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Mindesthaltbarkeitsdatum: was es bedeutet

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Joghurt mit Müsli und Aprikosen in einer Glastasse
Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum lohnt es sich, Joghurt anzusehen, zu riechen und zu probieren
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was „mindestens haltbar bis“ bedeutet
  2. Das Verbrauchsdatum ist etwas anderes
  3. Die rechtliche Grundlage
  4. Nach dem MHD: so prüfen Sie ein Lebensmittel
  5. Typische Irrtümer
  6. Geöffnet ist eine andere Rechnung
  7. Warum sich das Nachdenken lohnt
  8. Häufige Fragen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Datum, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass ein ungeöffnetes, richtig gelagertes Lebensmittel Geschmack, Geruch, Farbe und Konsistenz behält. Danach wird es nicht automatisch schlecht; viele Lebensmittel sind noch Tage, Wochen oder Monate gut. Anders das Verbrauchsdatum mit dem Wortlaut „zu verbrauchen bis“: Es steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln, und nach diesem Tag sollten Sie sie nicht mehr essen.

Was „mindestens haltbar bis“ bedeutet

Auf der Packung steht das MHD als „mindestens haltbar bis …“, gefolgt von einem Tag, oder als „mindestens haltbar bis Ende …“ mit Monat oder Jahr, wenn das Produkt lange hält. Der Hersteller legt das Datum selbst fest, meist mit einem Sicherheitspuffer. Er sagt damit: Bis zu diesem Tag hat das Produkt die zugesicherten Eigenschaften, wenn es ungeöffnet ist und so gelagert wurde, wie es auf der Packung steht, zum Beispiel „gekühlt bei höchstens 7 °C“.

Das MHD ist also eine Qualitätsgarantie, keine Grenze, ab der ein Lebensmittel gefährlich wird. Bei trockenen Produkten wie Nudeln, Reis, Mehl, Zucker, Konserven oder Tee verändert sich nach dem Datum oft über lange Zeit gar nichts, was Sie merken würden.

Das Verbrauchsdatum ist etwas anderes

Auf mikrobiologisch sehr leicht verderblichen Lebensmitteln steht statt des MHD ein Verbrauchsdatum: „zu verbrauchen bis …“, dazu ein Hinweis zur Lagerung. Typisch ist es bei:

  • Hackfleisch und anderem rohem, zerkleinertem Fleisch,
  • frischem Geflügel,
  • frischem Fisch und rohen Meeresfrüchten,
  • Rohmilch und manchen Rohmilchprodukten.

Bei diesen Lebensmitteln können sich Krankheitserreger wie Salmonellen oder Listerien vermehren, ohne dass man es riecht oder sieht. Nach dem Verbrauchsdatum gilt das Lebensmittel als nicht mehr sicher, es darf nicht mehr verkauft werden, und Sie sollten es auch zu Hause nicht mehr essen – auch nicht, wenn es noch gut aussieht. Wer Hackfleisch nicht rechtzeitig verbrauchen kann, friert es vor dem Datum ein; wie das geht, steht unter Lebensmittel einfrieren.

MindesthaltbarkeitsdatumVerbrauchsdatum
Wortlaut„mindestens haltbar bis …“„zu verbrauchen bis …“
BedeutungQualitätsgarantie des HerstellersGrenze für die Sicherheit
Typische LebensmittelJoghurt, Käse, Nudeln, Konserven, Tiefkühlkost, pasteurisierte MilchHackfleisch, frisches Geflügel, frischer Fisch, Rohmilch
Nach Ablaufprüfen: ansehen, riechen, probierennicht mehr essen
Verkauf nach Ablauferlaubt, wenn einwandfrei; Verantwortung beim Händlernicht erlaubt

Die rechtliche Grundlage

Beide Angaben regelt in der Europäischen Union die Lebensmittelinformationsverordnung, abgekürzt LMIV (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011). Sie schreibt vor, dass verpackte Lebensmittel eines der beiden Daten tragen, und legt auch den Wortlaut fest. Einige Lebensmittel sind ausgenommen und haben gar kein MHD, zum Beispiel frisches, ungeschnittenes Obst und Gemüse, Speisesalz, Zucker, Essig, Kaugummi, Wein und Getränke mit mindestens zehn Volumenprozent Alkohol sowie Backwaren, die normalerweise innerhalb eines Tages gegessen werden. Die Verbraucherzentralen erklären die Regeln ausführlich auf verbraucherzentrale.de.

Nach dem MHD: so prüfen Sie ein Lebensmittel

Ist das MHD abgelaufen, entscheiden Ihre Sinne:

  1. Ansehen. Ist die Verpackung unbeschädigt? Konservendosen, die sich nach außen wölben, und Gläser, deren Deckel nicht mehr eingezogen ist, sofort entsorgen. Schimmel, Verfärbungen oder Gasblasen sind Ausschlusskriterien.
  2. Riechen. Ranziger, saurer oder gäriger Geruch, wo er nicht hingehört, heißt: weg damit.
  3. Vorsichtig probieren. Eine kleine Menge kosten, bei ungewohntem Geschmack ausspucken und entsorgen.

Besteht ein Lebensmittel alle drei Proben, können Sie es in der Regel unbesorgt essen. Joghurt und Hartkäse halten oft deutlich länger als aufgedruckt, trockene Vorräte ohnehin. Bei Milchprodukten mit Schimmel gilt: Joghurt, Quark und Frischkäse komplett entsorgen, bei Hartkäse reicht es, großzügig wegzuschneiden. Brot mit Schimmel kommt immer ganz weg, siehe Brot richtig aufbewahren.

Bei Eiern ist Vorsicht angebracht: Nach Ablauf des MHD sollten Sie sie nur noch gut durchgegart verwenden, etwa zum Backen, nicht mehr für weiche Eier, Tiramisu oder Mayonnaise.

Typische Irrtümer

  • „Abgelaufen ist abgelaufen.“ Für das MHD stimmt das nicht; es ist eine Qualitätszusage, kein Verfallsdatum.
  • „Solange es gut riecht, ist es gut.“ Für das Verbrauchsdatum stimmt das nicht. Listerien oder Salmonellen verändern Geruch und Aussehen oft nicht.
  • „Im Kühlschrank hält alles bis zum Datum.“ Nur, wenn die Kühlkette nicht unterbrochen war und die Temperatur stimmt. Hackfleisch, das eine Stunde im warmen Auto lag, hält nicht mehr bis zum aufgedruckten Tag.
  • „Einfrieren setzt das Datum zurück.“ Einfrieren stoppt die Uhr nur, solange das Lebensmittel gefroren ist. Nach dem Auftauen zügig verbrauchen.

Geöffnet ist eine andere Rechnung

Beide Daten gelten nur für die ungeöffnete Packung. Ist sie einmal offen, kommen Luft und Keime heran, und die Haltbarkeit richtet sich nach dem Lebensmittel, nicht mehr nach dem Aufdruck. Viele Packungen nennen deshalb zusätzlich „nach dem Öffnen innerhalb von … Tagen verbrauchen“. Geöffnete Milch hält im Kühlschrank einige Tage, aufgeschnittene Wurst zwei bis drei, ein offenes Glas Marmelade Wochen. Richtig lagern verlängert die Frist; wo was im Kühlschrank am besten liegt, zeigt Kühlschrank richtig einräumen.

Warum sich das Nachdenken lohnt

Ein großer Teil der Lebensmittel, die in privaten Haushalten weggeworfen werden, wäre noch essbar gewesen. Ein häufiger Grund ist das Missverständnis, das MHD sei ein Verfallsdatum. Wer den Unterschied zum Verbrauchsdatum kennt, spart Geld und wirft weniger weg, ohne ein Risiko einzugehen. Hilfreich ist, beim Einräumen ältere Packungen nach vorn zu stellen und Vorräte gelegentlich durchzusehen. Dabei fallen auch Vorratsschädlinge früh auf; wie Sie sie erkennen, steht unter Lebensmittelmotten.

Häufige Fragen

Darf ein Supermarkt Ware nach dem MHD verkaufen?

Ja, wenn das Lebensmittel noch einwandfrei ist. Der Händler übernimmt dann die Verantwortung für die Qualität und bietet solche Ware oft reduziert an. Ware nach dem Verbrauchsdatum darf dagegen nicht mehr verkauft werden.

Wie lange kann man Joghurt nach dem MHD essen?

Ungeöffnet und durchgehend gekühlt ist Joghurt oft noch eine bis mehrere Wochen nach dem Datum gut. Ist der Deckel gewölbt, riecht er gärig oder zeigt sich Schimmel, gehört er in den Müll.

Was bedeutet „mindestens haltbar bis Ende“?

Bei Lebensmitteln, die länger als drei Monate halten, darf der Hersteller statt eines Tages nur Monat und Jahr angeben, bei über 18 Monaten auch nur das Jahr. Das Produkt ist dann bis zum Ende dieses Zeitraums garantiert einwandfrei.

Gilt das MHD auch für Tiefkühlkost?

Ja. Tiefkühlkost trägt ein MHD, das eine Lagerung bei -18 °C voraussetzt. Nach Ablauf ist sie meist noch sicher, verliert aber allmählich an Geschmack und Struktur.