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Luftfeuchtigkeit in der Wohnung senken

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Digitales Thermo-Hygrometer zeigt 24,1 Grad und 44 Prozent Luftfeuchte
In Wohnräumen gilt eine relative Luftfeuchte von etwa 40 bis 60 Prozent als günstig
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Luftfeuchtigkeit ist normal?
  2. Richtig messen
  3. Woher die Feuchtigkeit kommt
  4. Die wirksamsten Maßnahmen
  5. Hausmittel: was sie leisten
  6. Elektrische Luftentfeuchter
  7. Keller, Schlafzimmer und Sommer
  8. Wenn es trotzdem feucht bleibt
  9. Häufige Fragen

Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung senken Sie vor allem durch regelmäßiges Stoßlüften, ausreichendes Heizen und das Vermeiden unnötiger Feuchtequellen, etwa Wäsche, die im Wohnzimmer trocknet. Reicht das nicht, etwa im Keller oder nach einem Wasserschaden, hilft ein elektrischer Luftentfeuchter. Bevor Sie etwas kaufen, lohnt es sich zu messen: Ein Hygrometer zeigt, ob die Luft wirklich zu feucht ist und ob Ihre Maßnahmen wirken.

Welche Luftfeuchtigkeit ist normal?

Die relative Luftfeuchte gibt an, wie viel Prozent der Wassermenge, die die Luft bei ihrer Temperatur aufnehmen kann, sie tatsächlich enthält. In Wohnräumen gilt ein Bereich von etwa 40–60 % als günstig. Im Bad steigt der Wert beim Duschen kurzzeitig weit darüber, das ist normal, solange er danach schnell wieder sinkt. Problematisch ist eine dauerhaft hohe Feuchte über 60 %, vor allem in kühlen Räumen wie Schlafzimmer und Keller.

Zu trockene Luft ist im Winter das umgekehrte Problem: Unter etwa 40 % empfinden viele Menschen trockene Augen und Schleimhäute. Dann nicht noch mehr lüften, sondern kürzer.

Richtig messen

Ein einfaches digitales Hygrometer genügt. Stellen Sie es mitten in den Raum, nicht auf die Fensterbank, an die Außenwand oder neben die Heizung. Günstige Geräte weichen oft einige Prozentpunkte ab; für den Alltag reicht das, wenn Sie Tendenzen beobachten. Messen Sie über mehrere Tage und zu verschiedenen Zeiten, etwa morgens vor dem Lüften und abends.

Ein Hygrometer mit Min-Max-Speicher zeigt auch, wie hoch die Feuchte nachts steigt, wenn niemand hinsieht.

Woher die Feuchtigkeit kommt

  • Menschen und Tiere geben über Atem und Haut ständig Wasser ab, nachts im Schlafzimmer besonders viel.
  • Kochen ohne Deckel und ohne Dunstabzug nach draußen.
  • Duschen und Baden, vor allem bei geschlossenem Fenster und offener Badtür.
  • Wäschetrocknen in der Wohnung – eine Maschinenladung gibt beim Trocknen mehrere Liter Wasser an die Luft ab.
  • Pflanzen und Aquarien, in großer Zahl ein spürbarer Faktor.
  • Bauliche Ursachen: Neubaufeuchte, Wasserschäden, undichte Leitungen, aufsteigende Nässe im Keller.

Die ersten fünf Punkte können Sie beeinflussen. Bei den baulichen hilft Lüften nur begrenzt; hier muss die Ursache behoben werden.

Die wirksamsten Maßnahmen

  1. Stoßlüften. Drei- bis viermal am Tag die Fenster weit öffnen, im Winter einige Minuten, in der Übergangszeit länger. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Richtig lüften.
  2. Feuchtigkeit an der Quelle abführen. Nach dem Duschen sofort lüften und die Badtür geschlossen halten, beim Kochen Deckel und Dunstabzug benutzen.
  3. Ausreichend heizen. Warme Luft kann mehr Wasser tragen. In kalten Räumen steigt die relative Feuchte, und an den Wänden schlägt sich Wasser nieder. Auch wenig genutzte Räume nicht völlig auskühlen lassen.
  4. Wäsche nicht im Wohnraum trocknen. Besser draußen, im Trockenraum oder im Trockner. Geht es nicht anders, im gut belüfteten Raum bei geschlossener Tür.
  5. Luft an die Wände lassen. Möbel mit etwas Abstand zu Außenwänden, keine schweren Vorhänge vor kalten Ecken. Warum das wichtig ist, erklärt der Beitrag Schimmel hinter dem Schrank.

Hausmittel: was sie leisten

Schalen mit Salz, Reis, Kaffeepulver oder Katzenstreu werden oft als Hausmittel empfohlen. Sie binden tatsächlich etwas Wasser, aber im Verhältnis zu den Litern, die täglich in einer Wohnung entstehen, ist das kaum messbar. Für einen Raum taugen sie nicht, allenfalls für einen kleinen, geschlossenen Schrank.

Ähnliches gilt für Granulat-Raumentfeuchter mit Calciumchlorid, die ohne Strom arbeiten. Sie sammeln sichtbar Wasser im Auffangbehälter und eignen sich für kleine Räume, Wohnwagen oder Schränke. Gegen eine dauerhaft zu feuchte Wohnung kommen sie nicht an.

Elektrische Luftentfeuchter

Wenn Lüften und Heizen nicht reichen – im Keller, in der Übergangszeit nach einem Wasserschaden, in Neubauten oder zum Wäschetrocknen –, hilft ein elektrischer Luftentfeuchter. Es gibt zwei Bauarten:

BauartStärkenSchwächen
Kompressor-Entfeuchtersparsam bei normaler Raumtemperatur, hohe Entfeuchtungsleistunglässt in kühlen Räumen deutlich nach, lauter, schwerer
Adsorptions-Entfeuchterarbeitet auch in kalten Räumen wie Keller oder Garage, leichter, leiserhöherer Stromverbrauch, gibt Wärme ab

Achten Sie auf die Entfeuchtungsleistung in Litern pro Tag, auf die Raumgröße laut Hersteller, auf einen einstellbaren Zielwert (Hygrostat) und darauf, ob sich ein Schlauch für den Dauerablauf anschließen lässt. Ohne Schlauch müssen Sie den Wassertank regelmäßig leeren. Der Stromverbrauch ist nicht zu vernachlässigen; lassen Sie das Gerät deshalb nur so lange laufen wie nötig und stellen Sie den Zielwert nicht niedriger als etwa 50 %.

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Keller, Schlafzimmer und Sommer

Keller: Kellerwände sind im Sommer kalt. Wer an warmen Tagen lüftet, holt feuchte Luft herein, die an den Wänden kondensiert. Lüften Sie den Keller im Sommer nur nachts oder früh morgens, wenn die Außenluft kühler ist. Riecht es trotzdem muffig oder sind die Wände nass, kann aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit die Ursache sein – ein Fall für einen Fachbetrieb.

Schlafzimmer: Hier entsteht nachts viel Feuchtigkeit bei oft niedriger Temperatur. Morgens sofort stoßlüften, das Bett aufdecken, den Raum nicht völlig auskühlen lassen.

Sommer: Schwüle Luft lässt sich durch Lüften nicht trocknen. Lüften Sie morgens und abends, halten Sie tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen. Klimageräte entfeuchten beim Kühlen nebenbei die Luft.

Wenn es trotzdem feucht bleibt

Beschlagen morgens die Fenster, riecht es muffig oder zeigen sich Flecken, obwohl Sie regelmäßig lüften und heizen, liegt die Ursache vermutlich im Bau. Lassen Sie Wände messen, bei Mietwohnungen über den Vermieter. Was Nässe an der Scheibe bedeutet, steht im Beitrag Kondenswasser am Fenster, was bei ersten Flecken zu tun ist, unter Schimmel in der Wohnung.

Häufige Fragen

Wie senke ich die Luftfeuchtigkeit schnell?

Querlüften: gegenüberliegende Fenster und die Türen dazwischen öffnen. Bei kühler Außenluft ist die Feuchte in wenigen Minuten deutlich niedriger. Im Sommer bei schwüler Luft hilft das nicht, dann eher ein elektrischer Luftentfeuchter oder ein Klimagerät.

Helfen Salz oder Reis gegen hohe Luftfeuchtigkeit?

Kaum. Sie binden nur geringe Mengen Wasser, verglichen mit dem, was täglich in einer Wohnung entsteht. Für einen kleinen geschlossenen Schrank mag es reichen, für einen Raum nicht.

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Schlafzimmer ideal?

Wie in anderen Wohnräumen etwa 40–60 %. Weil Schlafzimmer oft kühl sind, ist hier das Schimmelrisiko bei Werten über 60 % besonders hoch. Morgens gleich lüften hilft am meisten.

Wie viel Strom braucht ein Luftentfeuchter?

Das hängt von Bauart, Leistung und Laufzeit ab. Adsorptionsgeräte brauchen in der Regel mehr als Kompressorgeräte. Die Leistungsaufnahme steht in den Herstellerangaben; mit einem Zielwert von etwa 50 % läuft das Gerät nicht unnötig.