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Grünschnitt und Heckenschnitt entsorgen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Frau schneidet eine Hecke, darunter liegt eine Plane für den Schnitt
Eine Plane unter der Hecke spart das Aufsammeln des Grünschnitts
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehört Grünschnitt?
  2. Kleine Mengen: Biotonne und Kompost
  3. Große Mengen: Sammelstelle, Wertstoffhof, Abfuhr
  4. Transport vorbereiten
  5. Selbst verwerten: Häckseln, Mulchen, Totholzhecke
  6. Verbrennen und Abladen: warum beides tabu ist
  7. Kranke Pflanzen und Wurzelunkräuter
  8. Kosten
  9. Häufige Fragen

Grünschnitt entsorgen Sie in kleinen Mengen über die Biotonne, in größeren Mengen an der Grüngutsammelstelle oder am Wertstoffhof Ihrer Kommune. Viele Städte und Landkreise holen Baum- und Heckenschnitt außerdem zu festen Terminen gebündelt ab. Wer Platz hat, häckselt und kompostiert selbst und spart sich die Fahrten. Verbrennen und das Abladen im Wald sind dagegen in aller Regel verboten.

Wohin gehört Grünschnitt?

Zum Grünschnitt zählen Äste, Zweige, Heckenschnitt, Strauchschnitt, verblühte Stauden und Pflanzenreste. Welcher Weg passt, hängt vor allem von der Menge ab.

Menge und ArtRichtiger Weg
Einige Zweige, Staudenreste, VerblühtesBiotonne oder eigener Kompost
Heckenschnitt nach einem RückschnittGrüngutsammelstelle, Wertstoffhof oder Häcksler
Äste und BaumschnittGrünschnittabfuhr (gebündelt) oder Sammelstelle
Große Mengen nach einer RodungContainer oder Gartenbaubetrieb
WurzelstöckeSammelstelle nach Rückfrage, oft eigene Gebühr
Kranke Pflanzen, invasive ArtenNach Vorgabe der Kommune, oft Restmüll

Die Einzelheiten regelt jede Kommune selbst: welche Mengen die Sammelstelle kostenlos annimmt, wie lang Äste für die Abfuhr sein dürfen, ob Wurzeln angenommen werden. Verbindlich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; die Abfallberatung oder die Abfall-App nennt Adressen, Öffnungszeiten und Termine. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Kleine Mengen: Biotonne und Kompost

Für den normalen Gartenalltag reicht die Biotonne. Schneiden Sie Zweige auf etwa Armlänge oder kürzer, damit sie nicht sperren und die Tonne beim Leeren vollständig herausfällt. Der Deckel muss schließen; überstehende Äste bleiben sonst stehen. Dicke Äste gehören nicht hinein, und auch Erde, Steine oder Blumentöpfe haben in der Biotonne nichts zu suchen.

Auf dem eigenen Kompost ist Grünschnitt ein gutes Strukturmaterial. Grob zerkleinerte Zweige lockern den Haufen auf und sorgen dafür, dass Luft an feuchtes Material wie Rasenschnitt kommt. Ganze Äste verrotten dagegen jahrelang nicht. Wie Sie Rasenschnitt und Laub dazugeben, ohne dass der Kompost fault, lesen Sie unter Rasenschnitt entsorgen und Laub entsorgen.

Große Mengen: Sammelstelle, Wertstoffhof, Abfuhr

Nach einem kräftigen Heckenschnitt oder dem Fällen eines Strauchs ist die Biotonne schnell voll. Dann haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Grüngutsammelstelle oder Wertstoffhof. Die meisten Kommunen betreiben Annahmestellen für Grünschnitt. Haushaltsübliche Mengen sind häufig kostenlos, anderswo wird eine kleine Gebühr je Kofferraum- oder Anhängerladung fällig.
  • Grünschnittabfuhr. Viele Städte holen Baum- und Strauchschnitt ein- oder mehrmals im Jahr ab, oft im Frühjahr und Herbst. Meist müssen die Äste gebündelt, mit Naturschnur zusammengebunden und auf eine bestimmte Länge gekürzt werden. Kunststoffsäcke und Draht nimmt die Abfuhr in der Regel nicht mit.
  • Container. Bei Rodungen oder dem Entfernen einer ganzen Hecke ist ein Grünschnittcontainer vom Entsorgungsbetrieb die einfachste Lösung. Achten Sie darauf, dass nur Grünschnitt hineinkommt; Erde, Steine oder Wurzelballen machen die Entsorgung teurer.

In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln – fragen Sie Ihre Gemeinde.

Transport vorbereiten

  1. Sortieren. Grünschnitt von Erde, Steinen, Kunststoff, Draht und Pflanzgefäßen trennen. Die Sammelstellen weisen verunreinigte Ladungen zurück oder berechnen sie als Restmüll.
  2. Kürzen. Lange Äste auf eine handliche Länge schneiden; das spart Platz im Auto und ist für die Abfuhr meist Pflicht.
  3. Bündeln oder einsacken. Für die Abfuhr mit Naturschnur bündeln. Für den eigenen Transport eignen sich wiederverwendbare Gartensäcke, die Sie an der Sammelstelle ausleeren.
  4. Ladung sichern. Planen über dem Anhänger verhindern, dass Zweige auf die Straße fliegen; eine ungesicherte Ladung kann ein Bußgeld kosten.
  5. Öffnungszeiten prüfen. Gerade im Frühjahr sind Sammelstellen samstags voll. Unter der Woche geht es schneller.

Selbst verwerten: Häckseln, Mulchen, Totholzhecke

Grünschnitt ist kein Müll, sondern Material. Ein Gartenhäcksler zerkleinert Zweige zu Häckselgut, das Sie als Mulch unter Sträucher und auf Wege streuen oder dem Kompost zugeben. Für wenige Einsätze im Jahr lohnt es sich, einen Häcksler im Baumarkt oder bei Nachbarn zu leihen; wer regelmäßig viel schneidet, findet unter Gartenhäcksler eine Auswahl. Walzenhäcksler arbeiten leiser als Messerhäcksler und kommen mit frischem, dickerem Holz besser zurecht.

In größeren Gärten lässt sich aus Ästen eine Totholz- oder Benjeshecke aufschichten: zwischen zwei Reihen Pfählen locker gestapelt, bietet sie Igeln, Vögeln und Insekten Unterschlupf und sinkt mit den Jahren langsam zusammen, sodass immer wieder Platz für neuen Schnitt ist. Ein einfacher Reisighaufen in einer ruhigen Ecke erfüllt denselben Zweck.

Grünschnitt ist übrigens etwas anderes als Altholz. Bretter, Zaunlatten oder Paletten gehören nicht in den Grünschnitt; wie Sie sie entsorgen, steht unter Holz entsorgen.

Verbrennen und Abladen: warum beides tabu ist

Gartenabfälle im Garten zu verbrennen ist in den meisten Bundesländern und Gemeinden verboten. Wo Ausnahmen bestehen, etwa in ländlichen Gegenden an bestimmten Tagen, regeln Landesverordnungen oder die Gemeinde die Bedingungen genau; ohne ausdrückliche Erlaubnis gilt: nicht anzünden. Feuchter Grünschnitt verbrennt schlecht, qualmt stark, belästigt Nachbarn und setzt Feinstaub frei. Hinzu kommt die Brandgefahr bei Trockenheit.

Ebenso verboten ist es, Grünschnitt im Wald, am Feldrand, am Bachufer oder auf einer Brachfläche abzuladen. Das gilt als illegale Abfallablagerung und wird mit Bußgeldern geahndet, deren Höhe je nach Bundesland und Menge unterschiedlich ist. Der Schaden ist real: Die Nährstoffe verändern die Pflanzenwelt am Ablageplatz, und mit Gartenabfällen gelangen Zierpflanzen wie Japanischer Staudenknöterich oder Kirschlorbeer in die Natur und verdrängen dort heimische Arten.

Kranke Pflanzen und Wurzelunkräuter

Befallene Pflanzen gehören nicht auf den eigenen Kompost, weil ein Hauskompost selten heiß genug wird, um Krankheitserreger und Schädlinge abzutöten. Buchsbaum mit Befall durch den Buchsbaumzünsler, Pflanzen mit Pilzkrankheiten oder invasive Arten wie Staudenknöterich entsorgen Sie so, wie es Ihre Kommune vorgibt. Viele empfehlen die Biotonne, weil Kompostwerke höhere Temperaturen erreichen; manche verlangen bei bestimmten Schädlingen den Restmüll in verschlossenen Säcken. Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke behandeln Sie ebenso; mehr dazu unter Unkraut entsorgen.

Kosten

Für kleine Mengen entstehen keine zusätzlichen Kosten: Die Biotonne ist über die Müllgebühren bezahlt, und viele Sammelstellen nehmen haushaltsübliche Mengen kostenlos an. Wo eine Gebühr erhoben wird, liegt sie für eine Autoladung meist im Bereich weniger Euro. Die Grünschnittabfuhr ist häufig in den Gebühren enthalten oder kostet einen geringen Betrag. Teurer wird es bei Containern und bei Aufträgen an einen Gartenbaubetrieb, der Schnitt und Entsorgung übernimmt; hier lohnt ein Vergleich mehrerer Angebote.

Noch ein Hinweis zum Zeitpunkt: Zwischen dem 1. März und dem 30. September sind starke Rückschnitte und das Entfernen von Hecken und Gebüschen zum Schutz brütender Vögel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt; vorher sollten Sie nachsehen, ob Vögel in der Hecke brüten.

Häufige Fragen

Wo kann ich Grünschnitt kostenlos entsorgen?

In der Biotonne, auf dem eigenen Kompost und an vielen kommunalen Grüngutsammelstellen und Wertstoffhöfen, die haushaltsübliche Mengen ohne Gebühr annehmen. Welche Mengen bei Ihnen frei sind, sagt die Abfallberatung Ihrer Kommune.

Wohin mit Grünschnitt, wenn die Biotonne voll ist?

Zur Grüngutsammelstelle oder zum Wertstoffhof bringen, zum nächsten Abfuhrtermin gebündelt an die Straße legen oder vorübergehend in einer Ecke des Gartens lagern, bis wieder Platz in der Tonne ist.

Darf ich Grünschnitt im Garten verbrennen?

In den meisten Gegenden nicht. Wo es Ausnahmen gibt, legen Land oder Gemeinde genaue Bedingungen fest. Ohne ausdrückliche Erlaubnis Ihrer Gemeinde bleibt das Feuer aus.

Darf ich Heckenschnitt in den Wald bringen?

Nein. Das ist eine illegale Ablagerung von Abfall, wird mit Bußgeld geahndet und schadet der Natur, weil Nährstoffe und Gartenpflanzen in den Wald gelangen.

Gehören Wurzeln zum Grünschnitt?

Kleine Wurzeln ja, Wurzelstöcke und Baumstümpfe mit anhaftender Erde nehmen viele Sammelstellen nur getrennt oder gegen Gebühr an. Fragen Sie vorher nach.