Verschimmelte Lebensmittel entsorgen

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Verschimmelte Lebensmittel gehören in den meisten Kommunen in die Biotonne, am besten in Zeitungspapier eingewickelt. Sind sie verpackt, trennen Sie Inhalt und Verpackung; geht das nicht, ohne den Schimmel aufzuwirbeln, kommt das Ganze in den Restmüll. Ein stark verschimmeltes Glas bleibt dabei zu. Toilette und Ausguss sind keine Lösung, auch nicht für flüssige Reste mit Schimmel.
Wohin gehören verschimmelte Lebensmittel?
| Zustand | Richtiger Weg |
| Unverpackt: Brot, Obst, Gemüse, Käse, Essensreste | Biotonne, in Zeitung eingewickelt; wo nicht erlaubt: Restmüll |
| Gekochte Speisen, Fleisch, Fisch | je nach Kommune Biotonne oder Restmüll |
| Verpackt, leicht zu trennen | Inhalt Biotonne, Verpackung Gelber Sack oder Altglas |
| Verpackt, nicht sauber zu trennen | alles zusammen in den Restmüll |
| Glas oder Dose mit starkem Schimmel | verschlossen in den Restmüll |
| Flüssiges mit Schimmel (Saft, Suppe, Milch) | Restmüll mit Zeitung aufgesaugt oder im verschlossenen Gefäß |
Was in die Biotonne darf, entscheidet Ihre Kommune. Manche erlauben gekochte Essensreste, Fleisch und Fisch, andere nur rohe pflanzliche Abfälle, einige haben gar keine Biotonne. Die Abfallsatzung und die Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises sagen, was bei Ihnen gilt. Hier steht der Regelfall in Deutschland; mehr zur braunen Tonne unter Biotonne.
Warum Schimmel in die Biotonne darf
Schimmelpilze sind in der Natur allgegenwärtig, und auch in jeder Biotonne und jeder Kompostieranlage wachsen sie ohnehin. Die Anlagen erhitzen das Material beim Kompostieren so stark, dass Keime und Pilzsporen zum größten Teil abgetötet werden. Ein verschimmeltes Brot ist dort kein Problem, sondern normales Ausgangsmaterial. Wer einen eigenen Komposthaufen im Garten hat, kann verschimmeltes Obst und Gemüse ebenfalls dorthin geben; gekochte Reste, Brot in größeren Mengen, Fleisch und Käse locken dort aber Ratten an und gehören besser in die Tonne.
Verpackte Lebensmittel: trennen oder nicht?
Die Mülltrennung verlangt, dass Verpackung und Inhalt getrennt werden. Bei Schimmel stößt das an eine Grenze, denn beim Auskratzen eines Joghurtbechers oder Ausleeren eines Glases gelangen Sporen in die Luft, die Sie einatmen. Für gesunde Menschen ist eine kleine Menge meist harmlos; für Allergiker, Menschen mit Asthma und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie problematisch sein.
Eine praktische Abwägung:
- Leicht zu trennen: Eine Packung Toastbrot mit ein paar grünen Flecken, eine Schale mit schimmligen Erdbeeren, eine Tüte Brötchen. Inhalt direkt in die Biotonne kippen, Verpackung in den Gelben Sack.
- Nicht sauber zu trennen: Ein halb leerer Joghurtbecher mit Schimmelrasen, eine Frischkäsepackung, eine Schale Reste, die schon lange im Kühlschrank stand. Deckel drauflassen und alles in den Restmüll.
- Gläser und Dosen: Ein Glas mit Schimmel auf der Oberfläche, bei dem der Deckel noch dicht ist, bleibt zu und kommt in den Restmüll. Wer das Glas unbedingt ins Altglas geben möchte, leert es draußen, mit Abstand zum Gesicht, direkt über der Biotonne. Eine Pflicht dazu gibt es nicht.
Ein Glas oder eine Dose mit gewölbtem Deckel, die zischt oder schäumt, öffnen Sie nicht. Das Gären kann Druck aufbauen, und bei Konserven kann eine Vorwölbung auf gefährliche Bakterien hinweisen. Geben Sie so ein Gefäß verschlossen in den Restmüll.
Schritt für Schritt
- Nicht daran riechen. Der Geruchstest ist bei Schimmel überflüssig und bringt Sporen direkt in die Nase.
- Einwickeln. Unverpacktes in Zeitungspapier oder eine Papiertüte wickeln, das bindet Feuchtigkeit und hält Sporen zusammen. Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne, auch keine als „kompostierbar“ bezeichneten, es sei denn, Ihre Kommune erlaubt sie ausdrücklich.
- Trennen, wo es leicht geht. Inhalt in die Biotonne, Verpackung in den Gelben Sack oder ins Altglas.
- Den Rest zusammen in den Restmüll. Was sich nicht ohne Aufwirbeln trennen lässt, bleibt zusammen.
- Direkt zur Tonne. Verschimmeltes nicht im Küchenmülleimer liegen lassen, sondern gleich hinausbringen.
- Aufräumen. Die Stelle im Kühlschrank oder Brotkasten auswischen, wo das Lebensmittel lag, und die Nachbarschaft prüfen.
Was muss ganz weg, was nicht?
Schimmel ist oft mehr als der sichtbare Fleck. Bei weichen und feuchten Lebensmitteln wächst das Pilzgeflecht unsichtbar ins Innere und kann Giftstoffe bilden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Verbraucherzentralen empfehlen deshalb, bei diesen Lebensmitteln das ganze Produkt wegzuwerfen:
- Brot und Backwaren, auch wenn nur eine Scheibe betroffen ist,
- Marmelade, Konfitüre und Gelee, das ganze Glas,
- Joghurt, Quark, Sahne, Frischkäse, Weichkäse und Schnittkäse in Scheiben,
- weiches Obst und Gemüse wie Beeren, Tomaten, Pfirsiche und Gurken,
- gekochte Speisen, Säfte, Nüsse und Getreide.
Bei Hartkäse und festem Gemüse wie Karotten oder Kohl reicht es, die Stelle großzügig wegzuschneiden, etwa einen Zentimeter rund um den Fleck, ohne das Messer durch den Schimmel zu ziehen. Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum hat Schimmel übrigens wenig zu tun: Ein abgelaufener Joghurt ohne Schimmel ist oft noch gut, ein frischer mit Schimmel nicht. Mehr dazu unter Mindesthaltbarkeitsdatum.
Nach dem Fund: Kühlschrank und Brotkasten
Wo ein Lebensmittel geschimmelt hat, sitzen oft Sporen in der Umgebung. Wischen Sie das Fach im Kühlschrank mit warmem Wasser und etwas Spülmittel aus, danach mit Essigwasser, und trocknen Sie es gut ab. Einen Brotkasten reinigen Sie genauso und lassen ihn offen trocknen, bevor neues Brot hineinkommt. Anleitungen dazu stehen unter Kühlschrank reinigen und Brot aufbewahren. Wer wiederholt Schimmel im Brotkasten hat, lagert zu feucht oder zu lange.
Vorbeugen: weniger wegwerfen
Die meisten verschimmelten Lebensmittel waren einfach zu lange vergessen. Reste in durchsichtigen, gut schließenden Dosen sieht man eher, und ein fester Platz für angebrochene Packungen vorn im Kühlschrank hilft. Was Sie nicht in zwei, drei Tagen essen, frieren Sie besser ein. Tipps dazu stehen unter Reste aufbewahren.
In der warmen Jahreszeit riecht die Biotonne mit Lebensmittelresten schnell, und Fliegen legen ihre Eier ab. Einwickeln in Zeitung, eine Lage Zeitungspapier am Tonnenboden und ein schattiger Standort helfen. Was gegen Maden hilft, erklärt Maden in der Biotonne.
Häufige Fragen
Wohin mit verschimmelten Lebensmitteln?
Unverpackt in den meisten Kommunen in die Biotonne, in Zeitung eingewickelt. Verpackte Lebensmittel trennen Sie, wenn es leicht geht; sonst kommt alles zusammen in den Restmüll.
Darf Verschimmeltes in die Biotonne?
In den meisten Kommunen ja. Kompostieranlagen erhitzen das Material so stark, dass Sporen abgetötet werden. Ob auch gekochte Speisen, Fleisch und Fisch hinein dürfen, regelt Ihre Kommune.
Muss ich ein verschimmeltes Glas ausleeren?
Nein. Ein Glas mit Schimmel dürfen Sie verschlossen in den Restmüll geben. Wer es ins Altglas geben möchte, leert es draußen direkt über der Biotonne und hält Abstand zum Gesicht.
Darf ich Schimmel in die Toilette kippen?
Nein. Lebensmittelreste gehören nicht in die Kanalisation, sie locken Ratten an und belasten die Kläranlage. Feste Reste kommen in die Biotonne oder den Restmüll, flüssige mit Zeitung aufgesaugt in den Restmüll.
Ist es gefährlich, Schimmel einzuatmen?
Eine kleine Menge Sporen beim Wegwerfen ist für gesunde Menschen meist harmlos. Allergiker, Asthmatiker und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten aber möglichst wenig aufwirbeln und stark verschimmelte Gefäße geschlossen entsorgen.



