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Weihnachtsbaum entsorgen: Abholtermine und Sammelstellen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Ausgedienter Weihnachtsbaum liegt am verschneiten Straßenrand
Abgeschmückte Weihnachtsbäume holt die Stadt meist an festen Terminen im Januar ab
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehört der Weihnachtsbaum?
  2. Abholung im Januar: so klappt es
  3. Warum kein Lametta am Baum bleiben darf
  4. Termin verpasst: Sammelstellen, Wertstoffhof, Biotonne
  5. Im eigenen Garten: kompostieren ja, verbrennen nein
  6. Weihnachtsbaum im Topf und künstliche Bäume
  7. Kosten
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Den Weihnachtsbaum entsorgen Sie am einfachsten über die Abholung Ihrer Kommune: Fast überall gibt es im Januar feste Termine, an denen abgeschmückte Bäume vom Straßenrand mitgenommen werden, meist ohne Extrakosten. Wer den Termin verpasst, bringt den Baum zu einer Sammelstelle oder zum Wertstoffhof, wo er als Grünschnitt angenommen wird. Zersägt darf er in manchen Orten auch in die Biotonne. Verbrennen im Garten ist keine Lösung.

Wohin gehört der Weihnachtsbaum?

Wann abgeholt wird, wo die Sammelstellen liegen und ob Zweige in die Biotonne dürfen, regelt jede Kommune selbst. Die Termine stehen im Abfallkalender oder in der Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; die Abfallberatung hilft bei Fragen. Der Regelfall in Deutschland:

Baum und ZustandRichtiger Weg
Echter Baum, abgeschmückt, ganzkommunale Abholung im Januar, Sammelstelle, Wertstoffhof (Grünschnitt)
Echter Baum, zersägt oder gehäckseltBiotonne, wenn die Kommune es erlaubt und der Deckel schließt; Kompost
Baum mit Lametta- oder Kunstschneerestenerst säubern; sonst Restmüll oder nach Vorgabe der Kommune
Baum im Topf mit Wurzelballeneinpflanzen versuchen oder wie ein Schnittbaum entsorgen, Topf getrennt
Künstlicher Baum ohne BeleuchtungSperrmüll, kleiner Baum Restmüll
Künstlicher Baum mit fest verbauten LichternElektroschrott am Wertstoffhof

Abholung im Januar: so klappt es

  1. Termin nachsehen. Die Abholung findet in den meisten Orten in den ersten Wochen des Januars statt, häufig nach dem Dreikönigstag. Manchmal gibt es nur einen Termin je Straße.
  2. Vollständig abschmücken. Kugeln, Haken, Strohsterne, Lichterketten und jedes Stück Lametta müssen herunter. Bäume mit Schmuck bleiben oft stehen, weil sie nicht verwertet werden können.
  3. Ständer und Nägel entfernen. Kein Christbaumständer, kein Holzkreuz mit Nägeln, kein Topf.
  4. Netz oder Sack abnehmen. Die Kunststoffnetze vom Kauf und Transportsäcke gehören nicht an den Baum. Ob ein Baum im Sack angenommen wird, regelt die Kommune; meist nicht.
  5. Rechtzeitig und ordentlich hinstellen. Am Vorabend oder frühmorgens am Abholtag an den Straßenrand legen, so dass Gehweg und Einfahrten frei bleiben. Sehr große Bäume müssen in manchen Orten auf eine Höchstlänge gekürzt werden.

Für den Weg durchs Treppenhaus hilft ein Weihnachtsbaum-Entsorgungssack, der die Nadeln festhält. Er wird vor dem Hinausstellen wieder abgenommen.

Warum kein Lametta am Baum bleiben darf

Die abgeholten Bäume werden gehäckselt und kompostiert oder in Biomasseanlagen zur Energiegewinnung genutzt. Lametta, Draht, Haken und Kunstschnee stören dabei: Sie landen im Kompost, verschmutzen Maschinen oder müssen mühsam aussortiert werden. Früher bestand Lametta zum Teil aus Blei, heute meist aus Kunststofffolie mit Metallbeschichtung – verwerten lässt sich beides nicht. Einzelne Fäden, die sich nicht herauszupfen lassen, sind ärgerlich; ein Baum voller Lametta gehört deshalb nicht zur Grünschnittsammlung.

Termin verpasst: Sammelstellen, Wertstoffhof, Biotonne

Wer die Abholung verpasst, hat mehrere Wege. Viele Kommunen richten im Januar zusätzlich Sammelplätze ein, an denen Bäume mehrere Tage lang abgelegt werden können. Der Wertstoffhof und Grünschnitt-Sammelstellen nehmen Weihnachtsbäume das ganze Jahr als Grünschnitt an, oft kostenlos, teils gegen eine kleine Gebühr. In manchen Orten sammeln Vereine wie Jugendfeuerwehr oder Pfadfinder die Bäume gegen eine Spende ein; dafür wird meist auf Plakaten oder im Gemeindeblatt geworben.

In die Biotonne gehört ein ganzer Baum nicht. Zersägt oder mit der Astschere zerkleinert dürfen Zweige und Stammstücke in vielen Kommunen hinein, solange der Deckel schließt und keine Holzstücke über eine bestimmte Dicke dabei sind. Manche Kommunen erlauben das ausdrücklich nicht, weil dicke Stammstücke in der Kompostierung schlecht verrotten. Das steht in der Abfallsatzung. Mehr zu Gartenabfällen unter Grünschnitt entsorgen.

Im eigenen Garten: kompostieren ja, verbrennen nein

Einen Weihnachtsbaum im Garten zu verbrennen, ist in den meisten Gemeinden verboten und außerdem gefährlich. Ein ausgetrockneter Nadelbaum brennt innerhalb von Sekunden lichterloh, mit hoher Flamme und Funkenflug. Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist in Deutschland grundsätzlich nur in Ausnahmen erlaubt, die Länder und Kommunen festlegen. Auch im Kamin oder Kaminofen hat der Baum nichts zu suchen: Das frische, harzreiche Holz verrußt Scheibe und Schornstein, und Nadeln können aufflammen.

Kompostieren ist dagegen erlaubt. Die Nadeln verrotten langsam, deshalb sollten Sie Zweige kleinschneiden und nur nach und nach unter anderes Material mischen. Die abgeschnittenen Zweige eignen sich auch als Winterschutz: Über empfindliche Stauden oder Rosen gelegt, halten sie Frost und Wintersonne ab. Den Stamm können Sie trocknen lassen und im nächsten Winter in kleinen Mengen als Anzündholz nehmen, wenn er gut durchgetrocknet ist.

Weihnachtsbaum im Topf und künstliche Bäume

Ein Baum mit Wurzelballen im Topf überlebt die Wochen im warmen Wohnzimmer oft nicht, besonders wenn der Ballen beim Fällen stark beschnitten wurde. Wer es versuchen will, gewöhnt ihn nach dem Fest einige Tage in einem kühlen, hellen Raum an niedrige Temperaturen und pflanzt ihn bei frostfreiem Boden aus. Geht er ein, wird er wie ein Schnittbaum entsorgt; der Topf aus Kunststoff kommt in den Restmüll.

Künstliche Weihnachtsbäume sind keine Verpackung und gehören nicht in den Gelben Sack. Ein großer Baum geht zum Sperrmüll, ein kleiner in den Restmüll. Hat der Baum fest eingebaute Lichterketten oder ein Netzteil, zählt er als Elektrogerät und kommt zum Elektroschrott. Einzelne Lichterketten gehören ebenfalls dorthin, siehe Elektroschrott entsorgen. Ein funktionierender Kunstbaum lässt sich gut verschenken, Kitas und Seniorenheime freuen sich oft darüber.

Kosten

Die Abholung im Januar ist in den meisten Kommunen in der Müllgebühr enthalten. Am Wertstoffhof kostet ein einzelner Baum häufig nichts oder eine kleine Gebühr. Sammelaktionen von Vereinen bitten meist um eine Spende. Genaue Angaben stehen in der Gebührensatzung Ihrer Kommune.

Typische Fehler

  • Baum mit Schmuck hinausstellen. Er bleibt liegen oder muss teuer nachsortiert werden.
  • Den Baum irgendwann irgendwo ablegen. Außerhalb der Termine und Sammelplätze gilt das als illegale Ablagerung; das Bußgeld hängt vom Bundesland ab.
  • Ganzer Baum in die Biotonne gequetscht. Der Deckel schließt nicht, die Tonne wird nicht geleert.
  • Verbrennen im Garten oder Kamin. Brandgefahr und meist verboten.

Häufige Fragen

Wann wird der Weihnachtsbaum abgeholt?

In den meisten Kommunen an ein oder zwei festen Terminen in den ersten Januarwochen, oft nach dem 6. Januar. Die genauen Tage stehen im Abfallkalender oder in der Abfall-App.

Wie mache ich den Weihnachtsbaum länger haltbar?

Kaufen Sie den Baum möglichst frisch, lagern Sie ihn bis zum Aufstellen kühl und schattig, sägen Sie vor dem Aufstellen eine dünne Scheibe vom Stamm ab und stellen Sie ihn in einen Ständer mit Wasserbehälter. Füllen Sie täglich Wasser nach und halten Sie Abstand zur Heizung. So nadelt er deutlich später.

Darf ich den Weihnachtsbaum in die Biotonne werfen?

Nur zerkleinert und nur, wenn Ihre Kommune es erlaubt. Ein ganzer Baum passt nicht hinein, und dicke Stammstücke sind in vielen Orten ausgeschlossen.

Nehmen Zoos oder Tierparks Weihnachtsbäume an?

Meist nicht von Privatleuten. Tiere dürfen nur ungespritzte Bäume ohne Rückstände von Lametta, Kunstschnee oder Haken bekommen. Deshalb verfüttern Zoos, wenn überhaupt, unverkaufte Bäume direkt vom Händler. Fragen Sie vorher nach, statt einen Baum vor dem Tor abzulegen.

Wie entsorge ich Tannennadeln aus der Wohnung?

Kleine Mengen Nadeln aus dem Staubsauger oder vom Kehrblech gehen in den Restmüll oder in die Biotonne. Beim Saugen hilft eine Bodendüse ohne Bürste, damit sich die Nadeln nicht verhaken.