Bettwäsche richtig waschen und wie oft

Inhalt9 Abschnitte
Bettwäsche aus Baumwolle waschen Sie am besten bei 60 °C, auf links gedreht, mit geschlossenen Knöpfen oder Reißverschlüssen und in einer nicht überladenen Trommel. Gewechselt wird sie etwa alle ein bis zwei Wochen. Für andere Materialien wie Satin, Mikrofaser oder Seide gelten oft niedrigere Temperaturen; das Pflegeetikett hat in jedem Fall Vorrang.
Wie oft sollte man Bettwäsche wechseln?
Im Schlaf gibt der Körper Schweiß, Hautfett und Hautschuppen ab. Sie landen im Bettbezug und vor allem im Kopfkissenbezug. Eine feste Vorschrift gibt es nicht, aber einen vernünftigen Rahmen:
- Alle ein bis zwei Wochen bei normaler Nutzung.
- Wöchentlich im Sommer, bei starkem Schwitzen, bei Haustieren im Bett und für Allergiker.
- Sofort nach einer Erkältung oder Magen-Darm-Infekt und wenn die Wäsche sichtbar verschmutzt ist.
- Kopfkissenbezüge gern öfter, etwa zwischendurch einmal extra – besonders bei unreiner Haut oder viel Haarpflegeprodukten.
Morgens die Decke zurückschlagen und das Bett auslüften lassen, statt es sofort zu machen. So trocknet die Feuchtigkeit der Nacht ab, und Milben finden weniger feuchtes Klima vor. Mehr zu den Tieren und wie Sie sie eindämmen, lesen Sie im Beitrag Hausstaubmilben.
Bei wie viel Grad Bettwäsche waschen?
Die richtige Temperatur hängt vom Material ab:
| Material | Temperatur (typisch) | Hinweis |
| Baumwolle, Renforcé, Perkal | 60 °C | Weiße Baumwolle oft bis 95 °C |
| Biber, Flanell | 60 °C | Auf links waschen, sonst pillt es |
| Jersey | 40–60 °C | Kann etwas einlaufen |
| Mako-Satin | 40–60 °C | Auf links, glänzt so länger |
| Seersucker | 40–60 °C | Muss nicht gebügelt werden |
| Leinen, Halbleinen | 40–60 °C | Wenig schleudern, wird weicher mit der Zeit |
| Mikrofaser | 30–40 °C | Oft nur bis 40 °C, nicht heiß trocknen |
| Seide | 30 °C | Seiden- oder Handwaschprogramm, Feinwaschmittel |
60 °C haben einen guten Grund: Hautfett löst sich erst bei höherer Temperatur richtig, und Hausstaubmilben sterben bei dieser Temperatur ab. Wer auf Milben allergisch reagiert, sollte Bettwäsche deshalb möglichst bei 60 °C waschen. Bei 30 oder 40 °C überleben viele Milben und Keime. Kochwäsche bei 95 °C ist für weiße Baumwolle möglich, im Alltag aber selten nötig und belastet Stoff und Stromrechnung.
Die Temperatur steht auf dem Etikett, auch bei Bettwäsche großer Modeketten wie H&M oder Ikea. Was die Symbole bedeuten, erklärt der Beitrag Waschsymbole.
Bettwäsche waschen – Schritt für Schritt
- Knöpfe und Reißverschlüsse schließen. Offene Reißverschlüsse beschädigen andere Wäsche, und in einen offenen Bezug wandern Socken und andere Kleinteile, die dann nicht sauber werden.
- Auf links drehen. Das schont Farben und Drucke, und Flusen sammeln sich an den Ecken innen, wo man sie ausschütteln kann.
- Sortieren. Weiße Bettwäsche mit weißer Wäsche, bunte zu Buntem. Neue, kräftig gefärbte Garnituren die ersten Male getrennt waschen. Tipps zur Aufteilung stehen im Beitrag Wäsche sortieren.
- Nicht überladen. Ein Bettbezug nimmt nass viel Platz ein. Mehr als zwei Garnituren passen in eine normale Maschine selten. Eine Hand breit Luft über der Wäsche reicht als Faustregel.
- Waschmittel wählen. Vollwaschmittel für Weißes, Colorwaschmittel für Farbiges, Feinwaschmittel für Seide und Satin. Weichspüler ist nicht nötig und macht Baumwolle weniger saugfähig.
- Mäßig schleudern. Eine mittlere Drehzahl verringert Knitterfalten. Bei Seide und Leinen niedriger.
Neue Bettwäsche sollten Sie vor dem ersten Beziehen waschen. Sie enthält häufig Reste aus der Herstellung, und die Farbe gibt anfangs am meisten ab.
Trocknen ohne Knitterberge
Im Trockner kann sich ein Bettbezug zu einer feuchten Wurst aufrollen, in der die Kopfkissenbezüge verschwinden. Dagegen helfen:
- Reißverschluss geschlossen lassen und den Bezug nicht zu voll beladen.
- Trocknerbälle, die die Wäsche auseinanderhalten.
- Schranktrocken plus Bügeln oder gleich die Stufe „bügelfeucht“, wenn Sie die Wäsche danach glätten wollen.
Auf der Leine trocknet Bettwäsche am knitterärmsten, wenn Sie sie vorher kräftig ausschlagen und glatt über zwei Leinen hängen. Draußen riecht sie frisch; bei Pollenallergie trocknen Sie in der Pollensaison besser drinnen. Mikrofaser nicht heiß trocknen, sie kann sich verziehen.
Bügeln oder nicht?
Bügeln ist Geschmackssache. Hygienisch ist es nicht notwendig, wenn die Wäsche bei 60 °C gewaschen wurde. Seersucker und Jersey sind so gewebt, dass sie ungebügelt ordentlich aussehen. Wer Satin oder Perkal glatt mag, bügelt leicht feucht auf der Baumwollstufe oder lässt die Wäsche einmal durch eine Heißmangel laufen.
Vergilbte Kopfkissenbezüge und Flecken
Helle Kopfkissenbezüge bekommen mit der Zeit einen gelblichen Schimmer. Ursache sind Schweiß, Hautfett und Rückstände von Cremes oder Haarprodukten, die sich bei niedrigen Temperaturen nicht vollständig lösen. Vorbeugend hilft das regelmäßige Waschen bei 60 °C mit einem Vollwaschmittel, das Bleiche enthält. Ist der Bezug schon vergilbt, weichen Sie ihn vor der Wäsche einige Stunden in einer Lösung aus Vollwaschmittel ein und waschen ihn danach so heiß, wie das Etikett erlaubt. Weitere Wege stehen im Beitrag Weiße Wäsche wieder weiß. Flecken wie Blut oder Make-up behandeln Sie am besten vor, solange sie frisch sind, bei Blut immer mit kaltem Wasser.
Bettwäsche richtig aufbewahren
Nur vollständig trockene Wäsche kommt in den Schrank, sonst riecht sie muffig. Am praktischsten ist es, die Garnitur im zugehörigen Kopfkissenbezug zusammen aufzubewahren – so hat man alles beisammen. Zwei bis drei Garnituren pro Bett reichen: Eine ist auf dem Bett, eine in der Wäsche, eine im Schrank. Wer neue Wäsche anschaffen möchte, findet Hinweise zu Materialien im Beitrag Bettwäsche.
Unsere Empfehlung
Wechseln Sie die Bettwäsche alle ein bis zwei Wochen und waschen Sie Baumwolle bei 60 °C, auf links und mit geschlossenen Reißverschlüssen. Bei Satin, Mikrofaser und Seide gilt das Etikett. Füllen Sie die Maschine nicht bis oben, verzichten Sie auf Weichspüler und lassen Sie das Bett morgens auslüften. Wie Sie das Kopfkissen selbst waschen, steht im Beitrag Kissen waschen.
Häufige Fragen
Bei wie viel Grad sollte man Bettwäsche waschen?
Baumwolle bei 60 °C, Mikrofaser meist bei 30 oder 40 °C, Seide bei 30 °C im Seidenprogramm. 60 °C lösen Hautfett gründlich und töten Hausstaubmilben ab.
Reichen 40 °C für Bettwäsche?
Für die Sauberkeit meist ja, sofern ein gutes Vollwaschmittel verwendet wird. Hausstaubmilben überleben 40 °C aber häufig. Für Allergiker und nach Krankheit sind 60 °C die bessere Wahl.
Wie oft sollte man Bettwäsche wechseln?
Alle ein bis zwei Wochen, im Sommer, bei Haustieren im Bett oder bei Allergie wöchentlich. Kopfkissenbezüge gern häufiger.
Kann man Bettwäsche mit Handtüchern zusammen waschen?
Ja, wenn Farbe und Temperatur passen. Handtücher geben allerdings Flusen ab, die sich auf glatter Bettwäsche wie Satin sichtbar absetzen.
Passt dazu
WohnenBettwäsche

WäscheVerfärbte Wäsche retten
