Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Biotonne: was darf rein und was auf keinen Fall?

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Haufen aus Gemüse- und Pflanzenresten
Küchen- und Gartenabfälle gehören in die Biotonne, Plastiktüten nicht
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wohin gehört was? Biotonne oder nicht
  2. Plastik ist der größte Störstoff
  3. Was aus dem Bioabfall wird
  4. In der Küche vorsortieren
  5. Die Biotonne im Winter
  6. Gekochte Reste, Fleisch und Knochen
  7. Gartenabfälle: was die Biotonne verträgt
  8. Maden und Geruch in der Biotonne
  9. Keine Biotonne: wohin mit dem Bioabfall?
  10. Häufige Fragen

In die Biotonne gehören Küchen- und Gartenabfälle, also alles, was verrottet: Schalen, Gemüsereste, Kaffeesatz, Eierschalen, welke Blumen, Laub und Rasenschnitt. Nicht hinein gehören Plastik in jeder Form, Windeln, Katzenstreu, Asche und Staubsaugerbeutel. Bei gekochten Resten, Fleisch und Knochen entscheidet die Kommune; im Zweifel steht die Antwort im Abfallkalender.

Wohin gehört was? Biotonne oder nicht

Gehört in die BiotonneGehört nicht hinein
Obst- und Gemüsereste, auch Schalen von Zitrusfrüchten und BananenPlastiktüten, auch „kompostierbare“ Tüten (außer Ihre Kommune erlaubt sie)
Kaffeesatz, Kaffeefilter, Teebeutel und TeeblätterKaffeekapseln, Tee-Pads mit Kunststoff
Eierschalen, Nussschalen, Brot- und BackwarenresteWindeln, Hygieneartikel, Taschentücher in großer Menge
Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen (je nach Kommune)Katzenstreu, Kleintierstreu mit mineralischem Anteil, Hundekot
Schnittblumen, Topfpflanzen ohne Topf, Blumenerde in kleinen MengenAsche, Grillkohle, Zigarettenkippen
Laub, Rasenschnitt, Heckenschnitt in haushaltsüblicher MengeStaubsaugerbeutel, Kehricht, Steine, Sand
Küchenpapier und Zeitungspapier zum EinwickelnVerpackungen mit Lebensmittelresten, Glas, Metall

Die Tabelle zeigt den Regelfall in Deutschland. In Bayern, NRW, Hessen oder Baden-Württemberg gibt es kein landesweit eigenes Biotonnen-Recht; was erlaubt ist, entscheidet die Stadt oder der Landkreis. Auch in Österreich regelt das jede Gemeinde bzw. jeder Abfallverband selbst. Maßgeblich ist deshalb immer der Abfallkalender oder das Abfall-ABC vor Ort.

Plastik ist der größte Störstoff

Bioabfall wird kompostiert oder in Vergärungsanlagen zu Biogas und Kompost verarbeitet. Plastik zerfällt dabei nicht, sondern wird zu kleinen Schnipseln, die im Kompost und damit auf Feldern und in Gärten landen. Deshalb gelten seit Mai 2025 strengere Grenzwerte für Fremdstoffe im Bioabfall, und viele Kommunen kontrollieren die Tonnen: Eine Biotonne mit sichtbarem Plastik kann stehen bleiben, teils mit einer roten Karte oder einer Nachgebühr.

Tüten mit der Aufschrift „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ sind kein sicherer Ausweg. Sie zersetzen sich unter Normbedingungen, aber die Anlagen arbeiten oft schneller, und die Sortiertechnik kann sie nicht von normalem Plastik unterscheiden. Viele Kommunen verbieten sie deshalb. Verwenden Sie besser Zeitungspapier, Papiertüten oder gar nichts: Der Vorsortierbehälter in der Küche lässt sich auch ohne Tüte ausleeren und abspülen.

Was aus dem Bioabfall wird

Der Inhalt der Biotonne geht je nach Region in eine Kompostieranlage oder in eine Vergärungsanlage. In der Kompostierung setzen Mikroorganismen das Material über mehrere Wochen um, dabei wird es heiß genug, um Unkrautsamen und Krankheitserreger abzutöten. In einer Vergärungsanlage entsteht zuerst Biogas, das Strom und Wärme liefert, der Rest wird anschließend zu Kompost. Dieser Kompost wird in der Landwirtschaft, im Gartenbau und von Privatleuten genutzt, viele Wertstoffhöfe geben ihn günstig oder kostenlos ab. Genau deshalb ist jedes Stück Plastik so ärgerlich: Es landet am Ende auf dem Acker, von dem unser Gemüse kommt.

In der Küche vorsortieren

Bioabfall entsteht vor allem beim Kochen, und dort entscheidet sich, ob die Trennung klappt. Ein kleiner Vorsortierbehälter mit Deckel, etwa drei bis acht Liter groß, reicht für die meisten Haushalte. Ein Behälter mit Lüftungsschlitzen und Papiertüte lässt Feuchtigkeit verdunsten, dann riecht es weniger und schimmelt langsamer. Leeren Sie ihn alle zwei bis drei Tage, im Sommer öfter, und spülen Sie ihn danach kurz aus. Wer auf der Arbeitsfläche keinen Platz hat, stellt den Behälter in den Spülenunterschrank oder nutzt ein Fach im Mülltrennsystem. Für den Einsatz ohne Plastik gibt es Papiertüten für den Biomüll, die mit dem Inhalt in die Tonne dürfen, sofern Ihre Kommune Papiertüten zulässt; das tun die allermeisten.

Die Biotonne im Winter

Bei Frost frieren feuchte Abfälle an Boden und Wänden fest, und die Müllabfuhr bekommt die Tonne nicht leer. Legen Sie im Winter mehr Zeitungspapier oder zerknüllte Eierkartons auf den Boden, wickeln Sie nasse Abfälle ein und lassen Sie Küchenabfälle kurz abtropfen, bevor sie in die Tonne kommen. Wenn möglich, stellen Sie die Tonne an einen geschützten Platz, etwa an die Hauswand oder in die Garage, und schieben sie erst am Abfuhrtag hinaus. Festgefrorenes lösen Sie vor der Leerung vorsichtig mit einem Spaten vom Rand, ohne die Tonne zu beschädigen.

Gekochte Reste, Fleisch und Knochen

Hier gehen die Regeln am weitesten auseinander. Manche Kommunen erlauben alle Speisereste einschließlich Fleisch, Fisch, Knochen und Milchprodukten, weil ihre Anlagen damit umgehen können. Andere schließen tierische Reste aus, weil sie Ratten anlocken oder die Anlage darauf nicht ausgelegt ist. Flüssigkeiten wie Suppen oder Soßen gehören nicht in größeren Mengen hinein, und Speiseöl nie. Wer Fleischreste in die Biotonne geben darf, wickelt sie am besten in Zeitungspapier. Verdorbene Lebensmittel dürfen ohne Verpackung in die Biotonne; mehr dazu unter Verschimmelte Lebensmittel entsorgen.

Gartenabfälle: was die Biotonne verträgt

Laub, Rasenschnitt, verblühte Pflanzen und kleinere Mengen Heckenschnitt passen in die Biotonne. Dicke Äste, Wurzelstöcke und große Mengen überfordern sie; dafür gibt es Grünschnitt-Sammelplätze, den Wertstoffhof oder eine Grünschnittabfuhr. Rasenschnitt füllen Sie am besten angewelkt und locker ein, frisch und in dicken Schichten wird er matschig und fault. Unkraut mit Samenständen oder Wurzelunkräuter gehören eher in die Biotonne als auf den eigenen Kompost, weil die Anlagen heißer arbeiten. Mehr unter Rasenschnitt entsorgen und Laub entsorgen.

Maden und Geruch in der Biotonne

Im Sommer legen Fliegen ihre Eier in feuchte Bioabfälle, und nach wenigen Tagen krabbeln Maden unter dem Deckel. Vorbeugen ist einfacher als bekämpfen.

  1. Trocken halten. Den Boden der Tonne mit Zeitungspapier oder Eierkartons auslegen, feuchte Abfälle in Zeitungspapier wickeln.
  2. Schattig stellen. Hitze beschleunigt Fäulnis und Madenentwicklung; ein Platz im Schatten hilft deutlich.
  3. Deckel geschlossen halten. Fliegen finden jede Lücke; ein überfüllter Deckel ist eine Einladung.
  4. Fleisch- und Fischreste gut einwickeln oder, wenn möglich, erst kurz vor der Leerung einfüllen.
  5. Nach der Leerung ausspülen. Mit Wasser und etwas Essig oder Schmierseife reinigen und trocknen lassen.

Sind schon Maden da, hilft trockenes Material, etwa Gesteinsmehl, Kalk oder ungiftige Streumittel aus dem Gartenhandel, das die Feuchtigkeit bindet. Wer Hausmittel ausprobieren will, findet sie unter Maden in der Biotonne. Insektengift gehört nicht in die Biotonne, weil es in den Kompost gelangt. Hartnäckigen Geruch im Behälter selbst beseitigt eine gründliche Reinigung; Hinweise dazu stehen unter Mülleimer reinigen.

Keine Biotonne: wohin mit dem Bioabfall?

Seit 2015 müssen Bioabfälle in Deutschland getrennt gesammelt werden. Trotzdem hat nicht jeder Haushalt eine Biotonne. Häufig liegt das daran, dass sich der Haushalt wegen Eigenkompostierung befreien ließ; dann gehört der Bioabfall auf den eigenen Kompost. In einigen Orten gibt es statt der Tonne Sammelcontainer oder Abgabestellen, etwa am Wertstoffhof. Wer in einem Mehrfamilienhaus ohne Biotonne wohnt, fragt am besten die Hausverwaltung, ob eine bestellt werden kann. Nur wenn es gar keine Möglichkeit gibt, gehört Bioabfall in den Restmüll. Auf dem Balkon lässt sich auch mit einem Wurmkomposter arbeiten, der Küchenabfälle in Humus verwandelt.

Häufige Fragen

Dürfen Zitrusschalen und Bananenschalen in die Biotonne?

Ja. In Kompostieranlagen zersetzen sie sich problemlos. Für den eigenen Kompost gelten sie in großen Mengen als langsam, für die Biotonne spielt das keine Rolle.

Dürfen Teebeutel und Kaffeefilter in die Biotonne?

Kaffeefilter aus Papier samt Kaffeesatz ja, ebenso lose Teeblätter und normale Teebeutel aus Papier; die kleine Metallklammer und der Faden stören in dieser Menge nicht. Pyramidenbeutel aus Kunststoffgewebe und Kaffeepads mit Kunststoffanteil gehören dagegen in den Restmüll, Kapseln in den Gelben Sack.

Was hilft gegen Geruch aus der Biotonne?

Vor allem Trockenheit und häufiges Leeren. Zeitungspapier bindet Feuchtigkeit, ein Platz im Schatten bremst die Fäulnis, und eine ausgespülte, trockene Tonne riecht deutlich weniger. Duftsprays oder Parfüm ändern an der Ursache nichts.

Darf Küchenrolle in die Biotonne?

In den meisten Kommunen ja, solange sie nur mit Lebensmitteln, Wasser oder Fett in kleinen Mengen verschmutzt ist. Mit Reinigungsmitteln oder Chemikalien getränktes Papier gehört in den Restmüll.

Was hilft gegen Maden in der Biotonne?

Trockenheit, Schatten und ein dicht geschlossener Deckel. Legen Sie Zeitungspapier ein, wickeln Sie feuchte Reste ein und spülen Sie die Tonne nach der Leerung aus. Bei starkem Befall hilft ein Streumittel, das Feuchtigkeit bindet.

Warum bleibt meine Biotonne stehen?

Meist wegen Fremdstoffen, vor allem Plastiktüten. Viele Kommunen kontrollieren inzwischen stichprobenartig oder mit Detektoren am Müllwagen. Sortieren Sie die Störstoffe aus; die Tonne wird dann bei der nächsten Leerung wieder mitgenommen.

Dürfen Katzenstreu und Hundekot in die Biotonne?

In der Regel nicht. Mineralische Streu verrottet nicht, und Tierkot kann Krankheitserreger enthalten. Beides gehört in den Restmüll; mehr unter Katzenstreu entsorgen. Eine Übersicht über alle Tonnen finden Sie unter Müll richtig trennen.