Bettwäsche

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Gute Bettwäsche erkennt man nicht am Muster, sondern am Stoff: Er entscheidet, ob man darunter friert, schwitzt oder gut schläft. Für die meisten Menschen ist Baumwolle die beste Wahl, weil sie Feuchtigkeit aufnimmt und heiß gewaschen werden kann. Welche Webart dazu passt, hängt von der Jahreszeit und davon ab, ob man eher friert oder schwitzt.
Welcher Stoff zu welcher Jahreszeit passt
Die Grundregel ist einfach: aufgeraute Stoffe wärmen, glatte und strukturierte Stoffe kühlen. Wer nachts schnell friert, greift im Winter zu Biber oder Flanell. Wer schwitzt, schläft auf Leinen, Seersucker oder Satin angenehmer.
| Stoff | Gefühl auf der Haut | Am besten für | Pflege |
| Renforcé | Glatt, matt, fest | Ganzjährig, Alltagsbettwäsche | Meist 60 °C, bügeln nach Wunsch |
| Mako-Satin | Glatt, glänzend, kühl | Ganzjährig, wer es edel mag | Meist 40–60 °C, wenig schleudern |
| Biber / Flanell | Aufgeraut, flauschig, warm | Winter, Frostbeulen | Meist 40–60 °C, auf links waschen |
| Jersey | Weich, dehnbar | Spannbettlaken, Kinderbetten | Meist 60 °C, bügelfrei |
| Seersucker | Gekräuselt, luftig | Sommer, wer schwitzt | Meist 40–60 °C, nicht bügeln |
| Leinen | Kühl, anfangs etwas rau, wird weicher | Sommer, sehr warme Schlafzimmer | Laut Etikett, oft 40–60 °C |
| Mikrofaser | Weich, leicht | Günstige Motivbettwäsche, Reisen | Meist 40–60 °C, trocknet schnell |
| Seide | Glatt, fließend | Wer Luxus sucht und Pflege nicht scheut | Handwäsche oder Seidenprogramm bei 30 °C |
Die Temperaturen sind Anhaltspunkte. Maßgeblich ist immer das Pflegeetikett, vor allem bei farbiger oder bedruckter Wäsche.
Baumwolle: Renforcé, Satin und Biber
Die meisten Bettwäschen bestehen aus Baumwolle. Unterschiede entstehen durch die Webart und die Veredelung.
Renforcé ist ein fest gewebter, glatter und matter Stoff in Leinwandbindung. Er ist strapazierfähig, verträgt heiße Wäsche und ist die klassische Alltagsbettwäsche. Linon ist ähnlich, aber etwas gröber und günstiger.
Mako-Satin wird in Atlasbindung gewebt: Die Fäden liegen lang auf der Oberfläche und geben den typischen Glanz. „Mako“ steht für langstapelige, besonders feine Baumwolle. Satin fühlt sich kühl und glatt an und knittert wenig.
Biber und Feinbiber sind aufgeraute Baumwollstoffe. Die abstehenden Fasern schließen Luft ein und wärmen, darum ist Biber die klassische Winterbettwäsche. Flanell ist ähnlich aufgeraut, wird aber zum Teil auch aus Wolle oder Mischungen hergestellt. Aufgeraute Stoffe fusseln anfangs; waschen Sie sie getrennt und auf links.

Leinen, Seersucker, Jersey und Mikrofaser
Leinen wird aus Flachs gewonnen. Die Faser nimmt viel Feuchtigkeit auf, gibt sie schnell wieder ab und fühlt sich kühl an. Neues Leinen ist etwas rau und wird mit jeder Wäsche weicher. Halbleinen ist eine Mischung aus Leinen und Baumwolle und ist günstiger und weicher. Leinen knittert stark – wer das nicht mag, bügelt es leicht feucht.
Seersucker hat eine gekräuselte Oberfläche, die entsteht, weil Fäden beim Weben unterschiedlich gespannt sind. Der Stoff liegt nur punktuell auf der Haut auf, klebt nicht und muss nicht gebügelt werden. Echter Seersucker behält seine Struktur; nur geprägte Nachahmungen verlieren sie mit der Zeit.
Jersey ist gestrickt, nicht gewebt, und darum dehnbar. Er ist die Standardware für Spannbettlaken. Interlock-Jersey ist doppelt gestrickt, dicker und formstabiler.
Mikrofaser besteht aus Polyester. Sie ist günstig, leicht, trocknet schnell und lässt sich gut bedrucken, deshalb gibt es viel Kinder- und Motivbettwäsche daraus. Feuchtigkeit nimmt sie deutlich schlechter auf als Baumwolle – wer nachts schwitzt, fühlt sich darunter oft klamm.
Seide: edel, aber anspruchsvoll
Seidenbettwäsche aus Maulbeerseide ist glatt, leicht und fühlt sich im Sommer kühl, im Winter angenehm an. Sie ist teuer und empfindlich: Seide wird von Hand oder im Seidenprogramm bei höchstens 30 °C gewaschen, mit speziellem Seiden- oder Wollwaschmittel ohne Enzyme, und nie im Trockner oder in praller Sonne getrocknet. Kunstseide wie Viskose sieht ähnlich aus, hat aber andere Eigenschaften.
Die passende Größe
In Deutschland sind vor allem diese Maße verbreitet:
- Bettdecke: 135 × 200 cm (Standard), 155 × 220 cm (im Norden verbreitet), 200 × 200 cm oder 200 × 220 cm für Doppeldecken, Übergrößen 135 × 220 cm für große Menschen.
- Kopfkissen: 80 × 80 cm (klassisch), 40 × 80 cm (Seitenschläferkissen und kleinere Kissen), in Nord- und Westeuropa auch 50 × 70 cm.
- Spannbettlaken: nach Matratzengröße und -höhe. Bei hohen Matratzen oder Toppern auf eine ausreichende Steghöhe achten.
Messen Sie Decke und Kissen nach, bevor Sie kaufen – eine zu große Hülle lässt die Decke verrutschen, eine zu kleine drückt die Füllung zusammen.
Woran Sie Qualität erkennen
Bei Baumwolle gibt die Fadendichte einen Hinweis: Sie nennt die Zahl der Fäden je Quadratzentimeter oder Quadratzoll. Dichtere Stoffe sind feiner und haltbarer. Ein hoher Wert allein sagt aber wenig, wenn dünne Garne verzwirnt werden, um die Zahl künstlich zu steigern. Fühlen Sie den Stoff: Gute Bettwäsche ist glatt, gleichmäßig und nicht durchscheinend.
Siegel helfen bei der Auswahl. OEKO-TEX Standard 100 bedeutet, dass das Produkt auf Schadstoffe geprüft wurde. GOTS (Global Organic Textile Standard) steht für Bio-Baumwolle und Umweltstandards in der Verarbeitung.
Ein Reißverschluss ist bequemer als Knöpfe und hält die Decke besser in der Hülle. Einfache Baumwollbettwäsche gibt es ab etwa 20 Euro je Garnitur, gute Mako-Satin- oder Leinenbettwäsche kostet meist deutlich mehr.
Für kalte Nächte lohnt sich Biber-Bettwäsche, für den Sommer Seersucker-Bettwäsche.

Wechseln und waschen
Die meisten Fachleute raten, Bettwäsche alle ein bis zwei Wochen zu wechseln, bei Hitze, Krankheit oder starkem Schwitzen öfter. Kissenbezüge können Sie häufiger tauschen als den Deckenbezug.
- Neue Bettwäsche vor dem ersten Gebrauch waschen, um Rückstände aus der Herstellung zu entfernen.
- Baumwolle bei 60 °C waschen, wenn das Etikett es erlaubt. Das ist hygienischer und besonders für Hausstaubmilben-Allergiker sinnvoll.
- Auf links drehen und Reißverschlüsse schließen, das schont Oberfläche und Farbe.
- Nicht überladen, damit die Wäsche frei bewegt wird und sauber wird.
- Weichspüler sparsam oder gar nicht verwenden; er mindert die Saugfähigkeit von Baumwolle. Als Alternative im Trockner eignen sich Trocknerbälle.
Auch Decken und Kissen selbst brauchen gelegentlich eine Wäsche. Wie das geht, erklären unsere Anleitungen zum Daunendecke waschen und Federkissen waschen. Mehr rund ums Waschen finden Sie in der Rubrik Wäsche.
Welche Bettwäsche zu wem passt
Wer eine Bettwäsche für alles sucht, nimmt Renforcé oder Mako-Satin aus Baumwolle und hat zwei bis drei Garnituren im Wechsel. Für den Winter kommt eine Biber-Garnitur dazu, für heiße Sommer Leinen oder Seersucker. Mikrofaser ist eine günstige Lösung für Gäste und Kinderbetten, aber keine gute Wahl für Menschen, die nachts schwitzen. Wer zusätzlich eine wärmere Decke sucht, findet Anregungen bei der Kamelhaardecke oder der Gewichtsdecke.
Häufige Fragen
Welche Bettwäsche ist im Sommer am kühlsten?
Leinen und Seersucker. Leinen nimmt Feuchtigkeit schnell auf und fühlt sich kühl an, Seersucker liegt wegen seiner gekräuselten Struktur nur an wenigen Stellen auf der Haut. Auch glatter Mako-Satin wirkt angenehm kühl.
Wie oft sollte man Bettwäsche wechseln?
Alle ein bis zwei Wochen. Bei Hitze, Krankheit, starkem Schwitzen oder wenn Haustiere im Bett schlafen, besser jede Woche.
Bei wie viel Grad wäscht man Bettwäsche?
Baumwolle meist bei 60 °C, sofern das Etikett das erlaubt. Farbige oder bedruckte Wäsche oft nur bei 40 °C, Seide bei höchstens 30 °C. Maßgeblich ist das Pflegeetikett.
Was ist der Unterschied zwischen Biber und Flanell?
Beide sind aufgeraute, warme Stoffe. Biber ist immer Baumwolle und etwas dichter, Flanell kann auch aus Wolle oder Mischgewebe bestehen und ist oft etwas leichter.
Was bedeutet Mako-Satin?
Mako bezeichnet besonders langstapelige, feine Baumwolle, Satin die Webart mit glänzender Oberfläche. Mako-Satin ist darum glatter, glänzender und meist haltbarer als einfacher Baumwoll-Satin.



