Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Acrylfarbe entsorgen: Reste, Tuben und Pinselwasser

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Flaschen mit Acrylfarbe neben Buntstiften und Malkasten
Eingetrocknete Acrylfarbe darf in den Restmüll – flüssige Reste nie in den Ausguss
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört Acrylfarbe?
  2. Flüssig oder eingetrocknet: der entscheidende Unterschied
  3. Kleine Reste eintrocknen lassen
  4. Tuben, Flaschen und Paletten
  5. Pinselwasser richtig entsorgen
  6. Weitergeben statt wegwerfen
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen
Anzeige

Bei Acrylfarbe kommt es auf einen einzigen Unterschied an: Flüssige Farbe gehört zur Schadstoffsammlung, eingetrocknete Farbe in den Restmüll. Kleine Reste in Tuben, Näpfchen oder Paletten lassen Sie deshalb einfach durchtrocknen. In den Ausguss gehört Acrylfarbe nicht, auch nicht in Form von stark gefärbtem Pinselwasser.

Wohin gehört Acrylfarbe?

Die Tabelle zeigt den Regelfall in Deutschland. Verbindlich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; die Abfall-App oder die Abfallberatung sagt Ihnen, was bei Ihnen gilt.

ZustandRichtiger Weg
Flüssige Reste in Flaschen, Gläsern, Tubenaufbrauchen, verschenken oder zur Schadstoffsammlung
Kleine Reste auf Palette, im Becher, in der Tubeeintrocknen lassen, dann Restmüll
Vollständig eingetrocknete FarbeRestmüll
Restentleerte Kunststoffflasche, Becher, DeckelGelber Sack
Tube mit eingetrockneter FarbeRestmüll
Pinselwasserabsetzen lassen, Bodensatz eintrocknen, Restmüll
Acryl-Sprühfarbewie Spraydosen: leer Gelber Sack, mit Inhalt Schadstoffsammlung
Acryl-Pouring-Reste mit Silikonöl, Malmittel, Firnisflüssig zur Schadstoffsammlung, getrocknet Restmüll

Gemeint ist hier vor allem Acrylfarbe zum Malen und Basteln, in Tuben, Flaschen und kleinen Töpfchen. Für Wandfarbe aus dem Eimer, auch wenn sie „Acryl“ heißt, und für Lacke gilt Farbe entsorgen.

Flüssig oder eingetrocknet: der entscheidende Unterschied

Acrylfarbe besteht aus Farbpigmenten und einem Bindemittel aus Kunststoff, das in Wasser fein verteilt ist. Solange die Farbe flüssig ist, lässt sie sich mit Wasser verdünnen und abwaschen. Verdunstet das Wasser, verbinden sich die Kunststoffteilchen zu einem festen, wasserfesten Film. Eingetrocknete Acrylfarbe ist damit ein fester Kunststoff und gehört in den Restmüll, wo sie verbrannt wird.

Flüssige Farbe dagegen gehört weder in den Ausguss noch lose in die Tonne. Im Abwasser landen Kunststoffbindemittel und Pigmente, die dort nichts zu suchen haben; Abwassersatzungen schließen Farbreste deshalb in der Regel aus. In der Tonne läuft flüssige Farbe aus, verklebt den Behälter und verschmutzt die Müllabfuhr. Größere flüssige Mengen bringen Sie deshalb zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme am Wertstoffhof. Haushaltsübliche Mengen nehmen viele Kommunen dort ohne Gebühr an.

Künstler-Acrylfarben enthalten teilweise Pigmente auf Basis von Schwermetallen, etwa Cadmium- oder Kobaltpigmente; der Name steht dann meist auf dem Etikett. Solche Farben gehören flüssig erst recht zur Schadstoffsammlung und nicht ins Abwasser. Eingetrocknet sind sie im Restmüll richtig.

Kleine Reste eintrocknen lassen

Bei Bastelresten müssen Sie nicht für jede halbe Tube zum Schadstoffmobil fahren. Kleine Mengen trocknen Sie einfach ein:

  1. Deckel abnehmen. Flaschen und Töpfchen offen an einen gut belüfteten Ort stellen, außer Reichweite von Kindern und Haustieren.
  2. Dünn verteilen. Etwas mehr Farbe streichen Sie dünn auf altes Zeitungspapier oder Karton. Eine dicke Schicht trocknet innen sehr langsam.
  3. Abwarten. Die Farbe ist fertig, wenn sie fest und nicht mehr klebrig ist und sich nicht mehr eindrücken lässt.
  4. In den Restmüll. Die eingetrocknete Farbe kommt mit Papier, Tube oder Flasche in den Restmüll.

Bei mehr als ein paar kleinen Flaschen oder einem halb vollen Glas dauert das Eintrocknen lange. Dann ist die Schadstoffsammlung der einfachere Weg.

Tuben, Flaschen und Paletten

Tuben aus Aluminium oder Kunststoff lassen sich nicht restlos leeren. Mit eingetrockneten Resten gehören sie in den Restmüll. Kunststoffflaschen und Becher, aus denen Sie die Farbe vollständig herausbekommen haben, sind Verpackungen und gehören in den Gelben Sack; „löffelrein“ genügt, ausspülen müssen Sie nicht. Ist darin noch flüssige Farbe, behandeln Sie die Flasche wie flüssige Farbe.

Eingetrocknete Farbe auf Kunststoffpaletten lässt sich oft abziehen, wenn Sie die Palette kurz in warmes Wasser legen oder biegen. Die abgezogenen Farbhäute gehören in den Restmüll. Einwegpaletten aus beschichtetem Papier kommen samt Farbe in den Restmüll.

Pinselwasser richtig entsorgen

Das Wasser, in dem Sie Pinsel auswaschen, enthält Pigmente und Bindemittel. Ein bisschen leicht getrübtes Wasser ist kein Problem, stark gefärbtes Malwasser aber nicht für den Ausguss gedacht. Besser ist ein Zwei-Gläser-System:

  1. Pinsel zuerst abstreifen. Überschüssige Farbe mit Küchenpapier oder einem alten Lappen abwischen. Das Papier trocknet und kommt in den Restmüll.
  2. Malwasser sammeln. Das gebrauchte Wasser in einem Glas mit Deckel aufbewahren, statt es nach jeder Sitzung wegzukippen.
  3. Absetzen lassen. Nach einigen Tagen sinken die Farbteilchen auf den Boden; oben steht fast klares Wasser.
  4. Klares Wasser weiterverwenden. Gießen Sie es vorsichtig ab und nehmen Sie es als neues Malwasser.
  5. Bodensatz eintrocknen lassen. Den Schlamm im offenen Glas oder auf Zeitungspapier trocknen lassen und in den Restmüll geben.

Ein Pinselwaschglas mit Sieb erleichtert das Auswaschen, weil die Borsten am Sieb gereinigt werden und der Satz darunter liegen bleibt. Ob Sie den abgesetzten, klaren Rest in den Ausguss gießen dürfen, regelt die Abwassersatzung Ihrer Stadt; im Zweifel fragen Sie beim Abwasserbetrieb nach.

Weitergeben statt wegwerfen

Angebrochene Acrylfarben, die noch streichfähig sind, sind für andere oft nützlich. Kitas, Schulen, Jugendzentren, Malgruppen und Bastelkreise nehmen sie gern, ebenso Nachbarn mit Kindern. Etwas angedickte Farbe lässt sich häufig mit wenig Wasser oder Malmittel wieder geschmeidig machen. Vor dem Verschenken: Deckel fest verschließen und das Etikett lesbar lassen.

Typische Fehler

  • Flüssige Farbreste in den Ausguss oder die Toilette kippen. Farbe gehört nicht ins Abwasser und kann Rohre verkleben.
  • Halb volle Flaschen in die Restmülltonne werfen. Sie platzen beim Pressen im Müllwagen auf.
  • Dicke Farbschichten zum Trocknen in einen Becher füllen. Innen bleibt die Farbe wochenlang flüssig.
  • Pinsel unter fließendem Wasser auswaschen, ohne sie vorher abzustreifen.
  • Lösemittel zum Pinselreinigen nehmen. Bei Acrylfarbe genügen Wasser und Seife, solange die Farbe noch nicht getrocknet ist. Eingetrocknete Pinsel sind meist verloren; Lösemittel gehören ohnehin zur Schadstoffsammlung, siehe Lösungsmittel entsorgen.

Bemalte Leinwände mit getrockneter Farbe gehören in den Restmüll; wie Sie große Keilrahmen zerlegen, steht unter Leinwand entsorgen.

Häufige Fragen

Darf Acrylfarbe in den Restmüll?

Eingetrocknet ja, flüssig nein. Lassen Sie kleine Reste offen eintrocknen und geben Sie sie dann mit Tube oder Flasche in den Restmüll. Größere flüssige Mengen gehören zur Schadstoffsammlung.

Darf man Acrylfarbe in den Abfluss kippen?

Nein. Flüssige Farbe enthält Kunststoffbindemittel und Pigmente, die nicht ins Abwasser gehören. Auch stark gefärbtes Pinselwasser sollten Sie absetzen lassen und den Bodensatz eingetrocknet in den Restmüll geben.

Ist Acrylfarbe Sondermüll?

Flüssige Acrylfarbe wird in vielen Kommunen über die Schadstoffsammlung angenommen. Vollständig eingetrocknet ist sie kein Schadstoff mehr, sondern Restmüll.

Wohin mit leeren Acrylfarben-Tuben?

Tuben mit eingetrockneten Resten in den Restmüll. Vollständig entleerte Kunststoffflaschen und Becher sind Verpackungen und gehören in den Gelben Sack.

Was mache ich mit eingetrockneter Acrylfarbe im Glas?

Ist sie durch und durch fest, kommt das Glas samt Farbe in den Restmüll; ins Altglas darf es mit Farbresten nicht. Ist die Farbe innen noch flüssig, lassen Sie sie offen weiter trocknen oder bringen sie zur Schadstoffsammlung.

Anzeige
Anzeige