Akten und Kontoauszüge sicher entsorgen

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Alte Akten und Kontoauszüge dürfen ins Altpapier, aber erst, wenn persönliche Daten nicht mehr lesbar sind. Alles mit Name, Anschrift, Kontonummer, Geburtsdatum, Unterschrift oder Gesundheitsangaben gehört vorher in einen Aktenvernichter mit Partikelschnitt; verbreitet empfohlen wird mindestens die Sicherheitsstufe P-4. Große Mengen übernehmen Aktenvernichtungsdienste, die Ordner selbst trennen Sie in Pappe und Metall.
Wohin gehören alte Akten?
Wie Altpapier, Restmüll und Altmetall bei Ihnen gesammelt werden, regelt die Abfallsatzung Ihrer Kommune; die Abfallberatung oder Abfall-App gibt Auskunft. Der Regelfall in Deutschland:
| Was | Richtiger Weg |
| Papier ohne persönliche Daten | Altpapier, ohne Zerkleinern |
| Kontoauszüge, Verträge, Arztbriefe, Steuerunterlagen | Aktenvernichter, danach Altpapier |
| Große Mengen vertraulicher Unterlagen | Aktenvernichtungsdienst oder Datenschutztonne |
| Kassenbons und Auszüge auf Thermopapier | Restmüll, bei Daten vorher zerkleinern |
| Leerer Aktenordner aus Pappe | Mechanik abschrauben: Pappe ins Altpapier, Mechanik zum Altmetall oder Restmüll |
| Ordner aus Kunststoff, Klarsichthüllen | Restmüll, wo vorhanden Wertstofftonne |
Bevor Sie etwas wegwerfen, prüfen Sie, ob es nicht noch aufbewahrt werden sollte. Welche Unterlagen Privatleute wie lange behalten, steht im Beitrag Unterlagen aufbewahren.
Was muss geschreddert werden?
Faustregel: Alles, womit jemand in Ihrem Namen etwas anfangen könnte. Dazu gehören Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen, Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide, Verträge, Rechnungen mit Kunden- oder Vertragsnummer, Arztbriefe und Befunde, Versicherungsunterlagen, Kopien von Ausweisen und alles mit Ihrer Unterschrift. Auch Briefumschläge mit Adressfenster und Adressaufkleber auf Zeitschriften verraten mehr, als man denkt.
Werbung ohne persönliche Anrede, Zeitungen, Prospekte und unbeschriebenes Papier dürfen direkt ins Altpapier. Nur die Seite mit der Adresse abzureißen und zu zerkleinern genügt dort.
Sicherheitsstufen nach DIN 66399
Die Norm DIN 66399 teilt Aktenvernichter in sieben Sicherheitsstufen ein, von P-1 bis P-7. Je höher die Stufe, desto kleiner die Schnipsel.
| P-1 bis P-2 | Streifenschnitt; für allgemeines Schriftgut, lässt sich mit Geduld wieder zusammensetzen |
| P-3 | Schmale Streifen oder Partikel; für vertrauliche Unterlagen ohne besonders sensible Daten |
| P-4 | Partikelschnitt; verbreitet empfohlen für Unterlagen mit persönlichen Daten |
| P-5 bis P-7 | Sehr feine Partikel; für Behörden, Firmen und streng geheime Unterlagen |
Für den Haushalt ist P-4 ein guter Maßstab: Die Partikel sind klein genug, dass niemand einen Kontoauszug wieder zusammenpuzzelt, und die Geräte sind bezahlbar. Achten Sie beim Kauf auf die Blattzahl je Durchgang, die Größe des Auffangbehälters und darauf, ob das Gerät Heftklammern und Kreditkarten verträgt. Günstige Geräte brauchen nach einigen Minuten Dauerbetrieb eine Pause, um nicht zu überhitzen.
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So entsorgen Sie Akten Schritt für Schritt
- Aussortieren. Trennen Sie, was bleibt, was ohne Bedenken ins Altpapier darf und was vernichtet werden muss.
- Ordner leeren. Nehmen Sie die Blätter heraus und entfernen Sie Klarsichthüllen, Plastikregister und Büroklammern. Heftklammern stören Sortieranlagen nicht, manchen Aktenvernichtern aber schon.
- Schreddern. Geben Sie nur so viele Blätter auf einmal hinein, wie das Gerät laut Hersteller verträgt, und lassen Sie es zwischendurch abkühlen.
- Schnipsel verpacken. Füllen Sie das Zerkleinerte in eine Papiertüte oder einen Karton, damit die Partikel beim Leeren der Tonne nicht davonfliegen, und geben Sie ihn ins Altpapier.
- Ordner zerlegen. Hebelmechaniken sind meist genietet oder verschraubt; mit einem Schraubendreher lassen sie sich oft abhebeln. Ausführlich geht es darum unter Aktenordner entsorgen.
Große Mengen: Aktenvernichtungsdienst
Nach einer Haushaltsauflösung, bei Kartons voller Unterlagen aus Jahrzehnten oder wenn Sie früher selbstständig waren, stößt ein Heimgerät schnell an seine Grenzen. Dann lohnt ein Aktenvernichtungsdienst. Er holt verschlossene Behälter ab oder nimmt Kartons an, vernichtet sie nach DIN 66399 und stellt einen Vernichtungsnachweis aus. Abgerechnet wird meist nach Gewicht oder Behälter. Manche Wertstoffhöfe und Entsorger bieten ebenfalls eine Annahme für vertrauliche Akten an; fragen Sie dort nach.
Was Sie lieber lassen
Akten im Kamin, im Ofen oder in einer Feuertonne im Garten zu verbrennen ist verboten und keine gute Idee: Druckfarben, beschichtetes Papier und Kunststoffteile setzen Schadstoffe frei, große Mengen Papier verbrennen zudem schlecht und fliegen halb verkohlt davon. Auch Zerreißen von Hand ist bei Kontoauszügen zu wenig; ein paar große Stücke sind schnell wieder zusammengelegt. Für einzelne Blätter geht notfalls eine Schere, die kreuz und quer in schmale Streifen schneidet.
Digitale Kontoauszüge und Dateien
Wer Kontoauszüge als PDF speichert, entsorgt sie nicht mit dem Papierkorb am Rechner allein. Gelöschte Dateien lassen sich oft wiederherstellen, solange der Speicherplatz nicht überschrieben ist. Bevor ein alter Rechner oder eine Festplatte das Haus verlässt, müssen die Daten sicher gelöscht werden; wie, steht unter Laptop entsorgen.
Typische Fehler
- Ganze Ordner ins Altpapier. Metallmechanik und Kunststoffhüllen stören das Recycling; erst zerlegen.
- Kontoauszüge nur einmal durchreißen. Große Stücke sind schnell wieder zusammengelegt.
- Zu früh vernichten. Belege für Gewährleistung, Steuer oder Handwerkerleistungen braucht man manchmal länger als gedacht.
- Den Aktenvernichter überfüllen. Zu viele Blätter auf einmal blockieren das Schneidwerk, ein voller Auffangbehälter staut das Papier zurück.
- Kinder und Haustiere in der Nähe. Ein laufender Aktenvernichter zieht auch Haare, Krawatten, Schmuckketten oder Finger ein; die meisten Geräte haben eine Sicherung, aufpassen müssen Sie trotzdem.
Häufige Fragen
Wie entsorge ich leere Aktenordner?
Schrauben oder hebeln Sie die Metallmechanik ab. Der Pappkörper ohne Kunststoffüberzug kommt ins Altpapier, die Mechanik zum Altmetall am Wertstoffhof oder in den Restmüll. Kunststoffordner und Ordner mit Folienüberzug gehören meist in den Restmüll. Gut erhaltene Ordner nehmen Schulen, Vereine oder Nachbarn oft gern.
Darf ich Kontoauszüge einfach ins Altpapier werfen?
Nicht unzerkleinert. Kontoauszüge verraten Namen, Kontonummer, Arbeitgeber und Lebensgewohnheiten. Schreddern Sie sie mit einem Partikelschnitt-Gerät, dann dürfen die Schnipsel ins Altpapier.
Reicht ein Aktenvernichter mit Streifenschnitt?
Für Werbung und allgemeine Schreiben ja, für Unterlagen mit persönlichen Daten eher nicht. Streifen lassen sich wieder zusammensetzen. Verbreitet empfohlen wird für private Unterlagen mindestens P-4 mit Partikelschnitt.
Gehören geschredderte Papierschnipsel wirklich ins Altpapier?
Ja, in der Regel schon. Packen Sie sie in eine Papiertüte, damit sie nicht verwehen. Manche Kommunen bitten darum, sehr feine Schnipsel in den Restmüll zu geben; das steht dann in der Abfall-App.
Was kostet ein Aktenvernichtungsdienst?
Das hängt von Menge, Abholung und Region ab; abgerechnet wird meist nach Kilogramm oder Behälter. Für einige Kartons aus einem Haushalt bleibt es in der Regel bei einem überschaubaren Betrag. Holen Sie zwei, drei Angebote ein und achten Sie auf den Vernichtungsnachweis.
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