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Ameisen im Haus loswerden

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Ameise trägt einen Krümel über eine helle Oberfläche
Ameisen im Haus sind meist Kundschafter eines Nests draußen, die Futter gefunden haben
Inhalt10 Abschnitte
  1. Welche Ameisen ins Haus kommen
  2. Warum Ameisen ins Haus kommen
  3. Ameisen im Haus: was sofort hilft
  4. Ameisenköder: richtig eingesetzt
  5. Hausmittel gegen Ameisen: was sie taugen
  6. Ameisen mit Flügeln im Haus
  7. Ameisen im Garten, im Rasen und im Blumentopf
  8. Wann der Schädlingsbekämpfer kommen sollte
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ameisen im Haus werden Sie am schnellsten los, wenn Sie ihnen das Futter nehmen und den Eingang finden. Die Tiere, die über die Arbeitsplatte laufen, sind Sammlerinnen eines Nests, das meist draußen liegt – unter Terrassenplatten, im Mauerwerk oder im Rasen. Wischen Sie die Duftspur weg, verschließen Sie die Ritze und stellen Sie bei Bedarf Köderdosen auf, dann ist der Spuk in der Regel nach ein bis zwei Wochen vorbei.

Welche Ameisen ins Haus kommen

In Deutschland sind es meist drei Arten, und die Unterscheidung lohnt sich, weil sie über das Vorgehen entscheidet:

  • Schwarze Wegameise: 3–5 mm, dunkelbraun bis schwarz, die häufigste Ameise in Garten und Haus. Sie nistet draußen und kommt auf der Suche nach Süßem herein. Lästig, aber harmlos.
  • Rossameise: deutlich größer, bis über 1 cm, schwarz oder schwarz-rot. Sie nagt ihre Gänge in feuchtes oder morsches Holz. Findet man sie regelmäßig im Haus, lohnt ein Blick auf Balken, Fensterrahmen und Terrassenholz.
  • Pharaoameise: winzig, etwa 2 mm, gelblich bis bernsteinfarben. Sie lebt ganzjährig in beheizten Gebäuden, oft in Wandhohlräumen und Kabelschächten, und bildet viele Teilnester. In Krankenhäusern und Großküchen gilt sie als Hygieneschädling, weil sie Keime verschleppen kann.

Bei Wegameisen kommen Sie mit den Schritten unten fast immer selbst zurecht. Rossameisen und vor allem Pharaoameisen sind ein Fall für Fachleute.

Warum Ameisen ins Haus kommen

Ameisen suchen Nahrung und folgen dabei einer Duftspur, die die erste erfolgreiche Sammlerin gelegt hat. Deshalb laufen sie in einer Straße, oft über Wochen dieselbe Strecke. Angelockt werden sie von Zucker, Honig, Marmelade, Krümeln, Obst, Tierfutter und süßen Getränkeresten. Im Frühjahr und bei Hitze kommen sie besonders oft, weil die Kolonie wächst und Wasser braucht. Mit mangelnder Sauberkeit hat das wenig zu tun: Ein Tropfen Saft unter dem Kühlschrank reicht.

Ameisen im Haus: was sofort hilft

  1. Futter wegräumen. Zucker, Honig, Müsli und Kekse in dicht schließende Dosen umfüllen, etwa eine luftdichte Vorratsdose. Offenes Obst, Tierfutternäpfe und Getränkereste wegstellen.
  2. Der Straße folgen. Beobachten Sie in Ruhe, wo die Ameisen hereinkommen: Fensterrahmen, Türschwelle, Fußleiste, Steckdose, Kabeldurchführung, Fliesenfuge.
  3. Die Duftspur beseitigen. Die Laufstrecke gründlich mit Wasser und etwas Spülmittel oder Essigwasser abwischen. Ohne Spur verlieren die Tiere die Orientierung.
  4. Den Eingang verschließen. Ritzen und Fugen mit Acryl oder Silikon abdichten, lose Fußleisten befestigen. Das ist die dauerhafteste Maßnahme.
  5. Einzelne Tiere absaugen. Den Staubsaugerbeutel danach entsorgen oder den Behälter draußen leeren.

Bei Wegameisen reicht das oft schon. Kommen sie trotzdem wieder, ist das Nest nah am Haus oder sogar im Mauerwerk.

Ameisenköder: richtig eingesetzt

Köderdosen enthalten einen Fraßköder mit einem langsam wirkenden Insektizid. Die Arbeiterinnen tragen ihn ins Nest und füttern damit Brut und Königin. So erreicht der Köder die Kolonie, nicht nur die sichtbaren Tiere. Ein Insektenspray tötet dagegen nur die Ameisen, die es trifft, und das Nest schickt neue.

  • Stellen Sie die Dosen direkt an die Ameisenstraße, nicht irgendwo in die Küche.
  • In den ersten Tagen kommen oft mehr Ameisen als vorher. Das ist gewollt – nicht wegwischen und keinesfalls daneben sprühen.
  • Rechnen Sie mit ein bis drei Wochen, bis die Straße versiegt.
  • Kinder und Haustiere dürfen nicht an die Köder kommen, auch wenn sie in geschlossenen Dosen stecken.

Verwenden Sie nur Mittel, die für den Einsatz im Haus zugelassen sind, und halten Sie sich an die Gebrauchsanweisung. Zugelassene oder gemeldete Biozide tragen auf der Packung eine Nummer der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), über deren Datenbank man sie nachprüfen kann. Ameisenköderdosen gibt es im Drogerie- und Baumarkt.

Hausmittel gegen Ameisen: was sie taugen

Hausmittel gegen Ameisen im Haus wirken über Geruch oder als Barriere. Sie stören die Duftspur, vertreiben aber das Nest nicht.

  • Zimt, Nelken, Lavendel, Pfefferminzöl: Ein Streifen Zimt vor der Ritze hält Ameisen kurz ab. Sobald der Duft verflogen ist, laufen sie wieder – oder sie nehmen einen Umweg.
  • Essig: gut zum Wegwischen der Duftspur, als Dauermittel wirkungslos. Auf Naturstein wie Marmor nicht verwenden, Essig greift ihn an.
  • Kreide und Babypuder: Eine Linie aus Kreide wird von manchen Ameisen gemieden, von anderen einfach überquert.
  • Backpulver mit Zucker: Dass Ameisen davon „platzen“, ist ein Mythos. Eine nennenswerte Wirkung ist nicht belegt.
  • Kochendes Wasser: Im Haus ohnehin keine Option, im Garten tötet es auch alles andere Leben im Boden.

Als Überbrückung, bis die Ritze dicht ist, sind Duftstoffe in Ordnung. Wer eine echte Ameisenplage im Haus hat, kommt an Abdichten und Ködern nicht vorbei.

Ameisen mit Flügeln im Haus

Geflügelte Ameisen sind die Geschlechtstiere einer Kolonie: junge Königinnen und Männchen, die an warmen, schwülen Tagen im Sommer zum Hochzeitsflug ausschwärmen. Fliegen sie durchs offene Fenster herein, genügt es, sie abzusaugen oder hinauszulassen. Der Spuk dauert meist nur einen Tag.

Anders ist es, wenn geflügelte Ameisen im Haus schlüpfen – etwa aus einer Fuge, einer Fußleiste oder dem Dielenboden, und das über mehrere Tage. Dann sitzt ein Nest im Gebäude. Handelt es sich um Rossameisen, kann feuchtes Holz betroffen sein. Hier lohnt es, einen Schädlingsbekämpfer oder einen Holzschutz-Sachverständigen draufschauen zu lassen.

Ameisen im Garten, im Rasen und im Blumentopf

Im Garten sind Ameisen nützlich: Sie lockern den Boden, fressen Schädlingslarven und verbreiten Pflanzensamen. Bekämpfen muss man sie dort selten.

  • Im Rasen: Ameisenhügel mit dem Rechen verteilen und regelmäßig wässern. Feuchte, dichte Rasenflächen besiedeln Ameisen ungern.
  • Im Hochbeet und Blumenbeet: Die Erde feucht halten und mehrmals umgraben. Ein umgedrehter Tontopf mit Holzwolle oder Stroh, auf das Nest gestellt, wird oft innerhalb einiger Tage mit der Brut bezogen und lässt sich dann mit einer Schaufel an eine ungestörte Stelle umsetzen.
  • Im Blumentopf: Den Topf für einige Minuten bis knapp unter den Rand in einen Eimer Wasser stellen, die Ameisen verlassen ihn. Bei starkem Befall die Pflanze in frische Erde umtopfen.
  • Leimringe an Bäumen: Ameisen pflegen Blattlauskolonien, um deren süße Ausscheidungen zu ernten. Ein Leimring um den Stamm unterbricht diesen Weg und hilft so indirekt gegen Blattläuse.

Im Garten gelten für chemische Mittel die Vorschriften des Pflanzenschutzrechts: nur zugelassene Mittel, nur für den angegebenen Zweck und nie auf Pflaster und Wege, von denen es in die Kanalisation gespült wird.

Wann der Schädlingsbekämpfer kommen sollte

Holen Sie Fachleute, wenn

  • Sie Pharaoameisen vermuten – kleine, gelbliche Tiere in beheizten Räumen, oft an vielen Stellen zugleich,
  • Rossameisen regelmäßig im Haus auftauchen oder Holzmehl aus Balken rieselt,
  • geflügelte Ameisen über Tage aus Wänden oder Böden kommen,
  • der Befall trotz Abdichten und Ködern nach einigen Wochen nicht zurückgeht.

In Mietwohnungen informieren Sie in diesen Fällen den Vermieter. Weitere Ratgeber zu Krabbeltieren im Haushalt finden Sie in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge, etwa zu Silberfischchen oder Lebensmittelmotten.

Typische Fehler

  • Sprühen neben den Ködern: Das tötet die Trägerinnen, bevor sie den Köder ins Nest bringen.
  • Nur die Tiere wegwischen: Solange die Futterquelle bleibt, kommen neue.
  • Zu früh aufgeben: Köder brauchen Zeit, die Ameisenstraße wird erst dichter, bevor sie versiegt.
  • Den Eingang offen lassen: Die nächste Kolonie findet dieselbe Ritze.

Häufige Fragen

Woher kommen plötzlich so viele Ameisen im Haus?

Eine Sammlerin hat eine Futterquelle gefunden und mit Duftstoffen markiert. Innerhalb weniger Stunden folgen Dutzende weitere. Das Nest liegt meist draußen, nahe der Hauswand.

Hilft Zimt gegen Ameisen?

Kurzzeitig. Ameisen meiden den starken Geruch, und eine Zimtlinie vor einer Ritze kann sie ein paar Tage abhalten. Das Nest bleibt aber bestehen, und die Tiere suchen sich einen anderen Weg.

Sind Ameisen im Haus gefährlich?

Die Schwarze Wegameise nicht. Sie kann Lebensmittel verunreinigen, die man dann wegwirft, überträgt aber keine Krankheiten im üblichen Sinn. Pharaoameisen sind in Gebäuden mit empfindlichen Menschen problematisch, Rossameisen können feuchtes Holz weiter schädigen.

Wie lange dauert es, bis Ameisen weg sind?

Mit Abdichten und Wegwischen der Spur oft wenige Tage. Mit Köderdosen rechnen Sie mit ein bis drei Wochen, bis die Kolonie keinen Nachschub mehr schickt.

Sind Ameisen und Wespen verwandt?

Ja. Beide gehören zu den Hautflüglern, Ameisen stammen von wespenartigen Vorfahren ab. Wie Sie mit Wespen am Haus umgehen, lesen Sie in einem eigenen Ratgeber.