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Stromverbrauch der Waschmaschine: Kosten je Waschgang

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Programmwahlschalter einer Waschmaschine
Die gewählte Temperatur bestimmt den größten Teil des Verbrauchs
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was ein Waschgang verbraucht
  2. Das Energielabel richtig lesen
  3. Eine Beispielrechnung
  4. Temperatur: der größte Hebel
  5. Eco-Programm, Kurzprogramm, Beladung
  6. Der Verbrauch im Stillstand
  7. Selbst messen
  8. Häufige Fragen

Der Stromverbrauch der Waschmaschine hängt weniger vom Gerät ab als vom Programm: Ein Waschgang bei 30 °C braucht grob 0,3 bis 0,5 Kilowattstunden, eine Kochwäsche ein Mehrfaches. Bei angenommenen 35 Cent je Kilowattstunde kostet eine Ladung damit meist zwischen 10 und 50 Cent Strom. Der Grund ist einfach: Die Maschine verbraucht den größten Teil ihres Stroms für das Aufheizen des Wassers, Motor und Pumpe fallen kaum ins Gewicht.

Was ein Waschgang verbraucht

Feste Werte je Programm gibt es nicht, denn Füllmenge, Baujahr und Technik unterscheiden sich. Die folgenden Größenordnungen gelten für gängige Frontlader mit 7 bis 8 Kilogramm Füllmenge. Sie stützen sich auf Label-Angaben aus der EU-Produktdatenbank und auf Ratgeber von Energieversorgern; die genauen Werte Ihres Geräts stehen in der Verbrauchstabelle der Anleitung.

ProgrammStrom je WaschgangEinordnung
Baumwolle oder Pflegeleicht 30 °Cetwa 0,3–0,5 kWhreicht für normal verschmutzte Alltagswäsche
Eco 40–60 (Programm des Energielabels)etwa 0,45–0,9 kWhlange Laufzeit, niedrigere tatsächliche Temperatur
Baumwolle 40 °C, normales Programmetwa 0,5–0,8 kWhschneller als Eco, heizt dafür stärker
Baumwolle 60 °C, normales Programmetwa 1,0–1,5 kWhfür Handtücher, Bettwäsche, Krankheitsfälle
Kochwäsche 90 °Cdeutlich darüberim Haushalt fast nie nötig

Die Stufen sind größer, als man denkt. Als Faustwert aus Untersuchungen zum Waschverhalten gilt: Eine Temperaturstufe weniger – von 60 auf 40 °C oder von 40 auf 30 °C – senkt den Stromverbrauch des Waschgangs um mehr als ein Drittel.

Das Energielabel richtig lesen

Seit März 2021 tragen Waschmaschinen das Label mit den Klassen A bis G. Die Zahl, auf die es ankommt, steht in der Mitte: der Stromverbrauch in kWh je 100 Waschgänge im Programm „Eco 40–60“. Teilen Sie diesen Wert durch 100, haben Sie den Verbrauch eines durchschnittlichen Eco-Waschgangs.

Drei Dinge sollten Sie dabei wissen:

  • Der Wert ist ein Mittelwert. Gemessen wird mit voller, halber und viertel Beladung. Eine randvolle Trommel braucht im Eco-Programm also mehr als ein Hundertstel des Label-Werts, eine halb volle weniger.
  • Die Klasse hängt von der Füllmenge ab. Sie bewertet den Verbrauch im Verhältnis zur Trommelgröße. Eine große Maschine der Klasse A kann je Waschgang mehr Strom brauchen als eine kleinere der Klasse B. Vergleichen Sie die Kilowattstunden, und zwar bei Geräten ähnlicher Größe.
  • Es gilt nur für dieses eine Programm. Wer immer „Baumwolle 60“ oder das Kurzprogramm wählt, liegt deutlich über dem Label-Wert.

Zur Einordnung: Sehr sparsame Maschinen liegen nach Angaben der Verbraucherzentrale unter 50 kWh je 100 Waschgänge. Die besten Geräte im Handel tragen derzeit die Klasse A, die schwächsten die Klasse E. In der EU-Produktdatenbank finden sich für Geräte mit 8 bis 10 Kilogramm beispielhaft etwa 50 kWh in Klasse A, knapp 70 kWh in Klasse C und über 80 kWh in Klasse E. Auf dem Label stehen außerdem Füllmenge, Dauer des Eco-Programms, Wasserverbrauch je Waschgang, Schleuderklasse und Lautstärke.

Eine Beispielrechnung

Der Rechenweg ist immer derselbe: Verbrauch je Waschgang in kWh mal Zahl der Waschgänge mal Strompreis. Wer nur die Leistung kennt, rechnet Watt mal Stunden geteilt durch 1.000 – bei der Waschmaschine führt das aber in die Irre, weil sie nur während des Aufheizens ihre volle Leistung von rund 2.000 Watt zieht.

Ein Beispiel mit offen genannten Annahmen: Das Label Ihrer Maschine nennt 60 kWh je 100 Waschgänge, Sie waschen dreimal in der Woche im Eco-Programm, und die Kilowattstunde kostet 35 Cent.

  • je Waschgang: 60 kWh ÷ 100 = 0,6 kWh, also 0,6 × 0,35 Euro = 21 Cent
  • im Jahr: 3 × 52 = 156 Waschgänge × 0,6 kWh = rund 94 kWh
  • Kosten: 94 kWh × 0,35 Euro = rund 33 Euro im Jahr

Dazu kommen Wasser und Waschmittel. Was die Maschine an Wasser braucht, steht unter Wasserverbrauch der Waschmaschine.

Temperatur: der größte Hebel

Moderne Waschmittel enthalten Enzyme, die schon bei niedrigen Temperaturen arbeiten. Für normal verschmutzte Kleidung reichen deshalb 30 °C, oft sogar 20 °C; die Verbraucherzentrale empfiehlt für den Alltag 30 bis 40 °C. 60 °C sind sinnvoll für Handtücher, Bettwäsche, Putzlappen und Unterwäsche, wenn jemand im Haushalt krank ist – und etwa einmal im Monat, damit sich in der Maschine kein Belag bildet. Verwenden Sie dafür ein Vollwaschmittel in Pulverform; es enthält Bleichmittel. Riecht die Maschine trotzdem, hilft der Beitrag Waschmaschine stinkt.

Eco-Programm, Kurzprogramm, Beladung

Eco-Programm. Es läuft oft drei Stunden und länger und ist trotzdem das sparsamste Programm. Die Maschine heizt weniger stark auf und gleicht das durch längeres Einweichen und Bewegen aus. Warum die Rechnung aufgeht und wann das Programm nicht passt, erklärt der Beitrag Eco-Programm der Waschmaschine.

Kurzprogramm. Es muss dieselbe Reinigung in weniger Zeit schaffen und heizt dafür schneller und meist höher. Für leicht getragene Kleidung in kleiner Menge ist es in Ordnung, als Standard kostet es Strom.

Beladung. Eine halb volle Trommel braucht nicht halb so viel Strom wie eine volle. Viele Geräte passen Wasser und Energie zwar an die Menge an, doch die Ersparnis bleibt kleiner als die fehlende Wäsche. Füllen Sie die Trommel bei Baumwolle so, dass oben noch eine Handbreit Platz bleibt; wie viel in welches Programm passt, steht unter Waschmaschine richtig beladen.

Vorwäsche. Sie ist ein zusätzlicher Waschgang mit eigenem Wasser und eigener Heizphase. Für Haushaltswäsche ist sie fast immer überflüssig.

Schleudern. Hohe Drehzahlen kosten in der Waschmaschine kaum Strom. Wer anschließend den Trockner nutzt, spart dort mit gut geschleuderter Wäsche viel mehr; die Zahlen dazu stehen unter Stromverbrauch des Trockners.

Der Verbrauch im Stillstand

Nach Programmende bleiben viele Maschinen in Bereitschaft, solange sie eingeschaltet sind; Geräte mit WLAN auch darüber hinaus. Meist geht es um wenige Watt. Übers Jahr kommt trotzdem etwas zusammen, wenn die Maschine tagelang im Bereitschaftsmodus steht. Schalten Sie sie nach dem Ausräumen am Hauptschalter aus. Was Bereitschaft bei anderen Geräten kostet, zeigt der Beitrag Stand-by-Stromverbrauch.

Selbst messen

Die Waschmaschine hat einen normalen Stecker und lässt sich mit einem Zwischenstecker-Messgerät leicht erfassen. Messen Sie jeweils einen vollständigen Programmlauf und notieren Sie die Kilowattstunden – einmal im Eco-Programm, einmal im Kurzprogramm, einmal bei 60 °C. Der Vergleich überzeugt mehr als jede Tabelle. Die Einzelheiten stehen unter Stromverbrauch messen.

Ein Neukauf allein wegen des Stroms rechnet sich bei einer funktionierenden Maschine selten: Zwischen einem mittelmäßigen und einem sehr sparsamen Gerät liegen im Eco-Programm je Waschgang nur wenige Cent. Steht ohnehin ein Kauf an, wählen Sie die Füllmenge passend zum Haushalt – eine zu große Trommel, die halb leer läuft, verschenkt den Vorteil der guten Klasse.

Häufige Fragen

Was kostet eine Waschmaschinenladung bei 40 °C?

Im normalen 40-Grad-Programm brauchen gängige Maschinen grob 0,5 bis 0,8 kWh. Mit 35 Cent je Kilowattstunde gerechnet sind das etwa 18 bis 28 Cent Strom, im Eco-Programm meist etwas weniger.

Wie viel Watt hat eine Waschmaschine?

Die Anschlussleistung liegt meist bei 2.000 bis 2.300 Watt. Diese Leistung zieht das Gerät nur beim Aufheizen; beim Waschen und Schleudern sind es deutlich weniger. Für die Kosten zählen deshalb die Kilowattstunden je Waschgang.

Ist Waschen bei 30 °C hygienisch genug?

Für normale Kleidung ja. Bei ansteckenden Erkrankungen, für Handtücher, Waschlappen und Putztücher sind 60 °C mit Vollwaschmittel die bessere Wahl. Ein regelmäßiger 60-Grad-Waschgang hält außerdem die Maschine sauber.

Lohnt sich Waschen in der Nacht?

Nur mit einem Tarif, der nachts günstiger ist, oder mit eigener Solaranlage am Tag. Im normalen Haushaltstarif kostet die Kilowattstunde zu jeder Uhrzeit dasselbe. In Mietshäusern gelten zudem die Ruhezeiten der Hausordnung.

Spart ein Warmwasseranschluss Strom?

Manche Maschinen haben einen zweiten Zulauf für warmes Wasser. Das kann sich lohnen, wenn das Warmwasser günstig bereitet wird, etwa mit Solarthermie, und die Leitung kurz ist. Eine normale Maschine dürfen Sie nicht einfach an die Warmwasserleitung hängen.