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Äpfel lagern: so halten sie bis ins Frühjahr

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Holzsteigen voller rot-gelber Äpfel
Lagersorten halten kühl, dunkel und einlagig in Steigen bis ins Frühjahr
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum Äpfel Kälte und feuchte Luft brauchen
  2. Wo Äpfel am längsten halten
  3. Welche Sorten sich lagern lassen
  4. Äpfel einlagern – Schritt für Schritt
  5. Getrennt von Kartoffeln und anderem Gemüse
  6. Äpfel ohne Keller lagern
  7. Woran Sie erkennen, dass etwas nicht stimmt
  8. Häufige Fragen

Äpfel lagern Sie am besten kühl bei etwa 2–5 °C, dunkel, bei hoher Luftfeuchte und nebeneinander in einer Lage. Unter diesen Bedingungen halten späte Lagersorten mehrere Monate, manche bis ins Frühjahr. In der warmen Küche werden dieselben Äpfel dagegen binnen ein bis zwei Wochen weich und mehlig.

Warum Äpfel Kälte und feuchte Luft brauchen

Ein Apfel lebt nach der Ernte weiter: Er atmet, baut Zucker und Säure ab und verliert über die Schale Wasser. Je wärmer es ist, desto schneller läuft das ab. Kälte bremst die Reifung, ohne sie ganz zu stoppen. Hohe Luftfeuchte verhindert, dass die Schale schrumpelt. Dunkelheit ist für den Apfel selbst weniger entscheidend als für die Temperatur – ein heller Raum ist meist auch ein warmer.

Frost vertragen Äpfel nicht. Gefrorene Früchte werden nach dem Auftauen glasig und braun und faulen schnell. Der Lagerplatz muss deshalb zuverlässig frostfrei sein.

Wo Äpfel am längsten halten

OrtTemperaturHaltbarkeit (Lagersorten)
Kühler, feuchter Kelleretwa 2–5 °Cmehrere Monate, je nach Sorte bis ins Frühjahr
Frostfreie Garage, Gartenhaus, Kellerschachtschwankend, im Winter oft passendeinige Wochen bis Monate, solange es kühl und frostfrei bleibt
Gemüsefach im Kühlschranketwa 4–8 °Cmehrere Wochen
Obstschale in der KücheZimmertemperaturetwa ein bis zwei Wochen

Die Zeiten sind grobe Richtwerte. Sorte, Erntezeitpunkt und Zustand der Früchte machen mehr aus als ein Grad mehr oder weniger.

Der klassische Apfelkeller ist ein unbeheizter Raum mit Lehm- oder Ziegelboden. Moderne Keller sind dafür oft zu warm und zu trocken, vor allem wenn die Heizung dort steht. In dem Fall ist eine frostfreie Garage, ein Gartenhaus oder ein schattiger Balkon im Herbst die bessere Wahl. Auf dem Balkon stellen Sie die Kiste an die Hauswand, decken sie mit einer Decke ab und holen sie herein, sobald Frost angesagt ist.

Welche Sorten sich lagern lassen

Nicht jeder Apfel ist ein Lagerapfel. Frühsorten wie Klarapfel oder James Grieve werden im Sommer reif und sollten innerhalb weniger Wochen gegessen oder verarbeitet werden. Lange haltbar sind späte Sorten, die im Oktober geerntet werden und oft erst im Lager ihr volles Aroma entwickeln.

  • Gut lagerfähig: Boskoop, Jonagold, Topaz, Pilot, Ontario, Idared, Berlepsch, Glockenapfel.
  • Mittel, einige Wochen bis etwa Weihnachten: Elstar, Cox Orange, Gala, Rubinette.
  • Nicht lagerfähig: Frühsorten wie Klarapfel, Gravensteiner und James Grieve.

Wenn Sie die Sorte Ihres Baums nicht kennen, hilft der Erntezeitpunkt als Anhaltspunkt: Was erst im Oktober reif wird, hält meist deutlich länger als ein Augustapfel. Äpfel aus dem Supermarkt sind in der Regel schon wochen- oder monatelang gelagert worden; sie kaufen Sie besser nach Bedarf und legen sie ins Gemüsefach.

Äpfel einlagern – Schritt für Schritt

  1. Pflücken statt schütteln. Lageräpfel werden von Hand gepflückt, mit Stiel. Ein reifer Apfel löst sich, wenn Sie ihn leicht anheben und drehen. Fallobst hat Druckstellen und gehört nicht ins Lager.
  2. Streng aussortieren. Nur makellose Früchte einlagern: keine Druckstellen, keine Wurmlöcher, keine Risse, kein fehlender Stiel. Alles andere wird bald gegessen oder verarbeitet, etwa zu Apfelmus oder Saft.
  3. Nicht waschen. Die natürliche Wachsschicht schützt vor dem Austrocknen. Gewaschen wird erst vor dem Essen.
  4. Abkühlen lassen. Äpfel, die an einem warmen Herbsttag geerntet wurden, über Nacht kühl stellen, bevor sie ins Lager kommen. So bildet sich weniger Kondenswasser.
  5. Einlagig auslegen. Die Früchte mit dem Stiel nach oben oder unten nebeneinander auf Horden, in flache Obststeigen oder Holzkisten legen. Sie sollen sich möglichst nicht berühren. Wellpappe oder Zeitungspapier als Unterlage polstern und nehmen Feuchtigkeit auf.
  6. Sorten trennen. Jede Sorte in eine eigene Kiste und beschriften. Die Sorten reifen unterschiedlich schnell, und so wissen Sie, welche zuerst gegessen werden muss.
  7. Lüften und kontrollieren. An frostfreien Tagen kurz lüften und die Kisten alle ein bis zwei Wochen durchsehen.

Flache, stapelbare Obststeigen aus Holz lassen Luft an die Früchte und sind schnell durchgesehen. Ein ausziehbares Apfelregal ist bequem, aber nicht nötig.

Getrennt von Kartoffeln und anderem Gemüse

Äpfel geben besonders viel Ethylen ab. Dieses Reifegas ist für den Menschen harmlos, lässt aber anderes Obst und Gemüse schneller reifen, welken oder gelb werden. Kartoffeln beginnen neben Äpfeln früher zu keimen, Möhren können bitter werden, Kohl und Blattgemüse vergilben. Lagern Sie Äpfel deshalb in einem eigenen Raum oder zumindest mit deutlichem Abstand und guter Lüftung. Wie Kartoffeln richtig liegen, steht unter Kartoffeln lagern.

Im Kühlschrank gilt dasselbe im Kleinen: Äpfel in ein eigenes Fach oder in einen Beutel, nicht lose zwischen Salat, Brokkoli und Kräuter. Welche Sorten sich noch gegenseitig stören, zeigt die Übersicht Obst und Gemüse richtig lagern. Umgekehrt lässt sich das Gas nutzen: Ein Apfel neben grünen Tomaten bringt diese schneller zum Nachreifen.

Äpfel ohne Keller lagern

Wer nur wenige Kilo hat, kommt mit dem Kühlschrank gut zurecht. Legen Sie die Äpfel ins Gemüsefach, am besten in einem Folienbeutel, in den Sie mit einer Gabel einige Löcher stechen. Der Beutel hält die Luftfeuchte hoch, die Löcher lassen überschüssige Feuchtigkeit und Reifegas entweichen. So bleiben Äpfel mehrere Wochen knackig.

Das gleiche Prinzip funktioniert in größerem Maßstab: Äpfel in gelochten Folienbeuteln in einer kühlen Garage oder im Kellerabteil schrumpeln deutlich später als offen gelagerte. Bildet sich im Beutel sichtbar Kondenswasser, braucht er mehr Löcher.

Woran Sie erkennen, dass etwas nicht stimmt

  • Schrumpelige, weiche Schale: Die Luft ist zu trocken. Die Äpfel sind essbar, eignen sich aber eher für Kuchen und Kompott. Eine Schale Wasser im Raum oder gelochte Folienbeutel helfen.
  • Mehliges Fruchtfleisch: Der Apfel ist überreif, meist weil es zu warm war oder die Sorte nicht länger hält.
  • Braune, faulige Stellen: Fäulnis springt auf Nachbarfrüchte über. Die befallene Frucht sofort herausnehmen und die benachbarten prüfen.
  • Schimmel: Äpfel mit Schimmel oder brauner Fäule nicht mehr essen und auch nicht zu Mus verarbeiten; mehr dazu unter verschimmelte Lebensmittel entsorgen.
  • Fettige, leicht klebrige Schale: Bei manchen Sorten, etwa Jonagold, tritt im Lager natürliches Wachs aus. Das ist harmlos und ein Zeichen der Reife.

Häufige Fragen

Bei welcher Temperatur lagert man Äpfel am besten?

Ideal sind etwa 2–5 °C bei hoher Luftfeuchte. Etwas wärmer geht auch, verkürzt aber die Lagerzeit. Unter null Grad dürfen Äpfel nicht geraten, weil gefrorene Früchte nach dem Auftauen verderben.

Kann man Äpfel im Kühlschrank lagern?

Ja. Im Gemüsefach, am besten in einem gelochten Beutel, halten sie mehrere Wochen. Lagern Sie sie dort getrennt von ethylenempfindlichem Gemüse wie Salat, Brokkoli, Gurken und Möhren.

Warum dürfen Äpfel nicht neben Kartoffeln liegen?

Äpfel geben das Reifegas Ethylen ab. Kartoffeln reagieren darauf mit frühem Keimen und werden schneller weich. Getrennte Räume oder zumindest einige Meter Abstand und gute Lüftung lösen das Problem.

Darf man Fallobst einlagern?

Nein. Fallobst hat fast immer Druckstellen, auch wenn man sie zunächst nicht sieht, und fault innerhalb weniger Tage. Verarbeiten Sie es bald zu Mus, Saft oder Kuchen; was schon fault, gehört in den Abfall – siehe Fallobst entsorgen.

Wie lange halten Äpfel bei Zimmertemperatur?

In der Obstschale bleiben sie etwa ein bis zwei Wochen gut, danach werden sie weich und mehlig. Bedenken Sie, dass sie dort auch Bananen, Birnen und anderes Obst schneller reifen lassen.