Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Zwiebeln lagern: so keimen und faulen sie nicht

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Gelbe Zwiebeln in einem orangefarbenen Netz
Im Netz hängen Zwiebeln luftig und trocken
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Zwiebeln brauchen – und was ihnen schadet
  2. Wo Zwiebeln wie lange halten
  3. Netz, Korb oder Zopf: das richtige Behältnis
  4. Warum ganze Zwiebeln nicht in den Kühlschrank gehören
  5. Zwiebeln und Kartoffeln getrennt lagern
  6. Rote Zwiebeln, Gemüsezwiebeln, Schalotten und Frühlingszwiebeln
  7. Angeschnittene Zwiebeln aufbewahren
  8. Keime, weiche Stellen, Schimmel: was noch essbar ist
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Zwiebeln lagern Sie am besten trocken, luftig, dunkel und kühl: in einem Netz, einem Korb oder als Zopf im Keller oder in der Speisekammer. Dort halten feste gelbe Speisezwiebeln mehrere Monate. Im Kühlschrank und in der Plastiktüte haben ganze Zwiebeln nichts verloren, und auch neben Kartoffeln liegen sie schlecht.

Was Zwiebeln brauchen – und was ihnen schadet

Eine Zwiebel ist ein Speicherorgan, das auf das nächste Frühjahr wartet. Die trockenen äußeren Schalen schützen sie vor dem Austrocknen und vor Keimen. Zwei Dinge wecken sie auf oder verderben sie: Feuchtigkeit lässt die Schalen schimmeln und den Zwiebelboden faulen, Wärme und Licht regen sie zum Austreiben an. Daraus ergeben sich die vier Bedingungen.

  • Trocken: Feuchte Luft ist der häufigste Grund für faule Zwiebeln. Waschküche, Platz über dem Geschirrspüler oder neben dem Herd sind ungeeignet.
  • Luftig: Die Zwiebeln brauchen Luft von allen Seiten. In einer geschlossenen Tüte oder Dose staut sich Feuchtigkeit.
  • Dunkel: Licht fördert das Austreiben.
  • Kühl: Je kühler, desto länger die Ruhe – solange es trocken und frostfrei bleibt.

Wo Zwiebeln wie lange halten

OrtBedingungenHaltbarkeit etwa
Keller, kühle Speisekammer, frostfreie Garagekühl, trocken, dunkel, luftigmehrere Monate, gute Lagersorten bis etwa ein halbes Jahr
Küche, VorratsschrankRaumtemperatur, dunkel, luftigeinige Wochen
Kühlschrank (ganze Zwiebel)kalt, aber feuchtnicht empfehlenswert
Kühlschrank (angeschnitten, abgedeckt)kalt, verschlossen2–3 Tage
Gefrierfach (gewürfelt)−18 °Cmehrere Monate, nur zum Kochen

Die Zeiten sind Richtwerte. Wie lange eine Zwiebel hält, hängt stark von der Sorte ab und davon, wie lange sie schon im Handel lag. Wer keinen Keller hat, kauft besser kleinere Mengen und lagert sie im dunkelsten und kühlsten Schrank der Küche.

Netz, Korb oder Zopf: das richtige Behältnis

Das Netz, in dem Zwiebeln verkauft werden, ist bereits ein brauchbares Lagergefäß – am besten aufgehängt, damit auch von unten Luft herankommt. Ebenso gut eignen sich ein Weidenkorb, eine flache Holzkiste, ein Tontopf mit Luftlöchern oder ein Stoffbeutel. In Kisten liegen die Zwiebeln möglichst in einer oder zwei Lagen, nicht hoch aufgeschüttet.

Wer Zwiebeln aus dem Garten erntet, kann sie am trockenen Laub zu einem Zopf flechten und aufhängen. Das ist nicht nur hübsch, sondern die luftigste Form der Lagerung. Voraussetzung ist, dass die Zwiebeln nach der Ernte gut abgetrocknet sind: Laub und Hals müssen raschelnd trocken sein, bevor sie ins Lager kommen.

Ungeeignet sind Plastiktüten, Frischhaltedosen und Folie. Lose Schalen im Korb stören nicht, feuchte oder schimmelige Reste sollten Sie dagegen regelmäßig entfernen.

Warum ganze Zwiebeln nicht in den Kühlschrank gehören

Kälte allein würde der Zwiebel nicht schaden, die Feuchtigkeit im Kühlschrank schon. Die trockenen Schalen ziehen Wasser, die Zwiebel wird weich, glasig und beginnt schneller zu schimmeln. Außerdem gibt sie ihren Geruch an Butter, Milch und andere offene Lebensmittel ab. Die Ausnahme sind Frühlingszwiebeln und alles, was bereits angeschnitten ist. Was sonst wohin gehört, steht unter Kühlschrank richtig einräumen.

Zwiebeln und Kartoffeln getrennt lagern

Beide mögen es dunkel und kühl, und trotzdem vertragen sie sich im selben Korb schlecht. Kartoffeln geben Feuchtigkeit ab und lagern am liebsten bei etwas höherer Luftfeuchte – genau das, was Zwiebeln faulen lässt. Umgekehrt wird Zwiebeln oft nachgesagt, dass Kartoffeln in ihrer Nähe schneller keimen. Ein eigener Korb oder ein anderes Regalbrett mit etwas Abstand genügt. Wie die Knollen richtig liegen, lesen Sie unter Kartoffeln lagern. Mit Knoblauch dagegen können Zwiebeln den Platz teilen, er stellt dieselben Ansprüche; Einzelheiten unter Knoblauch lagern.

Rote Zwiebeln, Gemüsezwiebeln, Schalotten und Frühlingszwiebeln

Nicht jede Zwiebel ist eine Lagerzwiebel. Als Faustregel gilt: Je schärfer und fester, desto länger haltbar; je milder und saftiger, desto kürzer.

  • Gelbe Speisezwiebeln sind die klassischen Lagerzwiebeln und halten am längsten.
  • Schalotten lagern ähnlich gut, wenn sie fest und trocken sind.
  • Rote Zwiebeln sind milder und wasserreicher. Planen Sie eher mit einigen Wochen als mit Monaten.
  • Große Gemüsezwiebeln und weiße Zwiebeln enthalten viel Wasser und wenig Schärfe. Sie sollten innerhalb weniger Wochen verbraucht werden.
  • Frühlingszwiebeln (Lauchzwiebeln) sind frisches Gemüse ohne schützende Schale. Sie gehören ins Gemüsefach des Kühlschranks, locker in ein leicht feuchtes Tuch oder einen offenen Beutel gewickelt, und halten dort etwa eine Woche. Welke Außenblätter lassen sich abziehen.

Angeschnittene Zwiebeln aufbewahren

Eine halbe Zwiebel legen Sie mit der Schnittfläche nach unten in eine kleine Dose oder ein Schraubglas und stellen sie in den Kühlschrank. Gut verschlossen bleibt auch der Geruch, wo er hingehört. Verbrauchen Sie sie innerhalb von zwei bis drei Tagen; danach trocknet die Schnittfläche aus, und das Aroma wird dumpf. Die oft wiederholte Behauptung, angeschnittene Zwiebeln würden über Nacht „giftig“, ist nicht belegt. Sie verderben wie jedes andere angeschnittene Gemüse, wenn sie zu lange oder ungekühlt herumliegen.

Bleibt regelmäßig etwas übrig, lohnt sich das Einfrieren: Zwiebeln würfeln, flach in einen Gefrierbeutel füllen, Luft herausdrücken und einfrieren. Gefroren lassen sie sich portionsweise abbrechen und direkt in die Pfanne geben. Für Salat taugen sie danach nicht mehr, zum Anbraten und für Soßen schon. Die allgemeinen Regeln stehen unter Lebensmittel einfrieren.

Keime, weiche Stellen, Schimmel: was noch essbar ist

  • Grüner Austrieb: Eine gekeimte Zwiebel ist nicht giftig – anders als bei grünen Kartoffeln entsteht hier kein bedenklicher Stoff. Die Zwiebel wird allerdings weicher und verliert Aroma, weil der Trieb an ihren Vorräten zehrt. Bald verbrauchen; das Grün können Sie wie Schnittlauch mitessen.
  • Weicher Hals oder matschige Schichten: Das ist beginnende Fäulnis. Einzelne betroffene Schichten bei einer sonst festen, geruchlich einwandfreien Zwiebel lassen sich großzügig entfernen; riecht sie muffig oder ist sie innen braun, gehört sie in den Biomüll.
  • Schwarzer, rußartiger Belag unter der Schale oder pelziger Schimmel: Befallene Zwiebeln entsorgen. Mehr dazu unter verschimmelte Lebensmittel entsorgen.

Sehen Sie den Vorrat alle ein bis zwei Wochen durch. Eine faule Zwiebel steckt ihre Nachbarn an, weil sie Feuchtigkeit abgibt.

Typische Fehler

  • Zwiebeln in der Einkaufstüte lassen. In Folie schwitzen sie und schimmeln innerhalb weniger Wochen.
  • Lagern in der Obstschale auf der Arbeitsplatte. Dort ist es hell und warm, die Zwiebeln treiben aus.
  • Feuchte Zwiebeln einlagern. Nach der Ernte oder einem verregneten Einkauf erst vollständig abtrocknen lassen.
  • Zu viel auf einmal kaufen. Der Fünf-Kilo-Sack ist nur dann günstig, wenn ein kühler, trockener Platz vorhanden ist.

Häufige Fragen

Wie lange halten Zwiebeln?

Feste gelbe Speisezwiebeln halten kühl, trocken und dunkel mehrere Monate, in der warmen Küche eher einige Wochen. Rote Zwiebeln und Gemüsezwiebeln sind kürzer haltbar, Frühlingszwiebeln im Kühlschrank etwa eine Woche.

Kann man Zwiebeln im Kühlschrank lagern?

Ganze Zwiebeln besser nicht: Die feuchte Luft macht sie weich und anfällig für Schimmel. In den Kühlschrank gehören nur angeschnittene Zwiebeln in einer verschlossenen Dose und Frühlingszwiebeln.

Darf man gekeimte Zwiebeln noch essen?

Ja. Der grüne Trieb ist unbedenklich und essbar. Die Zwiebel selbst wird mit der Zeit weich und schmeckt weniger intensiv, sollte also bald verbraucht werden.

Warum sollen Zwiebeln nicht neben Kartoffeln liegen?

Kartoffeln geben Feuchtigkeit ab und brauchen eine höhere Luftfeuchte als Zwiebeln. In dieser Umgebung faulen und schimmeln Zwiebeln schneller. Getrennte Körbe mit etwas Abstand genügen.

Kann man Zwiebeln einfrieren?

Ja, gewürfelt oder in Ringen und roh. Sie verlieren beim Auftauen ihre Festigkeit und eignen sich danach zum Braten, Schmoren und für Soßen, nicht mehr für Salat.