Produkte unterscheiden sich in Temperatur und Reihenfolge. Der übliche Ablauf sieht so aus:

  1. Handschuhe anziehen und Umgebung schützen. Farbspritzer auf Fugen, Silikon, Holz und Waschbecken gehen schlecht wieder weg. Legen Sie alte Tücher bereit.
  2. Farbe in die Trommel geben. Je nach Produkt direkt auf oder unter die feuchte Wäsche, nicht ins Waschmittelfach – es sei denn, die Packung sagt es ausdrücklich anders.
  3. Programm wählen. Ein normales Bunt- oder Pflegeleichtprogramm mit der vorgegebenen Temperatur, ohne Vorwäsche. Kurz- und Sparprogramme sind ungeeignet, weil sie zu wenig Wasser oder Zeit haben. Kein Waschmittel im Färbegang, wenn die Anleitung es nicht verlangt.
  4. Trommel nicht überladen. Der Stoff muss sich frei bewegen können, sonst entstehen Flecken und helle Knickstellen.
  5. Nachwaschen. Nach dem Färbegang bleibt die Wäsche in der Maschine und wird einmal mit etwas Waschmittel gewaschen, meist bei 30 oder 40 °C. Dieser Gang spült überschüssige Farbe aus.
  6. Trocknen. Auf der Leine und nicht in praller Sonne. Tropfnasse Teile können auf hellem Boden Flecken hinterlassen.

Bei Topladern, Waschtrocknern und Maschinen mit automatischer Dosierung oder Beladungserkennung lohnt ein Blick in die Hinweise des Farbherstellers; nicht jede Farbe ist für jede Bauart freigegeben. In einer Gemeinschaftswaschküche fragen Sie besser vorher, ob das Färben erlaubt ist.

Die Maschine danach reinigen

Die Edelstahltrommel nimmt keine Farbe an. Reste sitzen aber in Türdichtung, Laugenbehälter und Schläuchen, und die nächste weiße Ladung würde sie einsammeln.

  1. Türdichtung auswischen. Direkt nach dem Färben mit einem feuchten Tuch durch die Falte des Gummis gehen und das Bullauge abwischen. Je länger Farbe auf Gummi steht, desto eher bleibt ein Schatten.
  2. Leer durchspülen. Einen Waschgang bei 60 °C mit pulverförmigem Vollwaschmittel ohne Wäsche laufen lassen. Manche Farbhersteller empfehlen ausdrücklich diesen Gang.
  3. Erste Ladung dunkel wählen. Wer ganz sicher gehen will, wäscht danach zuerst dunkle Buntwäsche und erst dann Weißes.

Bleibt die Dichtung leicht verfärbt, ist das meist nur ein optischer Mangel. Wie Sie Dichtung und Einspülfach gründlich säubern, steht unter Waschmaschine reinigen.

Frisch gefärbte Kleidung waschen

Auch fixierte Farbe gibt in den ersten Wäschen noch etwas ab. Waschen Sie das Stück die ersten zwei, drei Male allein oder mit gleichfarbiger Wäsche, auf links und mit einem Colorwaschmittel. Vollwaschmittel enthält Bleiche und hellt die neue Farbe schneller wieder auf. Tragen Sie frisch Gefärbtes anfangs nicht zu heller Unterwäsche oder auf einem hellen Sofa, solange Sie nicht wissen, ob es bei Reibung abfärbt. Wie Sie Dunkles dauerhaft kräftig halten, erklärt der Beitrag Schwarze Wäsche waschen; ist doch etwas schiefgegangen, hilft Verfärbte Wäsche retten.

Typische Fehler

  • Zu wenig Farbe für zu viel Stoff. Der häufigste Grund für blasse Ergebnisse.
  • Materialangabe nicht gelesen. Ein Shirt mit hohem Polyesteranteil wird nicht dunkelblau, sondern hellblau meliert.
  • Fleckige Wäsche gefärbt. Der Fleck ist danach dunkler und fällt mehr auf als vorher.
  • Sparprogramm gewählt. Zu wenig Wasser führt zu Wolken und Streifen.
  • Maschine nicht durchgespült. Die Quittung kommt mit der nächsten weißen Wäsche.

Häufige Fragen

Kann man Polyester in der Waschmaschine färben?

Mit üblicher Textilfarbe nicht. Die Faser nimmt den Farbstoff nicht auf, er wird beim Spülen wieder ausgewaschen. Bei Mischgewebe färbt sich nur der Naturfaseranteil, das Ergebnis wird entsprechend heller.

Geht die Waschmaschine vom Färben kaputt?

Nein. Textilfarben für die Maschine sind dafür gemacht. Wichtig ist, die Türdichtung auszuwischen und danach einen Leergang bei 60 °C mit Vollwaschmittel laufen zu lassen.

Kann ich schwarze Kleidung auffrischen, die grau geworden ist?

Ja, das ist einer der dankbarsten Fälle. Verblichene schwarze Jeans oder T-Shirts aus Baumwolle werden mit schwarzer Farbe wieder dunkel. Nähte aus Polyester bleiben dabei so, wie sie sind.

Lässt sich ein Bleichfleck einfach überfärben?

Selten sauber. Die gebleichte Stelle nimmt die Farbe anders an und bleibt meist als hellerer Fleck erkennbar. Besser wird es, wenn Sie das ganze Stück vorher entfärben oder sehr dunkel färben.

Wie lange hält selbst gefärbte Kleidung die Farbe?

Bei richtig fixierter Farbe auf Baumwolle über viele Wäschen. Sie verblasst mit der Zeit wie jede gekaufte Buntwäsche auch – schonendes Waschen auf links und ohne Bleiche zögert das hinaus.