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Bettdecke waschen: welche Füllung was verträgt

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Weiße Bettdecke und Kissen auf einem ungemachten Bett
Ob eine Bettdecke in die Maschine darf, entscheidet die Füllung
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Füllung was verträgt
  2. Muss die Bettdecke überhaupt in die Maschine?
  3. Passt die Decke in die Trommel?
  4. Bettdecke waschen – Schritt für Schritt
  5. Trocknen: hier entscheidet sich alles
  6. Daunen, Wolle, Seide: die Sonderfälle
  7. Typische Fehler
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Eine Bettdecke waschen Sie so, wie es ihre Füllung verträgt: Decken mit Synthetik- oder Baumwollfüllung meist bei 60 °C, Daunendecken schonend mit Spezialwaschmittel, Decken aus Wolle, Kamelhaar oder Seide in der Regel gar nicht. Fast wichtiger als das Waschen ist das Trocknen, denn eine Füllung, die innen feucht bleibt, ist verdorben. Was für Ihre Decke gilt, steht auf dem eingenähten Etikett – es hat Vorrang vor jeder allgemeinen Regel. Die Zeichen erklärt der Beitrag Waschsymbole.

Welche Füllung was verträgt

FüllungTemperaturProgramm und WaschmittelTrockner
Synthetik (Polyester-Hohlfaser, Mikrofaser)meist 60 °C, manche Decken mehrPflegeleicht oder Baumwolle mit wenig Schleudern; Color- oder Feinwaschmittelmeist ja, niedrige Stufe
Daunen und Federnnach Etikett, oft 40 oder 60 °CDaunen- oder Schonprogramm; Daunenwaschmittelja, niedrige Stufe, mit Trocknerbällen
Baumwollemeist 60 °CBaumwolle oder Pflegeleicht; Fein- oder Colorwaschmittelnach Etikett, oft schonend möglich
Schurwolle, Kamelhaar, Kaschmirmeist nicht waschbar; als waschbar ausgewiesene Decken bei 30 °CWollprogramm; Wollwaschmittelnein
Seidemeist nicht waschbarlüften, Flecken punktuell, sonst Reinigungnein

Die Tabelle nennt den Regelfall. Decken mit Fasern wie Lyocell oder mit Mischfüllungen richten sich nach dem Etikett; fehlt es, behandeln Sie die Decke wie die empfindlichste Füllung, die infrage kommt.

Muss die Bettdecke überhaupt in die Maschine?

Seltener, als viele denken. Die Decke steckt in einem Bezug, der den größten Teil von Schweiß und Hautfett abfängt. Üblich ist es, Decken mit Synthetik- oder Baumwollfüllung etwa einmal im Jahr zu waschen, Daunendecken nur alle paar Jahre. Öfter ist sinnvoll bei Hausstaubmilbenallergie – dann am besten eine Decke wählen, die 60 °C verträgt –, nach einer Krankheit mit viel Schweiß oder wenn die Decke riecht oder Flecken hat.

Dazwischen genügt Pflege ohne Wasser: morgens zurückschlagen, regelmäßig aufschütteln und gelegentlich an trockener Luft auslüften, bei Daune und Naturhaar im Schatten. Wie oft der Bezug gewechselt wird, behandelt der Beitrag Wie oft Bettwäsche wechseln?.

Passt die Decke in die Trommel?

Die Füllung braucht Platz, um sich im Wasser zu bewegen. Ist die Decke in die Trommel gestopft, wird sie weder sauber noch ausgespült, und die nasse, schwere Last kann die Maschine in Unwucht bringen.

Als Anhaltspunkt reicht für eine normale Einzeldecke (135 × 200 cm) eine Maschine ab etwa 7 kg Fassungsvermögen. Dicke Winterdecken, Vier-Jahreszeiten-Decken aus zwei Teilen (einzeln waschen) und Übergrößen wie 155 × 220 cm oder Doppeldecken brauchen mehr. Die Probe ist einfach: Legen Sie die trockene Decke locker in die Trommel. Bleibt oben noch etwa eine Handbreit Luft und lässt sich die Tür ohne Drücken schließen, passt es.

Passt es nicht, ist der Waschsalon die richtige Adresse. Dort stehen große Trommeln und, ebenso wichtig, große Trockner. Für wertvolle Daunendecken kommt außerdem eine Bettfedernreinigung infrage, für Wolle und Seide die Textilreinigung.

Bettdecke waschen – Schritt für Schritt

  1. Etikett lesen und Decke prüfen. Offene Nähte und dünne Stellen vor der Wäsche zunähen, sonst verteilt sich die Füllung in der Maschine.
  2. Flecken vorbehandeln. Mit etwas Gallseife oder Feinwaschmittel und lauwarmem Wasser betupfen, nicht reiben.
  3. Decke locker einlegen. Nicht rollen oder falten, sondern lose in die Trommel geben, allein und ohne weitere Wäsche.
  4. Sparsam dosieren. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Menge; Flüssigwaschmittel spült sich aus Füllungen leichter aus als Pulver. Für Daunen ein Daunenwaschmittel, für waschbare Wolle ein Wollwaschmittel. Kein Weichspüler: Er verklebt Fasern und Daunen.
  5. Programm wählen. Daunen-, Bettdecken- oder Pflegeleichtprogramm, je nach Maschine und Füllung. Wer bei Allergie auf 60 °C angewiesen ist, wählt kein Eco-Programm, denn das erreicht die Temperatur nicht sicher.
  6. Extra spülen. Einen zusätzlichen Spülgang zuschalten; Waschmittelreste lassen die Füllung verkleben.
  7. Schleudern. Synthetik und Baumwolle mit mittlerer Drehzahl, Daunen nach Angabe des Herstellers. Je weniger Wasser in der Decke bleibt, desto kürzer das Trocknen.
  8. Sofort herausnehmen. Die nasse Decke beim Tragen von unten stützen, damit die Kammernähte nicht reißen.

Trocknen: hier entscheidet sich alles

Eine frisch gewaschene Decke ist klumpig und schwer. Das ist normal und gibt sich erst beim Trocknen. Der Trockner ist für Synthetik- und Daunendecken die beste Lösung, sofern das Etikett ihn erlaubt:

  1. Niedrige Temperatur wählen. Schon- oder Niedrigtemperaturstufe, lieber länger als heiß. Zu viel Hitze lässt Synthetikfasern verkleben und den Bezugsstoff einlaufen.
  2. Trocknerbälle dazugeben. Zwei bis drei Trocknerbälle oder saubere Tennisbälle schlagen die Füllung auf und lösen Klumpen. Tennisbälle können bei Wärme riechen und auf hellem Stoff abfärben; in einer sauberen Socke verknotet ist das Risiko kleiner.
  3. Zwischendurch aufschütteln. Die Decke alle 30 Minuten etwa herausnehmen, kräftig schütteln, Klumpen mit den Händen zerteilen und anders herum einlegen.
  4. Länger trocknen, als es scheint. Der Bezug fühlt sich lange vor der Füllung trocken an. Daunendecken brauchen oft mehrere Durchgänge.

Ohne Trockner breiten Sie die Decke flach über einen Wäscheständer oder zwei Leinen aus, nicht über eine einzelne Leine, an der die nasse Füllung nach unten sackt. Drehen und schütteln Sie sie mehrmals am Tag. Synthetikdecken trocknen so an einem warmen, luftigen Tag gut durch; bei Daunen dauert es Tage und gelingt in der kühlen Jahreszeit kaum.

Trocken ist die Decke erst, wenn sie leicht ist, keine Klumpen mehr hat und nach nichts riecht. Lassen Sie sie danach noch einen Tag offen liegen, bevor sie bezogen wird. Riecht sie später muffig, war sie innen noch feucht – dann sofort nachtrocknen.

Daunen, Wolle, Seide: die Sonderfälle

Daunen und Federn vertragen Wasser, aber weder normales Vollwaschmittel noch Weichspüler, und sie müssen restlos trocknen. Die Einzelheiten samt Handwäsche in der Badewanne stehen im eigenen Beitrag Daunendecke waschen.

Schurwolle, Kamelhaar und Kaschmir verfilzen durch Wärme, Bewegung und falsches Waschmittel. Viele dieser Decken sind deshalb als nicht waschbar gekennzeichnet. Sie brauchen es auch selten: Tierhaare nehmen Gerüche kaum an und erholen sich an feuchter, frischer Luft, etwa an einem trüben Tag auf dem Balkon. Trägt die Decke ausdrücklich ein Waschsymbol, dann Wollprogramm, 30 °C, Wollwaschmittel und liegend trocknen.

Seide verliert durch die Maschinenwäsche Form und Glanz der Füllung. Lüften, Flecken auf dem Bezugsstoff sparsam betupfen und sonst zur Reinigung geben.

Typische Fehler

  • Zu viel Waschmittel und Weichspüler: Die Füllung verklebt und trägt nicht mehr auf.
  • Zu kleine Trommel: Die Decke kommt mit trockenen Stellen und Waschmittelstreifen heraus.
  • Zu heiß getrocknet: Synthetikfasern verkleben, der Bezug schrumpft.
  • Zu früh bezogen: Restfeuchte führt zu Geruch und Stockflecken.
  • Nasse Daunendecke über die Leine gehängt: Die Füllung sackt ab, Nähte können reißen.

Unsere Empfehlung

Prüfen Sie zuerst Etikett und Trommelgröße und waschen Sie nur, wenn Sie auch das Trocknen sicherstellen können. Synthetikdecken sind unkompliziert und für Allergiker die praktischste Wahl. Für alles, was zu Hause nicht locker in die Trommel passt, ist der Waschsalon günstiger als eine verdorbene Decke. Kopfkissen folgen eigenen Regeln, siehe Kissen waschen. Und ist die Decke nach Jahren flach und klumpig, hilft keine Wäsche mehr – wohin damit, steht unter Bettdecke entsorgen.

Häufige Fragen

Bei wie viel Grad wäscht man eine Bettdecke?

Decken mit Synthetik- oder Baumwollfüllung meist bei 60 °C, Daunendecken je nach Etikett bei 40 oder 60 °C, waschbare Wolldecken bei 30 °C. Maßgeblich ist immer das Pflegeetikett.

Kann man eine Bettdecke in einer 7-kg-Maschine waschen?

Eine normale Einzeldecke in Sommer- oder Ganzjahresstärke in der Regel ja. Dicke Winterdecken und Übergrößen füllen die Trommel zu stark. Bleibt über der trockenen Decke keine Handbreit Luft, ist die Maschine zu klein.

Was tun, wenn die Bettdecke nach dem Waschen klumpt?

Weitertrocknen. Klumpen bedeuten fast immer, dass die Füllung noch feucht ist. Die Decke mit Trocknerbällen erneut bei niedriger Temperatur in den Trockner geben und zwischendurch von Hand aufschütteln.

Wie oft sollte man die Bettdecke waschen?

Üblich ist etwa einmal im Jahr bei Synthetik- und Baumwolldecken, bei Daunen alle paar Jahre. Allergiker waschen häufiger, etwa alle paar Monate, und wählen dafür eine Decke, die 60 °C verträgt.

Kann man eine Bettdecke ohne Trockner trocknen?

Synthetikdecken ja, wenn sie flach liegen, gut belüftet sind und oft gewendet werden. Bei Daunen ist es schwierig und dauert mehrere Tage; hier lohnt der Weg in den Waschsalon mit großem Trockner.