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Leder reinigen und pflegen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Braunes Chesterfield-Sofa aus Leder vor schwarzem Hintergrund
Vor dem Reinigen klären, ob gedecktes Glattleder oder offenporiges Anilinleder vorliegt
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welches Leder ist es? Der Wassertest
  2. Was Sie brauchen
  3. Anleitung: Glattleder reinigen und pflegen
  4. Anilinleder: weniger ist mehr
  5. Was Leder schadet
  6. Flecken auf Leder
  7. Sofa, Autositz, Tasche, Jacke
  8. Häufige Fragen

Leder reinigen Sie am besten sanft: Staub mit einem weichen Pinsel oder dem Bürstenaufsatz des Staubsaugers entfernen, die Oberfläche mit einem nebelfeuchten Tuch und einem milden Lederreiniger abwischen und danach mit einer passenden Pflege versorgen. Vorher sollten Sie aber wissen, welches Leder vor Ihnen liegt. Offenporiges Anilinleder verzeiht keine Fehler, und manches beliebte Hausmittel hinterlässt darauf bleibende Flecken.

Welches Leder ist es? Der Wassertest

Für die Pflege zählen vor allem drei Arten:

  • Gedecktes (pigmentiertes) Glattleder: Die Oberfläche trägt eine farbige Schutzschicht. Die meisten Ledersofas, Autositze, Lenkräder und viele Taschen sind so gearbeitet. Es ist robust und leicht zu reinigen.
  • Anilinleder und Semianilinleder: Nur durchgefärbt, ohne oder mit sehr dünner Deckschicht. Es fühlt sich warm und natürlich an, zeigt die Poren, bekommt Patina, nimmt aber auch Flecken sofort an.
  • Rauleder: Wildleder, Velours und Nubuk haben eine angeschliffene, samtige Oberfläche. Sie brauchen ganz andere Mittel; dazu gibt es den Beitrag Wildleder und Nubuk reinigen.

Der Wassertest klärt die ersten beiden: Geben Sie an einer verdeckten Stelle, etwa unter einem Sitzkissen oder an der Innenseite einer Tasche, einen Tropfen Wasser auf das Leder. Perlt er ab, ist das Leder gedeckt. Zieht er innerhalb weniger Sekunden ein und macht einen dunklen Fleck, ist es Anilinleder. Der Fleck verschwindet beim Trocknen meist wieder. Oft hilft auch das Etikett oder die Pflegeanleitung des Herstellers weiter.

Was Sie brauchen

  • weiche Bürste oder Staubsauger mit Bürstenaufsatz
  • weiche, helle Baumwoll- oder Mikrofasertücher
  • einen milden Lederreiniger, passend zur Lederart
  • eine Lederpflege (Lotion oder Creme), bei Anilinleder ein Anilinpflegemittel
  • destilliertes oder abgekochtes Wasser, damit keine Kalkränder entstehen

Anleitung: Glattleder reinigen und pflegen

  1. Testen. Reiniger und Pflege zuerst an einer unauffälligen Stelle ausprobieren und trocknen lassen. Verändert sich Farbe oder Glanz, nicht weitermachen.
  2. Entstauben. Staub und Krümel absaugen oder abbürsten, auch in Nähten und Falten. Staub wirkt beim Reiben wie Schleifpapier.
  3. Reinigen. Den Reiniger auf ein feuchtes Tuch oder einen Schwamm geben, nicht direkt aufs Leder. Die Fläche in kleinen Abschnitten von Naht zu Naht abwischen, damit keine Ränder entstehen.
  4. Nachwischen. Mit einem nebelfeuchten Tuch Schmutz und Reiniger aufnehmen, dann trocken tupfen.
  5. Trocknen lassen. Bei Zimmertemperatur, nicht mit Föhn oder an der Heizung.
  6. Pflegen. Eine dünne Schicht Lederpflege auftragen, einziehen lassen und mit einem trockenen Tuch nachpolieren. Die Pflege gibt dem Leder Fett und Feuchtigkeit zurück und macht es widerstandsfähiger gegen neue Flecken.

Wie oft? Bei Sofas und Autositzen genügt eine gründliche Reinigung mit Pflege ein- bis zweimal im Jahr, bei hellem Leder, Haustieren oder intensiver Nutzung öfter. Dazwischen reicht Abstauben und gelegentliches feuchtes Abwischen.

Anilinleder: weniger ist mehr

Anilinleder behandeln Sie ausschließlich mit Mitteln, die ausdrücklich dafür ausgewiesen sind, und arbeiten mit sehr wenig Feuchtigkeit. Ein zu nasses Tuch hinterlässt Ränder. Frische Flüssigkeiten sofort mit einem saugfähigen Tuch abtupfen, nicht reiben. Fettflecken auf Anilinleder verteilen sich oft mit der Zeit von selbst im Leder und werden blasser; bei großen oder hartnäckigen Flecken ist ein Lederfachbetrieb die bessere Adresse als jedes Experiment.

Was Leder schadet

  • Babyöl, Olivenöl und Hautcreme: Auf Anilinleder ziehen sie ein und hinterlassen dunkle Fettflecken, die kaum wieder herausgehen. Auf Glattleder bilden sie einen schmierigen Film, Speiseöle können ranzig werden.
  • Essig und Zitrone: Die Säure greift Farbe und Gerbung an.
  • Alkohol, Desinfektionsmittel und Nagellackentferner: Sie lösen Deckschicht und Farbe und trocknen das Leder aus. Das zeigt sich besonders an Lenkrädern und Armlehnen, die oft desinfiziert wurden: Sie werden rissig und glänzen speckig.
  • Zahnpasta, Scheuermilch und Radiergummi auf Glattleder: Sie schmirgeln die Oberfläche ab.
  • Allzweckreiniger und Seifenlauge in großer Menge: Sie laugen das Leder aus und hinterlassen Ränder.
  • Feuchttücher: Babyfeuchttücher sind für gelegentliches schnelles Abwischen auf gedecktem Leder vertretbar, als Dauerlösung aber nicht; auf Anilinleder haben sie nichts zu suchen.
  • Waschmaschine und Dampfreiniger: Leder verhärtet, schrumpft und verliert die Form.

Flecken auf Leder

Die meisten Flecken auf gedecktem Glattleder gehen mit einem Lederreiniger und einem feuchten Tuch heraus. Einige Fälle brauchen mehr:

  • Fett und Hautfett an Kopfstützen und Armlehnen: mit einem Lederreiniger und einer weichen Bürste in kleinen Kreisen bearbeiten, mehrmals wiederholen. Grundsätzliches zu Fett steht unter Fettflecken entfernen.
  • Kugelschreiber: frisch mit einem speziellen Lederfleckenstift, alt oft nur noch vom Fachbetrieb. Tipps für andere Materialien bietet der Beitrag Kugelschreiberflecken entfernen.
  • Wasserränder: Die ganze Fläche bis zur nächsten Naht gleichmäßig nebelfeucht abwischen und trocknen lassen, dann verschwindet der Rand meist.
  • Abfärbende Jeans auf hellem Leder: früh mit Lederreiniger entfernen, bevor sich die Farbe festsetzt.

Wie Sie Flecken auf Stoffsofas behandeln, steht unter Flecken vom Sofa entfernen.

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Sofa, Autositz, Tasche, Jacke

Ledersofa: Abstand zur Heizung und zu direkter Sonne halten, sonst trocknet und bleicht das Leder. Kissen gelegentlich wenden, damit die Fläche gleichmäßig altert.

Autositze und Lenkrad: Meist gedecktes Leder, oft perforiert. Nur wenig Flüssigkeit verwenden, damit nichts in die Löcher und die Polsterung läuft. Reiniger auf eine weiche Bürste geben, einarbeiten, mit einem Tuch aufnehmen.

Taschen und Geldbörsen: Innen ausschütteln, außen mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und gelegentlich pflegen. Helle Taschen färben sich an Stellen, wo sie am Körper reiben; hier hilft regelmäßiges Reinigen mehr als seltenes Schrubben.

Lederjacken und Lederhosen: Nicht in die Waschmaschine. Kleine Flecken behandeln Sie wie oben beschrieben, eine vollständige Reinigung übernimmt eine auf Leder spezialisierte Reinigung.

Schuhe aus Glattleder: Mit Bürste und feuchtem Tuch reinigen, trocknen lassen und mit Schuhcreme in passender Farbe pflegen. Hilfe gegen Gerüche bietet der Beitrag Stinkende Schuhe.

Häufige Fragen

Welches Hausmittel reinigt Leder am besten?

Bei gedecktem Glattleder ein Tuch mit destilliertem Wasser und einem Tropfen milder, pH-neutraler Seife. Gründlich auswringen, wenig Feuchtigkeit verwenden und danach eine Lederpflege auftragen. Auf Anilinleder nur spezielle Mittel.

Darf man Leder nass reinigen?

Nein. Leder verträgt Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Zu viel Wasser zieht ein, hinterlässt Ränder und macht das Leder beim Trocknen hart.

Wie oft sollte man ein Ledersofa pflegen?

Eine gründliche Reinigung mit Pflege ein- bis zweimal im Jahr genügt in den meisten Haushalten. Dazwischen regelmäßig abstauben und Verschüttetes sofort abtupfen.

Kann ich Leder mit Desinfektionsmittel reinigen?

Besser nicht. Alkoholhaltige Mittel lösen die Deckschicht und trocknen das Leder aus. Wo Hygiene wichtig ist, reinigen Sie mit einem Lederreiniger und pflegen danach gründlich.