Wildleder und Nubuk reinigen

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Wildleder reinigen Sie fast immer trocken: Schmutz antrocknen lassen, mit einer Wildlederbürste herausbürsten, einzelne Flecken mit einem Radiergummi abreiben und den Flor zum Schluss wieder aufrichten. Wasser setzen Sie nur sehr sparsam ein, denn es hinterlässt Ränder und macht das Leder hart. Den besten Schutz bietet eine Imprägnierung, bevor das erste Wetter kommt.
Wildleder, Velours, Nubuk: was der Unterschied ist
Alle drei gehören zum Rauleder, also Leder mit angeschliffener, samtiger Oberfläche. Velours wird auf der Fleischseite, der Innenseite der Haut, geschliffen und hat einen etwas längeren Flor. Umgangssprachlich heißt das meist Wildleder, auch wenn es selten von Wildtieren stammt. Nubuk wird auf der Narbenseite, der Außenseite, nur fein angeschliffen und fühlt sich kürzer und samtiger an. Nubuk ist etwas empfindlicher gegen Fett und Wasser, die Reinigung ist aber dieselbe.
Glattes Leder mit geschlossener Oberfläche braucht dagegen andere Mittel, darum geht es im Beitrag Leder reinigen und pflegen.
Was Sie brauchen
- eine Wildlederbürste, am besten mit Gummi- oder Kreppseite und feinen Messing- oder Kunststoffborsten
- einen Wildleder-Radierer oder einen sauberen, weißen Radiergummi
- Speisestärke oder Talkum für Fettflecken
- ein trockenes, helles Tuch
- Zeitungspapier oder Schuhspanner zum Ausstopfen
- ein Imprägnierspray für Rauleder
Anleitung: Wildlederschuhe reinigen
- Trocknen lassen. Nasse Schuhe mit Zeitungspapier ausstopfen und bei Zimmertemperatur trocknen lassen, nicht an der Heizung, nicht in der Sonne. Das Papier wechseln, wenn es feucht ist.
- Grob ausbürsten. Angetrockneten Schmutz mit der Bürste in eine Richtung abbürsten. Matsch nie im nassen Zustand reiben, sonst drücken Sie ihn in den Flor.
- Flecken radieren. Glänzende, platt gedrückte Stellen und kleine Flecken mit dem Radierer in kurzen Strichen bearbeiten. Nicht zu fest drücken.
- Flor aufrichten. Mit der Gummiseite oder den Borsten gegen den Strich bürsten, bis die Oberfläche wieder gleichmäßig aussieht.
- Nachimprägnieren. Nach der Reinigung dünn Imprägnierspray auftragen und trocknen lassen.
Die Sohlenränder aus Gummi dürfen Sie mit einem feuchten Tuch oder einer Bürste mit etwas Spülmittel reinigen. Achten Sie nur darauf, dass kein Wasser auf das Wildleder läuft.
Flecken im Wildleder
- Fett und Öl: Sofort Speisestärke oder Talkum dick aufstreuen, über Nacht einwirken lassen und ausbürsten. Das Pulver saugt das Fett aus dem Flor. Bei Bedarf wiederholen. Allgemeine Tipps gegen Fett stehen unter Fettflecken entfernen.
- Salzränder vom Winter: Die weißen Ränder entstehen durch Streusalz. Betupfen Sie sie mit einem Tuch, das nur leicht mit Wasser und etwas Haushaltsessig angefeuchtet ist, zum Beispiel drei Teile Wasser auf einen Teil Essig. Vorher an einer unauffälligen Stelle testen, dann trocknen lassen und aufbürsten.
- Wasserflecken: Nicht punktuell nachreiben. Nach dem Trocknen aufbürsten; bleibt ein Rand, hilft ein Reinigungsschaum für Rauleder, gleichmäßig über das ganze Teil bis zur nächsten Naht verteilt.
- Kaugummi und Wachs: Einfrieren oder mit einem Eiswürfel hart machen, dann vorsichtig abheben und die Stelle aufbürsten.
- Unbekannte Flecken und Farbe: Hier kommen Sie mit Hausmitteln schnell an eine Grenze. Wertvolle Stücke gehören zu einem Schuhmacher oder einer Lederreinigung.
Ein Wildleder-Pflegeset mit Bürste und Radierer enthält die wichtigsten Werkzeuge und kostet wenig.
Wasserdampf gegen platten Flor
Wo der Flor stark platt gedrückt oder verfilzt ist, etwa an der Ferse oder unter dem Riemen einer Tasche, hilft kurz Wasserdampf. Halten Sie das Leder mit etwas Abstand einige Sekunden über den Dampf eines Wasserkochers oder Topfes und bürsten Sie die Stelle danach sofort auf. Nur kurz, das Leder darf nicht nass werden, und Vorsicht mit den Fingern. Auf Nubuk wirkt das ebenfalls, aber noch vorsichtiger dosieren.
Warum Wasser und Waschmaschine tabu sind
Rauleder hat keine schützende Deckschicht. Wasser dringt tief ein, löst Gerb- und Farbstoffe und transportiert sie beim Trocknen an den Rand der nassen Stelle. So entstehen die typischen dunklen Wasserränder. Gleichzeitig verklebt der Flor, und das Leder wird hart. Die Waschmaschine verstärkt das alles, dazu löst sie Klebstoffe in Schuhen. Hersteller mancher Sneaker aus Wildleder erlauben ausdrücklich keine Maschinenwäsche. Was im Beitrag Schuhe in der Waschmaschine für Stoffschuhe gilt, gilt für Wildleder nicht.
Imprägnieren: der beste Schutz
Ein Imprägnierspray legt einen unsichtbaren Film auf die Fasern, der Wasser, Schmutz und Fett abperlen lässt. Neues Wildleder sollten Sie vor dem ersten Tragen imprägnieren, danach je nach Beanspruchung alle paar Wochen und nach jeder gründlichen Reinigung.
- Sauberes, trockenes Leder. Auf Schmutz imprägniert, hält der Schmutz besser.
- Im Freien sprühen. Aus 20 bis 30 cm Abstand gleichmäßig und dünn, nicht bis zur Durchnässung.
- Trocknen lassen. Mehrere Stunden, am besten über Nacht, dann aufbürsten.
Imprägniersprays nur im Freien benutzen und den Sprühnebel nicht einatmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist seit Jahren auf Vergiftungsfälle mit Atemnot nach dem Einatmen von Imprägniersprays in geschlossenen Räumen hin. Kinder und Haustiere halten Sie fern, bis das Spray getrocknet ist.
Verblasste Farbe lässt sich mit einem farbigen Pflegespray für Rauleder auffrischen. Wählen Sie den Ton eher etwas heller und testen Sie ihn an einer verdeckten Stelle.
Aufbewahrung und Alltag
Wildlederschuhe und -jacken mögen es luftig und trocken. Schuhe mit Spannern aus Holz aufbewahren, Jacken auf breiten Bügeln, nicht in Plastikhüllen. Gegen Gerüche von innen helfen gute Trocknung und ein Wechsel zwischen mehreren Paaren; mehr dazu im Beitrag Stinkende Schuhe. Weitere Tipps rund um Textilien und Pflege finden Sie in der Rubrik Wohnen.
Häufige Fragen
Wie reinigt man Wildlederschuhe am besten?
Trocknen lassen, mit einer Wildlederbürste ausbürsten, Flecken mit einem Radierer abreiben, Flor aufrichten und imprägnieren. Wasser nur sparsam und punktuell, nie großflächig.
Kann ich einen normalen Radiergummi nehmen?
Ja, ein sauberer, weißer Radiergummi funktioniert bei kleinen Flecken. Farbige Radiergummis können abfärben. Spezielle Wildleder-Radierer sind etwas grober und wirken bei hartnäckigen Stellen besser.
Hilft Essig bei Wildlederschuhen?
Bei Salzrändern ja, stark verdünnt und nur getupft. Gegen allgemeinen Schmutz ist Essig nicht nötig, und zu viel Flüssigkeit schadet mehr als der Fleck.
Darf Wildleder nass werden?
Etwas Regen verträgt imprägniertes Wildleder ohne Schaden. Nasse Stücke ausstopfen, langsam bei Zimmertemperatur trocknen lassen und danach aufbürsten. Einweichen oder Waschen verträgt Wildleder nicht.
Wie oft muss man Wildleder imprägnieren?
Vor dem ersten Tragen, danach bei Alltagsschuhen etwa alle zwei bis vier Wochen und nach jeder gründlichen Reinigung. Ein einfacher Test: Perlen Wassertropfen nicht mehr ab, sondern ziehen sie ein, ist es wieder Zeit. Schuhe, die nur selten getragen werden, kommen mit einer Imprägnierung pro Saison aus.
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