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Wie oft Bettwäsche wechseln? Die ehrliche Antwort

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Zerwühltes Bett mit weißer Bettwäsche und einem aufgeschlagenen Buch
Etwa alle zwei Wochen gilt als üblicher Abstand für frische Bettwäsche
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was im Bett über Nacht passiert
  2. Die üblichen Empfehlungen – und wie verlässlich sie sind
  3. Wann Sie öfter wechseln sollten
  4. Kopfkissen, Laken, Bezug: nicht alles ist gleich schmutzig
  5. Kissen und Decken: viel seltener, aber nicht nie
  6. Was die Bettwäsche zwischen den Wechseln frisch hält
  7. So wird der Wechsel weniger lästig
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Wie oft Sie die Bettwäsche wechseln sollten, lässt sich ehrlich so beantworten: Alle ein bis zwei Wochen ist üblich und für die meisten Haushalte richtig. Eine verbindliche Vorschrift gibt es nicht, und wer gesund ist und wenig schwitzt, wird auch bei drei Wochen nicht krank. Es gibt aber Umstände, unter denen eine Woche schon lang ist.

Was im Bett über Nacht passiert

Ein Mensch gibt im Schlaf Feuchtigkeit ab, über die Haut und den Atem; in warmen Nächten deutlich mehr als im Winter. Dazu kommen Hautschuppen, Hautfett, Haare, Reste von Cremes und Kosmetik. All das landet in Laken, Bezügen und – zu einem kleineren Teil – in Kissen, Decke und Matratze.

Hautschuppen und Feuchtigkeit sind die Lebensgrundlage von Hausstaubmilben, die in jedem Bett vorkommen. Für Gesunde sind sie harmlos. Für Allergiker ist der Milbenkot das Problem, und er reichert sich an, je länger die Wäsche liegt. Der Geruch ungewechselter Bettwäsche stammt dagegen von Bakterien, die Schweiß und Hautfett zersetzen.

Die üblichen Empfehlungen – und wie verlässlich sie sind

Eine amtliche Regel oder eine Norm für Privathaushalte gibt es nicht. Hauswirtschaftliche Empfehlungen und der Waschmittelverband nennen in der Regel zwei Wochen als Richtwert. Mikrobiologen ordnen das gelassener ein: Bettwäsche gilt bei Gesunden kaum als Übertragungsweg für Infektionen, weshalb aus rein hygienischer Sicht auch zwei bis vier Wochen noch als ausreichend bezeichnet werden, solange nichts riecht oder sichtbar verschmutzt ist.

Zwei Wochen sind deshalb ein vernünftiger Standard, kein Grenzwert. Wer wöchentlich wechselt, macht nichts falsch, wer es alle drei Wochen tut, lebt nicht gefährlich. Entscheidend sind die eigenen Umstände – und die Nase.

SituationÜblicher Abstand
Gesunde Erwachsene, kühle Jahreszeit, Schlafanzugetwa alle zwei Wochen
Hochsommer, starkes Schwitzen, Schlafen ohne Schlafanzugetwa wöchentlich
Hausstaubmilbenallergiewöchentlich, bei 60 °C
Haustier schläft im Bettetwa wöchentlich
Akute Erkrankung, etwa Grippe oder Magen-Darm-Infektbei Bedarf sofort, spätestens nach dem Abklingen
Gästebettnach jedem Gast
Bettdecke und Kopfkissen selbstein- bis zweimal im Jahr, je nach Füllung seltener

Wann Sie öfter wechseln sollten

Schwitzen und Sommer. Wer nachts stark schwitzt, ob durch Hitze, Wechseljahre oder ein zu warmes Schlafzimmer, wechselt besser wöchentlich. Das gilt auch, wenn Sie ohne Schlafanzug schlafen: Dann nimmt die Bettwäsche auf, was sonst im Nachtzeug bliebe.

Krankheit. Bei Fieber, Erkältung oder Grippe wird das Bett durchgeschwitzt; frische Wäsche ist dann vor allem eine Wohltat. Wechseln Sie, sobald die Wäsche klamm ist, und in jedem Fall, wenn die Krankheit überstanden ist. Bei Magen-Darm-Infekten und nach sichtbarer Verschmutzung sofort. Waschen Sie diese Wäsche bei 60 °C im normalen Programm mit Vollwaschmittel als Pulver.

Allergie. Bei einer nachgewiesenen Hausstaubmilbenallergie gehört wöchentlicher Wechsel zu den Standardmaßnahmen, zusammen mit 60 °C als Waschtemperatur. Was darüber hinaus sinnvoll ist, etwa milbendichte Bezüge, steht im Beitrag Hausstaubmilben. Pollenallergiker profitieren in der Saison ebenfalls von kürzeren Abständen, weil Pollen über Haare und Kleidung ins Bett gelangen.

Haustier im Bett. Hund und Katze bringen Haare, Schmutz von draußen und gelegentlich Parasiten mit. Wer das Tier im Bett schlafen lässt, sollte wöchentlich wechseln; eine eigene, waschbare Decke am Fußende hält das Gröbste von der Bettwäsche fern.

Unreine Haut. Der Kopfkissenbezug nimmt Hautfett, Haarpflege und Creme auf. Bei unreiner Haut wird häufig geraten, ihn alle paar Tage zu tauschen. Ein Heilmittel ist das nicht, schaden kann es aber auch nicht.

Säuglinge und Kleinkinder. Hier richtet sich der Wechsel nach dem Bedarf, also nach jedem Malheur, sonst etwa wöchentlich.

Kopfkissen, Laken, Bezug: nicht alles ist gleich schmutzig

Sie müssen nicht immer das ganze Bett abziehen. Am stärksten belastet ist der Kopfkissenbezug, dann das Laken, auf dem der ganze Körper liegt, zuletzt der Deckenbezug. Wer zwischen zwei kompletten Wechseln nur den Kissenbezug tauscht, gewinnt viel mit wenig Aufwand.

Ein waschbarer Matratzenschoner oder eine Auflage unter dem Laken fängt ab, was durch das Laken dringt. Er gehört etwa alle ein bis drei Monate in die Wäsche. Auch der Matratzenbezug ist oft waschbar; wie das ohne Einlaufen gelingt, beschreibt der Beitrag Matratzenbezug waschen.

Kissen und Decken: viel seltener, aber nicht nie

Bettdecke und Kopfkissen stecken in Bezügen und werden deshalb langsamer schmutzig. Trotzdem nehmen sie über die Jahre Schweiß und Hautfett auf. Als Anhaltspunkt gilt: Kopfkissen ein- bis zweimal im Jahr waschen, Bettdecken etwa einmal im Jahr, Daunendecken seltener. Ob und wie das geht, hängt allein von der Füllung ab – die Einzelheiten stehen unter Kissen waschen und Bettdecke waschen.

Was die Bettwäsche zwischen den Wechseln frisch hält

  • Bett morgens aufschlagen. Die Decke zurückschlagen oder über einen Stuhl hängen und das Fenster öffnen. Ein sofort glatt gemachtes Bett schließt die Feuchtigkeit der Nacht ein.
  • Kühl schlafen. In einem kühlen, gelüfteten Schlafzimmer schwitzt man weniger. Was gegen feuchte Raumluft hilft, zeigt der Beitrag Luftfeuchtigkeit senken.
  • Schlafanzug tragen und regelmäßig wechseln. Er nimmt einen guten Teil von Schweiß und Hautfett auf.
  • Abends duschen, wenn Sie tagsüber geschwitzt haben oder Pollenallergiker sind.
  • Nicht im Bett essen. Krümel und Flecken verkürzen jede Frist.

Bettwäsche zwischendurch auf dem Balkon zu lüften schadet nicht, ersetzt die Wäsche aber nicht: Gerüche verfliegen, Hautfett und Milbenkot bleiben.

So wird der Wechsel weniger lästig

Viele schieben das Beziehen auf, weil es mühsam ist. Drei Garnituren je Bett entspannen die Sache: eine auf dem Bett, eine in der Wäsche, eine im Schrank. Ein fester Tag hilft mehr als jeder gute Vorsatz. Und wer die frische Garnitur zusammen im passenden Kissenbezug aufbewahrt, muss nicht suchen – wie das Laken dafür klein wird, zeigt der Beitrag Spannbettlaken falten.

Temperatur, Programm und Waschmittel für die verschiedenen Stoffe von Biber bis Satin stehen im Beitrag Bettwäsche waschen.

Unsere Empfehlung

Nehmen Sie zwei Wochen als Normalfall und eine Woche, sobald einer der genannten Gründe zutrifft: Hitze, Schwitzen, Krankheit, Allergie, Haustier. Tauschen Sie den Kopfkissenbezug ruhig öfter, und lüften Sie das Bett jeden Morgen. Wenn die Wäsche riecht, sich klamm anfühlt oder Flecken hat, ist der Zeitpunkt da – unabhängig vom Kalender.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, Bettwäsche nur einmal im Monat zu wechseln?

Für gesunde Menschen, die wenig schwitzen, ist das hygienisch in der Regel noch unbedenklich, wenn die Wäsche weder riecht noch sichtbar schmutzig ist. Angenehmer und für Allergiker klar besser sind kürzere Abstände. Im Sommer ist ein Monat zu lang.

Wie oft sollte man Bettwäsche im Sommer wechseln?

Etwa einmal in der Woche. In warmen Nächten gibt der Körper deutlich mehr Schweiß ab, und viele schlafen mit weniger Kleidung. Leichte Bezüge aus Baumwolle oder Leinen trocknen schneller und fühlen sich länger frisch an.

Wie oft wechselt man die Bettwäsche bei Babys?

Nach Bedarf, also immer dann, wenn etwas danebengegangen ist, sonst etwa wöchentlich. Ein wasserdichter, waschbarer Matratzenschutz unter dem Laken erspart viele Komplettwechsel.

Muss neue Bettwäsche vor dem ersten Benutzen gewaschen werden?

Ja, das ist ratsam. Neue Textilien enthalten Rückstände aus Herstellung und Ausrüstung, kräftige Farben können anfangs abfärben. Eine Wäsche nach Etikett macht den Stoff zudem weicher.

Reicht es, nur den Kopfkissenbezug zu wechseln?

Als Zwischenlösung ja, als Ersatz nein. Der Kissenbezug ist am stärksten belastet, doch auch Laken und Deckenbezug nehmen Schweiß und Hautschuppen auf und gehören nach spätestens zwei bis drei Wochen in die Maschine.